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was wir uns nicht sagen

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Summary

Claire Cox hat alles unter Kontrolle – zumindest nach außen hin. Doch als ihr Ehemann sie betrügt und um das Sorgerecht für ihren Sohn kämpft, bröckelt ihre Welt. Ausgerechnet Tyler, der junge und unverschämt attraktive Praktikant, bringt nicht nur Licht in die Dunkelheit, sondern auch ihr Herz durcheinander. Aber können sie sich gegen alle Widerstände behaupten, oder wird die Vergangenheit sie einholen, bevor sie eine gemeinsame Zukunft haben? #2 paragrafensplitter. Enthält sexuelle Inhalte. Alle Rechte vorbehalten.

Status
Complete
Chapters
18
Rating
5.0 (4 reviews)
Age Rating
18+

i Claire

Eine gefühlte Ewigkeit starrte ich auf den Bildschirm meines Computers. Die Worte darauf waren längst zu einem verschwommenen Wirrwarr verschmolzen. Meine Augen waren feucht, und ein Kloß hatte sich in meinem Hals festgesetzt, als wolle er mich ersticken. Es war still im Büro – viel zu still – und das Ticken der Uhr an der Wand fühlte sich wie Hohn an.

Ein Monat war seit dem Tod meines Vaters vergangen – sein Herz unterlag letztendlich dem Kampf gegen die jahrelange Erkrankung – und doch schmerzte der Verlust genauso heftig wie an jenem Tag, an dem ich seine Hand ein letztes Mal gehalten hatte. Die Beerdigung war gerade erst vorüber, ein erschöpfendes Ereignis, das noch mehr von der Energie raubte, die ich ohnehin kaum noch besaß.

Und als ob das nicht genug gewesen wäre, war meine Ehe vor einer Woche zerbrochen.

Ich kann’s nicht fassen.

Ich schüttelte den Kopf, die Erinnerungen noch frisch. Es war ein Samstagmorgen gewesen. Liam war nach einer angeblichen Nachtschicht in der Pilotenuniform nach Hause gekommen. Er hatte sein Handy in der Küche liegen gelassen, während er duschen ging.

Als der Bildschirm aufleuchtete, sah ich eine Nachricht. Eine Frau namens Jessica:

Ich vermisse dich schon. Gestern war unglaublich. Wann sehen wir uns wieder?

In den vergangenen Tagen habe ich mich immer wieder gefragt, ob mein Herz an jenem Morgen wirklich aufgehört hatte zu schlagen. Ich hatte am ganzen Körper gezittert, als ich Liam zur Rede gestellt hatte. Laut. Hintergangen. Schließlich hatte ich ihn vor die Tür gesetzt, mit dem letzten Wort, dass er nie wieder kommen solle. Seitdem habe ich jeglichen Kontaktversuch blockiert.

„Verdammter Mistkerl“, murmelte ich und rieb mir die Schläfen. Zwei wichtigsten Menschen in meinem Leben haben mich innerhalb weniger Wochen verlassen. Kein Wunder, dass ich mich leer fühlte. Kraftlos. Allein.

Ein sanftes Klopfen riss mich aus meinen Gedanken.

„Claire?“, Rachel Clarke, meine Kollegin und beste Freundin, steckte den Kopf durch die Tür.

„Hey“, grüßte ich sie schwach und versuchte, mich ein wenig zu sammeln.

Rachel kam herein, schloss die Tür hinter sich und musterte mich kritisch. „Du siehst furchtbar aus.“

Mir entfloh ein trockenes Lachen. „Das ist wohl das Thema dieser Woche.“

Rachel ließ sich mir gegenüber nieder. „Hör zu, ich weiß, dass du gerade viel durchmachst, aber... Du musst dir Zeit nehmen, das alles zu verarbeiten. Du kannst nicht so tun, als wäre nichts passiert.“

Ich schnaubte. „Oh, glaub mir, selbst wenn versuchen würde, es zu verdrängen, ist das unmöglich. Es verfolgt mich in meinen Träumen, in meinen wachen Momenten... überall.“

Rachel nickte verständnisvoll und legte eine Hand auf meine Schulter. „Du bist stärker, als du denkst, Claire. Das hier wird dich nicht brechen.“

„Ich fühle mich aber gebrochen“, flüsterte ich.

