unleashed passion

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Summary

๐„๐ข๐ง๐ž ๐†๐ž๐ฌ๐œ๐ก๐ข๐œ๐ก๐ญ๐ž รผ๐›๐ž๐ซ ๐Œ๐ฎ๐ญ, ๐•๐ž๐ซ๐ฅ๐š๐ง๐ ๐ž๐ง ๐ฎ๐ง๐ ๐๐ข๐ž ๐…๐ซ๐š๐ ๐ž, ๐ฐ๐š๐ฌ ๐ฐ๐ข๐ซ๐ค๐ฅ๐ข๐œ๐ก ๐ณรค๐ก๐ฅ๐ญ. แšแš”แš”แš”แš”แš”แš”แš”แš’แš’โœฝแš’แš’แš”แš”แš”แš”แš”แš”แš”แš Fรผr Alina gibt es nur ein Ziel: Endlich als Fotografin durchstarten und ihre Karriere รผber kleine Privatauftrรคge hinausbringen. Doch an ihrem Geburtstag lรคuft alles anders als geplant. Ihre Freundinnen schleppen sie in eine Bar - eine รœberraschung, auf die Alina gerne verzichtet hรคtte. Der Abend nimmt eine gefรคhrliche Wendung. Nur das beherzte Eingreifen des wortkargen Barkeepers rettet sie vor Schlimmerem. Tage spรคter, sucht Alina die Bar erneut auf, um ihm persรถnlich zu danken. Was sie jedoch nicht erwartet: Seine Ausstrahlung, seine Prรคsenz - sie รผbertrifft alles, was sie je gesehen hat. Spontan fragt sie ihn, ob er fรผr ein Fotoshooting Modell stehen wรผrde. Wider Erwarten willigt er ein, und Alina glaubt, mit seiner markanten Erscheinung endlich den Durchbruch schaffen zu kรถnnen. Doch was als kรผnstlerisches Projekt beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Spiel aus Anziehung, Leidenschaft und Geheimnissen. Kann Alina den Fokus auf ihre Karriere halten, oder wird sie in das sinnliche Feuer hineingezogen, das zwischen ihr und Caden immer stรคrker lodert?

Status
Ongoing
Chapters
21
Rating
5.0 2 reviews
Age Rating
18+

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Der Cocktail spritzte auf ihre Bluse, als sie sich durch die รผberfรผllte Bar zu mir durchkรคmpfte. Genervt knallte Nora ihr Glas auf den massiven Holztisch, musterte ihre Bluse und reichte mir dann mein Getrรคnk.

"Verdammt", murmelte sie, bevor sie sich mit einem genervten Seufzen neben mich auf die Bank fallen lieรŸ. "Das sรผรŸe Zeug hinterlรคsst bestimmt Flecken." Mit einem zerknรผllten Taschentuch rubbelte sie รผber den Stoff, gab es jedoch nach ein paar Sekunden frustriert auf.

"Das passiert, wenn man sich durch die Menge schiebt wie ein Berserker", sagte ich trocken und griff nach meinem Cocktail. Ein sรคuerlich-sรผรŸer Geschmack breitete sich in meinem Mund aus, gefolgt von einem krรคftigen Alkohol-Kick. Ich schรผttelte mich kurz und lieรŸ meinen Blick รผber die wogende Menschenmenge schweifen.

"Wenn es nach dir ginge, wรผrdest du doch alleine zuhause sitzen und irgendeine Serie schauen", sagte Nora und fixierte mich mit diesem typischen, herausfordernden Blick, den sie immer hatte, wenn sie etwas durchsetzen wollte.

"Vielleicht", gab ich zu, wรคhrend ich den Strohhalm zwischen meinen Lippen drehte.

"Also sei froh, dass wir dich rausgeschleppt haben. Was fรผr ein armseliger Geburtstag wรคre das sonst bitte, Alina?"

