könnte sein, dass

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Summary

Sie war die Eine, die er nie vergessen konnte. Er war der Fehler, den sie nie wiederholen wollte. Sophia und Nick waren einmal ein Paar – bis er ging und sie mit gebrochenem Herzen zurückließ. Jetzt, Jahre später, steht er wieder vor ihr, charmant wie eh und je, und bringt ihre sorgfältig aufgebaute Welt durcheinander. Während berufliche Herausforderungen sie näher zusammenbringen, kämpfen sie mit ihrer gemeinsamen Vergangenheit – und den unübersehbaren Gefühlen, die immer noch zwischen ihnen lodern. Doch kann es wirklich eine zweite Chance für sie geben? #1 forever&always. Enthält sexuelle Inhalte. Alle Rechte vorbehalten.

Status
Complete
Chapters
23
Rating
5.0 8 reviews
Age Rating
18+

i Sophia

Die Luft in der Kanzlei ist erfüllt von dem vertrauten Mix aus frisch aufgebrühtem Kaffee, gedämpften Gesprächen und dem rhythmischen Tippen von Tastaturen. Ich jongliere meinen Coffee-to-go, meine Handtasche und eine prall gefüllte Aktenmappe, während ich mit der Hüfte die Bürotür aufstoße. Mein Blick fällt sofort auf seinen Schreibtisch. Oder besser gesagt: den Schreibtisch meines eigentlichen Kollegen – Christopher Armstrong.

Doch da steht jemand anderes.

Ein Mann, groß, breitschultrig, in einem perfekt sitzenden dunkelblauen Anzug. Seine muskulösen Arme bewegen sich geschmeidig, während er seine Sachen auspackt. Die teuren Manschettenknöpfe an seinem Handgelenk blitzen im Licht. Mein Blick wandert über seinen Rücken – stark, definiert, ein verdammtes Kunstwerk unter dem maßgeschneiderten Stoff. Selbst sein Haar sitzt perfekt, dicht und dunkel, mit einem leichten Undone-Look, der wahrscheinlich Stunden gebraucht hat, um zufällig auszusehen.

Interessant. Christopher ist ja bekannt für seine Verspätungen, aber er hat sich noch nie einen Ersatz schicken lassen.

Ich trete einen Schritt näher, bereit, den Fremden in die Schranken zu weisen, doch in dem Moment dreht er sich um – und mein Herz bleibt stehen.

Nick.

Mein Magen verkrampft sich. Ein paar Sekunden lang stehe ich einfach nur da, als hätte mir jemand die Fähigkeit zu sprechen entzogen.

Nicholas Lewis, oder auch: Nick fucking Lewis – sieht immer noch so aus wie damals im College. Nur schlimmer. Also besser. Also… verdammt nochmal unfair besser. Seine Gesichtszüge sind markanter geworden, sein Kiefer noch definierter. Die blauen Augen – strahlend, spöttisch funkelnd – scannen mich einmal von oben bis unten. Selbst das leichte Grübchen in seiner Wange ist noch da. Als ob er das nötig hätte. Sein Haar ist etwas länger als damals, zerzaust, aber nicht unordentlich. Nein, es ist das perfekte Maß an unperfekt – genau wie er es immer geliebt hat. Und dann grinst er. Dieses selbstgefällige, scheiß-verführerische Grinsen, das mich schon damals in den Wahnsinn getrieben hat.

„Sophia Baker“, sagt er mit dieser tiefen, leicht rauen Stimme, die ich viel zu gut kenne. „Lange nicht gesehen.“

Ich blinzele, mein Gehirn rast mit Überschallgeschwindigkeit, um das hier irgendwie einzuordnen. Mein Ex-Freund – und gleichzeitig mein Erzfeind aus College-Zeiten – steht hier in meinem Büro, an Christophers Platz, und benimmt sich, als ob wir alte Freunde wären?

„Was… zum Teufel… machst du hier?“ Ich klinge weniger schockiert, als ich es eigentlich bin, was ich als kleinen Sieg verbuche.

