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Der Aufstieg des Phönix

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Summary

Li-Hua und Luo-Zhi haben allen Widrigkeiten getrotzt und in der Liebe zueinander ihr Glück gefunden. Doch kaum glaubt Li-Hua, ihr neues Leben an Luo-Zhis Seite genießen zu können, warten schon die nächsten Herausforderungen. Der mysteriöse Dai Jiahong entpuppt sich als Kaiser - derselbe, der ihre Hochzeit mit Luo-Zhi angeordnet hat. Nun verlangt er, dass das Paar an den Hof zieht, wo Luo-Zhis ehemalige Geliebte Shenmi und seine erste große Liebe Xian auf sie warten. Als wäre das nicht genug, droht Luo-Zhi ein erneuter Einsatz an der Front. Inmitten von Intrigen, Machtspielen und Verrat muss Li-Hua ihren Platz am Hof finden, während ihre beste Freundin Mei-Lin mit eigenen Problemen kämpft. Wird ihre Liebe stark genug sein, um die Prüfungen des Hoflebens zu überstehen? Eine fesselnde Geschichte über Liebe, Macht und Verrat entfaltet sich.

Status
Ongoing
Chapters
29
Rating
n/a
Age Rating
16+

Kapitel 1

Luo-Zhi stand am Fenster des Zimmers, in dem er und Li-Hua bei seinen Eltern schliefen und beobachtete den Sonnenaufgang über den Dächern der Hauptstadt. Wie immer war er auch diesmal früh aufgewacht. Heute nicht wegen seiner Routine, sondern weil seine Gedanken um die bevorstehenden Herausforderungen am kaiserlichen Hof kreisten, die ihn und Li-Hua dort erwarteten.

Besonders die Aussicht, dass Li-Hua dort auf Shenmi und Xian treffen würde, bereitete ihm Sorgen. Er seufzte tief und fuhr sich mit der Hand durchs Haar. Shenmi war das kleinere Problem - Li-Hua kannte sie bereits und hatte bei ihrer ersten Begegnung bewiesen, dass sie damit umgehen konnte. Aber Xian...

Bei dem Gedanken an seine erste große Liebe wurde ihm schwer ums Herz. Vor nicht einmal zwei Jahren war er noch davon ausgegangen, dass er Xian heiraten würde. Doch dann kam alles anders. Ihr Vater arrangierte eine Ehe mit dem aufstrebenden Minister Hong Wangfu, der Xian nur als Gebärmaschine betrachtete. Und weil Xian eben so war, wie sie war - pflichtbewusst und stolz - akzeptierte sie das. Dies hatte ihn am meisten verletzt.

Als Xian letztes Jahr ihr erstes Kind bekam und es ein Mädchen war, verspürte er kurz Schadenfreude. Ein Gefühl, das nicht lange anhielt. Seine Beziehung zu Shenmi dagegen war von Leidenschaft und Frust geprägt, nicht aber von Liebe - zumindest nicht seinerseits. Zudem war ihm damals schon bewusst, was alle bei Hofe wussten: Shenmi schlief mit jedem Mann, von dem sie sich Vorteile versprach. Auch heute war das sicherlich nicht anders.

Er wandte sich um und betrachtete Li-Hua, die noch friedlich schlief. Das sanfte Morgenlicht ließ ihr Gesicht noch zarter erscheinen. Er hätte ihr längst von Xian erzählen sollen, das wurde ihm nun schmerzlich bewusst. Stattdessen hatte er dieses Gespräch immer wieder aufgeschoben, aus Angst vor Li-Huas Reaktion.

»Luo-Zhi...«, hörte er Li-Hua leise in die Kissen hinein murmeln. »Ich liebe dich.«

Luo-Zhi seufzte schwer. Die Worte seiner schlafenden Frau trafen ihn tief. Er liebte sie auch, mehr als er je für möglich gehalten hätte. Gerade deshalb fürchtete er sich davor, ihr von seiner Vergangenheit zu erzählen. Was, wenn sie ihn danach anders sehen würde? Er musste zugeben, dass er davor wirklich Angst hatte.