Ich zuckte mit den Schultern und sah demonstrativ auf die Uhr. "Ab einem bestimmten Alter macht man sich nichts mehr aus Geburtstagen, hab ich gehรถrt. Scheint zu stimmen."

"Ach komm schon", sagte sie und lieรŸ das Taschentuch endgรผltig sinken. Ihre Brillenglรคser reflektierten das grelle Licht der Umgebung. "Es wartet doch eh niemand auf dich zuhause. Also lass uns feiern."

Ihr Grinsen verriet, dass sie genau wusste, wo sie ansetzen musste. Und obwohl ihre Worte stachen, wusste ich, dass sie es gut meinte. Typisch Nora โ€“ immer ehrlich, manchmal ein bisschen zu sehr.

"Du musst echt mal aus deinem Schneckenhaus rauskommen," meinte Nora, bevor sie einen Schluck von ihrem Cocktail nahm. Ihre blonden Strรคhnen fielen ihr ins Gesicht, doch sie strich sie nicht zur Seite. "Wir sind keine Studentinnen mehr, Alina. Wenn du dich weiter so zurรผckziehst, wirst du wirklich noch diese verrรผckte Katzenlady, die mit ihrer dritten Katze Hochzeit feiert."

Ich hob eine Braue und legte den Kopf schief. "Und wenn schon? Katzen sind wenigstens nicht so laut wie diese Bar," erwiderte ich trocken und deutete auf die vibrierende Menge um uns herum. "Wo ist eigentlich Sophie?"

Nora lieรŸ ihre Schultern locker fallen und drehte das Glas zwischen ihren Fingern. "Wahrscheinlich macht sie das, was du auch mal probieren solltest: flirten. Sich amรผsieren. Das Leben genieรŸen." Ein breites, fast provokantes Grinsen legte sich auf ihr Gesicht. "Wรคre echt mal an der Zeit, findest du nicht?"

Ich schnaubte leise, mehr aus Gewohnheit als aus echter Verรคrgerung, und lieรŸ meinen Blick durch die Menschenmenge wandern. "Interessant, wie du mir predigst, dass wir keine Studentinnen mehr sind, wรคhrend Sophie sich hier auffรผhrt, als hรคtte sie gerade erst ihren ersten Wodka-Mix entdeckt."

"Das nennt man jugendlichen Geist," konterte Nora und hob ihr Glas wie zum Toasten. "Du solltest dir ein Beispiel nehmen."

Ich verzog die Lippen zu einem schiefen Lรคcheln und schรผttelte den Kopf. "Und was mache ich, wenn dieser jugendliche Geist morgen frรผh mit einem Kater im Bett liegt?"

"Genau das ist der Plan, Alina." Ihre Stimme klang triumphierend, fast so, als hรคtte sie diesen Punkt schon lรคngst gewonnen.

Selbst wรคhrend meines Studiums der visuellen Kommunikation war ich nie mit einem Kater aufgewacht. Warum Nora also glaubte, dass sich das mit meinen zweiunddreiรŸig Jahren plรถtzlich geรคndert hรคtte, blieb ein Rรคtsel. Ich schรคtzte ihre Bemรผhungen, aber tief in ihrem Inneren wusste sie genauso gut wie ich, dass mir schon seit einer gefรผhlten Ewigkeit weder nach Feiern noch nach SpaรŸ zumute war.

"Hรถr zu, Alina," begann Nora mit einem sanften, aber bestimmten Ton, wรคhrend sie meine Hand nahm. "Du brauchst eine Pause. Eine richtige Auszeit. Das wรผrde dir guttun. Du machst dir viel zu viele Gedanken โ€“ immer und รผber alles. Und ich weiรŸ, dass es beruflich gerade nicht so lรคuft, wie du es dir vorgestellt hast. Aber mal ehrlich: Es kรถnnte auch schlimmer sein."

