Thoughts of a vampire

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Summary

Melody lebt in einer kleinen Stadt namens Calm Lakes . Langeweile bestimmt ihr Leben. Doch durch einen Umbruch in ihrer zerrütteten Familie, wird es interessant. Als dann noch zwei fremde nach Calm Lakes ziehen, nimmt das Geschehen seinen Lauf. Menschen verschwinden. Tierübergriffe häufen sich. Freunde benehmen sich plötzlich seltsam. Als Melody realisiert, was vorgeht, ist sie bereits mittendrin in einer gefährlichen verworrenen Situation.

Status
Ongoing
Chapters
25
Rating
4.0 3 reviews
Age Rating
16+

Veränderg

Alles war wie immer. Langweilig, erstarrt und ruhig. Sowie es sich für eine kleine Stadt in mitten eines weitläufigen Waldes eben gehörte. Ich mochte ja die Natur. Doch diese ewige Stille hier, fing immer mehr an mich zu nerven.


Weit und breit nichts als Wälder, Wiesen, Seen und Berge. Es gab nicht viel in Calm Lakes. Hauptsächlich war es mehr für ältere Leute. Wegen der schönen angelegten Parks. Für uns junge gab es nur die Schule, ein altes Kino und das Fun House.


Das Fun House war der Treffpunkt meiner Clique. Dort lief immer gute Musik, das Essen war hervorragend und es gab Tischkicker, Darts und Billardtische. Außerdem verlief sich manchmal, wenn auch nur ganz selten, ein fremdes Gesicht hier her. Denn das Fun House besaß ganze vier Gästezimmer.


„Melody? Wo bist du denn schon wieder", riss mich Viola aus meinen Gedanken.


„Hmm? Was? Sorry V, ich habe nicht zugehört", sagte ich mit entschuldigender Mine in die Runde hinein.


Viola war neben Callie eine meiner ältesten Freundinnen. Wir drei kannten uns schon seit dem Kindergarten. Viola war die hübsche Brünette mit den Froschgrünen Augen. Sie war groß und schlank mit Kurven am richtigen Platz. Nur ihre Nase war etwas zu groß geraten. Dennoch war sie wunderschön.


Callie war etwas kleiner als ich. Ihre schokoladenbraune Haut war makellos eben. Sie hatte wunderschöne dicke schwarze locken und bernsteinfarbene Augen. Wäre ich ein Kerl, wäre Callie meine erste Wahl. Sie war nicht so herrisch wie Viola. Generell war sie eher ruhig.


Ich hingegen hatte lange blonde Haare, graublaue Augen und einen Schmollmund. Welchen ich laut meinen Eltern von meiner Grandma Linda geerbt hatte. Ich selbst fand mich eher unscheinbar. Erst recht, wenn Viola zugegen war.


„Typisch Mel. Du könntest dich ruhig mal mehr einbringen. Wir müssen bis nächste Woche abgesprochen haben, wie wir nun das Frühlingsfest gestalten. Ms. Grey hat mich heute schon genervt.", gab V in ihrem herrischen Ton rügend von sich.


„V, komm mal wieder runter. Melody wollte dich sicher nicht verärgern. Du weißt doch, dass heute ein großer Tag für sie ist", beschwichtigte Callie die Situation.


Sie wusste genau, wann Viola das Fass zum überlaufen brachte.

Heute würde ich meinen Bruder kennenlernen.

Mein Dad war kurz nach unserer Geburt, vor 17 Jahren mit ihm nach Kanada abgehauen. Weshalb mein Leben wirklich kein Zuckerschlecken war. Mom war psychisch am Ende. Sie trank viel und schlief noch mehr. Aus diesen Gründen kümmerte sich Ana, die Schwester meiner Mutter um mich. Sie hatte das Sorgerecht seit ich zwei war. Mom hab ich das letzte mal mit zehn gesehen. Wir wussten nicht mal, ob sie noch lebte. Nun war auch mein Erzeuger gestorben.

