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Rememberances

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Zusammenfassung

Ich versuchte ihn zu lesen, doch er war nicht nur darin unglaublich talentiert, sondern scheinbar auch im Täuschen anderer Personen... ++Textausschnitt++ Leidvoll blickte ich ihn an. „Du hast mich belogen!" Er zuckte zusammen, blickte mir aber nicht in die Augen. „Warum?... Ich meine, was war ich... was waren wir für dich?", Tränen fingen an meine Augen zu füllen. Neue Tränen. Abwartend sitze ich vor ihm. Warum? War ich wirklich so schlimm? Ich dachte, die letzten Wochen hatten ihm etwas bedeutet. Die letzten Wochen, ein leichtes Gefühl von Freiheit beflügelte mich, doch wurde es gleich wieder von meinem inneren Schmerz gedämpft. Meine Beine zittern, obwohl ich auf dem Boden sitze; ich schließe die Augen und wollte nur noch ganz weit weg. Wollte die Zeit zurückdrehen und alles Schöne vergessen machen. Denn mein Herz schien in immer mehr Teile zu zersplittern.

Status:
In Arbeit
Kapitel:
2
Rating
n/a
Altersfreigabe
16+

Chapter 1

Glücklich lächelnd fährt meine Schwester das Auto an der Schranke vorbei auf das Schiff zu. 5 Wochen auf See mit drei großen Stopps in Barcelona, Malta und Neapel, dann würde es nach Genua zurückgehen, wo die Kreuzfahrt beginnen würde.


„Freust du dich schon?", ich werfe Mary einen Seitenblick zu, während ich die Rampe vor mir in Augenschein nehme. „Natürlich! Fünf Wochen auf dem Schiff und Luke wird nicht mehr Ewigkeiten im Büro festgehalten! Ich hoffe nur, dass es auf See auch mal schlechtes Netz gibt, sonst hängt er wahrscheinlich stattdessen die ganze Zeit am Telefon!" Mary verdreht die Augen und folgt den Anweisungen des Mannes mit der gelben Warnweste.


Da Autos auf dem Kreuzfahrtschiff nicht zugelassen waren- schließlich war es keine Überfahrt, sondern wir würden auch wieder hier, in Genua, unsere Fahrt beenden- müssen die Autos in ein Parkhaus gestellt werden, dass sich hinter mehreren Schranken in einem abgesperrten Bereich befindet. Schließlich will man keine Anklagen oder Anzeigen, wenn etwas passieren würde.


Augenverdrehend steige ich aus dem Wagen und warte, bis sie geparkt hat. Manchmal weiß ich echt nicht, warum sie sich beschwert. Sie als Ärztin war doch ebenfalls viel beschäftigt. Ich weiß teils gar nicht, was ich dazu noch sagen sollte. Schließlich läuft es bei den beiden wunderbar und ich erwischte meine Schwester teils auch dabei, wie sie jungen Familien immer etwas länger als sonst hinterherblickt. Aber sie will ja erstmal ein paar Jahre arbeiten.


Genervt ausatmend lief ich neben ihr zu dem Kontrolleur, der unserem Gepäck – bei mir sind es unter anderem drei große Koffer, die ich nur mit dem Gedanken, fünf Wochen unterwegs zu sein, rechtfertigen kann- eine Nummer gibt, falls es verloren gehen sollte.


„Ach komm schon Laurie! Freu dich doch, dass du fünf Wochen nur für dich haben wirst! Kein frühes Aufstehen, kein Gehetze rechtzeitig da zu sein. Und du kannst endlich aufhören, deinen Perfektionismus zu perfektionieren und vor dich hinzuphilosophieren!", Mary blickt mich über ihre Schulter hinweg streng an und setzt dann ihre Unterschrift unter irgendein Dokument. Ich antworte nur mit einem Schulterzucken. Mal sehen.


Mittlerweile stehe ich in meinem gebuchten Zimmer- wobei man es eher eine Suite nennen sollte. Mein Schwager Luke hatte in dieses Schiff, die Marion, investiert und es renoviert. Ich als Architektin habe ihm sowohl beim Design äußerer Bereiche auch beim Innendesign geholfen. Viele wissen nicht, dass Architektur hauptsächlich aus dem Design von äußeren Bereichen besteht. Mit Innenarchitektur kommt man, wenn man Karriere machen will, oft nicht sehr weit. Ich hatte damals in der Uni für drei Semester auch Kurse für Innenarchitektur belegt, einfach weil ich mich oftmals in einem eintönigen Bereich nicht zurechtfinde.


