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Steffis Rettung

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Zusammenfassung

Steffi Johnson ist eine Naturgewalt. Zumindest so lange, bis ihr Verstand den Kampf gegen ihr Herz und ihr Verlangen verliert – und sie sich in gewaltigen Schwierigkeiten wiederfindet.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
79
Rating
5.0 63 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

#1 Your daughter, who was conceived by said sausage

BLURB

Steffi Johnson ist eine Naturgewalt. Zumindest so lange, bis ihr Verstand den Kampf gegen ihr Herz und ihre Muschi verliert und sie in eine Menge Ärger gerät.

Steffi liebt Sex. Und Abenteuer. Und unverbindlichen Spaß. Sie ist immer davon ausgegangen, dass sie eines Tages jemanden trifft, bei dem sie nur noch eine Frau für einen einzigen Mann sein will. Oder eine Frau für eine einzige Frau. Oder einfach eine Frau für einen einzigen Menschen. Steffi ist schließlich pansexuell, also wen interessiert das Geschlecht? Wahrscheinlich trifft sie jemanden, wenn sie 30 oder so ist. Alt. Bereit, sich niederzulassen.

Mit 20 hätte Steffi nicht erwartet, jemanden zu treffen, der ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt – im besten wie im schlechtesten Sinne. Jemanden, der genau weiß, wie er ihren rasenden Verstand beruhigen, sie sich unterwerfen lassen und sie in trügerische Sicherheit wiegen kann. Nur ist er nicht der, der er vorgab zu sein. Nicht einmal ein bisschen. Nicht im Geringsten.

So kommt es, dass Steffi sich mit ihren Eltern streitet und von zu Hause auszieht. So landet sie bei einer ganzen Menge gefährlicher Leute. So verliert sie ihr Herz, ihren Verstand und vielleicht sogar noch weit mehr als das.

Gibt es noch eine Chance, Steffi vor dem Typen zu retten, der sie einfach nicht loslassen will? Gibt es eine Chance, sie vor sich selbst zu retten? Und falls ja… wer wird sie dann retten?

***

Triggerwarnung:

Dieses Buch enthält Inhalte, die für Menschen, die (sexuellen) Missbrauch erlebt haben, retraumatisierend wirken können. Auch für Menschen, die in missbräuchlichen, manipulativen oder toxischen Beziehungen waren. Und für Menschen, die Erfahrungen mit Vergewaltigung gemacht haben. Alle diese Themen sind Teil des Buches.

Ich verspreche euch natürlich ein Happy End, aber dieses Buch ist düsterer als die meisten meiner anderen Bücher. Die schlimmen Dinge passieren „in Echtzeit“ und nicht nur in der Vergangenheit der Charaktere, wie es in den meisten meiner Geschichten der Fall ist, wo der Missbrauch eine auslösende Erinnerung ist, nicht die Realität der Gegenwart.

Bitte seid achtsam bei Triggern in den Kommentaren. Seid nett zueinander. Ihr könnt gerne eure Gedanken kommentieren, haltet euch nicht zurück, aber bleibt freundlich und denkt daran, dass manche Menschen diese Dinge tatsächlich in ihrem eigenen Leben durchlebt haben.

Einige Kapitel haben oben spezielle Triggerwarnungen, damit ihr diese Szenen jederzeit überspringen könnt. Aber wenn diese Themen generell zu hart für euch sind, lest dieses Buch vielleicht lieber nicht. Wenn ihr gerade lest und das Gefühl habt, ein bestimmtes Kapitel benötigt eine Triggerwarnung, die ich nicht eingefügt habe, lasst es mich einfach in den Kommentaren oder per DM auf Insta wissen, und ich füge sie hinzu!

***

INFO [Kapitel 1 beginnt direkt nach der Info]

Die Sweet Caroline-Reihe besteht aus vielen Büchern. Alle Bücher können als eigenständige Geschichten gelesen werden, funktionieren aber am besten als Serie. Zu Beginn jedes Buches sage ich meinen Lesern immer, welches Buch man zuerst lesen sollte, um die Vorgeschichte der Charaktere zu verstehen.

