Kapitel 1

Einfach stehen gelassen zu werden tut weh.
Warum hat er mir das angetan?
Es wäre doch nur fair gewesen im Voraus mit mir zu sprechen, oder nicht? Warum hat er mir nicht einfach gesagt, dass er nicht bereit ist, oder es sich anders überlegt hat?! Die letzten Jahre sollen also wirklich umsonst gewesen sein? Die vielen gemeinsam verbrachten Jahre, Stunden, Minuten und Sekunden?
Ja genau das habe ich lange gedacht. Doch nun sehe ich es anders. Nun sehe ich in die Zukunft.
Denn das alles war nicht umsonst, sondern einfach Schicksal. Es ist eine Erfahrung, die mein Leben bereichern wird und die mich darauf vorbereitet, in Zukunft mit so etwas rechnen zu müssen!
Aber ab heute…, ab heute wird es anders, all das werde ich nun hinter mir lassen und mich voll und ganz auf mich und meine Karriere konzentrieren.
Und das vermutlich für eine lange, lange Zeit!
Eigentlich ist es ein ganz normaler Morgen. Ein Morgen, wie jeder andere auch. Dennoch fühlt sich irgendetwas anders an, aber ich weiß nicht was es ist.
Ich bin gerade aufgestanden und mache mich für die Arbeit fertig.
Wie so oft sitze ich in meiner Wohnung vor dem Spiegel und versuche dieses Knäul aus Haaren, das sich über Nacht gebildet hat, zu bändigen.
Also mal ernsthaft, kann man noch schlimmer am Morgen aussehen?
Ich habe das Gefühl die Nacht mit einem Frosch geknutscht zu haben und das Schlimmste ist, ich habe es nicht einmal bemerkt!
Nach einer Weile beschließe ich, dass meine Frisur nicht viel besser wird, egal wieviel Zeit und Mühe ich dem Ganzen widme. Also gebe ich den Kampf kopfschüttelnd auf, binde meine Haare am Hinterkopf zu einem schlichten Zopf und gehe in die Küche, um mir einen Kaffee zu machen, bevor ich mich dann auf den Weg zur Arbeit mache.
Im Büro angekommen sehe und höre ich Sandra bereits von Weitem mit wedelnden Armen auf mich zu stürmen.
„Na endlich, wo warst Du nur so lange?“ fragt sie.
Wahrheitsgemäß antworte ich: „Ich habe, wie jeden Morgen, mit meinen Haaren gekämpft!“ Sie tippelt ungeduldig von einem Fuß auf den Anderen: „Ja, ja schon gut. Du kannst Dir nicht vorstellen, was gestern passiert ist…“
Und schon geht es los, die endlos langen Geschichten von Sandra über eine ihrer nächtlichen Eroberungen, die sie am nächsten Morgen bereut.
„… es war der absolute Wahnsinn, dieser Typ ist ein Gott von einem Mann. Und ein Standvermögen hat der kann ich Dir sagen!“
Ich mag Sandra, ich kenne sie schon seit etlichen Jahren und sie ist meine einzige Freundin. Ich würde ihr mein Leben anvertrauen, wenn es nötig wäre.
Aber ihre kurzen, nächtlichen Storys mit wildfremden Typen gehen mir allmählich auf die Nerven!
„Heute Abend treffe ich ihn wieder im Madow und ich will, dass Du mitkommst!“ Sie reißt mich aus meinen Gedanken: „Was?“
Genervt verdreht sie die Augen: „Erde an Frau Träumerin, ich habe gesagt, ich will, dass Du heute Abend mit ins Madow kommst.“
Ich rümpfe die Nase: „Ich glaube das ist nicht so eine gute Idee.“
Sie verschränkt die Arme vor der Brust und tippt mit dem linken Fuß einen genervten Rhythmus:
„Und warum nicht, wenn ich fragen darf?“ Jetzt muss ich mir eine gute Ausrede einfallen lassen: „Wie Du weißt, habe ich zwei linke Füße und bin nicht so für die Disco. Ich komme mir da immer Fehl am Platz vor.“
Wie ich es von ihr erwarte, verdreht sie erneut genervt die Augen, hakt sich bei mir ein und zieht mich in Richtung Teeküche.