Rachel schwieg einen Moment, dann änderte sich ihre Haltung. „Weißt du was? Ich schlage vor, wir beide machen heute früher Schluss und gehen essen. Du brauchst eine Ablenkung, und ich brauche Wein.“

Ich wollte antworten, doch ein weiteres Klopfen ertönte an der Tür.

„Ja?“

Die Tür öffnete sich, und meine Sekretärin trat ein.

„Entschuldigen Sie die Störung, Ms Cox, aber ein gewisser Tyler Anderson ist hier. Er ist der neue Praktikant.“

Ich blinzelte verwirrt. „Praktikant?“

„Ja, der für drei Monate. Sie erinnern sich?“

Oh, verdammt. Ich hatte es komplett vergessen. Ich war vor Monaten gefragt worden, ob ich die Betreuung eines Praktikanten übernehmen könnte. In einem Anfall von Pflichtbewusstsein hatte ich zugestimmt. Jetzt schien das wie die schlechteste Entscheidung meines Lebens.

„Schicken Sie ihn rein“, sagte ich schließlich, seufzte tief und versuchte, meine Gedanken zu ordnen.

Rachel hob eine Augenbraue. „Ein Praktikant? Jetzt? Das ist doch das Letzte, was du brauchst.“

„Sag das Mark“, murmelte ich, stand auf und strich mir mein Kleid glatt. Mark war einer der Gründer der Kanzlei.

Rachel stand auf und drückte ermutigend meinen Arm.

Die Tür ging auf, und ein Mann trat ein. Ich hob den Kopf – und vergaß für einen Moment, wie man atmete.

Er war groß, schlank, und unglaublich attraktiv. Er versprühte eine lässige Eleganz, die nicht in diese Kanzlei zu passen schien. Der dunkle Anzug, den er trug, saß perfekt und akzentuierte seine athletische, aber dennoch leicht muskulöse Statur. Dunkles, leicht zerzaustes Haar umrahmte ein Gesicht, das so perfekt war, dass es fast schmerzte. Sein Kiefer war markant, sein Blick intensiv, und er hatte dieses selbstsichere Grinsen, das Frauen gleichermaßen reizte und zur Weißglut brachte.

„Tyler Anderson“, stellte er sich vor, trat näher und streckte die Hand aus.

Ich schüttelte sie, noch immer leicht überrumpelt. „Claire Cox.“

Seine Hand übte einen angenehmen Druck aus.

„Freut mich, Sie kennenzulernen, Ms Cox.“ Sein Tonfall war charmant, aber da war ein Hauch von Belustigung, als ob er sich über etwas amüsierte, das nur er verstand.

„Ich hatte ehrlich gesagt jemand Älteren erwartet“, sagte er plötzlich und musterte mich von oben bis unten. „Jemanden, der... erfahrener wirkt.“

Ich blinzelte. „Nun, das tut mir leid, dass ich Ihre Erwartungen nicht erfülle,“ erwiderte ich scharf.

Tyler grinste. „Oh, keine Sorge. Sie erfüllen sie auf andere Weise.“ Sein Blick war eindeutig, und ich spürte, wie sich meine Wangen erhitzten.

„Was genau meinen Sie damit?“

„Nichts, das Sie nicht selbst wissen“, sagte er und lehnte sich lässig gegen meinen Schreibtisch. Er war mir zu nah, seine Präsenz überwältigend.

„Ich hoffe, Sie wissen, dass ich Ihre Betreuerin bin, und dass Respekt hier an erster Stelle steht“, sagte ich kühl.

„Natürlich“, sagte Tyler mit einem unschuldigen Lächeln. Doch seine grünen Augen funkelten herausfordernd.

Ich atmete tief durch. „Gut. Dann folgen Sie mir, ich zeige Ihnen Ihr Büro.“

Tyler lächelte charmant. „Nach Ihnen.“

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Good Writing

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Compelling Plot

5

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Great Character

4

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Strong Dialog

4

Strong Dialog

author

Nach seinem selbstbewussten Auftreten zu urteilen, ist er nicht mehr ganz so jung. Als Praktikant stelle ich mir einen Anfänger im Job, Student o.ä. vor. Vielleicht werden wir noch aufgeklärt. 🤔

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Was für ein Debüt!
super guter Einstieg in die Geschichte 👍👍👍👍👍

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