Luo-Zhi betrachtete Li-Huas schlafende Gestalt und spürte, wie sich sein Herz zusammenzog. Sie wirkte so jung, so verletzlich in diesem Moment. Der Gedanke, dass sie bald den Intrigen und der Grausamkeit des Hofes ausgesetzt sein würde, bereitete ihm Sorgen. Er trat leise vom Fenster weg und setzte sich auf die Bettkante. Seine Hand strich sanft über Li-Huas Wange.

Sie schmiegte sich unbewusst in seine Berührung, ein leichtes Lächeln auf ihren Lippen. »Was habe ich nur getan, dass ich dich verdiene?«, flüsterte er kaum hörbar.

Seine Gedanken wanderten zurück zu dem Tag, als der Kaiser ihm eröffnete, dass er Li-Hua heiraten würde. Damals hatte er protestiert, hatte argumentiert, dass sie zu jung sei, dass er nicht der richtige Mann für sie wäre. Jetzt aber konnte er sich ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen.

Li-Hua bewegte sich im Schlaf, ihre Hand tastete nach seiner. »Bleib bei mir«, murmelte sie.

»Immer, mein Herz«, antwortete er leise, obwohl er wusste, dass sie ihn nicht hören konnte.

Er musste an die bevorstehenden Herausforderungen denken. Der Hof war ein gefährlicher Ort, besonders für jemanden wie Li-Hua, die so aufrichtig und unverbraucht war. Shenmi würde keine Gelegenheit auslassen, sie zu provozieren, und Xian... Xian würde mit ihrer bloßen Anwesenheit Fragen aufwerfen, die er längst hätte beantworten müssen.


Ein leises Klopfen an der Tür riss ihn aus seinen Gedanken. »Herein«, sagte er leise, bemüht, Li-Hua nicht zu wecken. Die Tür öffnete sich einen Spalt, und seine Mutter trat ein.

Lady Yiu blieb im Türrahmen stehen, ihr Blick wanderte zwischen ihm und der schlafenden Li-Hua hin und her.

»Es ist gerade ein Bote eingetroffen: Der Kaiser erwartet euch heute Mittag«, sagte sie mit gedämpfter Stimme. »Du solltest sie wecken. Es gibt viel vorzubereiten.«

Luo-Zhi nickte seiner Mutter zu. »Danke, Mutter. Wir werden bereit sein.« Lady Yiu zögerte einen Moment. »Luo-Zhi... sei vorsichtig bei Hofe. Besonders mit...«

Sie warf einen bedeutungsvollen Blick auf Li-Hua.

»Ich weiß«, unterbrach er sie. »Wir sprechen später darüber.«

Seine Mutter presste die Lippen zusammen, nickte aber kurz und zog sich zurück.

Als die Tür sich schloss, wandte Luo-Zhi sich wieder Li-Hua zu. Sie sah so friedlich aus, dass es ihm widerstrebte, sie zu wecken. Doch sie hatten keine Wahl. »Li-Hua«, flüsterte er und strich ihr sanft über die Wange. »Mein Herz, du musst aufwachen.«

Sie bewegte sich leicht, ihre Augen flatterten. »Luo-Zhi?«, murmelte sie verschlafen. »Du bist schon wach?«

Luo-Zhi nickte. »Schon eine ganze Weile, ja. Der Sonnenaufgang war wunderschön.«

Luo-Zhi lächelte sanft, als Li-Hua sich aufsetzte und verschlafen ihre Augen rieb. »Was ist los?«

»Der Kaiser erwartet uns heute Mittag bei Hofe«, sagte er behutsam und beobachtete ihre Reaktion.

Li-Hua erstarrte kurz, dann nickte sie. »Deswegen warst du so früh wach«, stellte sie fest. Ihre Stimme klang ruhiger, als er erwartet hatte.

