Broken Dreams

Summary

"...wunderschön." Erschrocken zucke ich zusammen als Mr Bane hinter mir auftaucht, die Musik aus meinen Ohren entfernt und Billie Joe Armstrong ihn gerade als 'American Idiot' beschimpft. Hektisch lasse ich den Stift aus meinen Finger gleiten und versuche das Ergebnis meiner Fantasie zu verdecken. Erfolglos. Denn natürlich weiß ich nicht wie lange er schon hinter mir stand und die Spitze des Graphitstiftes bei seinem Tanz über das Papier beobachtete. Er weiß nichts von meiner heimlichen Liebe und es ist mir extrem unangenehm, dass er so plötzlich und total unerwartet in meinem Zimmer steht. Seine Hände liegen auf der Lehne meines Stuhls und mit den Armen stützt er seinen Körper. Er ist mir so nahe wie noch nie seitdem er in mein Leben trat. Wie lange sieht er mir schon dabei zu und überhaupt, warum ist er hier in meinem Zimmer? Er war noch nie in meinem Zimmer, geschweige denn, dass er ein Wort mit mir gewechselt hätte. Die Charaktere gehören Cassandra Clare. Die Geschichte gehört mir. Kopieren verboten. Smut und boyxboy. Don't like it, don't read it.

Status
Ongoing
Chapters
8
Rating
5.0 2 reviews
Age Rating
18+

Kapitel 1 - Alexander

Heute ist Montag. Und Montag ist mein liebster Tag in der Woche. Genauso wie Donnerstag. Er ist mir genauso lieb wie der Montag. Denn an diesen Tagen wache ich noch vor dem ersten Klingeln meines Weckers auf. Dann kann ich es kaum erwarten, dass die in der Dunkelheit grün leuchtenden Zeiger des kleinen Weckers auf meinem Nachtisch an der richtigen Stelle stehen. An diesen Tagen brauche ich den elektronischen Weckdienst meistens nicht. Denn meine aufgeregte Vorfreude sorgt dafür, dass meine Müdigkeit verfliegt und die Schmetterlinge in meinem Bauch anfangen wild mit ihren kleinen weichen Flügeln zu schlagen. Das Kribbeln in meinem Magen nimmt immer mehr zu und beim Gedanken an den Mann der jeden Montag und Donnerstag über die Schwelle meiner Haustür tritt, fängt mein kleines verliebtes Herz an wild gegen meine Brust zu hämmern.


Ja ich bin verliebt. Vor zwei Jahren trat er in mein Leben und der Tag unserer ersten Begegnung war der schönste in meinem ganzen bisherigen Dasein. Meine Gedanken kreisen nur noch um ihn und desöfteren erwische ich mich dabei, wie ich ihn mit Herzchen in den Augen verliebt anschaue und leise seufze. Ich bin das Klischee schlechthin. Ein Teenager, welcher einen älteren Mann liebt. Und dazu noch einen Lehrer. Aber nicht meinen Lehrer. Er ist der Nachhilfelehrer meines Bruders. Max ist drei Jahre jünger als ich und laut der Aussage meiner Mutter, benötigt er dringend Nachhilfe in Mathematik und Geschichte. Beides Fächer in denen ich nicht der Schlechteste bin. Aber sie war der Ansicht, dass es nicht förderlich wäre, wenn ich Max beim Lernen unterstützte. Damals war ich so unsagbar wütend auf meine Mutter. Ich half meinem kleinen Bruder gerne bei den Hausaufgaben und ich fragte mich unweigerlich, ob das Ganze mit meinem Outing zu tun hatte.