Die Teeküche unserer Büroetage ist ziemlich klein und nicht sehr modern eingerichtet.
Es gibt eine Küchenzeile mit zwei Kochplatten, ein Spülbecken, eine Kaffeemaschine mit zwei Thermoskannen und einen Wasserkocher für die Teebegeisterten.
Der hohe Kühlschrank, direkt am Ende der Küchenzeile ist eigentlich nicht benutzbar, sondern eher ein Gewächshaus für Pilzkulturen. Etliche Versuche den Kollegen und Kolleginnen zu erklären, dass sie ihre Lebensmittel doch bitte bei Nichtverzehr entsorgen sollen, sind fehlgeschlagen.
In der Ecke befindet sich ein kleiner runder Tisch, an dem zwei Personen Platz nehmen können.
„Jetzt hör mir mal gut zu! Es ist Zeit mal wieder raus zu gehen, neue Leute kennenzulernen und mal etwas Abwechslung vom Alltag zu bekommen.“ sagt sie in einem Befehlston, der keinen Widerspruch duldet, als wir uns auf die beiden Stühle setzen.
„Ach Sandra, ich habe wirklich keine Lust auf irgendwelche billigen Anmach-Sprüche von Typen, die nur das Eine wollen und mit dem Schwanz denken. Diese Erfahrung muss ich echt nicht mitnehmen und außerdem…“
Noch bevor ich weitersprechen kann, fällt sie mir ins Wort: „ Stopp!!! Ich will nichts mehr über Cameron hören! Es ist vier Jahre her, und ja er hat Dich zutiefst verletzt, aber es ist wirklich an der Zeit, dass Du nach vorne schaust.“
Mist, sie kennt mich einfach zu gut.
Wir beide wissen genau, wie sehr mich das auch heute noch mitnimmt, was damals passiert ist. Allein daran zu denken schmerzt und ich spüre, wie sich die Tränen einen Weg an die Oberfläche bahnen.
Ich konzentriere mich wieder auf Sandra, in der Hoffnung den Tränen Einhalt gebieten zu können.
„Du bist noch jung Aurora und ich bin sicher, dass das Leben noch ganz viel für Dich bereit hält. Na komm schon, gib Dir einen Ruck!“
Sie gibt mir einen Puffer mit der Faust auf den Arm und zwinkert mir zu, während sie die letzten Worte ausspricht.
Ich weiß genau diesen Kampf kann ich nicht gewinnen, denn ich habe sie viel zu lieb um ihr einen Wunsch abzuschlagen.
„Ja okay, aber höre auf mit den Augen zu zwinkern, Du weißt genau, dass ich dann nicht nein sagen kann!“ sage ich lachend zu ihr.
Sie klappert mehrfach mit den Augenlidern und macht eine schüchterne Geste, sodass wir beide laut losprusten…
„Abgemacht, ich hole Dich um 20 Uhr ab… und Aurora…, es darf ruhig ein sexy Outfit sein!“
Sandra dreht sich um und verlässt die Teeküche. Oh man, auch das noch, ich werde wohl tief in den hintersten Ecken meines Schrankes wühlen müssen.
Der restliche Tag verläuft schleppend und ereignislos und ich freue mich über den wohlverdienten Feierabend.
„Denk daran 20 Uhr!“ ruft Sandra mir zu und schenkt mir einen Flugkuss, als sie zum Bus rennt.
Langsam mache ich mich, wie jeden Tag, zu Fuß auf den Weg nach Hause und wie immer lasse ich meinen Gedanken freien Lauf.
Während ich gedankenverloren durch den Schlosspark laufe und dabei an einem Faden meines Pullover herum nestle, erregt ein Geräusch in den Büschen meine Aufmerksamkeit.
„Hallo?“
Wieder Geraschel in den Büschen.
„Haaalllooo?“ rufe ich laut, um mich selbst zu beruhigen.
Wieder keine Antwort.
