Pures Gift
Lina war allein zu Hause und warf einen ungeduldigen Blick auf ihre Armbanduhr. Es war kurz vor Mitternacht. In der nächsten Sekunde klingelte es an der Haustür. Sie verließ das Sofa, eilte in den Flur und machte auf.
„Warum hat das so lange gedauert?“, fragte sie bissig.
„Es sind vier Stunden bis Morro Bay. Falls du es vergessen haben solltest“, gab Ryan im selben Ton zurück. Beide starrten sich sekundenlang tief in die Augen.
Sein Atem wurde zunehmend schwerer. Hierher zu kommen war ein riesengroßer Fehler. Dem war er sicher vollkommen bewusst. Doch es gab jetzt kein zurück mehr.
„Komm’ endlich rein“, forderte ihn Lina auf.
Ohne zu zögern befolgte er ihre Anweisung und blieb dicht vor ihr stehen. Erwartungsvoll schaute sie zu ihm hoch. Er griff im nächsten Augenblick ihre Hüften, schob sie energisch an die gegenüberliegende, freie Wand und presste seinen Körper dicht an ihren.
Ein teuflisches Grinsen bildete sich auf ihren Lippen: Willst du wirklich die Grenze überschreiten, Turner?“
Seine Augen verdunkelten sich. Gleichzeitig rieb er die Beule in seiner Jeanshose gegen ihre Mitte. Nur wenige Zentimeter trennten seinen hungrigen Mund von ihrem.
„Du bist pures Gift, Lina“, raunte er mit vorwurfsvollem Unterton.
„Trotzdem bist du hier, um mich zu sehen“, gab sie provokant zurück.
„Ich bin hier, um dich zu …“
„Worauf wartest du dann noch?“
Kaum hatte sie ihre Worte ausgesprochen, presste Ryan seine Lippen gierig auf ihren Mund. Seine Zunge verschaffte sich Zugang zu ihrer. Lina schloss ihre Augen und erwiderte seinen leidenschaftlichen Kuss. Sein unwiderstehlicher Geschmack machte sie auf der Stelle süchtig. Sie verfiel in einen betörenden Rauschzustand.
Ryan löste sich plötzlich von ihren Lippen, um seine Liebkosung an ihrem Hals fortzusetzen. Ein erregender Schauer lief ihr dabei über den Rücken und erzeugte zeitgleich einen angenehmen Schwindel.
In Sekundenbruchteilen hatte er ihre cremefarbene Bluse aufgerissen, um sich Zugang zu ihren Brüsten zu verschaffen. Sie quollen verführerisch aus ihrem zartrosanem BH. Er nahm beide in seine Hände und ließ sie zufrieden aufstöhnen. Gern hätte er ihrem verlockendem Dekolleté mehr Zeit gewidmet. Doch seine schmerzhafte Erektion ließ keine weitere Verzögerung mehr zu. Er ließ beide Hände als Nächstes unter ihren luftigen Rock verschwinden und ließ gleich darauf ihren Slip zu Boden fallen.
Lina verdrehte ihre Augen und schnappte nach Luft, als er zwei Finger zwischen ihre feuchte Lippen schob. Er drang langsam in sie ein und übte gleichzeitig mit seinem Daumen Druck auf ihre empfindlichste Stelle aus.
„Gefällt dir das?“, raunte er, während er seine Finger langsam hoch und runter bewegte.
„Jaaaaa …“
„Du bist so verdammt feucht, Lina …“
Sie durchbohrte ihn mit ihrem lusterfüllten Blick: „Nimmmich endlich, Turner …“
Ein süffisantes Lächeln schmückte sein attraktives Gesicht. Er zog seine Hand zurück, um schnellstmöglich seinen Gürtel zu lösen und den Reißverschluss seiner Jeanshose zu öffnen. Dann schob er sie samt seiner Boxershorts ein Stück hinunter und befreite seine pulsierende Härte. Lina riskierte einen Blick und grinste dreckig.
„Gefällt dir was du siehst?“, fragte er herausfordernd.
„Mehr als du dir vorstellen kannst.“
Ohne zu zögern hob er sie an, drückte sie mit ihren Rücken dicht an die Wand und schob sich zwischen ihre Schenkel. Sie legte ihre Arme um seinen Nacken und starrte erwartungsvoll in seine Augen, bis er endlich in sie eindrang. Ihre Lider schlossen sich, während sie laut aufstöhnte. Seine Stöße waren fest und tief. Er füllte sie vollkommen aus.
„Ich will das mit dir machen, seitdem ich dich das erste Mal gesehen habe“, raunte er mit schwerer Stimme.
„Ich weiß, Turner …“
Zunehmend beschleunigte er sein Tempo.
„Ich will, dass du für mich kommst, Lina.“
„Dann mach’s mir härter …“
Ryan folgte ihrer Anweisung. Ihre genussvollen Laute nahmen gleichermaßen zu.
„Jetzt gleich, Baby … jetzt gleich …“
Sekunden später ließ Lina ihrem intensiven Orgasmus freien Lauf.