Denn ein paar Tage vorher nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und bat meinen besten Freund Simon mich bei der bis dahin schwersten Aufgabe meines Lebens zu unterstützen. Gemeinsam suchten wir das Gespräch mit meinen Eltern und es kam wie es kommen musste. Meine Mutter brach in Tränen aus und weinte über eine verpasste Hochzeit in Weiß und nicht existierende Enkelkinder. Mein Vater schüttelte den Kopf und faselte etwas von Verwirrung und Phase des Findens. Beide wuchsen in einem streng katholischen Elternhaus auf und können sich nur schwer damit abfinden einen Sohn zu haben, der auf die Schwänze anderer Männer steht. So hat es mein Vater erst kürzlich seinem Schwager am Telefon gesagt. Onkel Maxwell lebt mit seiner Frau in London und sie sind kinderlos geblieben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass mein Vater bereits das eine oder andere Feierabendbier hinter sich hatte, als er beschloss am Telefon über meine sexuellen Vorlieben zu sprechen. Denn bis dahin, war das Thema doch eher unter 'Tabu' und 'Wenn wir nicht darüber reden, dann existiert es auch nicht' angesiedelt.


Nachdem ich meinen Schultag hinter mich gebracht habe, eile ich nach Hause und begebe mich als erstes unter die Dusche. So wie jeden Tag und gerade an Montagen und Donnerstagen bin ich sehr gründlich was meine Körperpflege angeht. Dann stehe ich gefühlte Stunden unter dem warmen Strahl und lasse meinen Körper soviel Duschgel wie möglich aufnehmen. Auch eine penible Rasur meines Gesichtes und anderer Körperstellen steht an oberster Stelle. Erst nachdem jedes störende Haar entfernt wurde und meine Haut nach dem frischen Aroma von Meer und Salz duftet, steige ich aus der Dusche und frage mich jedes Mal was ich wohl anziehen soll. Ich bin nicht der modische Typ Mann und der Inhalt meines Kleiderschrankes passt auch in eine etwas größere Kommode. Die Farbe meiner Kleidung beschränkt sich auf Schwarz und dunkles Grau. Nietenbesetzte Gürtel und löchrige Jeans, weite Shirts mit höllisch grinsenden Totenschädeln oder dem Logo meiner Lieblingsband Green Day. Meine Eltern hassen den von mir erwählten Kleidungsstil und auch wenn meine Mutter regelmäßig die Augen verdreht, schweigt sie und zeigt ihre Missbilligung stattdessen mit Blicken. Auch wenn meine Garderobe nicht unbedingt ein Eldorado an Möglichkeiten bietet, so ist es mir wichtig gerade Montags und Donnerstags gut auszusehen.


Für wen? Für ihn. Mr Bane. Der Nachhilfelehrer meines Bruders und der feuchte Traum unzähliger Nächte. Als ich ihn das erste Mal sah war ich gerade sechzehn Jahre alt geworden. Mein persönliches Outing hatte ich allerdings schon vorher. Mit vierzehn genau genommen, als der Mädchenschwarm unserer Stufe Raphael Santiago mich nach dem Sportunterricht küsste. Es war eine Wette die er gewann und mich mit einer pochenden Erektion zurück ließ. Bevor wir die Interaktion unserer Lippen weiter vertiefen konnten und mein Verstand mit wehender Regenbogenfahne laut jubelnd über das Footballfeld laufen konnte, hörte ich schon das Grölen der Jungs und das Kichern der Mädchen. Verwirrt ließ er mich stehen und beschämt lief ich wochenlang mit gesenktem Kopf durch die Flure unserer Highschool. Denn wie konnte es auch anders sein, blieb die Reaktion meines Körpers auf den Kuss nicht unbemerkt. So ist das wenn man nur mit einem aquamarinfarbenen Handtuch um den knabenhaften Hüften bekleidet zum ersten Mal geküsst wird.


Wie sich später herausstellte, fand Raphael den Kuss gar nicht so eklig wie er immer behauptete. Zwei Jahre später lag ich in seinem Bett und er flehte mich an es endlich zu tun. Ich sollte meinen harten Schwanz in sein williges Loch drücken und kaum das ich ihm gab was wir beide begehrten, tauchte ein Bild in meinen Gedanken auf, welches in dieser Situation vollkommen fehl am Platze war. Ich war mir sicher, dass es die richtige Entscheidung war um den aufkeimenden Gefühlen für Mr Bane Einhalt zu gebieten. Selbstverständlich gab ich ihm was er begehrte, denn ich wollte es genauso. Unsere ersten Erfahrungen mit schwulem Sex waren schmerzhaft für ihn und viel zu schnell vorbei für mich. Danach wurde es besser, die weiteren Male angenehmer und erfüllend. Auch wenn wir kein Paar und meilenweit entfernt von einer Beziehung waren, so teilten wir die Vorliebe für Punkrock und Billie Joe Armstrong, athletische Männer mit dunklen Haaren und einen unkonventionellen Lebensstil. Wir wussten immer, dass es nur Sex war und eine kurze Nachricht genügte, um bei einem Treffen angestaute Lust und unterdrückte Gefühle frei zu lassen.