Ich seufze tief auf und laufe zu den schmalen Fenstern. Ich hoffte wirklich, dass es bald losgehen wird. Zur Einweihung des Schiffes vor einem Monat war ich nicht da gewesen. Jedoch muss ich jetzt, wo das Schiff seine erste große Fahrt macht, anwesend sein, da ich laut Luke mitunter die meiste Arbeit dabei geleistet habe. Und auch mein Chef hat mich zu diesen fünf Wochen Ruhe verdonnert. Während der Gestaltungs- und Planungsphase von diesem und diversen anderen Objekten hatte ich mich übernommen. Ich habe vielleicht 20 Stunden Schlaf in der Woche, da ich die meiste Zeit nur im Büro zugange bin. Ich bin Perfektionistin in meinem Beruf, mit etwas Durchschnittlichem gebe ich mich nicht zufrieden und konnte es mir auch nicht erlauben.


Und obwohl ich diesen Perfektionismus erst in meiner Arbeit kennenlernte – im Studium war ich teils mehr als faul- endete das Ganze mit einem Nervenzusammenbruch, der es in sich hatte. Ich glaube, mein Chef wollte mich die Tage vor dem Ende der Projekte aus der Firma verbannen. Rafael, ein fast 60-jähriger Mann, welcher seit 3 Jahren mein Boss war, gehörte die Firma Sanders Architecture, hat zu keiner Sekunde mit sich reden lassen. Nein, ich musste diese Reise machen.


Gerade als ich Bella, meine beste Freundin anrufen will, um mich erneut darüber zu beschweren, klopft es an der Tür. Stirnrunzelnd laufe ich auf diese zu und öffne sie.


Vor mir stand ein leicht gebräunter, ungefähr 28 Jahre alter Mann, der mich musterte, während er sich in den Türrahmen lehnte, sodass ich zwei Schritte zurückmachen musste. Wer war denn das?!


Mit hochgezogenen Brauen schaute ich ihn an. „Kann ich Ihnen helfen?" Ich versuchte meine Stimme geduldig und höflich klingen zu lassen, was mir wohl völlig misslang, da er zu Grinsen anfing. „Ihre Schwester möchte, dass ich mal nach Ihnen schaue und mit Ihnen rede." Seine Stimme klang leicht rau und so, als würde er diesen Satz mindestens fünf Mal am Tag mit einer puren Selbstverständlichkeit sagen. Ich blinzelte ein paar Mal hintereinander. Okay?!


„Und warum möchte sie das? Ich denke nicht, dass Sie mir helfen können!" Ich wurde misstrauisch und begab mich in Abwehrhaltung. Was hatte Mary sich nun wieder ausgedacht? Nun zog er auch eine Augenbraue nach oben. „Sie wurden nicht informiert?" Innerlich werde ich immer misstrauischer. „Worüber denn?"


„Na ich soll Ihnen doch von psychologischer Seite aus während der Kreuzfahrt über zur Seite stehen und Gespräche mit Ihnen führen." Schulterzuckend lehnt er immer noch im Rahmen.


Was?! Er soll bitte was tun?! „Okay, hören Sie mir zu, wer auch immer Sie sind. Ich brauche Ihre Hilfe nicht. Und bestimmt brauche ich auch nicht irgendeine Unterstützung im Thema Psyche. Ich komme gut mit mir zurecht!" Abschätzend blickt er mir in die Augen, seine Augenbraue wandert wahrscheinlich noch höher als gerade eben. „Könnten Sie nun bitte gehen? Ich möchte meine Sachen auspacken und erstmal meine Ruhe haben, bevor das Schiff ablegt!"


Ich war schon immer eine Person, die Dinge mit sich selbst ausmachte. Mir fällt es mehr als schwer mich zu öffnen, da ich mich immer fühle, als würde ich mich Menschen aufdrängen und sie mit Sachen belästigen, die sie gar nicht interessieren. Und ich würde deswegen auch sicherlich nicht die Hilfe eines Psychologen in Anspruch nehmen. Schließlich ging es mir doch gut!


Leicht kopfschüttelnd wendet er sich ab, bleibt dann aber stehen. „Vielleicht überlegen sie es sich ja nochmal." Dann dreht er sich um, geht den Gang hinunter und biegt um die Ecke ab. Was war das denn? Hatte er mich geradestehen lassen, obwohl ich ihn doch abgewiesen habe?