Ihr Blick wurde fรผr einen Moment weicher, bevor sie mir ein verschwรถrerisches Zwinkern schenkte. "Also vergiss das alles โ€“ wenigstens fรผr heute. Komm schon, hab ein bisschen SpaรŸ und lass deinen Frust... anderswo raus." Ihre Stimme senkte sich, als sie unauffรคllig zur Bar nickte. "Hast du die Barkeeper gesehen? Echte Schnuckelchen. Was meinst du? Wir trinken aus, holen uns Nachschub und probieren dabei die 'sรผรŸes-naives-Mรคdchen'-Nummer aus."

Einen langen Moment hielt ich Nora mit meinem Blick fest. Ihre strahlend blauen Augen funkelten vor Hoffnung und einer Spur von Triumph, als wรคre sie sicher, dass ich mich ihrem Plan beugen wรผrde. Ich seufzte schwer, griff nach meinem Glas und kippte den Cocktail in einem Zug hinunter. Der scharfe Nachgeschmack lieรŸ mich unwillkรผrlich das Gesicht verziehen.

"Also gut", gab ich schlieรŸlich nach und schรผttelte mich leicht. "Aber diese Masche รผberlasse ich dir. Ich bleibe bei der Katzenlady-Nummer."

Nora grinste siegessicher, wie jemand, der gerade eine hitzige Diskussion gewonnen hatte. Ohne zu zรถgern, leerte sie ihr Glas ebenfalls. Gemeinsam bahnten wir uns mit den leeren Glรคsern den Weg zur Bar. Es war unverkennbar: In der letzten halben Stunde hatte sich die Bar noch weiter gefรผllt. รœberall waren Menschengruppen, die sich lautstark unterhielten oder im Takt der Musik wippten. Einige standen eng beieinander, andere hatten sich in die Ecken verzogen โ€“ und dann gab es die Pรคrchen, deren Hormone offenbar gerade รœberstunden schoben.

Zwischen all dem Chaos erspรคhte ich schlieรŸlich Sophie, die sich inmitten des bunten Treibens an einem Tisch positioniert hatte. Ihre Kรถrpersprache war unmissverstรคndlich โ€“ mit einer Mischung aus Lรคcheln, gespielter Zurรผckhaltung und subtilen Berรผhrungen flirtete sie gerade heftig mit einem jungen Mann. So war sie schon immer: Sie verschwand einfach aus der Gruppe, mischte sich unter die Leute und tauchte dann wieder auf, wenn es Zeit war, nach Hause zu gehen. Das hatte sich nie geรคndert. Oder vielleicht hatte sie auch schon mehr Cocktails intus, als ich mitbekommen konnte.

Es dauerte eine Weile, bis Nora und ich uns schlieรŸlich durch die Menschenmenge zur Bar gekรคmpft hatten. Ich war zwar nicht begeistert, hier zu sein, aber neugierig, ob die Barkeeper tatsรคchlich so attraktiv waren, wie Nora behauptet hatte. Als wir an der Theke standen, lehnte meine Freundin mit einer entspannten Haltung ihre Arme auf die Bar und schob ihr leeres Glas mit einer eleganten Bewegung in Richtung des Barkeepers. Dieser blickte von seiner Arbeit auf โ€“ er war gerade dabei, drei Bier zu servieren โ€“ und sah uns dann aufmerksam an. Sein etwas zerzaustes blondes Haar schimmerte fast unter dem grellen Licht der Theke.

"Was ist das? Schon fertig?" kommentierte er, als er Noras Glas sah. "Die Mischung ist zum GenieรŸen da, SรผรŸe", neckte er sie und grinste dabei, wobei er seine weiรŸen Zรคhne entblรถรŸte.

Nora neigte ihren Kopf mit einem sรผffisanten Lรคcheln zur Seite und zeigte auf mein ebenfalls leeres Glas. "Noch einmal das Gleiche fรผr uns", sagte sie selbstsicher und winkte ab, als wรผrde sie die Situation vollkommen im Griff haben. "Wir kรถnnen das ab, glaub mir, SรผรŸer."