Das schrille Geräusch der Klingel holt mich schlagartig zurück in das Hier und Jetzt. Es ist soweit. Er ist hier. Mr Bane und mein Herz schlägt so stark in meiner Brust, dass es fast schon weh tut. Ich höre meine Mutter wie sie den Nachhilfelehrer meines Bruders freundlich begrüßt und ihm Honig um seinen schönen Mund mit sinnlich süßen Lippen schmiert. Leise Worte dringen die Treppe hinauf und ich drücke mich an die Wand neben der Tür meines Zimmers um wenigstens ein paar winzig kleine Wortfetzen zu erhaschen. Es ist mir nicht gestattet mein Zimmer zu verlassen während mein Bruder im Esszimmer Napoleon auf dem Weg zur Übernahme der Weltherrschaft begleitet. Es ist Montag und Zeit für Geschichte. Ich hasse es, dass sie noch immer versuchen mich in ein Leben zu pressen, welches mir so sehr widerstrebt.


"Alles okay Alec?", fragt Max und sieht mich skeptisch an. Wir haben ein gutes Verhältnis, aber ich würde ihm niemals meine Geheimnisse anvertrauen. Es widerstrebt mir, meinen kleinen Bruder mit den Schattenseiten meiner Sexualität zu belasten.

"Ja, natürlich", antworte ich und beobachte den Weg seiner Augenbrauen, die sich immer höher in seine Stirn graben. Sein Zimmer liegt direkt gegenüber dem meinen. Früher gehörte der Sonntagnachmittag uns. Wir schauten Filme, aßen Pizza und kuschelten uns in die weichen Kissen meines großen Bettes. Der Sonntag vor meinem Outing, war der letzte Sonntag, an dem wir unserem Ritual nachgehen konnten. Ab da verboten meine Eltern Max, dass er sich auf diese Weise mir näherte. Wieder die Worte meiner Eltern. Ich war traurig, enttäuscht und so unglaublich wütend. Max verstand nicht, warum er mich nicht mehr umarmen oder bei Alpträumen in mein Bett flüchten durfte. Natürlich hielt er sich nicht daran und schlich sich manchmal in mein Zimmer. Leise redeten wir miteinander und es fühlte sich alles andere als unnormal oder abartig an. Wir sind Brüder und lieben uns. Jedoch sind die Gefühle für Max anders als die Gefühle für Mr Bane.


"Ich glaub dir kein Wort", sagt er.

"Mr Bane wartet auf dich. Mach Mum nicht unnötig wütend", lenke ich schnell von mir ab und Max schüttelt mitleidig den Kopf.

"Magnus", sagt er und ich schaue ihn verwirrt an.

"Er heißt Magnus", wiederholt er und so langsam beginne ich zu verstehen. Magnus. Ein schöner Name. Er passt sehr gut zu ihm. Max blickt über den Flur die Treppe hinunter und nickt leicht. Mit zwei langen Schritten steht er in meinem Zimmer und schließt rasch die Tür.

"Ich denke er mag dich", sagt er.

"Wie kommst du darauf?", frage ich irritiert.

"Naja, er fragt jedes Mal wie es dir geht. Und ob du schon einen Studienplatz in Aussicht hast. Und ob du mal über ihn sprichst", erwidert Max und ich schlucke trocken.

