Plötzlich auf 4 Pfoten

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Summary

Vergiss alles, was du über Werwölfe zu wissen glaubst, denn diese Geschichte wird ganz anders sein. Mika ist ein 16-jähriges Mädchen. Kurz nach ihrem 16. Geburtstag verwandelte sie sich bei Vollmond in einen Wolf. Jedoch ist sie mit ihren neuen Kräften nun völlig alleine, ohne jemanden, dem sie davon erzählen kann. Zumindest dachte Mika, dass bevor sie ihn und sein Rudel traf.

Status
Complete
Chapters
34
Rating
4.6 25 reviews
Age Rating
18+

Kapitel 1

//Mika//


Ich starre durch die Autoscheibe und beobachte, wie die Bäume an mir vorbeifliegen.


"Wir sind bald da, Mika Maus", ertönte die Stimme von Dad, der vorne hinterm Lenkrad sitzt.


Mika Maus ich wünschte, er würde endlich aufhören, mich so zu nennen, doch das wird wohl niemals passieren.


Wir sind grade auf dem Weg nach Harper's will meine neue Heimat.


Vor 6 Wochen bin ich 16 geworden und vor 4 Wochen habe ich mich zum ersten Mal verwandelt, es war Abend, meine Eltern waren nicht zu Hause. Zum Glück. Es ist einfach passiert und ich verstand die Welt nicht mehr, aber eins war klar niemand durfte es erfahren.


Man könnte meinen, meinen Eltern könnte ich es erzählen, schließlich muss ich es ja irgendwo her geerbt haben, oder?


Tja, falsch gedacht, sie sind nicht meine leiblichen Eltern und das sieht man auch. Beide haben helles Haar und dunkle Augen, ich dagegen habe pechschwarzes Haar und goldene Augen. Jeder Blinde sieht, wir sind nicht blutsverwandt.


Die ersten Häuser tauchten auf und Dad bog in eine Einfahrt ein. Vor uns ein hübsches kleines Haus.


Unser Haus. Es war ein kleines Häuschen mit weißen Hauswänden und schwarzem Dach. Die Fenster waren groß, aber mit Vorhängen wurde einem, die sich ins Innere verwehrt. Zudem hatte es einen riesigen Garten hinten dran und wenn man diesen durchquerte, stand man am Waldrand.


Garnichtmal so schlecht für die nächsten Vollmondnächte. Und alle, die ich gezwungen bin, noch zu durchleben.


"Des wird dir hier gefallen, du wirst sehen." ertönte die sanfte Stimme meiner Mutter. Ich schenkte ihr ein Lächeln, ehe wir alle aussteigen und das Gepäck ausladenden.


Der Großteil unserer Möbel war schon da und aufgebaut, wir hatten in den Ferien schon alles eingerichtet und nur noch das Nötigste in der alten Wohnung behalten, bis der Arbeitsvertrag meines Vaters ausgelaufen war.


Ich schnappte mir schnell meinen Koffer und schleppte ihn in mein neues Zimmer. Auch ich war schon hier in den Ferien und hatte alles eingerichtet, die Stadt erkundet und mir auch schon einen Minijob besorgt in einer Bäckerei, den ich ab nächster Woche beginne.


Ich packte schnell das wichtigste aus, schließlich war heute Vollmond und es würde nicht mehr lang dauern, dann ging die Sonne unter. Das heißt, ich muss so schnell wie möglich mich davonschleichen und in den Wald verschwinden.


"Wir bestellen essen, möchtest du auch was, mein Schatz?" Mein Vater schrie von unten zu mir hoch. Mein Zimmer war im ersten Stock.


"Nein, danke, ich lege mich schonmal hin, bin tot müde.", schrie ich nach unten und schloss ohne auf eine Antwort zu warten die Tür.


Gut, wenn sie dachten, ich schlafe, kommen sie nicht in mein Zimmer.


Ich ging zu meinem Fenster, das Richtung Garten und Waldrand gedreht war. Unter meinem Fenster war ein kleines Dach, das zur Terrasse gehörte.


So konnte ich durchs Fenster klettern, auf das Dach drauf und den mit Ranken bewachsenen Stützpfeilern herunterklettern.


Das Esszimmer mit der offenen Küche war direkt unter meinem Zimmer und hatte viele Panoramafenster. Also musste ich aufpassen, dass meine Eltern mich durch dieses Fenster nicht entdeckten, doch die Sonne begann unterzugehen. Mir lief die Zeit weg.


Kaum gingen beide aus dem Esszimmer, vermutlich, um weiter auszupacken. Rannte ich durch den Garten und in den Wald rein.


Ich brachte noch ein gutes Stück Abstand zwischen mir und meinem neuen Zuhause, als der letzte Sonnenstrahl verschwand, und ich spürte, wie mein ganzer Körper pulsierte.


