Bad End

Summary

[DabiHawks][Drama][Schmerz/Trost][Liebesdrama][Fanfiction] Was, wenn Keigos schlimmste Alpträume plötzlich zur harten Realität werden? Wenn sein Verrat und seine Identität ans Licht kommen?

Genre
Drama
Author
Alicja
Status
Complete
Chapters
1
Rating
5.0 1 review
Age Rating
16+

Chapter 1

Ein metallischer Geruch lag in der Luft. Neben seinem unregelmäßigen Atem konnte man nichts anderes hören. Noch vor einigen Minuten hatte hier die Hölle geherrscht – ein Kampf – und er war sich nicht einmal sicher gewesen, ob er diesen überleben würde. 


Sein Körper war übersät mit Brandwunden, welche sich immer wieder bemerkbar machten. Sie schmerzten und brannten unbarmherzig, doch nicht so wie sein Herz, welches in diesem Kampf die schlimmsten Wunden davontrug. Zwischen den physischen und psychischen Schmerzen lagen Welten, doch in diesem Moment war ihm das schlichtweg egal. 


Knieend und mit leeren Blick starrte er vor sich, vergeblich versuchend die Informationen zu verarbeiten, welche ja doch nicht zu ihm durchdrangen. In seinem Kopf herrschte eine gähnende Leere, während er seit einigen Minuten regungslos verweilte. Er fühlte sich absolut machtlos. 


Spürend wie etwas heißes seine Wange hinab lief, machte er sich gar nicht erst die Mühe, es wegzuwischen. Überzeugt davon, dass es ein weiterer Rinnsal der roten Flüssigkeit war, derer Geruch überall in der Luft lag. Doch als er sich hinüber beugte, da erblickte er den durchsichtigen Tropfen, welcher auf das Gesicht des vor ihm liegenden, fiel. 


Scharf zog er den Atem ein. Streckte dabei seine zitternde Hand aus und berührte damit die verbrannte und raue Haut, welche, trotz seines abstoßenden Aussehens, niemals einen Ekel in ihm ausgelöst hatte. Immer noch fühlte er die Wärme unter seinen Fingern, auch wenn sie deutlich schwächer war und mit jeder Minute, die verstrich, fühlbar schwand. 


Mit zusammengezogenen Brauen begann er das Gesicht vor sich zu ertasten. Das dunkle Haar schien immer noch so chaotisch wie immer. Im Winkel des leicht geöffneten Mundes befanden sich Spuren von Blut, welches zuvor in kleinen Rinnsalen den Kinn hinuntergelaufen war. 


Die gesunde Haut sah ebenfalls mitgenommen aus. Hier und da zierten Schnitte und neue Verbrennungen, hervorgerufen durch das zu lange verwenden seiner Spezialität, die Oberfläche. 


Seine geschlossenen Augen verwehrten ihm das Erblicken des Türkis, das seit geraumer Zeit für ihn die schönste Farbe war, die er bis dahin erblicken durfte. Und genau in dem Moment wurde ihm etwas klar. Einige Zeit zuvor, während ihres Kampfes, sah er sie das letzte Mal. Schade, dass sie so voller Hass erfüllt waren …


Als der junge Mann den Kopf drehte, biss er die Zähne fester zusammen, erst jetzt bemerkte er den roten Fleck auf dem weißen Shirt des Schurken. Das Rot war überall. Er vermutete es bereits, doch wollte er sie auf keinen Fall annehmen. Mit leicht geöffnetem Mund, lehnte er seine Arme auf beiden Seiten des Schwarzhaarigen an. Gleich darauf legte er seinen Kopf auf dessen Brust. 


Er tat dies so vorsichtig, als hätte er Angst, dem anderen Schmerzen zu bereiten. Der Punkt war, selbst wenn er es wollen würde, hätte er es nicht getan. Dabi musste nichts mehr fürchten. Den Schmerz, der ihn sein Leben lang begleitet hatte, fühlte er nicht mehr. Jener, dessen Quelle seine eigene Spezialität war. Die Flammen, welche ihn hätten schützen sollen. 


In gewisser Weise hatten sie es auch getan. Sie waren bis zum Ende da und hatten ihn geschützt. Ebenfalls hörte er das Schluchzen des Blonden nicht, dessen Gesicht in seine Brust gedrückt war, oder das Fluchen darüber, dass er seinen Herzschlag nicht hören konnte. Genauso wenig das Zittern und die von ihm ausgehende Wärme. Er fühlte nichts. Rein gar nichts …


Langsam aber sicher verlor Keigo die Beherrschung. Ohne auf die Umgebung zu achten, schluchzte er in das dreckige und blutige Shirt des Schwarzhaarigen, in das er krampfhaft die Hände krallte. Zu gerne wollte er ihn zu sich ziehen und anschreien, er solle doch endlich aufhören so zu tun und die Augen öffnen. Denn nur sie wollte er in dem Moment sehen. Doch er tat es nicht, wusste er doch genau, dass es nichts bringen würde. Er verstand es – und doch wollte er es einfach nicht akzeptieren. 


Nachdem er sich zurückgelehnt hatte, verwischte er die Tränen, welche seine Sicht behinderten. Nur um gleich darauf wieder in das friedliche Gesicht seines Partners zu blicken. Er versuchte das Beben seiner Lippen zu unterdrücken, anschließend vergrub er seine Hände in die schwarzen Haare, ohne dabei den Blick auch nur eine Sekunde lang von dem Schurken abzulassen. 


Mit der anderen nahm er die Hand des Schurken, welche neue Narben zierten. Die alten hatten sich geöffnet und selbst als er sie warme Flüssigkeit auf seiner Haut spürte, hielt er sie nicht zurück. Die ganze Zeit ausdauernd und versichernd, dass er bei ihm bleiben würde.


Er war zerrissen. Der Schmerz, den er in deinem Herzen spürte, war viel stärker, als jener, welcher von den ihm zugefügten Wunden ausging. So gerne wollte er schreien, seinen sich aufbrausenden Gefühlen freien Lauf lassen. Und doch tat er es nicht. Denn er befürchtete, dass wenn er sich dem hingeben würde, würde er den schlafenden Mann, der ihm all die Zeit so nah war, wecken. 


Und wenn auch ihre letzte Begegnung gefolgt von Hass war, welchen er in den Türkis erblickt hatte, so war er doch nicht wütend. Er verfluchte das Schicksal, welches auf diese Weise ihre Wege hatte kreuzen lassen. Es hätte gar nicht so enden müssen. 


Ihre Geschichte hätte völlig anders verlaufen können. Denn genauso hätte er es sein können, der dort lag. Jedoch war er es nicht. Er war immer noch wütend, doch konnte er irgendwas ändern? Für ihn hatte das alles keinen weiteren Sinn mehr. Einer seiner größten Alptraum war zur Wirklichkeit geworden. Nichts begehrte er mehr, als dass Dabi seine Augen öffnen möge, einen seiner Sprüche loslassen würde und ihn damit beruhigen könne. 


Es interessierte ihn kein bisschen, dass dieser seine wahre Identität und Motive erfahren hatte. Keigo würde sich sogar von ihm foltern oder gar töten lassen …

Ja, er würde alles tun, nur um noch einmal die stoische Stimme des Schurken zu hören. Jene, die befähigt war, so viele mächtige und angenehme Gefühle in ihm hervorzurufen. 


Hawks konnte rein gar nichts mehr fühlen. Das schlimmste Ende für den Helden war nicht sein eigener Tod, nein es war der von Dabi. Seinen Partner, Freund und Geliebten ...