Der Barkeeper musterte Nora mit einem amรผsierten Funkeln in den Augen, bevor er den Kopf schรผttelte und unsere leeren Glรคser an sich nahm. Ohne Hast begann er, uns ein neues Getrรคnk zu mixen. Ich hingegen stรผtzte meinen Arm auf die Theke und lieรŸ mein Kinn in die Handflรคche sinken. Sicher, der Blondschopf war attraktiv โ€“ schlieรŸlich stellte man solche Leute nicht ohne Grund ein. Aber ich brauchte keinen Blickwechsel mit Nora, um zu wissen, dass er eher ihrem Typ entsprach als meinem.

Dasselbe galt รผbrigens auch fรผr die beiden Kellnerinnen, die zwischen den Tischen umherwuselten. Ihr makelloses Aussehen war offensichtlich Teil des Geschรคftsmodells: Je anziehender das Personal, desto mehr Drinks wรผrden bestellt โ€“ vielleicht in der Hoffnung, irgendeinen Funken Aufmerksamkeit vom Gegenรผber zu erhaschen. Aber am Ende war es doch immer nur ein Job fรผr sie, nicht mehr und nicht weniger.

Von dem zweiten Barkeeper fehlte รผbrigens jede Spur. Soviel also dazu, dass ich mich heute mal auf einen Flirt einlassen sollte ...

Beilรคufig lieรŸ ich meinen Blick durch die Menge schweifen. Solche Menschenauflรคufe waren noch nie mein Ding gewesen, selbst wenn ich die guten Absichten meiner Freundinnen zu schรคtzen wusste. Alles war zu laut, zu eng, zu chaotisch โ€“ und mit Alkohol intus wirkte die Menge noch unberechenbarer.

"Und? Was Spannendes entdeckt?" Nora stieรŸ mich mit dem Ellbogen an, gerade als uns unsere neuen Getrรคnke serviert wurden.

"Wer nichts sucht, findet auch nichts", entgegnete ich und zog mein Glas zu mir heran.

Nora schenkte mir einen kurzen Seitenblick, bevor sie sich mit einem zuckersรผรŸen Lรคcheln dem Blondschopf hinter der Theke zuwandte. "Hey, sag mal, wo steckt eigentlich dein Kollege?"

Der Barkeeper hielt in seiner Bewegung inne und zog eine Augenbraue hoch, bevor ein ahnungsvolles Grinsen seine Mundwinkel hob. "Im Lager. Wieso? Soll er euch das nรคchste Glas bringen?" Sein Tonfall verriet, dass diese Frage fรผr ihn schon รถfter Thema gewesen war โ€“ und dass er wenig begeistert davon war. Ein winziger Stich von Eifersucht lag in seiner Stimme, den selbst ich wahrnehmen konnte.

"Aber, aber", setzte Nora an und lehnte sich leicht vor, "ich nehme meine Drinks nur von dir, SรผรŸer." Ihr Blick flackerte kurz zu mir hinรผber, und ich wusste, dass jetzt etwas kam, das mich am liebsten unsichtbar machen wรผrde. "Meine Freundin hat heute Geburtstag, weiรŸt du? Ich glaube kaum, dass du es mit zwei Ladys aufnehmen kรถnntest."

Ich unterdrรผckte ein Stรถhnen und rollte innerlich die Augen, wรคhrend ich am liebsten im Boden versunken wรคre. Geburtstagsrabatt? Ernsthaft? Ich nahm einen groรŸen Schluck aus meinem Glas, um meine Verlegenheit herunterzuspรผlen, und hoffte, dass sich die Aufmerksamkeit schnell wieder von mir ablenkte.

"Dann sag ich mal Glรผckwunsch", sagte der Barkeeper mit einem charmanten Lรคcheln und richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf Nora. "Was ich alles draufhabe, kannst du dir gar nicht vorstellen."

Gut. Ich war abgehakt. Mir recht.