Etwas verärgert packe ich schließlich das Nötigste aus, um danach mein Handy, die Zimmerkarte und meine Sonnenbrille zusammenzusuchen damit ich das Zimmer verlassen kann.


An Deck hatten sich schon einige Passagiere versammelt, doch anstatt noch einen freien Platz an der Reling zu suchen, bleibe ich am Rand des Geschehens stehen und ziehe die Brille über meine Augen.


Bis das ganze Spektakel schließlich begann, verging mehr als eine halbe Stunde, in welcher ich nur herumstehe, die Menschen um mich herum beobachtete und überlegte, inwiefern ich den Himmel als solcher in ein einen neuen Entwurf von mir integrieren konnte. Meine Kunden für dieses Projekt waren sehr anspruchsvoll, wenn es darum geht, die Natur mit in das Haus einfließen zu lassen. Und ich hoffte, dass ich wenigstens diese Reise nutzen konnte, um Ideen dafür zu sammeln.


„Sie auch hier?", ertönt dieselbe raue, zugleich aber auch sanfte Stimme eines Mannes. Ich blicke leicht hoch und blinzle trotz der Sonnenbrille gegen die Sonne. „Was wollen Sie schon wieder von mir? Mich zu einem Gespräch mit Ihnen überreden?" Nun seufzt er kurz. „Warum sind Sie so feindselig mir gegenüber? Ich habe nur die Aufgabe bekommen, während der Kreuzfahrt ein Auge auf Sie zu haben und mit Ihnen zu reden. Was spricht denn dagegen?" Ich wende meinen Blick wieder ab. „Einiges." Dann trat ich aus dem Schatten des Treppenaufganges hervor und lief einige Meter nach vorne, ließ den mir fremden Mann einfach stehen.




Nachdem schließlich das ganze Spektakel rund um die Losfahrt zu Ende ist, begebe ich mich so schnell wie möglich wieder in meine Suite und hole mein Abendkleid heraus. Es gab auch noch einen Eröffnungsabend! Als ob man nichts anderes zu tun hat! Hoffentlich würde ich wenigstens nicht die nächsten Abende mit so etwas beschäftigt sein, sondern konnte mich meinen Entwürfen und neuen Ideen widmen. Ja, vielleicht war ich ein Workaholic. Aber im Moment gibt es bei mir eben nichts anderes im Leben.


Als ich schließlich den Saal erreiche, erblicke ich Mary neben einem Tisch stehend. Eilig laufe ich auf sie zu. „Wie konntest du jemanden engagieren, damit ich psychische Hilfe bekomme?! Geht's dir noch gut? Ich habe nicht danach verlangt und tue es immer noch nicht! Was dachtest du dir eigentlich dabei?", zische ich ihr sauer zu.


Sie verdreht dagegen nur die Augen. „Komm mal bitte runter Laurie! Es ist nur zu deinem besten und Mr. Sanders war damit auch einverstanden! Hör doch bitte einmal auf, in dieser Angelegenheit so stur zu sein! Bei deinen Kunden hast du auch immer ewig Geduld, warum nicht auch hier? Ich will dir doch nur helfen", kommt es von ihr nicht minder sauer zurück. Gegen Ende wird ihre Stimme aber sanft und ihre Augen wurden groß.


Augenverdrehend trete ich einen Schritt zur Seite zu meinem Platz. „Wenn du meinst. Vielleicht solltest du es ebenso mal in Erwägung ziehen! Nicht nur ich arbeite viel. Und womöglich kann der sogenannte Herr dir auch bei deinem Wunsch nach einer Familie helfen, vor dem du dich so drückst!" Beinahe gleichgültig lasse ich meinen Blick von ihr weg wandern. Es gibt Zeiten, in denen ich echt nicht mit meiner Familie kann. Ich fühle mich dann immer erdrückt, denke, mir würde alles vorgeschrieben werden. Und das will ich nicht. Ich will mir nichts mir vorschreiben lassen. Über diesen Teil in meinem Leben bin ich hinweg.


Ich war vielleicht zu Beginn nicht der zugänglichste Mensch, aber meine schlechten Erfahrungen mit angeblichen Freunden haben mir gereicht, um zu wissen, auf wen ich zählen und vertrauen kann. Und auch wenn ich Mary völlig vertraue, stoße ich sie bei solchen Themen von mir. Ich bin nicht gerade gut darin, Gefühle zu offenbaren, weil ich immer damit rechne, im nächsten Moment von Leuten weggestoßen und missverstanden zu werden.


