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Summary

Johanna ist auf dem Weg von Texas nach Virginia in ein neues Leben. Sie hat die Hölle durchlebt in ihrer Ehe mit einem Mann, der sie brutal geschlagen hat. Irgendwann ist das Maß voll und Johanna schafft es, gegen ihren Peiniger auszusagen und ihn hinter Gitter zu bringen! In South Hill beginnt Johanna ihren neuen Job als Babysitterin bei den Carpenters. Matthew, der junge CEO von Carpenter Enterprise, braucht jemanden, der sich um seine kleine Tochter kümmert, nachdem er seine Frau bei einem tragischen Autounfall verloren hat. Johanna erobert nicht nur das Herz der kleinen Emily, was auf Gegenseitigkeit beruht, sondern auch das ihres Vaters. Jo und Matt fühlen sich unwiderstehlich zueinander hingezogen und beginnen irgendwann eine leidenschaftliche Lovestory! Es scheint endlich ein neues Glück für die Beiden zu geben, wären da nicht die Schatten der Vergangenheit... Ist die Liebe zwischen Jo und Matt stark genug, um die Schatten der Vergangenheit zu bekämpfen?

Status
Complete
Chapters
31
Rating
4.8 25 reviews
Age Rating
18+

Kapitel 1: Auf in ein neues Leben

Es ist jetzt ein Jahr her, ein Jahr seit dem schrecklichsten Tag in meinem Leben. Jedes Mal, wenn ich daran zurückdenke, durchlebe ich wieder jede Sekunde, denn ich fühle die körperlichen und seelischen Schmerzen, die Chase mir durch seine brutalen Schläge zugefügt hat. Und ich fühle die Hilflosigkeit und die Angst, mein ungeborenes Kind zu verlieren! Ich habe ihn angefleht, er soll an unser Baby denken und endlich aufhören, doch meine Worte haben ihn nur noch wütender gemacht. Er hatte sich in die irrsinnige Idee verrannt, das Kind sei nicht von ihm, aber von meinem Arbeitskollegen Dylan, der ebenfalls in dem Kinder- und Jugendzentrum in San Antonio arbeitet.

Ich habe nach der Heirat mit Chase weiter das College besucht und nach drei Jahren meinen Abschluss als Sozialpädagogin gemacht. Ich liebe meinen Beruf, liebe den Umgang mit Kindern und die Herausforderung, gerade den “schwierigen” Jungen und Mädchen zu helfen. Leider hatte Chase mich schon öfter geschlagen, denn er war grundlos eifersüchtig auf irgendwelche Männer, mit denen ich Kontakt hatte. Ich war blind vor Liebe und gab nach, wenn er mich um Verzeihung anflehte, jedes verdammte Mal! Als ich dann schwanger wurde, glaubte ich tatsächlich, dass er sich genauso sehr über das Kind freute wie ich und sich ändern würde.

Mein Mann hatte sich in die irrsinnige Idee verrannt, das Kind sei nicht von ihm, er hat die Schwangerschaft von Anfang an als eine Bedrohung für unsere Ehe gesehen! Eines Tages prügelte er so lange auf mich ein, bis ich das Bewusstsein verlor. Erst, als ich reglos und blutüberströmt auf dem Boden lag, wurde ihm bewusst, was er getan hatte, doch da war es schon zu spät... Er rief den Rettungsdienst und ich kam ins Krankenhaus. Den Ärzten, die mich behandelten, erzählte er tatsächlich, ich sei die Treppe heruntergefallen, aber angesichts meiner schweren Verletzungen glaubten sie ihm nicht! Die Cops wurden eingeschaltet und nahmen die Ermittlungen auf.

Als ich zwei Tage später aus dem Koma erwachte, waren meine Eltern bei mir. Mama und Papa hatten abwechselnd an meinem Bett gesessen und darauf gewartet, dass ich endlich aufwachte! Sie brachten mir so schonend wie möglich bei, dass ich das Baby verloren hatte, dann weinten wir gemeinsam und trösteten uns gegenseitig. Es hat so gut getan, ihre Liebe und Fürsorge zu spüren und meinen heftigen Schmerz ein wenig gelindert. Aber außer dem Schmerz fühlte ich noch etwas; unendliche Wut und riesigen Hass auf den Mann, der mir das angetan hatte!

Ich wollte mich an ihm rächen, für die körperlichen und seelischen Misshandlungen, die ich in den drei Jahren unserer Ehe erlitten hatte. Meine Eltern haben meinen Mann nie besonders gemocht und sie haben mich unterstützt, als ich mich endlich dazu entschlossen habe, gegen ihn auszusagen. Ich habe den ermittelnden Beamten alles erzählt, was Chase mir in den vergangenen Jahren angetan hat, ich habe nicht das kleinste Detail ausgelassen. Es fühlte sich wie eine Befreiung an, mir endlich alles von der Seele zu reden! Auch wenn ich zu Anfang befürchtet habe, dass die Cops mir nicht glauben würden.