»Unter anderem«, gab er zu. Seine Gedanken wanderten wieder zu Xian und den bevorstehenden Herausforderungen. Er musste Li-Hua unbedingt von ihr erzählen, bevor sie bei Hofe auf sie trafen. Aber nicht jetzt, nicht in diesem Moment.

»Li-Hua«, begann er zögernd, »bei Hofe... es wird nicht einfach für uns werden. Es gibt Dinge - Menschen - von denen ich dir erzählen muss. Aber dafür brauchen wir Zeit und Ruhe.«

Er küsste sie kurz. »Meine Eltern warten sicher schon mit dem Frühstück unten. Wir sollten sie sie nicht warten lassen.«

Er grinste kurz. »Auch wenn ich mit dir wirklich sehr gerne andere Dinge tun würde, als nur zu frühstücken.«

»Luo-Zhi!« Li-Hua warf eines der Kissen nach ihm, welchem er aber ohne Mühe auswich.

Luo-Zhi fing das Kissen geschickt auf und lachte leise. »Was denn? Ich sage nur die Wahrheit.«

Er setzte sich wieder zu ihr aufs Bett und strich ihr sanft eine verirrte Haarsträhne aus dem Gesicht. Seine Heiterkeit verflog jedoch schnell, als er den nachdenklichen Ausdruck in ihren Augen sah. Er wusste, dass sie über seine Worte von vorhin nachdachte - über die Menschen bei Hofe, von denen er ihr erzählen musste.

»Li-Hua«, sagte er ernst, »ich verspreche dir, wir werden heute Abend in Ruhe reden. Über alles. Aber jetzt müssen wir uns auf den Besuch beim Kaiser vorbereiten.«

Er stand auf und reichte ihr die Hand. »Komm, lass uns frühstücken. Meine Mutter wird schon ungeduldig sein, und du weißt ja, wie sie werden kann.«

Als Li-Hua seine Hand ergriff und sich erhob, zog er sie noch einmal kurz an sich. »Was auch immer heute geschieht«, flüsterte er in ihr Haar, »vergiss nicht, dass ich dich liebe.«

Er spürte, wie sie sich in seine Umarmung schmiegte, und für einen kostbaren Moment vergaß er all seine Sorgen um Xian, den Hof und die Zukunft. Doch sie konnten nicht ewig hier bleiben.

Mit einem letzten Kuss löste er sich von ihr. »Ich lasse dir einen Moment Zeit, dich fertig zu machen«, sagte er und ging zur Tür. »Soll ich Mei-Lin rufen lassen?«

»Ja, das wäre nett.« Li-Hua lächelte ihn an. »Anders als zuhause kann ich ja nicht einfach in meinem Nachtkleid über den Flur gehen.«

Luo-Zhi lächelte bei ihrer Bemerkung, während er die Tür öffnete. »Nein, das wäre hier wohl nicht angebracht. Auch wenn der Anblick sicher reizvoll wäre.«

Er trat auf den Flur hinaus und gab einer Dienerin Bescheid, Mei-Lin zu holen.

Während er wartete, lehnte er sich an die Wand und ließ seinen Blick durch das Fenster schweifen. Der Morgen war klar und kühl, perfektes Wetter für Unternehmungen wie zum Beispiel einen Ausritt. Doch dazu würden sie heute nicht kommen.

Seine Gedanken wanderten zu den bevorstehenden Herausforderungen. Der Kaiser würde zweifellos seine eigenen Pläne haben, und dann war da noch die Sache mit Xian...

Er seufzte leise. Er hätte Li-Hua schon längst von ihr erzählen sollen. Schritte näherten sich, und er sah Mei-Lin den Gang herunterkommen.

»Guten Morgen, General Qing«, grüßte sie mit einer leichten Verbeugung.

»Guten Morgen, Mei-Lin. Li-Hua braucht deine Hilfe. Wir werden heute Mittag bei Hofe erwartet.«

Er sah, wie sich Mei-Lins Augen weiteten. »Bei Hofe? Und wieso erfahre ich das erst jetzt?«

»Weil ich es bis vor einer halben Stunde auch noch nicht wusste«, entgegnete Luo-Zhi. Er hatte Mei-Lin, die mehr eine beste Freundin von Li-Hua als eine Dienerin war, in den letzten Monaten zu schätzen gelernt.