"Das fragt er?" Max nickt und verlässt wortlos mein Zimmer. Er erkundigt sich nach mir. Verwirrt, aber glücklich blicke ich zum Schreibtisch auf dem mein großer Zeichenblock mit den noch unangetasteten Seiten liegt. Zeichnen ist neben Musik eines der wenigen Dinge, die mein Herz zum Strahlen bringt und meine Seele vollkommen macht. Sollte mir eines von beidem je genommen werden, so würde ich in tiefe Trauer verfallen.


Die kommenden zwei Stunden entführt Billie Joe mich in seine Welt und der Bleistift aus grün lackiertem Zedernholz verschmilzt mit meinen Fingerspitzen und wird ein Ganzes mit meinem Körper. Das Graphit gleitet über den hellweißen Zeichenkarton, aus hauchzarten Linien entwickeln sich scharfkantige Gesichtszüge. Immer deutlicher zeichnet sich das Bildnis eines Mannes ab, den ich schon so oft gezeichnet habe. Seine nachtschwarzen Haare erfordern meine vollständige Aufmerksamkeit. Strich für Strich, Strähne für Strähne erwachen zum Leben, verleihen dem Bild eine besondere Atmosphäre. Der Schwung seiner Lippen war das Erste, was ich vor zwei Jahren zeichnete. Viele Bögen Zeichenkarton später vermag ich noch immer nicht jedes Detail zufriedenstellend zu erfassen. Das glitzernde Funkeln seiner braunen Augen wird durch smaragdgrüne Flecken unterstützt. Ich erinnere mich genau an den Tag unserer ersten Begegnung. Schwungvoll öffnete ich die Tür um das nervige Geräusch der aufgeregten Klingel zu stoppen. Mir stockte der Atem und ich wimmerte leise als er mir die Hand reichte und sich vorstellte. Seine tiefe raue Stimme schickte sämtliche Härchen auf meinem Körper zu einer ekstatischen Reise. Meine Kunst wird der Schönheit seiner Augen nicht gerecht. So sehr ich mich auch bemühe, es reicht einfach nicht.


"...wunderschön." Erschrocken zucke ich zusammen als Mr Bane hinter mir auftaucht, die Musik aus meinen Ohren entfernt und Billie Joe Armstrong ihn gerade als 'American Idiot' beschimpft. Hektisch lasse ich den Stift aus meinen Finger gleiten und versuche das Ergebnis meiner Fantasie zu verdecken. Erfolglos. Denn natürlich weiß ich nicht wie lange er schon hinter mir stand und die Spitze des Graphitstiftes bei seinem Tanz über das Papier beobachtete. Er weiß nichts von meiner heimlichen Liebe und es ist mir extrem unangenehm, dass er so plötzlich und total unerwartet in meinem Zimmer steht. Seine Hände liegen auf der Lehne meines Stuhls und mit den Armen stützt er seinen Körper. Er ist mir so nahe wie noch nie seitdem er in mein Leben trat. Wie lange sieht er mir schon dabei zu und überhaupt, warum ist er hier in meinem Zimmer? Er war noch nie in meinem Zimmer, geschweige denn, dass er ein Wort mit mir gewechselt hätte.


"Deine Mutter bat mich dir das hier zu geben", sagt Mr Bane und reicht mir einen bunten Flyer dessen Buchstaben mir einen eiskalten Schauer über den Rücken jagen.