Chase McKenzie kommt aus einer kinderreichen Arbeiterfamilie und hat es durch großen Fleiß und Ehrgeiz geschafft, seinen College-Abschluss in Architektur zu machen. Er hat bereits kurz nach dem Abschluss einen gutbezahlten Job als Innenarchitekt in einer bekannten Baufirma bekommen. Durch seine nette und charmante Art hat er sich nicht nur bei seinen Freunden und Kollegen, sondern auch bei anderen Mitmenschen großer Beliebtheit erfreut. Niemand hätte hinter seinem freundlichen Lächeln einen Psychopathen vermutet, der seine Frau verprügelt. Meine Zweifel waren jedoch unbegründet, denn die Ermittler haben mir jedes Wort geglaubt!

Es war offensichtlich, dass ich die zahlreichen Verletzungen nicht durch einen Sturz erlitten hatte. Es wurden sogar Spuren von älteren Verletzungen an meinem Körper festgestellt! Und das psychologische Gutachten meines Ex-Mannes hat eine schwere Persönlichkeitsstörung mit Tendenz zur Gewalt ergeben. Chase hat zu keinem Zeitpunkt seine Schuld zugegeben und immer behauptet, dass ich alles erfunden habe, um ihn loszuwerden. Er war fest davon überzeugt, dass ich mit Dylan zusammen sein wollte... Ich habe noch einmal die Hölle durchlebt, als ich im Prozess gegen Chase aussagen musste. Er hat dort auf der Anklagebank gesessen und mich keine Sekunde aus den Augen gelassen.

Manchmal kam es mir vor, als würde er durch mich hindurchsehen. Trotz allem, was er mir angetan hat, hat es mein Herz berührt, ihn so zu sehen; blass, abgemagert, erschöpft, fast apathisch. Als ich ihn vor vier Jahren heiratete, war ich unsterblich in ihn verliebt. Trotzdem habe ich es geschafft, im Gerichtssaal alles zu wiederholen, was ich den Ermittlern bereits erzählt hatte, und habe meinen Mann mit meiner Aussage schwer belastet. Das Urteil fiel härter aus, als ich erwartet hatte, denn Chase wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt!

Er hat die Urteilsverkündung schweigend hingenommen, ohne irgendeine Gefühlsregung zu zeigen. Er hat mich angesehen und seinen Blick werde ich niemals vergessen, denn er war so voller Wut, Enttäuschung und Hass! Ich bekomme jedes Mal eine Gänsehaut, wenn ich daran denke... Doch Chase kann mir nichts mehr tun, jedenfalls in den nächsten fünf Jahren nicht. Wenn er irgendwann rauskommt, werde ich mir längst ein neues Leben aufgebaut haben, ganz weit weg von Texas.

Ich habe im letzten Jahr wieder bei meinen Eltern in Victoria gewohnt, denn mein Elternhaus ist wohl der beste Ort, um mich von meinen körperlichen und vor allem von meinen seelischen Verletzungen zu erholen. Meinen Job als Betreuerin im Kinder- und Jugendzentrum in San Antonio habe ich schweren Herzens gekündigt, denn ich möchte nie wieder zurück in diese Stadt. Die Zeit mit meiner Familie hat mir wirklich gutgetan, Mama und Papa haben mich verwöhnt und mir jeden Wunsch von den Augen abgelesen. Meine jüngere Schwester Linda, die mit ihrer Freundin zusammenlebt, ist oft zu Besuch gekommen und wir haben stundenlang gequatscht und in Erinnerungen geschwelgt. Wir haben an die unbeschwerte Zeit zurück gedacht, als wir Kinder waren und unsere kleine Welt noch in Ordnung war.

Es war auch meine Schwester, die mich auf die Anzeige im Internet aufmerksam gemacht hat: “alleinerziehender Jungunternehmer sucht Babysitterin für seine fünfjährige Tochter, mit Kost und Logis, in South Hill, Virginia.”

Das hört sich doch mal richtig gut an, ein Fulltime-Job als Babysitterin und dann auch noch in Virginia. Dort werde ich ca. 1.300 Meilen von San Antonio entfernt sein. Ich habe mich sofort beworben und den Job bekommen. Das ist zu schön, um wahr zu sein! Meine Eltern sind zwar ein bisschen traurig, dass ich so weit wegziehe, aber sie können gut verstehen, dass ich endgültig mit der Vergangenheit abschließen will.

Morgen ist es soweit, es geht auf in ein neues Leben! Ich nehme den Flieger nach Richmond in Virginia und fahre von dort aus mit dem Bus nach South Hill. Ich bin so schrecklich aufgeregt, denn ich kann es kaum erwarten, meinen neuen Boss Matthew Carpenter und vor allem meinen kleinen Schützling Emily kennenzulernen. Noch ahne ich nicht, dass die Begegnung mit Vater und Tochter mein Leben für immer verändern wird!