Die Reihe lässt sich in zwei separate Serien unterteilen: die erste Generation & die nächste Generation. In der nächsten Generation geht es um Charaktere, die in den Büchern der ersten Generation noch Kinder waren.

ERSTE GENERATION: 1. Sweet Caroline // 2. Slutty Shaughna // 3. Eager Annabel // 4. Feisty Francesca // 5. Twisted Thomas // 6. Chef Quiroz // 7. Caring Christopher // 8. Officer Tyson // 9. Dreamy Dylan

NÄCHSTE GENERATION: 1. Blooming Rose // 2. Jealous Jagger // 3. Needy Nia // 4. Guarded Marcus // 5. Charming Creed // 6. Thompson Twins // 7. Playful Pierre // 8. Saving Steffi

Du kannst dies als eigenständige Geschichte lesen, aber wenn du auch meine anderen Geschichten lesen willst, solltest du vielleicht mit „Sweet Caroline“ anfangen.

Wir treffen Steffi zum ersten Mal in „Eager Annabel“, als sie gerade ein winziges Baby ist. Sie taucht weiterhin in den Romanen der ersten Generation als Tochter von Aston und Anna auf. Im Buch der nächsten Generation, „Thompson Twins“, sehen wir sie als Teenagerin, und in „Playful Pierre“ ist sie 20 Jahre alt. Einige Kapitel von „Playful Pierre“ geben einen kleinen Vorgeschmack auf „Saving Steffi“, daher überschneidet sich ein Teil der Zeitlinie dieses Buches mit dem Ende von Pierres Buch.

Ich würde empfehlen, zumindest „Playful Pierre“ vor „Saving Steffi“ zu lesen, aber das liegt bei dir! Ich schreibe alle meine Bücher als eigenständige Geschichten, aber manche Dinge könnten verwirrend sein, wenn du nichts über die anderen Bücher weißt, und natürlich verpasst du die kleinen Easter Eggs.

Genug Info! Viel Spaß bei Kapitel 1!

***

#1 Your daughter, who was conceived by said sausage

Das Motorrad vibriert unter mir, und die Vibrationen lassen meinen Puls in die Höhe schnellen und meinen ganzen Körper vor Zufriedenheit summen. Verdammt, es ist schnell. Viel schneller, als es eigentlich sein dürfte, was genau das war, was Bear, mein Chef, von mir verlangt hatte.

Legal? Natürlich nicht.

Verdammt cool? Aber hallo.

Das war einer der vielen Gründe, warum Bear mich eingestellt hat. Ich schraube schon an Bikes, seit ich ein kleines Mädchen bin, und meine Fähigkeiten gehen mittlerweile weit über das hinaus, was mein Dad mir beigebracht hat. Er wusste, wie man kleine Probleme behebt, aber das war es auch schon. Er hat mich immer zu Bears Werkstatt mitgenommen, selbst als ich noch ein kleines Mädchen mit Zöpfen war. Ich spielte zwischen den Autos und Bikes, während Bear das kaputte alte Motorrad meines Dads reparierte und sie über ihr Geschäft fachsimpelten.

Für meinen Vater bedeutete Geschäft das Maddox Gym. Er war Mitinhaber zusammen mit Zeke, der nicht nur einer seiner besten Freunde, sondern auch so etwas wie sein Schwager war. Ich habe eine große Familie, aber ich glaube, nur die Hälfte der Leute, die ich mein „Blut“ nenne, ist tatsächlich genetisch mit mir verwandt. So etwas passiert, wenn dein Dad einen Halbbruder hat, der einen Haufen anderer Halbgeschwister hat. Blut spielt in unserer Familie keine Rolle. Liebe und Loyalität schon. Ich nenne so viele Leute Cousins, Tanten und Onkel, dass ich manchmal den Überblick verliere, wer wirklich mit mir verwandt ist und wer nur ein enger Freund ist.