Ungewollt laufe ich schneller, um das mulmige Gefühl, das sich in mir ausbreitet, loszuwerden.
Während ich vorwärts laufe und rückwärts über meine Schulter schaue, in der Hoffnung ausmachen zu können, woher das Geräusch kommt, werde ich unbewusst schneller und fange an zu rennen.
Und dann plötzlich werde ich abrupt gestoppt, pralle gegen etwas, stolpere zu Boden und vernehme noch ein stummes
„Uuugghh Autsch“.
Erschrocken platze ich heraus: „Was zur Hölle…?“
Ich schaue hoch und blicke in zwei tiefbraune Augen, umgeben von einem Gesicht, das einfach nicht real sein kann.
„Hey, alles okay?“ ertönt eine tiefe, rauchige Stimme, die mich nicht nur aus meinem Schock reißt, sondern auch eine aufregend, wohltuende Gänsehaut auf meinem Körper zurück lässt.
„Ich denke schon, wenn man mal von meiner Tollpatschigkeit absieht!“ stottere ich.
„Sie waren wohl auf der Flucht?“ fragt der Mann, der nun vor mir steht und mir hilft aufzustehen.
„Nun ja… äh… da war so ein Geräusch im Gebüsch und ich konnte nichts erkennen, also…“ noch bevor ich aussprechen kann, erregt ein Geraschel neben uns, unsere Aufmerksamkeit.
Ohne Vorwarnung springt ein Eichhörnchen an uns vorbei und flüchtet in Windeseile auf einen Baum weit hinter uns.
Nachdem es ausser Sichtweite ist, treffen unsere Blicke aufeinander… wir lachen beide laut los.
„Oh man was für ein Ungeheuer, kein Wunder, dass Sie so schnell gerannt sind!“ sagt er immer noch lachend.
Oh Gott, wie peinlich.
Ich muss schnell weg hier, bevor ich noch so rot anlaufe, dass man es in der Dämmerung leuchten sieht.
„Äh… ja. Entschuldigung, dass ich Sie übersehen habe, aber ich muss weiter.“ sage ich und als ich mich umdrehe um zu gehen, hält er mich am Arm fest.
„Nicht schlimm, es ist ja nichts passiert. Aber Sie schulden mir wenigstens Ihren Namen… Nur für den Fall, dass das Eichhörnchen Anzeige erstattet und ich aussagen muss!“
Bei seiner Berührung habe ich das Gefühl ein Stromschlag durchstreift meinen Körper und ich glaube ein Knistern zu hören.
„Ach so, äh… natürlich, mein Name ist Aurora… Aurora Spellman.“ antworte ich ihm wahrheitsgemäß, aber mit zittriger Stimme.
Ich habe das Gefühl, die Temperatur steigt ins Unermessliche.
Ich brauche definitiv eine Abkühlung… und zwar schnell.
„Hallo Aurora, ich bin Till. Na dann vielleicht bis bald auf dem Polizeirevier.“ sagt er zu mir, zwinkert mir noch einmal zu, dreht sich um und geht weiter seines Weges.
Mein Herz rast, aber plötzlich ist mir eiskalt.
Ich schlinge meine Arme um meinen Oberkörper, in der Hoffnung etwas von der Hitze, die gerade noch durch meinen Körper jagte, aufzuhalten.
„Sicher das Polizeirevier.“ flüstere ich geistesabwesend vor mich hin und trotte weiter, in Gedanken an diesen unglaublichen Mann und dem Gewirr aus Gefühlen in mir, Richtung Zuhause.
Was zum Teufel war das gerade?
Mal abgesehen von der Tatsache, dass es peinlicher nicht geht.
Till… ein schöner Name… Till…
Plötzlich wird mir bewusst, dass er mir seinen Nachnamen gar nicht genannt hat.
Ich drehe mich noch einmal um, in der Hoffnung ihn noch zu sehen.
Aber ich stelle leider fest, dass ich wiederganz alleine bin.
Eine Stunde später liegt mein gesamter Kleiderschrank in meiner kleinen Einzimmerwohnung verteilt.