Luo-Zhi beobachtete, wie Mei-Lin die Tür zu ihrem Zimmer öffnete und zu Li-Hua hineinging. Er konnte ihre gedämpften Stimmen hören, als sie sich begrüßten. Mit einem letzten Blick auf die geschlossene Tür machte er sich auf den Weg nach unten.


Im Esszimmer warteten bereits seine Eltern. Seine Mutter saß kerzengerade am Tisch, während sein Vater in eine Schriftrolle vertieft war, einer der militärischen Berichte für die Arbeit im Regiment.

»Ah, da bist du ja«, begrüßte Feng ihn. »Wo ist Li-Hua?«

»Mei-Lin ist gerade bei ihr und hilft ihr sich anzukleiden«, antwortete Luo-Zhi und setzt sich neben ihn und griff nach der Teeschale, die eine Dienerin ihm einschenkte. »Sie wird gleich hier sein.«

»Hast du ihr schon von Xian erzählt?«, fragte Lady Yiu unvermittelt.

Luo-Zhi versteifte sich. »Nein, Mutter. Noch nicht.«

»Du solltest es tun, bevor ihr bei Hofe eintrefft«, mahnte sie. »Es wäre unklug, sie unvorbereitet in diese Situation zu bringen.«

»Ich weiß«, erwiderte er mit einem Seufzen. »Ich werde es ihr heute Abend sagen.«

Feng legte seine Schriftrolle beiseite. »Heute Abend könnte zu spät sein, mein Sohn. Du weißt, wie der Kaiser ist. Er könnte durchaus darauf bestehen, dass ihr gleich dort bleibt.«

Luo-Zhi rieb sich müde die Schläfen. Seine Eltern hatten Recht, das wusste er. Aber wie sollte er Li-Hua all das erklären? Die Sache mit Xian, seine Vergangenheit, die komplizierte Situation bei Hofe...

»Sie ist stärker als du denkst«, sagte Feng, als hätte er seine Gedanken gelesen. »Sie hat das gestern im Gerichtssaal bewiesen.«

»Ich weiß«, murmelte Luo-Zhi. »Aber sie ist auch jung und unerfahren, was die Intrigen bei Hofe angeht. Und Shenmi wird keine Gelegenheit auslassen, ihr zu schaden. Sie wird schon genug damit zu tun haben, sich dagegen zu wehren. Ich will ihr nicht unnötig Sorgen bereiten. Zwischen mir und Xian ist außerdem nichts mehr.«

»Nichts mehr zu sein bedeutet nicht, dass es nie etwas gab«, erwiderte Lady Yiu streng. »Li-Hua hat ein Recht darauf, die Wahrheit zu erfahren. Besonders da Xian nun wieder schwanger ist.«

Luo-Zhi zuckte zusammen. »Woher weißt du das?«

»Die Neuigkeiten verbreiten sich schnell bei Hofe und inzwischen ist es wohl gut sichtbar«, antwortete seine Mutter. »Hong Wangfu macht kein Geheimnis aus seiner Hoffnung auf einen Sohn. Man sagt, dass er einen regelrechten Wutausbruch hatte, als Xian ihm letztes Jahr eine Tochter geboren hat.«

»Wangfu ist ein Narr«, knurrte Luo-Zhi, der den Minister aus vielerlei Gründen nicht ausstehen konnte. »Er behandelt Xian wie...«

»Wie eine Gebärmaschine, ja«, unterbrach Feng ihn. »Aber das ist nicht mehr dein Problem, mein Sohn. Deine Sorge sollte jetzt Li-Hua gelten.«

Luo-Zhi seufzte schwer. »Ich weiß, Vater. Li-Hua ist jetzt meine Frau, und ich liebe sie. Aber das macht es nicht einfacher, ihr von Xian zu erzählen.«