Für Bear bedeutet Geschäft seine Werkstatt. Bears Bikes and Cars. Einfacher Name, aber kein so einfacher Job. Ich bin mir eigentlich verdammt sicher, dass die meisten Dinge, die wir tun, nicht ganz legal sind. Ich darf zum Beispiel nicht an die Kasse. Wir geben allen Kunden handgeschriebene Zettel darüber, was wir für sie getan haben, und wir schreiben definitiv nicht darauf, dass ich normalerweise das verdammte Ding auseinandernehme, um einen Motor einzubauen, der viel zu stark für das Fahrzeug ist. Oder dass ich den Originalmotor manipuliere oder sogar ein Geheimfach einbaue, von dem ich ehrlich gesagt gar nicht wissen will, wofür der Besitzer es benutzt. Einkäufe können es ja wohl nicht sein, oder?

Ich habe schon vor langer Zeit gelernt, keine Fragen zu stellen. Bear ist gut zu mir, und mein armer alter Dad hat keine Ahnung, dass nicht alles, was ich für Bear mache, mit rechten Dingen zugeht. Wenn mein Dad reinkommt, benutzen wir die Kasse, genau wie bei einigen unserer anderen Kunden, die nicht so recht begreifen wollen, dass nicht alles, was wir verdienen, beim Finanzamt gemeldet wird. Mein Dad ist ein harter Hund, aber abgesehen davon, dass er ab und zu einen Joint raucht, macht er soweit ich weiß nichts Illegales. Der Typ ist Maler, abgesehen davon, dass ihm ein Fitnessstudio gehört, verdammt noch mal. Und wenn ich Maler sage, meine ich einen verfluchten Künstler. Er ist rau von außen, aber ein kleiner Weichling von innen.

Genau wie ich.

Obwohl ich vielleicht auch von innen ein bisschen rau bin.

Als ich die Probefahrt für das Bike beende, an dem ich den ganzen Tag gearbeitet habe, wünsche ich mir, ich könnte weiterfahren. Ich liebe die offenen Straßen, die Geschwindigkeit, das Gefühl von Freiheit. Seit ich das erste Mal hinten auf dem Motorrad meines Dads saß, habe ich mich verliebt. Nicht in meinen Dad natürlich, das wäre verdammt eklig, sondern in das Bike. Ich habe mein eigenes, und ich liebe das verdammte Ding, aber ich spare schon auf ein neues. Ich hätte gerne etwas Größeres, Stärkeres, etwas, das mehr reinhaut.

„Und?“, fragt Bear, als ich zurückkomme und mir die ölverschmierten Hände an einem Lappen abwische.

„Schnurrt wie ein Engel“, versichere ich ihm und parke das Bike in der hinteren Ecke der Garage. „Soll ich überhaupt versuchen, dich davon zu überzeugen, es mir als Geschenk für all meine harte Arbeit der letzten Jahre zu geben?“

Er grinst und zeigt seine schiefen Zähne. „Ich glaube nicht, Kleine. Ich habe deinem Gehalt diesen Monat einen kleinen Bonus hinzugefügt. Das sollte reichen, damit du aufhörst, mich nach so einem Mist zu fragen.“

„Nichts ist jemals genug für so etwas.“ Ich streiche über das Bike und hasse es, dass ich mich bald davon trennen muss. „Hast du schon einen Käufer an der Angel?“

„Ja, Zeus kommt es später diese Woche abholen. Wir kaufen ihm auch sein altes Bike ab. Dein nächstes kleines Nebenprojekt wird sein, es wieder flottzumachen, damit wir es mit Gewinn verkaufen können.“

Innerlich jauchze ich, aber nach außen hin bleibe ich cool und gelassen. „Super. Muss ich noch irgendwas erledigen?“

„Nein, du bist eh schon lange hier geblieben. Geh, mach, was auch immer du machst, wenn du nicht hier bist.“

Ich werfe Bear einen neckenden Blick zu. „Ich glaube wirklich nicht, dass du das wissen willst.“

„Ich will es wissen“, sagt eine tiefe Stimme hinter mir.