"Ohh", prostete Nora spielerisch. "Hรถrt, hรถrt. Reden kรถnnen sie alle. Die meisten Kerle trรคumen von einem Erlebnis mit zwei Ladys, aber wennโ€™s drauf ankommt, kriegen sie nicht mal das hin. Du meinst, du wรคrst anders, ja?"

"Hey!" Ich stieรŸ Nora unauffรคllig in die Seite und zischte ihr zu: "Lass mich da raus! Ich hab echt keine Lust auf so ein Gesprรคch."

Nora lachte leise und winkte ab. "Bleib locker, Alina. Alles nur SpaรŸ. Einschรคtzung, aus der Reserve locken, du weiรŸt schon. So flirtet man eben."

"Gut, dann flirte alleine", erwiderte ich gereizt. "Ich kann fรผr mich selbst sprechen, danke."

Sie zog spรถttisch eine Augenbraue hoch. "Oh, meinst du damit: gar nicht?"

Ich biss mir auf die Zunge, um keine bissige Antwort zu geben, und nahm stattdessen einen Schluck aus meinem Glas. "Mir wรคre es lieber, wir gehen irgendwohin, wo es nicht so voll ist."

"Freitagabend. Nicht voll?" Nora lachte laut auf und hob ihr Glas. "Trรคum weiter. Heute wird nicht gedacht, sondern gelebt!" Sie stieรŸ ihr Glas klirrend gegen meines und nahm einen langen Schluck.

Ich verdrehte die Augen. Sie hatte leicht reden. Ihr Job lief blendend, ihre Selbststรคndigkeit als Kosmetikerin boomte. Sie musste sich keine Sorgen machen, ob sie ihre Miete bezahlen konnte oder nicht. Ich hingegen war froh, wenn ich als Fotografin ein paar private Auftrรคge ergatterte. Hochzeiten und Geburtstage kamen selten genug, um finanziell wirklich etwas zu bewegen.

Natรผrlich hatte ich gewusst, dass es schwer werden wรผrde, sich einen Namen zu machen. Aber nach zwei Jahren voller Hoffnungen, Bewerbungen und endloser Eigenwerbung fรผhlte ich mich ausgelaugt. Mein Portfolio war wie ich: ausgebrannt und langweilig. Es fiel mir zunehmend schwer, daran zu glauben, dass ich irgendwann fรผr eine Agentur arbeiten oder mit Models zusammenarbeiten wรผrde. Der groรŸe Traum rรผckte mit jedem Tag ein Stรผck weiter weg.

Ich vermied es, auf Noras Bemerkung einzugehen, und leerte mein Glas in einem Zug. Wahrscheinlich hatte sie recht. Vielleicht sollte ich wirklich aufhรถren, in Selbstmitleid zu versinken, und den Abend einfach hinter mich bringen. Doch fรผr das Abenteuer, das sie sich fรผr mich vorstellte, war ich eindeutig nicht zu haben. Nora konnte ruhig mit dem Blondschopf flirten, genauso wie Sophie ihre kleinen Abenteuer erleben durfte โ€“ ich gรถnnte es ihnen. Aber ich? Ich fรผhlte mich hier fehl am Platz.

"Bestell schon mal nach, ich schnapp ein bisschen frische Luft", sagte ich schlieรŸlich und schob mich von der Theke weg.

"Was? Ich komm mit! Du willst doch nicht etwa abhauen, oder?"

Ich schรผttelte amรผsiert den Kopf. "Meine Freundin lรคdt mich auf teure Drinks ein. Glaubst du, ich bin so blรถd, das nicht auszunutzen?"

Nora runzelte kurz die Stirn, bevor sie grinste. "Touchรฉ. Aber machโ€™s nicht zu lange. Ich komm gleich nach."

Ein kurzes Nicken, dann drehte ich mich um und kรคmpfte mich durch die Menge. Als ich endlich die Tรผr erreichte, schlug mir kรผhle, klare Luft entgegen. Erleichtert atmete ich aus, streckte mich und lieรŸ den Stress der stickigen Bar von mir abfallen. Die StraรŸe war รผberraschend leer, fast surreal ruhig. Vermutlich fรผllten sich gerade alle Lokale der Umgebung, und die betrunkenen Heimwege wรผrden erst spรคter beginnen.