Neben einem Bett, einem Kleiderschrank, einer Couch und einem kleinen Tisch, besteht meine Wohnung nur noch aus einer kleinen Kochnische und einem Badezimmer, das zumindest eine Badewanne enthält.
Trotzdem sind diese vier kleinen Wände mein Zuhause, in dem ich mich seit vier Jahren wohl und behütet fühle.
Wie sagt man so schön?
Klein aber fein und genau das ist die perfekte Beschreibung für mein Zuhause.
Ich lasse mich auf mein Bett fallen und lasse mein Erlebnis vom Heimweg noch einmal Revue passieren.
Vor meinem geistigen Auge tauchen tiefbraune Augen, in einem Gesicht, das wie gemalt ist, auf.
Mein Gott! Was für ein Mann, ein Abbild eines Schönlings.
Und dieses pulsierende Gefühl, das meinen ganzen Körper erfasste, als er mich berührte.
Ich spüre es erneut, nur bei dem Gedanken daran, dieses flatternde Gefühl in der Magengegend und die Hitze, die sich zwischen meinen Beinen aufbaut.
Erschrocken kneife ich die Schenkel zusammen und schnelle vom Bett hoch.
„Ach Du heilige Scheiße, was war das denn?!“
Ich gehe ins Bad, stütze mich auf dem Waschbecken auf und schaue in den Spiegel.
Mein Gesicht ist rot und glüht förmlich, sogar leichte Schweißperlen kann ich auf meiner Stirn erkennen!
Ich schüttle den Kopf über meine lüsterne Körperreaktion und versuche mein erhitztes Gesicht mit kühlem Wasser zu löschen.
Mit Erfolg!
„Himmel, es ist bereits 19:40 Uhr. Sandra ist gleich hier, jetzt muss ich mich aber beeilen!“
Punkt 20:00 Uhr klingelt es an meiner Wohnungstür, gerade als ich den letzten Schliff meines Make-Ups prüfe.
„Wow Aurora, Du siehst echt heiß aus, hast wohl heute doch vor jemanden aufzureißen, wa?“ platzt es aus Sandra heraus, als ich die Tür öffne und ihr Blick mich trifft.
„Nein Sandra, das habe ich nicht, aber wie ein Bauerntrampel mische ich mich sicher nicht unter das Volk!“
Ich drehe mich genervt weg, doch sie greift nach meiner Schulter, dreht mich zu sich und fragt mit besorgten Augen: „Ist alles in Ordnung mit Dir?“
Mist, sie kennt mich wirklich zu gut!
„Ja… ja sicher, was sollte denn nicht in Ordnung sein?“ kontere ich mit zuckersüßer Stimme.
Ich versuche so gut es geht zu lächeln, damit sie mir meine Erschrockenheit des Tages, die mir immer noch tief in den Knochen sitzt, nicht anmerkt.
Leider ohne Erfolg!
„Du siehst so, wie soll ich sagen, aufgewühlt, erstaunt, nein, ich glaube erregt trifft es eher, aus! Was ist passiert? Erzähl es mir!“
Die Neugier hat nun von ihren Augen Besitz ergriffen und sie reibt sich aufgeregt die Hände.
Kann ich es ihr wirklich erzählen?
Sollte ich es erzählen?
NEIN, das ist lächerlich, denn ich werde ihn eh nie wiedersehen. Ich muss mir also was einfallen lassen und zwar schnell…
Sie wedelt mit ihrer Hand vor meinem Gesicht herum: „Hallo, …bist Du noch da?“
Ich kehre aus meinen Gedanken zurück in die Realität: „Naja, ach es ist nur, auf dem Weg nach Hause durch den Schlosspark, hat mich ein Eichhörnchen erschreckt.“
Da sie sehr skeptisch aussieht und ich selbst merke, wie lächerlich das Ganze klingt, füge ich noch schnell hinzu: „Es war dunkel, geradezu gruselig und erinnerte mich an den Film Blair Witch Projekt.“
Bevor sie noch weiter nachbohren kann, lenke ich sie ab und frage: „Wollen wir noch etwas trinken, bevor wir losgehen?“
Sie grinst: „Ein sehr guter Vorschlag.“
Ich gehe an die Küchenzeile, mixe uns zwei Cocktails und versuche weiterhin abzulenken, da ich mir sicher bin, dass sie mir meine Eichhörnchenstory nicht wirklich abkauft.