Ich drehe mich um und sehe Dice, wie er hinter einem großen Truck hervorkommt. Sein Overall ist dreckig wie die Hölle und seine langen dunklen Haare sind zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Er ist nur drei Jahre älter als ich, aber er tut immer so, als wäre er so viel klüger, größer und besser. Ja, okay, er ist größer – sie nennen mich ja nicht ohne Grund „Kleine“ – aber er ist definitiv nicht klüger oder besser. Ich habe den Fehler gemacht, ihn einmal in einer Gasse einen zu blasen, als ich besoffen wie ein Loch und geil wie Nachbars Lumpi war. Seitdem denkt er, er sei der Größte. Das Arschloch konnte mich nicht einmal zum Kommen bringen, als er mich unbeholfen unter meinem Rock befingerte, also weiß ich nicht, warum er so stolz auf diese Nacht ist. Ich bin es verdammt noch mal nicht. Es ist auch nicht so, dass mir das peinlich wäre – solche Dinge passieren, wenn man zu viele Tequila-Shots runterkippt.

„Na ja, ich habe ein heißes Date mit einem Mädel, das ich letzte Nacht im Club kennengelernt habe“, sage ich zu Dice und weiß, dass er sich nun ausmalen wird, was wir die ganze verdammte Nacht treiben werden. Wahrscheinlich wird er sich einen runterholen, wenn er alleine ist. Der Motherfucker kriegt schließlich kaum Action. Manchmal frage ich mich, ob der Grund, warum er nach nur drei Stößen mit meinem Kopf gekommen ist, der war, dass er ewig nicht angefasst wurde. Das macht mich irgendwie traurig für ihn. Wenn ich länger als eine Woche keinen Sex kriege, werde ich richtig zickig.

„Heißes Date?“, wiederholt Dice und brummt.

„Okay, vielleicht kein Date.“ Ich lächle süß. „Eher, dass ich zu ihr rübergehe.“

„Wofür?“, fragt er und streicht sich mit der Hand über seinen kurzen schwarzen Bart.

„Ich glaube, du weißt wofür.“ Ich liebe es, ihn zu necken. „Ich wette, sie weiß, wie sie mich zum Kommen bringt.“

Dice erstarrt bei der Erinnerung daran, dass er es in jener Nacht nicht geschafft hat, und er wirft Bear einen Blick zu. Wir dürfen auf der Arbeit keine Romanzen haben. Bear will nicht, dass so ein Mist die Arbeit beeinträchtigt, also weiß er nicht, dass wir vor etwa sechs Monaten miteinander geschlafen haben. Deshalb macht es so viel Spaß, sich über Dice lustig zu machen. Er kann vor Bear nichts sagen, nicht einmal, wenn ich solchen Mist erzähle.

„Ich will von dem ganzen Mist nichts wissen, Kleine“, brummt Bear, als Dice schweigt. „Geh einfach.“

Ich gehe rüber, um meinen Chef zum Abschied zu umarmen. Er mag ein 2,05 Meter großer harter Hund mit einem Haufen Tattoos sein, aber sein Spitzname „Bear“ kommt nicht von ungefähr. Ein wahrer Kuschelbär, wirklich. Er wuschelt mir liebevoll durch die Haare und schickt mich dann los.

Bevor ich zu meinem Date fahre, düse ich erst mal nach Hause und fahre dabei ein bisschen zu schnell, wie ich es immer tue. Ich liebe einfach die Freiheit, auf meinem Bike zu sitzen. Mein eigenes armes Ding kann zwar nicht mit der Schönheit mithalten, an der ich heute gearbeitet habe, aber sie gehört mir. Ich gebe Stiletto – ja, ich habe mein Bike so genannt, natürlich habe ich das – einen kleinen Klaps, nachdem ich sie in der Garage bei meinen Eltern geparkt habe.

