Einzig seinen Weg finden zu lieben

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Summary

Valentin Schmidt ist ein Scheidungskind, das niemand haben will. Seine Mutter findet einen neuen Partner und gründet eine glückliche Familie, in der er am Rande existiert. Sein Vater will ihn nur, wenn es ihm gerade passt, und löst alle Probleme mit Geld. Als sein Stiefvater ihn mit 16 Jahren schließlich auf Grund Valentins allzu offener Homosexualität aus der Wohnung wirft, beginnt seine Odyssee. Er sucht ein Zuhause, in dem man ihn nimmt, wie er ist, denn die Einsamkeit erträgt er nicht. Aber seine Mitmenschen wollen ihn ändern und benutzten ihn nur. Bis er den Spieß umdreht und zu Mastermind wird. Mastermind, den niemand verletzt und dem keiner widerspricht. Zumindest nicht ohne Konsequenzen.

Status
Complete
Chapters
67
Rating
n/a
Age Rating
18+
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Kapitel 1 – Rausschmiss

„Schwuchtel! Verpiss dich! Pack deine Sachen und verschwinde! Ich will dich hier nie wieder sehen! Und deinen Freund kannst du gleich mitnehmen!“

Sein schwarzes Haar flog, als man ihn unsanft vor die Tür stieß und er konnte nur reflexartig nach dem Körper, der neben ihm heraus stolperte greifen und ihn so vor einen Sturz bewahren. Im nächsten Moment prallte schon eine Tasche an seinen Kopf und brachte ihn erneut zum Straucheln, doch er konnte sich abfangen.

Er sah in ängstliche, blaue Augen, die nicht verstanden, was gerade geschah, als auch ihr Besitzer mit Kleidung beworfen wurde und gerade noch seine Tasche fangen konnte. Dann flog auch schon die Tür ins Schloss und sie standen da.

Die kalte Nachtluft ließ ihre Körper frösteln und der Schwarzhaarige versuchte sich an einem Lächeln, während alles in ihm von Schmerz zerfressen wurde. Er sah noch ihren Blick. Sie hatte Angst um ihn. Angst um sich und konnte daher nichts sagen. Das Mädchen, das sich verzweifelt an ihren Arm klammerte, war in diesem Moment so viel mehr wert, als er es jemals sein konnte und so sammelte er nur seine Kleidung auf. Ohne mit der Wimper zu zucken schloss er den Reißverschluss seiner Jeans und schlüpfte in sein Shirt, bevor er sich das lange Haar zusammenband. Mit einem Notfallhaargummi, den er immer in der Tasche hatte.

Sein Partner tat es ihm nach einem kurzen, verwirrten Blick gleich. Er stand da wie ein geschlagener Hund. Das kurze, pinke Haar war zerzaust und wurde mit fahrigen, knappen Bewegungen wieder an Ort und Stelle gestrichen. Manchmal beneidet er Leute mit kurzen Haaren, aber er wusste, dass er seine niemals abschneiden konnte. Niemals.

„Was machen wir jetzt, Val?“ Er zitterte am ganzen Körper und daran war nicht nur die Kälte Schuld. Auch Valentin selbst spürte noch den Schreck über die Begegnung mit seinem Stiefvater. Derweil war es doch niemals ein Geheimnis gewesen. Hatte er es nur all die Jahre geleugnet? Gehofft, dass es nur ein schlechter Scherz war?

„Zu dir gehen, Basti? Du siehst ja, hier bin ich nicht mehr willkommen.“ Er lächelte beschämt und konnte den Blickkontakt nicht aufrecht erhalten. Es war ihm so unsagbar peinlich, dass der Alte einfach ins Zimmer geplatzt war und sie beim Sex gestört hatte. Gerade als es so gut war und eigentlich hätten sie auch nicht mehr allzu lange gebraucht. Störend. Anstatt dem beflügenden Glücksgefühl war jetzt ein schaler Geschmack in seinem Mund, den er irgendwie nicht los wurde.

„Meine Eltern mögen es nicht, wenn ich Besuch mitbringe. Vor allem Übernachtungsgäste. Kannst du nicht?“ Das war gerade nicht sein Ernst? Erst einen versenken, aber dann nicht fähig sein zu helfen! Was war das für ein kleiner Pisser?!

Er wollte all das sagen, doch er zwang sich zu einem Lächeln und zuckte dann mit den Schultern. „Auch Wurst. Ich finde schon eine Bleibe. Irgendwo. Irgendwie. Klappt schon. Bist ja nicht mein Einziger.“

Er konnte das Entsetzen in den Augen von Basti sehen, doch es war ihm egal. Das Einzige, was er wollte, war die Gewissheit, dass er nicht unterlag. Er wollte nicht vor ihm kriechen und um Unterschlupf betteln. Auch wollte er nicht, dass irgendjemand das Gefühl hatte, dass er Hilfe brauchte oder gar schwach war. Er war nie schwach und er brauchte niemanden.

Kurzerhand schulterte er den Rucksack, den man ihm mit rausgeworfen hatte und den er eigentlich immer bei den Pseudobesuchen seines Vaters dabei hatte, um dann einfach von dem Grundstück zu gehen. Basti blieb noch kurz verdutzt stehen, doch dann eilte er ihm hinterher. Er war an sich größer als er, doch jetzt lief er gebückt, wie ein geschlagener Hund und hatte all die Dominanz und Autorität verloren, die ihn im Bett so stark gemacht hatten. Selbst wenn er immer noch ein attraktiver Mann war, würde die Rollenverteilung jetzt anders aussehen. Von solch einem Menschen würde sich Valentin nicht flach legen lassen. Die legte er für gewöhnlich flach.

„Bist du dir sicher? Ich... ich habe einen Freund, dessen Eltern sind kaum Zuhause. Er kann dir bestimmt ein Bett anbieten. Ich... ich brauche nur-“

„Nein, ich finde schon ein Bett. Ich brauche deine Hilfe nicht. Los, lauf nach Hause.“ Er machte eine verscheuchende Handbewegung und wandte sich dann bewusst gegen den Heimweg seiner Bettgeschichte. Liebte er diesen Jungen? Ja, vielleicht hätte er das irgendwann gekonnt, aber jetzt nicht mehr. Er wollte niemanden, der den Schwanz bei den ersten Problemen einzog.

„Val! VAL! Bitte! Telefonieren wir morgen?!“ Warum mussten sie alle so klammern? Er konnte sich doch nicht ernsthaft attraktiv finden so, oder doch? Das war so traurig, wenn die Menschen ihren Arsch in der Hose verloren. So unsagbar traurig.

Valentin drehte sich nicht mehr um. Er hob nur die Hand und winkte ihm zum Abschied zu, während er mit der anderen Hand diesen Kontakt aus seinem Handy und somit aus seinem Leben löschte. Nein, er wollte keine Feiglingen haben. Auch wenn sein Schwanz nicht zu verachten war.

Unbewusst schleckte er sich dabei über die Lippen, als sein Finger die Löschung schon bestätigte, denn um in diesem Telefon zu sein brauchte es mehr als ein geiles Teil und Basti hatte gerade sein Recht es zu benutzen verloren. Also hatte er auch in seinen Kontakten nichts verloren, denn so geil fand er den Arsch nicht. Da hatte er bessere Spielkameraden. Um so vieles bessere und die hatten auch die Eier in der Hose ihm ein Bett zu geben. Da war er sich mehr als sicher...

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