Nick lehnt sich gegen den Schreibtisch, verschränkt lässig die Arme vor der Brust. „Ich arbeite hier.“

„Nein“, erwidere ich automatisch. „Das tust du nicht.“

„Doch, das tue ich.“ Seine Mundwinkel zucken. „Ab heute. Hier. In der PR-Abteilung.“

„Bullshit.“

„Wow.“ Er lacht leise und schüttelt amüsiert den Kopf. „Zwei Minuten hier und du beleidigst mich schon. Hatte dich gar nicht so unhöflich in Erinnerung, Soph.“

Ich spüre, wie sich meine Hände zu Fäusten ballen. „Nenn mich nicht Soph.“

„Warum nicht? Mochtest du doch früher.“

„Ja, früher. Als ich noch dumm genug war, dich zu mögen.“

Sein Grinsen wird breiter. „Ach komm schon. Wir hatten doch eine schöne Zeit, oder nicht?“

Ich blinzele ungläubig. „Schöne Zeit?“

Ich lache auf, aber es ist kein fröhliches Lachen. Eher eines, das kurz davor ist, in hysterisches Kreischen überzugehen. „Hast du einen Hirnschaden oder verdrängst du absichtlich, wie das geendet hat?“

Nick zuckt mit den Schultern. „Ich erinnere mich daran, dass du mir eine Cola über den Kopf gekippt hast.“

„Mit Recht.“

„Und dann bist du stinksauer abgezogen.“

„Weil du dich wie ein Arsch verhalten hast!“

„Du hast Schluss gemacht, falls du dich erinnerst.“

„Weil du mich wie eine Option behandelt hast! Weil du mir gesagt hast, dass du die Welt entdecken willst, während ich dich offenbar nur aufgehalten habe!“

Nick mustert mich einen Moment. Dann lächelt er schief. „Du hast mich vermisst.“

Ich keuche. „Ich habe dich ganz sicher nicht—“

„Doch, hast du.“

Ich reiße die Arme hoch. „Mein Gott, du bist immer noch genauso ein überheblicher Mistkerl wie damals!“

„Und du bist immer noch verdammt sexy, wenn du dich aufregst.“

Meine Kinnlade klappt nach unten. Ich brauche einen Moment, um sicherzugehen, dass ich mich nicht verhört habe.

„Entschuldigung, was?“

„Hab ich was Falsches gesagt?“ Er legt eine Hand aufs Herz, gespielt unschuldig. „War nur eine Feststellung. Man darf ja wohl noch Komplimente machen.“

„Komplimente?!“ Ich schnaube. „Ich könnte dir eine reinhauen.“

„Könntest du. Aber dann müsstest du mich anfassen.“ Ich starre ihn an, entsetzt, wütend – und, schlimmer noch, mit diesem unerwünschten, hitzigen Kribbeln unter meiner Haut.

Nick weiß es. Er sieht es. Und er genießt es viel zu sehr.

„Warum bist du wirklich hier?“, frage ich schließlich, meine Stimme wieder etwas fester.

„Ich hab dir doch gesagt, ich bin dein neuer Kollege.“

Ich kneife die Augen zusammen. „Christopher Armstrong ist mein Kollege.“

Nick zieht eine Augenbraue hoch. „Nicht mehr. Er wurde gefeuert.“

Ich verharre kurz. Christopher wurde gefeuert? Und niemand hält es für nötig, mir das zu sagen?

„Tja, Soph, sieht ganz so aus, als wären wir jetzt Teamkollegen.“

Er lächelt wieder. Breit, dreist, teuflisch.

Ich sehe ihn an. Dann auf seinen Schreibtisch. Dann wieder auf ihn.

„Gut“, sage ich langsam. „Dann will ich dir eins klarmachen, Nick.“

Er neigt den Kopf leicht zur Seite. „Ich höre.“

Ich trete näher, bis wir nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt sind. Bis ich seinen Duft wahrnehme – eine Mischung aus teurem Aftershave und Arroganz.

„Du bist hier neu. Ich bin es nicht.“ Ich halte seinen Blick fest. „Also lass mich dir einen Rat geben: Verschwende nicht deine Zeit mit diesen Spielchen. Ich bin nicht mehr das naive Mädchen von damals. Und falls du denkst, dass du mich irgendwie aus dem Konzept bringen kannst–“

„Ich weiß, dass ich das kann“, unterbricht er mich mit einem selbstsicheren Lächeln.

Ich blinzele. Er lehnt sich ein kleines Stück vor. „Früher oder später wirst du mich wieder mögen, Sophia Baker.“

Ich schnaube. „Nicht mal in deinen feuchtesten Träumen.“

Er zuckt die Schultern.

„Weißt du, ich hätte da tatsächlich ein paar sehr interessante—“

„Halt. Die. Klappe.“

Nick lacht leise und setzt sich schließlich auf seinen Stuhl, als wäre er schon seit Jahren hier.

Ich atme tief durch. Dieser Mann treibt mich in den Wahnsinn.

Aber verdammt noch mal – ich werde nicht zulassen, dass er gewinnt.


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