Ich wohne immer noch zu Hause, weil es einfach verdammt bequem ist. Ich verstehe mich prächtig mit meinen Eltern, besonders mit meinem Dad. Hier zu wohnen ist wie in einem Hotel. Meine Wäsche wird gemacht, und ich muss nie im Haushalt helfen, da sie eine Putzhilfe haben, die zweimal die Woche kommt, und meine Eltern den Rest erledigen. Ich bin mein ganzes verdammtes Leben lang nach Strich und Faden verwöhnt worden. Ich bin kein kleines Prinzesschen oder so, aber besonders Dad konnte mir noch nie etwas abschlagen. Warum sollte ich ausziehen, wenn ich es hier so gemütlich habe und auf diese Weise Geld sparen kann?

„Hey Schatz“, sagt meine Mutter, als ich reinkomme. Sie trägt noch ihre Arbeitskleidung, und die könnte nicht unterschiedlicher von meiner sein. Wenn ich in Dads Fitnessstudio arbeite, trage ich die Uniform, die er und Zeke für alle Angestellten haben: schwarze Sportkleidung mit dem Logo des Studios darauf. Und wenn ich bei Bear’s arbeite, trage ich bequeme Kleidung und Latzhosen. Mom hingegen geht in Pumps, Bleistiftrock, einer schicken Bluse und einem Make-up zur Arbeit, das irgendwie gleichzeitig feminin und professionell aussieht. Sie besitzt ihre eigene Anwaltskanzlei und ist eine knallharte Anwältin. Manchmal verblüfft es mich, dass sie und Dad überhaupt zusammengekommen sind. In ihrer Anwaltskleidung sieht sie so elegant und hochwertig aus. Dad ist das komplette Gegenteil.

Als wollte er meine Theorie beweisen, torkelt mein Vater durch die Hintertür in die Küche. Er trägt nichts als Jogginghosen und hat ein paar Farbflecken auf seiner breiten Brust. Er muss in seinem Kunstatelier gewesen sein. Mom hat ihn noch nicht bemerkt, also zwinkert er mir zu, schleicht sich von hinten an sie heran und grapscht ihr mit beiden Händen an den Arsch.

„Aston!“, kreischt sie und wirbelt herum, um ihm in die Augen zu sehen.

„Ja Baby, schrei meinen Namen“, neckt er sie und gibt ihr einen hungrigen Kuss. „Was gibt es zu essen?“

„Ich dachte, du kochst heute.“ Sie seufzt, als ihr klar wird, dass er wahrscheinlich nicht einmal einkaufen war. „Aston, wir hatten eine Abmachung. Montags und donnerstags bist du für das Abendessen zuständig.“

„Ich hab da eine Wurst, die du essen könntest“, brummt er.

„Oh Gott, hallo, ich stehe immer noch hier!“, ich wedle mit den Armen über meinem Kopf. „Deine Tochter, die von besagter Wurst gezeugt wurde, aber verdammt noch mal nichts davon hören will.“

Mom sieht entsetzt aus und schlägt Dad auf den Arm, als er versucht, sie an sich zu ziehen. Dad ist das jedoch scheißegal. War es ihm schon immer. Wie gesagt, es ist ein Rätsel, wie die beiden sich jemals verliebt haben. Sie funktionieren auf eine Art zusammen, die eigentlich keinen Sinn ergeben sollte, aber irgendwie tut sie es doch.

Die Geschichten von Mom und Dad darüber, wie sie sich kennengelernt und zusammengefunden haben, unterscheiden sich sehr. Laut Mom haben sie sich über einen gemeinsamen Freund kennengelernt, er hat zugestimmt, ihre Begleitung für ein Firmenevent zu sein, und dann haben sie angefangen, sich zu treffen. Nach einer Weile wurde es ernst, sie wurde schwanger und er hat ihr einen Antrag gemacht.

Wenn man meinen Dad fragt, sagt er, sie hätte im Grunde jemanden erpresst, ihr ein Date zu verschaffen. Sie haben sich auf Anhieb gut verstanden, im Taxi zur Party schon aneinander rumgefummelt, lange Zeit unverbindlichen Sex gehabt, bevor einer von beiden gestanden hat, dass er mehr will, und dann hat er sie versehentlich mit mir geschwängert.

