🎲 Mein Schatz 🎲
Victoria
Meine Hände zittern so sehr vor Anspannung, dass ich einem elektrischen Mixer Konkurrenz machen könnte.
Meine Atmung ist nicht mehr gesund, meine Brust zieht sich bei jedem kleinsten Geräusch schmerzhaft zusammen, bis ich zischend Luft ziehen muss.
Ich muss hier raus!
Ich will leben!
Mein eigenes Leben und Leben.. ergibt das Sinn?
Ich schnalze fast ungehalten bei diesem Gedanken mit meiner Zunge.
Es ist mir egal, ob es Sinn ergibt!
Ich habe solche Angst, dass ich an der Ecke des langen Flurs dieser Villa innehalten und die Augen zusammen kneifen muss.
Ich muss mich beruhigen.
Sofort.
Oder wenigstens dafür sorgen, dass meine Angst nicht für einen Alarm sorgt. Wenn diese Männer mitbekommen, dass ich aus meinem goldenen Käfig geflogen bin, dann bin ich tot.
Wobei, nein, nicht Tod, viel schlimmer.
Verheiratet mit einem Mann, der alles für Geld tut. Töten, foltern, entführen, Geld waschen..
Fuck!
Verfluchter Mist, ich weiß nicht einmal, was dieser Mann noch alles nach geht, aber ich weiß das ich hier raus muss, aber nicht ohne meine Glaskugel.
"
Mama, bitte hilf mir, ich will nur noch leben
”, bete ich schnell zu meiner Mama. Wenn mir diese Glasperle nicht so wichtig wäre..
Ja, was dann?
Dann wäre ich längst hier raus?
Ich ärger mich über mich selbst und öffne meine Augen. Das weniger Mondlicht, was durch die kleinen Fenster scheint, spendet genügend Licht, damit ich einen Fuß nach dem anderen setzen kann. Jedoch jagt es mir mindestens genauso eine Angst ein, wie es die Wachen von Xander tun.
Mit dem verstörten Bild von einen seiner Wachen vor Augen husche ich den Flur entlang bis zur nächsten Ecke. Wieder klopft mir das Herz bis zum Hals. Diese Männer bestehen aus Muskeln und Sehnen. Da ist kein Fett, weil diese Menschen nicht faul genug sind, um sich mal für eine Stunde irgendwohin zu setzen. Nein, die rennen den ganzen Tag, stemmen Gewichte und üben auf ihrem Schießstand.
Nein, ich habe nicht vor hier zu bleiben.
Auf keinen Fall!
Bei meinem Glück werde ich noch an diese Typen weitergereicht, damit die mich zügeln. Mich schüttelt es, als ich den ekelhaften Satz von Xander im Ohr habe: "Nein, kleine Maus, du bleibst brav hier, ansonsten werden meine Männern dir beibringen, was das Wort “artig” bedeutet.”
Fest entschlossen, meine einzige Habseligkeit von Xander zu stehlen, schleiche ich mich bis vor seinem Schlafzimmer.
Diese Perle ist das einzige, was mir von meiner Mutter geblieben ist und ich will sie wieder haben.
Kaum ist die Tür ein Spalt geöffnet, höre ich im ganzen Haus eine ohrenbetäubenden Alarm. Schrill und unverkennbar die Ankündigung eines Einbruchs.
Jetzt ist mein Herz nicht mehr nur am klopfen!
Nein, das ist jetzt nur noch der Adrenalin-Pegel, der es ab und an mal schlagen lässt. Nur um immer wieder schmerzhaft zusammen zu Krampfen.
“Tötet den Eindringling. Schluss bei Sichtkontakt”, brüllt da auch schon die persönliche Wache von Xaden. Mir stockt das Herz, als ich meine Glasperle auf dem massiven Schreibtisch von meinem zukünftigen Ehemann sehe.
“Dann schießt ihr mal”, nuschel ich leise und greife mir endlich meinen Schatz. Als ich die ersten trampelnden Schritte auf den Stufen höre, übernimmt mein rationaler Verstand die Flucht…