„Oh Ryan! Jaaaaa!“
Ihre plötzliche Enge ließ ihn nach Luft schnappen. Dem unerwarteten Druck war er willenlos ausgeliefert. Er überschritt die Schwelle mit voller Wucht, die seine Sinne vollkommen benebelte.
„Linaaaaa!“
Beide verweilten für einen Moment in der innigen Position, bis der wohltuende Rausch ihrer Höhepunkte langsam verflog.
Ryan guckte in ihre Augen, die noch immer gefährlich funkelten: „Wir werden dafür in der Hölle schmoren …“
Sie strich ihm mit der rechten Hand zärtlich durch seine wilden, blonden Locken: „Es musste irgendwann passieren, Baby …“
Lina riss schlagartig ihre Augen auf. Sie war verschwitzt und brauchte einen Moment, um in der Realität anzukommen.
„Nicht schon wieder“, rügte sie sich selbst in ihren Gedanken, als ihr bewusst wurde, dass Ryan sie im Schlaf zum Orgasmus gebracht hatte. In letzter Zeit besuchte er sie immer häufiger in ihren Träumen, die sich ausnahmslos um Sex drehten. Heißen, hemmungslosen Sex.
„Shorty … gehst du …?“, hörte sie plötzlich Jax fragen und drehte ihren Kopf hektisch in seine Richtung. Er schaute sie durch seine halbgeöffneten Augen schlaftrunken an. Erst jetzt registrierte Lina das Quengeln ihres Säuglings, welches durch das Babyfon auf ihrem Nachttisch ertönte.
„Ja“, antwortete sie schnell. „Schlaf weiter.“
Sie stand im Dunkeln auf, machte einen kurzen Umweg in den begehbaren Kleiderschrank und zückte ein frisches Höschen aus ihrer Schublade. Während sie sich zügig umzog, plagte sie ein schlechtes Gewissen. Wieso träumte sie von Ryan und niemals von Jax? Warum war ihr Unterbewusstsein so ein gewissenloses Flittchen?
Gleich darauf schob sie ihre Gedanken beiseite und eilte ins Kinderzimmer.
Hey, kleiner Schatz“, flüsterte sie ihrem hungrigen Baby zu. „Komm’, ich mach dir dein Fläschchen.“
Miles war ein pflegeleichter Säugling, der selten lauthals brüllte. Wenn er Hunger verspürte, machte er durch unzufriedenes Nörgeln auf sich aufmerksam.
Während Miles zufrieden an seiner Flasche nuckelte, schaute Lina ihr Baby mit verliebten Blicken an. Sie war unendlich dankbar für ihr kleines Wunder.
Ihr Nachwuchs hatte Jax’ dunkle Haare geerbt und hatte wunderschöne, tiefblaue Augen. Die Form seiner schmalen Lippen, die süßen Grübchen und seine niedlichen, spitzen Öhrchen hatte er ebenfalls seinem Papa zu verdanken.
Noch bevor er sein Fläschchen vollständig leeren konnte, fiel er in einen tiefen Schlaf. Lina küsste sein kleines Köpfen und brachte ihn zurück ins Bett. Dann schlich sie leise zurück ins Schlafzimmer und legte sich wieder hin. Jax drehte sich in ihre Richtung und kuschelte sich dicht an ihren Rücken. Lina genoss seine Nähe und schloss ihre Augen.
„Komm’ schon, Unterbewusstsein“, sprach sie in Gedanken mit sich selbst. „Lass mich zur Abwechslung heißen Sex mit meinem Ehemann haben …“
Es war nächster Morgen. Lina lag allein Bett. Die ersten Sonnenstrahlen drangen durch die bodentiefen Fenster ins Schlafzimmer und holten sie sanft aus ihrem Schlaf. Als sie ihre Augen langsam öffnete, bildete sich ein zufriedenes Lächeln in ihrem Gesicht. Der Blick nach draußen auf das offene Meer würde niemals seinen Reiz verlieren.
Bewusst ließ Lina jeden Abend die Vorhänge offen, um jeden Morgen mit diesem atemberaubenden Panorama zu beginnen. Sie liebte ihr neues Zuhause direkt am Strand von Morro Bay. Es war perfekt.
Ein Weiteres Mal hatte sich ihr Leben in kürzester Zeit vollständig gewandelt. Doch diesmal ausnahmslos im positiven Sinne. Gedankenverloren schaute sie durchs Fenster und rief sich den Tag in Erinnerung, als Jax die Reha beendet hatte …
„Was machen wir am Strand, Jax? Es ist heute viel zu kalt. Außerdem habe ich nicht die richtigen Schuhe dafür an.“
„Kannst du endlich mal ruhig sein, Shorty?“
„Ich habe wirklich Hunger. Wenn wir nicht bald was Essen, dann … w… was ist das?“
„Wonach sieht es denn aus?“
„Ist … ist das Haus etwa unbewohnt?“
„Noch.“
„Noch?“
„Kommt drauf an, ob es dir gefällt oder nicht.“
„Jax … oh mein Gott … ist das dein Ernst? Ein Strandhaus … in Morro Bay?“
„Ja. Es ist mein voller Ernst. Ich möchte es dir zeigen … komm’ … “
Jax wusste, was er tat. Das Haus war atemberaubend und hatte Lina vom ersten Augenblick vollkommen mitgerissen.