"Danke", antworte ich leise und nehme den Flyer entgegen. Lächelnde Studenten blicken mir entgegen und dieses Bild könnte nicht gefakter sein. Junge Männer mit ordentlich frisierten Haaren und weißen Polohemden. Ihr Zahnpastalächeln ist so unecht wie mein geheucheltes Interesse an dem Studiengang der hier beworben wird. Wirtschaftswissenschaften. Alleine das Wort bereitet mir Übelkeit und ich verziehe angewidert das Gesicht. Es ist der Traum meiner Mutter für ihr ältestes Kind. Seit Jahren gibt es kein anderes Thema, meine Wünsche werden ignoriert und jedes Mal entbrennt ein heißer Streit über meine Zukunft und Träume. Gedanklich sieht sie mich schon über den Campus flanieren, gekleidet in einem gestärkten blütenweißen Hemd, eine schwarze Bundfaltenhose und eine ledernde Aktentasche unter dem Arm. Ein nettes Mädchen mit wallendem blonden Haar liest mir jeden Wunsch von den Lippen ab und meine Noten sind alle im überirdischen Bereich des Perfektionismus. Mein optisches Erscheinungsbild ist so anders als das der Studenten, die mir fröhlich entgegen blicken. Meine schwarzen Haare sind seit Jahren blau gefärbt und ein Piercing in meiner rechten Augenbraue hebt meine rebellische schwule Seite noch hervor. Nicht zu vergessen meine Ohrläppchen, welche von zwei hölzernen tiefschwarzen Tunneln dominiert werden. Das Snake-Bite unterhalb der Lippe sorgte für einen Kontrollverlust bei meinem Vater. Jegliche Selbstbeherrschung war mit diesem Tag vorbei und ich eindeutig vom Teufel besessen. Auch das hat mein Vater bei besagtem Gespräch mit meinem Onkel alles von sich gegeben.


"Aber ich habe das Gefühl, ein Gespräch mit meinem guten Freund Jace und seiner reizenden Freundin Clary würde dir mehr helfen." Ich habe keine Ahnung worüber er redet. Und es ist mir auch egal. Zu sehr bin ich damit beschäftigt, auf die rosafarbenen Lippen meines Gegenüber zu starren. Mr Bane greift an mir vorbei, seine Hand streift wie beiläufig die meine und ich bin kurz vorm durchdrehen. Sein betörender Geruch nach Sandelholz vernebelt meine Sinne und es ist mir gerade sowas von egal, dass er die Schandtaten meines verliebten Ichs aufdeckt.

"Was?", frage ich leicht überfordert. Das Rascheln von Papier lässt mich schwer schlucken. Ich muss mich zwingen meinen Blick von diesem Traummann zu nehmen und meine Aufmerksamkeit auf sein Tun zu lenken. Mit wild pulsierendem Herzen beobachte ich ihn dabei, wie seine Fingerspitzen andächtig über das Portrait seiner Selbst gleiten. Er schiebt das Papier zur Seite und entblößt ein weiteres Detail von ihm. Eine großflächige Kohlezeichnung seiner Lippen, feuchtglänzend von der Spitze seiner Zunge, die einen Pfad über erotische Erhebungen bestreitet. Bild für Bild kommt zum Vorschein, verschiedene Arten von Kunst, unterschiedliche Materialien und doch zeichnet sich ein deutliches Muster ab. Alle Bilder handeln von Mr Bane in der Hauptrolle.


Er schweigt, hat auf meine Frage nicht geantwortet und auch keine neue gestellt. Stattdessen summt er eine Melodie, die mir nur allzu vertraut ist. Gedämpft dringt sie aus den Ohrstöpseln welche um meinem Hals hängen. In Gedanken vervollständige ich den Text.


"I walk a lonely road

The only one that I have ever known

Don't know where it goes

But it's home to me, and I walk alone, I walk this empty street

On the Boulevard of Broken Dreams

Where the city sleeps

And I'm the only one, and I walk alone, I walk alone, I walk alone

I walk alone, I walk a-"


"Du bist unglaublich talentiert, weißt du das?", höre ich ihn flüstern und wundere mich über die Sanftheit seiner Stimme. Niemand kennt diese Bilder, er ist der Erste der sie sieht. Jedes einzelne zeigt ihn in all seiner Schönheit oder nur einen Ausschnitt, jedoch sind diese nicht minder beeindruckend. Seit zwei Jahren ist er mein liebstes und einziges Model. Ich wappne mich für den Sturm aus Hass und Ekel, verletzende Worte gepresst durch knirschende Zähne und mahlende Kieferknochen. Doch nichts geschieht. Langsam entferne ich das Kabel um meinen Hals, schalte die Musik aus und lausche seiner ruhigen Atmung. Er ist mir so nahe wie nie zuvor, ich schließe meine Augen und danke Odin dafür, dass er meinen Traum wahr werden lässt.