Schnell zog ich meine Klamotten aus und hängte sie über einen Ast. Keine Sekunde zu früh, denn kaum hatte ich dies getan, spürte ich, wie mir an den Armen Fell wuchs, wie sich mein Gesicht lang zog und zu einer Schnauze formte, wie mir lange Ohren und ein langer Schweif wuchs.


Das war meine zweite Verwandlung, die erste war wesentlich schmerzhafter als diese. Es kribbelte nur und nach ein paar wenigen Minuten stand ich in meiner Wolfsgestalt da.


Nur ein paar Schritte, bis ich am Flussufer stand, der sich vor mir entlang schlängelte. In der Spiegelung des Wassers betrachtete ich die goldenen Augen meiner Wolfsform, die noch mehr leuchteten als in meiner menschlichen. Und mein Pech, schwarzes Fell, das nur durch das Mondlicht in der schwarzen Nacht sichtbar wurde.





Um mir die Zeit zu vertreiben, bin ich am Waldrand entlang gerannt, ein paar Stunden sind nun schon vergangen, als ich an einer Farm ankam. Schnell rannte ich tiefer in den Wald. Eine Farm heißt Hütehunde, die mich wittern können und Bauern mit gewähren.


Ich dachte, ich wäre schnell genug in den Wald verschwunden, doch jetzt kann ich deutlich Schritte hinter mir wahrnehmen.


Mir rennt etwas auf 4 Pfoten nach. Shit. Bestimmt ein Hütehund.


Meine Schritte werden schnell, ich versuche zu flüchten. Ein Hund könnte nicht mithalten, doch das, was mir folgte, holte sogar auf.


Panik steigt in mir auf. Ich kann nicht mehr. Es holt auf.


Ein Heulen schalte durch den Wald. Ein Wolf? Perplex schaute ich über meine Schulter und stolperte prompt über eine aus dem Boden ragende Wurzel.


Ehe ich mich versah, sprang mich von hinten ein riesiger Wolf an. Wir rollten über den feuchten Waldboden. Knurrten uns drohend an und schnappten warnend nacheinander.


Der Wolf pinte mich an den Waldboden und thronte über mir. Ein bedrohendes Knurren entwich seiner Kehle, und seine weißen Zähne blitzten in der dunklen Nacht auf.


Die Panik und Angst in mir wurden nur größer und ich versuchte mich zu wehren, hatte jedoch keine Chance.


Er war noch größer als ich, das war kein normaler Wolf... nein, das war jemand, der so ist ... wie ich.


Mehrere dumpfe Schritte näherten sich, er war also nicht allein. Ich windete mich unter ihm, als ein Schuss ertönte. Der Schokoladen farbene Wolf sprang zur Seite und damit war ich frei.


Ich zögerte nicht und rannte los. Einfach weg von hier. Und erst nachdem ich locker eine halbe Stunde ununterbrochen gerannt war, brach ich förmlich zusammen. Schwer schnaufend schlossen sich meine Augen und die Welt wurde in Stille und Schwärze getaucht.





Ich war erst am nächsten Morgen aufgewacht, in meiner menschlichen Form. Sammelte meine Klamotten ein, um mich anzuziehen und heim zu kehren. Es war noch ziemlich dunkel, ich schätze mal so 6 oder 7 Uhr morgens.


Ich murmelte vor mich hin, als ich die Einfahrt rauf zur Haustür ging "Der Schuss gestern .... es muss der Bauer gewesen sein", ob es dem anderen Wolf wohl gut geht? Er war mir nicht mehr gefolgt, nachdem der Schuss ertönte.


"Mika!" Ertönte die schrille Stimme meiner Mutter, die die Haustür aufriss, bevor ich überhaupt die Chance hatte, die Tür selbst zu öffnen. "Wo warst du so früh am Morgen? Du lagst nicht im Bett, als ich dich wecken wollte. Und heute ist dein erster Tag in der neuen Highschool, du hast kaum noch Zeit, dich zu richten." Sie redete und redete, ohne Luft zu holen. Ihre Stimme klang keifend, das war immer so, wenn Mom sich aufregte.


"Ich hab nur nen morgen Spaziergang gemacht, Mam" Ich drückte mich an meiner Mutter vorbei, nur um dann von meinem Dad angehalten zu werden. "Wo war-"


"Spaziergang" unterbrach ich ihn und war nicht bereit, mich in eine Diskussion verwickeln zu lassen, geschweige den mehr als dieses eine Wort zu meiner Rechtfertigung zu nutzen. So quetschte ich mich auch an ihm vorbei und huschte in mein Zimmer. Dort hatte ich wenigstens meine Ruhe zum Denken. Und was mich am meisten beschäftigte, war.


Wer war dieser Wolf und wie viele gibt es hier noch?