Er wurde von einem Bären angegriffen und erlag seinen Verletzungen. Ana hat natürlich umgehend das Sorgerecht für Julien beantragt und heute würde er hier eintreffen.


„Ja ja, wie immer dreht sich alles um Melody. Schon klar. Ich wollte nur, dass ihr euch mit einbringt. Ihr wisst wie wichtig mir das ist.", fauchte Viola angespannt.


Es war unglaublich wie unpassend sie manchmal reagierte.


„Viola, wir werden morgen mit der Planung beginnen. Das haben wir so besprochen. Versteh doch bitte, dass ich gerade keinen Kopf dafür habe. Mein Leben ändert sich nun. Ich muss mit jemandem zusammenleben, denn ich nich kenne. Ich weiß noch nicht mal wie er aussieht.", antwortete ich, wobei mein Herz immer mehr zu hämmern begann und mir zum Ende hin beinahe die Luft weg blieb.


„Schon gut. Tut mir leid. Ich bin ja auch gespannt wie er ist. Wie er aussieht. Ob er dir wohl gleicht?", gab sie nun etwas versöhnlicher von sich.


„Viola, Melody und Julien sind keine eineiigen Zwillinge. Was bedeutet, dass sie sich auch überhaupt nicht gleichen müssen. Wann genau kommt er denn an?", verdrehte Callie die Augen und schnaufte.


„Tante Ana meinte, dass sie ihn gegen vier vom Flughafen abholt. Bis sie dann hier sind, wird es wohl acht Uhr sein.", nuschelte ich und sah zur Uhr über dem Tresen.


Kian arbeitete heute. Weshalb ich mich auch so beobachtet fühlte. Kian und ich waren vor zwei Jahren ein Paar. Allerdings nur einen Sommer lang. Ich liebte ihn, aber eben als Freund. Leider ist mir das zu spät aufgefallen. Auch wir kannten uns schon im Kindergarten. Kian war noch nicht über uns hinweg. Immer wieder startete er einen neuen Versuch. Er war wirklich eine Augenweide. Groß, stämmig und muskulös. Helle glatte Haut und blondes kurzes Haar. Seine grauen Augen zogen einen in seinen Bann.


Ich sah aus dem Augenwinkel, wie er auf unseren Tisch zukam. Das fehlte mir gerade noch.


„Hey ihr drei, wollt ihr noch etwas bestellen? Melody, du siehst gut aus heute.", lächelte er uns zu. Wobei sein Blick an mir haftete.


„Hey Kian, Danke aber ich möchte nichts mehr. Wir wollten gerade zu mir gehen. Du weißt doch, heute kommt mein Bruder.", lächelte ich verlegen zurück.


Ich konnte mit dieser Sache einfach nicht umgehen. Irgendwie tat es mir schrecklich leid ihn so verletzt zu haben.


„Ja stimmt, hattest du mir letzte Woche erzählt. Euer Kaffee geht aufs Haus. Dann wünsche ich euch noch einen schönen Abend.", nickte er und räumte unsere Tassen ab.


„Danke Kian, Du bist ein Schatz.", grinse Viola und warf ihre braunen Haare über ihre Schulter.


Das sie immer mit jedem flirten musste. Das war typisch Viola. Mir tat mein Bruder jetzt schon leid. Ich stand auf, zog meine Jacke an und band mein Schal um. Callie und Viola taten es mir gleich. Draußen war es kalt. Aber die frische klare Luft tat gut.


Der See lag ruhig vor uns. Nicht eine einzige Welle war zu sehen. Die kahlen Bäume begannen bereits neu auszutreiben. Ich war froh, dass der Winter endlich vorüber war. Bald schon würde es hier wieder schön aussehen. Die vielen Blumen würden erblühen. Die Vögel würden wieder ihre wunderschönen Lieder singen. Die Bienen und Schmetterlinge würden endlich wieder fliegen.