Welche Geschichte glaube ich? Dads Version, offensichtlich. Ich habe genug Gerüchte über den Anfang ihrer Beziehung gehört, um zu vermuten, dass da einiges an Drama im Spiel war. Dass Mom den unverbindlichen Spaß mit dem Aufreißer genossen hat, der mein Dad damals anscheinend war, und sich dann Hals über Kopf in ihn verliebt hat, ergibt viel mehr Sinn, als dass die beiden sich auf eine normale Weise gedatet hätten. Die beiden sind nicht normal. Nichts an ihnen ist normal.

Während sie sich darüber streiten, wer das Abendessen machen soll, gehe ich nach oben, um zu duschen und mich für mein Date fertig zu machen. Ich werde erst noch eine Kleinigkeit mit meinen Eltern essen, aber danach bin ich für die Nacht weg. Ich glaube nicht, dass ich vor morgen früh zu Hause bin. Ich habe es definitiv nicht geplant.

Als ich wieder nach unten komme, hat keiner von beiden gekocht. An Moms Bluse fehlt allerdings ein Knopf, und mein Dad hat einen total verklärten Ausdruck im Gesicht. Ih, ich will wirklich nicht wissen, was die beiden getrieben haben, während ich unter der Dusche stand.

„Wir haben Pizza bestellt“, sagt Mom zu mir, während sie mit ihrem Laptop am Esstisch sitzt. „Ich muss noch ein paar E-Mails beantworten, bevor das Essen kommt.“

Mein Dad beäugt mein Outfit und sieht nicht gerade begeistert aus. „Wo willst du denn hin, wenn du Unterwäsche trägst, als wäre es ein komplettes Outfit?“

Ich verdrehe die Augen. „Es ist ein Korsett-Top, Dad, keine Unterwäsche. Und seit wann ist ein Rock Unterwäsche?“

„Ist es, wenn er so kurz ist, dass ich deine verdammte Unterwäsche sehen kann.“

„Du übertreibst.“ Das tut er wirklich. Mein Rock reicht bis zur Mitte meiner Oberschenkel, und mein Korsett-Top pusht meine Brüste und lässt einen Teil meines Bauches frei, sodass man mein Bauchnabelpiercing sieht, aber ich gehe doch nicht in einem BH raus oder so. Alles ist bedeckt.

Mom schaut von ihrem Laptop auf und runzelt ebenfalls die Stirn. „Du ziehst noch einen Pulli darüber, oder?“

„Ja, natürlich“, lüge ich, weil es einfacher ist.

Dad kauft mir das keine Sekunde ab. „Mit wem hängst du heute Abend ab?“

„Die kennst du nicht.“

Er entspannt sich ein wenig, als ich die sage. Meine Eltern sind sehr entspannt damit, dass ich pansexuell bin – ich glaube, Dad ist das sogar lieber, als wenn ich heterosexuell wäre. Ich scheine Frauen Männern vorzuziehen, und ich glaube, das lässt ihn weniger Sorgen um meine Sicherheit haben. Er traut Männern nicht, was mich fragen lässt, wie er wohl war, als er in meinem Alter war. Ich habe natürlich Geschichten gehört, aber es ist schwer, ihn sich mit jemand anderem als meiner Mutter vorzustellen. Er flirtet manchmal mit anderen Frauen, was meine Mutter seltsamerweise nicht zu stören scheint, aber sie ist die Einzige, die er ansieht, als wäre sie ein vom Himmel gesandter Engel. Ich frage mich, ob der Grund, warum er Männern in meiner Nähe nicht traut, der ist, dass er selbst ein Mann ist und weiß, wie sein Gehirn funktionierte, als er jünger war?

„Werden wir sie bald kennenlernen?“, fragt Mom, während ihre Finger über die Tastatur fliegen.

„Es ist nichts Ernstes, also nein, wahrscheinlich nicht.“

„Pass auf dich auf“, warnt mich Dad.

Ich bin mir nicht sicher, ob er meint, dass ich nicht entführt werden soll, oder dass ich mich vor Geschlechtskrankheiten schützen soll. Wenn ich ihn kenne, wahrscheinlich beides. Um ihn zu beruhigen, nehme ich mein Handy und schreibe ihm die Adresse meines Dates. Er nickt dankbar.