Ich zog meine Zigarettenschachtel aus der Tasche und zรผndete mir eine an. Eigentlich war ich nur Gelegenheitsraucherin, aber in letzter Zeit griff ich รถfter zur Schachtel, als mir lieb war. Es war zum Verrรผcktwerden, wenn der Kopf einfach nicht die Klappe hielt und sich in Endlosschleifen verfing. Der Rauch stieg in die kalte Nachtluft, wรคhrend ich zur Seite trat, um neuen Gรคsten nicht im Weg zu stehen.

Ein junger Mann hielt jedoch vor der Tรผr inne, wรคhrend seine Freunde lachend und lautstark die Bar betraten. Sein Blick ruhte auf mir, und ich konnte erahnen, was er wollte.

"Hier", sagte ich und zog ihm ohne Umschweife eine Zigarette aus der Schachtel. "Oder was starrst du so unbeholfen?" Herrje, war ich so schroff, oder setzte der Cocktail langsam ein?

Er schรผttelte den Kopf und hob abwehrend die Hรคnde. "Nee, lass mal. Bin weg davon." Seine Stimme klang schwer, wie jemand, der schon viele Bars hinter sich hatte โ€“ und vielleicht noch mehr Glรคser.

"Gute Entscheidung." Ich lรคchelte flรผchtig und schnippte ein wenig Asche auf den Boden. "Das Zeug hier drin ist aber auch nicht besser."

Er lachte kurz und schรผttelte erneut den Kopf, bevor er mich musterte, als wollte er noch etwas sagen. Ich spรผrte, wie die Stille zwischen uns sich ausdehnte, und mein Herz schlug einen Hauch schneller.

Ich nahm noch einen Zug und blies den Rauch langsam aus.

Gut, Alina. Zeit, das hier zu beenden, bevor du dich vรถllig blamierst.

"Also dann, genieรŸ den Abend", sagte ich locker und trat ein paar Schritte zurรผck in die Kรคlte. Nora wรผrde ohnehin bald nach drauรŸen kommen. Und sie war eindeutig besser in solchen Gesprรคchen als ich.

Doch der junge Mann kam ein paar Schritte nรคher, und seine Freunde verschwanden hinter der Bar-Tรผr, ohne ihn zu vermissen. Ein breites, selbstgefรคlliges Grinsen zog sich รผber sein Gesicht. "Hast du nicht Lust, den Abend mit mir zu genieรŸen, Schneckchen?" Seine Stimme war samtig, aber in ihrem Ton lag eine seltsame Dringlichkeit, die mich frรถsteln lieรŸ.

Ich hob meine Hรคnde und trat einen Schritt zurรผck, den Blick nervรถs zur Eingangstรผr gewandt.

Wo bleibt Nora?

"Ich bin mit einer Freundin hier. Danke, aber nein. Du solltest besser reingehen und dich amรผsieren." Meine Stimme klang erstaunlich ruhig, doch mein Herz schlug wie verrรผckt.

Sein Grinsen vertiefte sich, als hรคtte ich ihn damit nur ermuntert. Statt abzuziehen, trat er nรคher und รผberbrรผckte den Abstand zwischen uns. "Ach komm, so ein hรผbsches Gesicht gehรถrt doch nicht in eine stickige Bar." Bevor ich reagieren konnte, hob er seine Hand โ€“ und seine Finger strichen รผber meine Wange.

"Schreib deiner Freundin, dass du anderswo gebraucht wirst, Schneckchen", flรผsterte er, so nah, dass ich seinen Atem auf meiner Haut spรผrte.

Ein kalter Schauer durchfuhr mich. Ich wollte mich zurรผckziehen, doch meine Beine gehorchten nicht.