"Du riechst unglaublich gut Alexander", haucht Mr Bane und ich vergesse vor Schreck zu atmen. Ich bin nicht der kleine schüchterne Junge der im Umgang mit anderen Menschen in eine Art katatonische Starre verfällt oder beim Anblick eines nackten Kerls auf der Stelle abspritzt. Ich bin schon lange keine Jungfrau mehr, aber es ist ein Unterschied ob ich mich mit einem Mann zum Sex treffe um meinem Trieb Befriedigung zu verschaffen, oder ob der Mann meiner schlaflosen Nächte hinter mir steht und süße Worte in mein Ohr flüstert. Nie im Leben habe ich damit gerechnet, dass dies hier jemals geschieht. Mr Bane ist der Nachhilfelehrer meines Bruders und älter als ich.


"Hmm", brummt er nah an meinem Ohr. Sein heißer Atem kitzelt an meiner Haut und ich kann mich kaum beherrschen nicht über ihn herzufallen.

"Sie aber auch", presse ich hervor und Mr Bane kommt mir noch näher. Seine Lippen streifen mein Ohrläppchen, die Spitze seiner Zunge tippt in die kleine Kuhle unterhalb diesem und es ist endgültig um mich geschehen. Schmerzhaft beiße ich mir auf die Unterlippe um nicht laut aufzustöhnen. Wie oft habe ich mir vorgestellt, dass Mr Bane seine sinnlichen Lippen auf meiner Haut platziert? Oft. Viel zu oft und viel zu schnell waren meine Gedanken Bestandteil einer wilden heißen Fantasie und Mr Bane nicht länger nur der Nachhilfelehrer meines Bruders. Er war der Partner in meinen Sexträumen und seine Hände überall auf meinem Körper. Weiche Lippen wandern über meinen Hals, ich versuche ruhig zu atmen um meine Erregung nicht offensichtlich zu machen. Sanfte Küsse am Hals machen mich schwach und forderndes Saugen lassen mich die Kontrolle verlieren und jegliche Bedenken über Bord werfen.


Sanft und zart streicheln seine Lippen meinen Hals, das Prickeln meiner Haut ist nicht mehr aufzuhalten und auch meine Erregung wächst deutlich an. Schlanke Finger gleiten über meinen Handrücken, ertasten einzelne Bereiche und verschränken sich wie selbstverständlich miteinander. Spürbar heiß rauscht das Blut durch meine Adern, Mr Bane saugt an der Stelle meines Halses, die mich alles vergessen lässt. Stöhnend presse ich meine Hand gegen seine und er erwidert den Druck auf der Stelle. Seine andere Hand streicht langsam über die freie Seite meines Halses. Lippen und Fingerspitzen im gemeinsamen Tanz über meine erhitzte Haut. Die Ader an meinem Hals pocht wild, signalisiert dem Mann meiner geheimen Träume, dass mir seine Berührungen äußerst gut gefallen.


"Mr Bane", keuche ich. Immer verlangender zeichnet die Spitze seiner Zunge feuchte Linien auf meine Haut. Sein heißer Atem löst eine Welle der Erregung aus, jedesmal wenn Luft auf Feuchte trifft. Das ist die Erfüllung meiner ersten Fantasien, lange bevor ich mir vorstellte wie es sein könnte, ihn tief in mir zu spüren.

"Mr Bane", dringlicher sein Name aus meinem Mund. Mehr gehaucht als gesprochen.

"Ich bin Magnus", haucht er in mein Ohr und stöhnend entlasse ich die Luft aus meinen Lungen.

"Magnus. Wir können nicht..."

"Wir können. Niemand ist hier. Wir sind alleine. Und ich weiß, dass du es auch willst", sagt er und dreht den Stuhl auf dem ich noch immer sitze zu sich herum. Verlangend liegen seine Lippen auf meinen, er gibt mir nicht den Hauch einer Möglichkeit dem zu widersprechen. Aber wer wäre ich, würde ich das wollen. Ich will genau das Gegenteil. Das hier, seine Lippen auf meinen, wild und fordernd ist das was ich begehre. Worauf ich mein halbes Teenagerleben gewartet habe.