„Ach Laurie sei doch nicht so! Du weißt doch, dass ich dir nur helfen möchte und-", weiter kommt sie nicht, da eine männlich Stimme sie unterbricht. „Na Ladies? Warum denn so angespannt?" Oh nein. Warum war er denn schon wieder hier?


Demonstrativ drehe ich mich in eine andere Richtung. Nicht gerade höflich, doch ich habe genug von diesem ganzen Psychologen-Mist. Die bringen – meiner Meinung nach- doch eh nichts. Reden etwas von Verstanden werden, können aber verschiedene Situationen selbst nicht verstehe. Doch innerlich seufze ich auf. Ich steigere mich schon wieder viel zu sehr darin rein.


Mary und der Typ schienen sich zu kennen, da sie gleich ein Gespräch anfangen. Jedoch ging ihnen wahrscheinlich der Gesprächsstoff aus, da Mary sich viel zu schnell wieder an mich wendet. „Laurie? Darf ich die Adrael vorstellen, er ist ein alter Studienkollege von mir und wird auf dieser Kreuzfahrt als Psychologe für die Passagiere zur Verfügung stehen, bevor er schließlich in die Praxis seines Vaters einsteigen wird." Na großartig. Wahrscheinlich war das wieder so eine Story mir ‚Aber mein Papi hat es von mir verlangt!'


Seufzend drehe ich mich doch um und blicke erneut in die dunklen Augen vor mir. „Freut mich ja außerordentlich, Sie kennen zu lernen, Adrael."


„Dito, Cavel. Ich freue mich schon auf unser erstes Gespräch, wann haben Sie denn Zeit? Ihre Schwester versicherte mir gerade, dass dem nichts im Wege stehen würde." Ich erstarre in meiner Bewegung. Nicht im Ernst! War nicht eigentlich die Rede von Erholung auf dieser Reise?!


„Ich weiß es nicht. Die nächsten Tage, nein sogar Wochen werde ich mit Ideen und Entwürfen beschäftigt sein. Es wird schwer, für Sie noch Platz in meinem Plan zu finden. Nein, es ist gar unwahrscheinlich." Kopfschüttelnd und mit trauriger Miene werde ich von meiner Schwester angeblickt. „Laurie-" „Nein Mary, du weißt, dass ich es nicht möchte. Und jetzt entschuldigt mich bitte."


Enttäuscht, dass mein Wunsch einfach ignoriert und ich zu dieser Reise mehr oder weniger genötigt wurde, wende ich mich ab, um auf die Außenterrasse zu laufen. Hoffentlich würden fünf Minuten hier draußen genügen, bevor ich wieder rein und neben Luke auf der Bühne stehen müsste.


Doch auch diese halfen mir nicht und gingen viel zu schnell vorbei. Ich weiß nicht, ob es zu meinem oder ihrem Glück war, doch weder Mary noch Adrael waren mir gefolgt. Und als ich schließlich neben Luke am Bühnenaufstieg stehe, sitzen beide an unserem Tisch und unterhalten sich angeregt miteinander.


„Hei, na du. Ich habe dich heute noch gar nicht gesehen!" Luke zieht mich schnell in die Arme und ich erwidere seine Begrüßung, bevor wir die Bühne betreten und der Abend eröffnet wird.


„...Und genau deswegen heiße ich Sie nochmals herzlich willkommen! Bei Fragen oder Wünschen jeglicher Art können Sie sich immer an die Crew oder mich wenden und wir werden versuchen, alles so gut es geht umzusetzen. Aber nun: Auf eine unvergessliche Kreuzfahrt mit der Marion!" Bei dem letzten Wort blickt Luke Mary an.


Na klar, das ganze Schiff war ja schon so etwas wie ein Geschenk an sie gewesen. Wie konnte ich das nur vergessen. Luke als Geschäftsmann hat mehr als genug Geld, um so etwas mal eben zu machen.


Meine Wangen tuen leicht von dem für mich übertrieben wirkenden Lächeln weh und bevor ich mich an den Tisch setzen will, muss ich einfach nochmal frische Luft schnappen. Sonst würde ich es dort keine fünf Minuten aushalten.


Gerade als ich durch die Tür nach draußen trete, erklingt jedoch wieder eine Stimme, die mich erschrocken zusammenfahren lässt.



_______


Hey und herzlich Willkommen zu dem 1. Kapitel❤


Kapitel
1. Chapter 1
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