Das machen wir schon so, seit ich 16 bin und einmal eine ganze Nacht nicht nach Hause gekommen bin, ohne mein Handy anzurufen, weil der Akku leer war. Er wusste schon damals, dass er mich nicht kontrollieren konnte, und er hat es auch nie versucht. Aber er wollte sichergehen, dass ich sicher bin. Also haben wir beschlossen, dass ich ihn immer wissen lasse, wo ich bin und ob ich nach Hause komme oder nicht. Wenn ich nicht auftauchte oder mein Handy nicht abnahm, wenn ich gesagt hatte, dass ich zurück bin, würde er an die Adresse kommen, die ich ihm gegeben hatte. Das musste er bisher nur ein einziges Mal tun, als ich mit 18 Mist gebaut hatte, mein Handy wieder leer war und ich meine Autoschlüssel nirgendwo finden konnte.

Er war stinksauer gewesen und bereit, jeden umzubringen, bei dem ich damals war. Aber als ich ihm erzählte, was passiert war, und er merkte, dass ich nach einer wilden Party einfach auf der Couch eingepennt war, hatte er sich beruhigt, mir geholfen, meine Schlüssel zu finden, und mich nach Hause begleitet. Er war sauer auf mich gewesen, weil ich mein Handy hatte ausgehen lassen und nicht wusste, wo meine Schlüssel waren, aber das war es auch schon. Er hat mir deshalb keine großen Vorwürfe gemacht. Mom war in Tränen aufgelöst, als ich endlich nach Hause kam, und wir hatten einen riesigen Streit. Wäre mein Dad nicht gewesen, würde sie wahrscheinlich jetzt, zwei Jahre später, immer noch weinen und schreien.

Ich habe noch nie jemanden getroffen, der so eine Bindung zu seinem Vater hat wie ich. Wirklich niemand, den ich kenne, würde seinem Dad die Adresse von der Person schreiben, mit der er gerade unverbindlichen Sex hat. Ich vertraue ihm aber. Ich weiß, er würde nie auftauchen, wenn er nicht Angst hätte, dass ich in irgendeiner Gefahr bin. Es ist seltsamerweise schön zu wissen, dass jemand so hinter einem steht.

Nachdem ich mit meinen Eltern Pizza gegessen habe, mache ich mich endlich auf den Weg zu Cassandras Wohnung, bereit für etwas Action. Es ist schon ein paar Tage her, seit ich das letzte Mal zum Zug gekommen bin. Na ja, okay, ich habe sie gestern Abend im Club geküsst, aber das war alles ganz harmlos. Über der Kleidung. Ich brauche dringend einen Orgasmus, für den ich nicht selbst sorgen muss.

Cassandra öffnet die Tür zu ihrem Wohnheimzimmer mit einem schüchternen Lächeln, ihre Augen wandern erwartungsvoll über mich. Sie ist die perfekte Mischung aus nervös und geil, genau so, wie ich es mag. Ich habe ein Faible für Mädchen, die noch nicht so viel Erfahrung haben. Ihnen genau beizubringen, was sie tun müssen, um mich zu befriedigen, und ihnen zu zeigen, wie gut sie sich selbst fühlen können, ist einfach mein Ding.

„Du siehst wirklich gut aus“, sagt sie und beißt sich auf die Lippe.