Momentan war es noch sehr karg. Man sah die Calm Hills sogar. Im Sommer sah man lediglich ihre Spitzen. Gemütlich schlenderten wir den See entlang. Vorbei an der kleinen Bücherei und der Kirche.


„Glaubst du, er ist über dich hinweg? Also Kian.", schubste mich Viola sanft und hakte sich bei mir ein.


„Viola.", zog Callie ihren Namen warnend in die Länge.


„Was? Wenn Mel doch sowieso kein Interesse an ihm hat, kann ich doch mein Glück versuchen. Ich fand ihn schon immer süß.", zuckte sie lächelnd mit den Schultern.


„Versuch dein Glück Viola, Kian ist nur ein Freund.", sagte ich während ich dem alten spazierenden Ehepaar nachsah.


Automatisch verlangsamte ich meinen Schritt. Denn wir hatten mein Zuhause erreicht. Das große weiße Haus mit der noch größeren Veranda, stand unweit vom Ufer des Sees entfernt. Der kleine Vorgarten war momentan genauso karg wie der Rest der Gegend.

Ich kramte meinen Schlüssel raus und sperrte die schwarze Tür auf.


„Schön warm.", klapperte Callie mit den Zähnen.


„Musst du jetzt eigentlich deine Etage mit Julien teilen?", fragte Viola und sah sich im Spiegel an, welcher die rechte Wand im Flur zierte.


„Ja. Aber das macht mir nichts aus. Es waren sowieso zu viele Zimmer für mich allein. Was soll ich damit? Zwei genügen mir völlig.", zuckte ich mit den Schultern und befreite mich aus meiner Jacke.


„Und das Badezimmer.", fragte Viola entsetzt weiter.


„Ja auch das Badezimmer werden wir uns teilen. Warum auch nicht?", verständnislos blickte ich sie an.


„Immerhin ist er ihr Bruder.", fügte Callie hinzu.


Kopfschüttelnd ging ich voran. Zwei Zimmer war für mich mehr als genug. Andere in meinem alter besaßen gerade mal eins und hatten auch kein eigenes Badezimmer. Mein Wohnzimmer war groß. Ich hatte ein schönes schwarzes Ledersofa mit dunkelblauen Kissen. Einen mittelgroßen Fernseher mit gutem Soundsystem und ein großes Bücherregal, welches hellgrau war. Ebenso wie meine Wohnwand und mein Schreibtisch. Meine Wände waren mit Fotos meiner Clique tapeziert.


Wir ließen uns auf mein Sofa plumpsen und ich schaltete das Radio ein. Er war sechs Uhr. Erneut beschleunigte sich mein Herzschlag.


„Schaffst du das später alleine? Ich kann auch meine Mom anrufen und ihr sagen, dass ich bei dir übernachte.", bot mir Callie mit wissendem Blick an.


Sie war so feinfühlig. Ihr Gespür war beinahe schon unmenschlich. Gruselig.


„Nein schon okay, da muss ich alleine durch. Ihr werdet ihn früh genug kennenlernen.", lächelte ich schwach als Violas Handy läutete.


„Hallo Mom. Ja. Nein, bei Melody. Ja doch! In dreißig Minuten.", keifte viola wütend, schüttelte den Kopf, verdrehte ihre Augen und drückte ihre Mutter einfach weg.


„Diese Frau treibt mich zur Weißglut. Ich muss los Mädels.", zischte sie und stand auf.


„Ich begleite dich, es sei denn du hast deine Meinung geändert Melody?", stand Callie nun auf und sah mich fragend an.


„Geht ruhig, Ich komm klar. Wir sehen uns morgen.", nickte ich, stand auf und nahm sie in den Arm.


Das taten wir schon immer so, wenn wir uns verabschiedeten. Ich ließ mich wieder aufs Sofa fallen und starrte zur Decke.