»Niemand sagt, dass es einfach sein wird«, erwiderte Lady Yiu streng. »Aber je länger du wartest, desto schwieriger wird es. Besonders wenn sie es von jemand anderem erfährt.«

»Wie zum Beispiel von Shenmi«, fügte Feng hinzu. »Du weißt, wie sie ist. Sie wird keine Gelegenheit auslassen, Li-Hua zu verletzen.«

Luo-Zhi spürte, wie Wut in ihm aufstieg bei dem Gedanken an Shenmi. Vor nicht einmal ganz zwei Wochen war er mit Li-Hua in der Stadt Tee trinken gewesen und im Teehaus war ihnen Shenmi begegnet. Ohne Scham zu verspüren hatte Shenmi ihn quasi in ihr Bett eingeladen. Luo-Zhi war noch immer überrascht davon wie würdevoll und ruhig, wenn auch selbstsicher Li-Hua ihr die Stirn geboten hatte.

Luo-Zhi ballte unwillkürlich seine Fäuste bei der Erinnerung an Shenmis schamloses Verhalten. »Li-Hua hat sich Shenmi gegenüber bemerkenswert verhalten. Aber Xian... das ist etwas anderes.«

»Inwiefern?«, fragte Lady Yiu mit hochgezogener Augenbraue.

»Shenmi war eine Affäre, nichts weiter. Xian...« Er brach ab und starrte in seine Teeschale. »Mit Xian wollte ich eine Zukunft aufbauen. Eine Familie gründen. Und jetzt trägt sie Wangfus zweites Kind.«

»Umso wichtiger ist es, dass Li-Hua es von dir erfährt«, sagte Feng sanft. »Sie muss verstehen, warum die Situation bei Hofe so heikel sein wird.«

»Und was soll ich ihr sagen?«, fragte Luo-Zhi frustriert. »Dass ich vor zwei Jahren noch eine andere heiraten wollte? Dass diese Frau nun mit einem Mann verheiratet ist, den ich verachte?«

»Die Wahrheit«, erwiderte Yiu schlicht. »Li-Hua ist klug genug zu verstehen, dass du eine Vergangenheit hast. Gerade bei eurem Altersunterschied. Was sie nicht verstehen wird, ist, wenn du sie anlügst.«

Luo-Zhi sprach es nicht aus, doch insgeheim musste er seiner Mutter zustimmen. Er war derjenige, der Li-Hua schon bei ihrer Hochzeit um bedingungslose Ehrlichkeit gebeten hatte. Da wusste er noch nicht, wie schwer ihm dies selbst fallen würde.

Er hörte Schritte auf dem Gang und verstummte. Einen Moment später betrat Li-Hua den Raum, gefolgt von Mei-Lin. Sie trug einen der neuen Hanfu, die er bei Madame Lin hatte anfertigen lassen, in einem zarten Blau, der ihre Augen betonte. Das modifizierte Wappen der Qing-Familie war kunstvoll auf der Brust eingestickt.

»Guten Morgen«, grüßte sie höflich und verneigte sich vor seinen Eltern.

Yiu musterte ihre Schwiegertochter mit scharfem Blick. »Der Hanfu steht dir gut«, sagte sie. »Eine angemessene Wahl für den Hof.«

Luo-Zhi beobachtete, wie Li-Hua sich neben ihn setzte. Sie wirkte ruhig und gefasst, doch er kannte sie gut genug, um die leichte Anspannung in ihrer Haltung zu bemerken.

»Der Kaiser erwartet uns in wenigen Stunden«, sagte Feng und rollte seine Schriftrolle zusammen. »Wir sollten uns bald auf den Weg machen.«

Luo-Zhi sah zu Li-Hua hinüber. Sie nickte leicht, doch in ihren Augen konnte er die unausgesprochenen Fragen sehen. Er wusste, dass er nicht mehr lange warten konnte, ihr die Wahrheit zu sagen. Die Zeit drängte, und bei Hofe würden die Dinge nur noch komplizierter werden.


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