Ich nehme ihre blauen Skinny-Jeans und die durchsichtige grüne Bluse wahr, die den schwarzen Spitzen-BH darunter zeigt. Mein Mund läuft mir jetzt schon zusammen. „Du auch.“

Wie sich herausstellt, teilt sich Cassandra ein kleines Wohnzimmer und eine Küche mit drei Mitbewohnerinnen, aber sie hat ihr eigenes kleines Kämmerchen als Schlafzimmer. Sie stellt mich ihren Mitbewohnerinnen nervös vor und ringt dabei die Hände. Sie hat mir gestern Abend erzählt, dass sie sich erst vor ein paar Wochen geoutet hat, und ihre Mitbewohnerinnen scheinen schrecklich an mir interessiert zu sein. Ich nehme an, sie hatte noch keine anderen Mädchen zu Besuch. Ich lege meinen Arm um Cassandra, während ich mich ganz locker mit den dreien unterhalte. Ich stehe hier ja nicht vor Gericht. Ich bin nicht hier für ein Vorstellungsgespräch, um ihre erste Freundin zu werden. Ich bin nur für heißen Sex hier, und ihre Mitbewohnerinnen müssen mich nicht mögen, damit ich heute Abend zum Schuss komme.

„Sollen wir in dein Zimmer gehen?“, frage ich Cassandra und greife ihr an den Arsch und drücke zu.

Sie quietscht, ihre Wangen werden heiß. „O…okay.“

Ich mache die Tür hinter uns fest zu und schließe ab. Sie schluckt und sieht etwas unsicher aus.

„Du hast das doch schon mal gemacht, oder?“, frage ich nach. Sie ist schließlich 21, und gestern Abend schien sie nicht so nervös gewesen zu sein. Sie mag sich zwar erst vor Kurzem geoutet haben, aber ich vermute, sie war schon mit Mädchen zusammen.

„Ich nicht… eigentlich nicht“, gibt sie zu. „Ich meine, ich habe schon Mädchen geküsst, ein bisschen angefasst, aber ich habe noch nie…“

Oh Mann, ich habe schon wieder eine Jungfrau erwischt. Das macht mich nur noch mehr an. Ich habe wirklich nichts gegen den Mangel an Erfahrung, auch wenn es manchmal schön ist, mit jemandem zusammen zu sein, der genau weiß, wie er mich wahnsinnig machen kann, anstatt dass ich die Führung übernehmen muss. Im Allgemeinen fühle ich mich irgendwie immer zu unschuldigen, unberührten Mädchen hingezogen.

„Das ist schon okay“, versichere ich ihr und rücke näher, um ihr eine blonde Strähne hinter das Ohr zu klemmen. Meine Finger verweilen auf ihrer geröteten Haut. „Du weißt, warum ich hergekommen bin, oder? Es ist okay, wenn du es dir anders überlegt hast. Ich kann total gerne wieder gehen oder wir machen nur was über der Kleidung wie gestern Abend, aber ich möchte das einfach klarstellen. Ich bin heute Abend hierhergekommen, in der Hoffnung auf heißen Sex.“

Sie ist mittlerweile rot wie eine Tomate, aber sie hält meinem Blick stand. „Ich habe es mir nicht anders überlegt, und du warst ziemlich deutlich, was deine Absichten angeht, als wir Pläne gemacht haben, uns wiederzusehen.“

„Gut. Warum küssen wir uns dann noch nicht?“

Ich warte darauf, dass sie den ersten Schritt macht, und will sie nicht drängen. Nach einem kurzen Moment nimmt sie mein Gesicht in ihre Hände und presst ihre Lippen auf meine. Genau wie gestern Abend sprühen die Funken zwischen uns, und ich bin mir ziemlich sicher, dass nicht nur ich schon feucht werde, während wir unsere Körper aneinanderdrücken.

Oh ja, diese Nacht wird definitiv so enden, wie ich es gehofft hatte.

***

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Kapitel
1. #1 Your daughter, who was conceived by said sausage
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Gutes Schreiben

4

Gutes Schreiben

Überzeugende Handlung

3

Überzeugende Handlung

Toller Charakter

4

Toller Charakter

Starker Dialog

3

Starker Dialog

10 vorherige Kommentare anzeigen…
author

I like how you use different writing styles for different characters, it’s clearly seen that Steffi is a badass by her inner monologue 😎

3 Jahre
1
author

Annabel... 🤦🏾 Trust Aston, Shorty. He never lies.

2 Jahre
1
author

Might also be because his sister Aliyah and many of his friends were abused AT some point or/and in an abusive relationship with men.

2 Jahre
1

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