Nun ja, sie ist ja nicht erfunden, ich habe lediglich ein paar wichtige Details weggelassen.
„Jetzt erzähl doch mal von Deinem Typen von gestern. Du triffst ihn wirklich heute wieder? Sehr ungewöhnlich!“
Und schon geht es los, wie aufgezogen, mit wilden Gesten und Grimassen erzählt sie mir, bis ins kleinste Detail, wie ihr Treffen gestern verlief, und wie es zu der Verabredung heute kam: „… weißt Du eigentlich, wie beweglich er ist und was er alles mit seiner Zunge anstellen kann…“
Ich hebe die Hand und lache: „Stop Sandra! Das sind mir echt zu viele Details. Sag mir lieber, wie ich ihn heute Abend nennen kann, wie heißt er?“
Verträumt sagt sie: „Gott!“
Nun bin ich Diejenige, die sie aus ihren Gedanken auf die Erde zurückholen muss.
Lachend frage ich: „Huhu Sandra, wie heißt er wirklich?“
Sie kehrt zu mir zurück: „Was?… Ach so ja, Benjamin, Benjamin Spencer. Er wird Dir gefallen.“
Das wage ich zu bezweifeln, als wenn ich nach heute Augen für jemand anderen haben könnte.
Ich fasse es einfach nicht, dass ich ihn nie wiedersehen werde und er mir nicht aus dem Kopf geht
„Lass uns losmachen, ich will nicht riskieren zu spät zu kommen und ihn zu verpassen.“ sagt Sandra nervös.
„Sandra hör mal, er wird schon warten, wenn ihr Euch verabredet habt.“ versuche ich sie zu beruhigen.
Sie stemmt die Hände in die Hüften: “Und wenn nicht? Oder wenn er sich in der Zeit eine Andere sucht?“
Ihre leicht schnippische Art trägt wirklich zu meiner Belustigung bei, doch ich versuche sie zu unterdrücken: „Dann kann er Dir mal gestohlen bleiben und ist nicht der Richtige für eine Beziehung mit meiner besten Freundin.“
Sie reißt die Augen auf: „Wer redet denn hier gleich von Beziehung? Ich will ihn nicht heiraten, sondern mich mit ihm in jeder erdenklichen Weise vergnügen. Gott, echt Aurora Du und Deine romantische, prinzessinnenhafte Ader. So etwas gibt es nicht im realen Leben, sondern nur im Märchen!“
Ich weiß, dass sie recht hat, vielleicht denke ich auch deshalb die ganze Zeit an Till.
Auch er ist garantiert kein Märchenprinz!
Ach zum Teufel mit meinen Gedanken, ist doch egal, ich werde ihn eh nicht wiedersehen.
Ich hebe ergebend die Hände: „Okay, okay schon gut. Ich sage ja nichts mehr.“
Wir verlassen meine Wohnung und machen uns auf den Weg zum Bahnhof.
Als wir im Zug sitzen, zaubert Sandra noch zwei Piccolos aus ihrer Tasche: “Ich dachte mir, wir sollten nicht auf dem Trocknen sitzen, während der Fahrt.“
Wir stoßen an.
„Das ist ein sehr guter Plan.“ sage ich und zwinkert ihr zu.
Die restliche Bahnfahrt zum Madow verbringen wir schweigend. Fest steht, ich werde nur ein oder zwei Drinks nehmen, mich kurz bei Sandras neuer Eroberung vorstellen lassen und dann fahre ich wieder nach Hause!
Mit Kuschelsocken und einer Decke auf meiner Couch, schöner Musik und einem Roman, kann ich mich in meine Gedankenwelt zurückziehen und Abstand von der unromantischen, nicht märchenhaften Realität nehmen.
Das ist meine Welt!