Der offene Wohnraum im Erdgeschoss war lichtdurchflutet und verfügte über wunderschöne, alte Holzdielen. Die großzügige, weiße Landhausküche passte hervorragend zum Strandflair. Eine Treppe führte vom Flur ins erste Geschoss, wo sich drei Schlafzimmer befanden. Das Größte bot einen freien Blick aufs offene Meer.
Lina erinnerte sich, wie sie am Ende der Besichtigung gemeinsam auf der großzügigen Terrasse standen und einen Moment lang die brechenden Wellen beobachteten. Jax hatte seine Arme von hinten um ihre Taille gelegt und sein Kinn auf ihrer linken Schulter abgelegt …
„Ich liebe es, Jax. Dieses Haus lässt keine Wünsche offen.“
„Heißt es, ich darf es für uns kaufen?“
„Für uns kaufen? D… du weißt doch …“
„Ich weiß, dass du nicht auf meine Kosten leben willst. Aber ich möchte mit meiner Familie einen anständigen Ort zum Wohnen haben. Dein Apartment ist keine Lösung und das weißt du auch. Lass es mich bitte tun. Es ist mir wirklich wichtig.“
„Jax …“
„Ich bitte dich.“
Lina drehte sich auf ihren Rücken und dachte weiter über die damaligen Geschehnisse nach. Sie hatte sich wirklich schwer getan, Jax’ Wunsch nachzukommen. Gleichzeitig durfte sie nicht vergessen, dass seine Bereitschaft, mit ihr in Morro Bay zu leben eine große Veränderungen für ihn bedeutete, die er nur ihr zuliebe einging. Sie mussten beide Kompromisse eingehen, wenn sie sich ein gemeinsames Leben aufbauen wollten. So kam es, dass sie zustimmte. Ihr Herz beschleunigte, als sie daran dachte, was im Anschluss geschah …
„Jax, was tust du? Ist dir was runtergefallen?
„Nein, mir ist nichts runtergefallen.“
„Und was suchst du dann da unten? Stimmt was mit dem Bodenbelag nicht?“
„Bitte sei kurz ruhig, okay? Schaffst du das, Shorty?“
Lina musste plötzlich lachen. Sie hat mit Sicherheit ziemlich blöd aus der Wäsche geguckt, als Jax vor ihr auf die Knie ging und eine kleine Schachtel aus seiner Jackentasche zückte. Wann hatte er eigentlich Zeit gehabt, einen Ring zu besorgen? Bestimmt musste ihm Helen dabei geholfen haben. Genau wie mit der Haussuche.
„Jax! Passiert das wirklich?!“
„Bitte, Shorty, sei doch endlich still.“
Lina schüttelte beim Gedanken an seinen Heiratsantrag amüsiert den Kopf. Jax war so aufgeregt gewesen und sie hatte ihn einfach nicht zu Wort kommen lassen. Der arme Kerl. Irgendwann hielt sie dann doch endlich den Mund …
„Lina Miller, bevor ich dich kannte, wusste ich nicht, wie es sich anfühlt jemanden bedingungslos zu lieben. Wenn ich an meine Zukunft denke, sehe ich als erstes dich. Möchtest du mein Herz für immer glücklich machen und den Rest des Lebens gemeinsam mit mir verbringen?“
Ein intensiver Schauer fuhr Lina bei der Erinnerung an seine Worte über den Rücken. Sie war unglaublich ergriffen gewesen und hatte auf der Stelle angefangen zu weinen. Einen Antrag von Jax hatte sie nicht im Entferntesten erwartet. Sie kannte schließlich seine bisherige Einstellung zur Ehe. Abgesehen davon war ihre Scheidung von Harvey erst seit wenigen Tagen rechtskräftig gewesen …
„Shorty … du … du darfst wieder was sagen.“
„B… bist du sicher … d… du wolltest doch nie …“
„Ich würde hier nicht vor dir knien, wenn ich mir nicht sicher wäre, Lina. Bitte … sag was.“
„Ja! Ich will den Rest des Lebens gemeinsam mit dir verbringen! Ich liebe dich, Jackson Cole!“
Lina betrachtete ihre linke Hand und lächelte. Jax’ Verlobungsring war wunderschön. Ein runder Diamant, umschlossen von kleineren Diamanten. Sie funkelten in allen Facetten im Sonnenlicht.
Seitdem sie seinen Ring trug, ging alles unglaublich schnell. Jax kaufte das Strandhaus und überließ ihr freie Hand bei der Einrichtung. Sie zogen wenige Wochen später ein und heirateten kurz darauf am gleichen Strand, ganz ohne Gäste. Es war Jax’ Herzenswunsch gewesen, Lina seinen Namen zu geben, noch bevor Miles geboren wurde. Für die Organisation einer großen Hochzeitsfeier blieb keine Zeit. Lina machte das nichts aus. Die Idee, den besonderen Moment nur mit Jax zu teilen, war ganz in ihrem Sinne …









Fängt schon mal sehr gut an 😂😂😂😂😂
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