1. Austausch
Morgen sollte es los gehen.Austauscht und ich würde zum ersten mal nach Finnland reisen, der Heimat meiner Mutter.
Wie kann man nur so nervös sein?
Ja ok indem man spontan den neuen Tauschpartner bekommt weil die geplante Partnerin im Krankenhaus liegt...Es war nur noch ein 17 Jähriger über der spontan einsprang.
Jesse heisst er wohl und seine Familie besteht aus Mutter, Vater und einem älteren Bruder. Laut meiner Lehrerin wohnte dieser allerdings nicht mehr bei seinen Eltern und war in meinem Alter.
Ich kontrolliere zum gefühlt hundertsten mal meinen Koffer.Ich sollte schon längst schlafen....Ok jetzt aber Henriikka! Mach deine CD an und beruhig dich! Befahl ich mir.
Spice Girls, Britney Spears und backstreet boys... das half sonst immer...
Viel zu wenig geschlafen...Meine Eltern bringen mich zum Treffpunkt am Heathrow Airport.Die anderen freuten sich schon und wir gingen im Flugzeug die wichtigsten Vokabeln etc durch.Klar für mich kein Problem da ich dank meiner Mutter fliessend die Sprache beherrschte aber ich half den anderen gerne.
“Terve.” Nicht vergessen Jane!Meine beste Freundin vergass sogar ein einfaches Hallo .
“Ja ja Riikka...Du schummelst ja auch...” schmollt sie.
“Ich helfe dir aber auch.... und du kennst deine Tauschpartnerin wenigstens aus Briefen...Ich bekomme diesen Jesse den ich nicht kenne...”
“Vielleicht ist er ja süss?”
“Nein Jane er ist nicht mal volljährig...”
“Ok vielleicht ist sein Bruder süss?”
Ich verdrehte die Augen. Ich hatte bisher nur für einen jungen mal was übrig gehabt...Christopher wollte mich aber nicht also Pech gehabt.
“Na los lass uns noch was üben” sagte Jane und das taten wir auch bis wir dann ankamen.Helsinki war so neu für uns.Für mich war es schön endlich da zu sein wo ich immer hin wollte.Wir hatten hier keine Familie mehr also nie einen Grund her zu kommen.
Wir wurden von der für uns zuständigen Lehrerin abgeholt die einen für meinen Geschmack zu langen Nachnamen hatte und den ich immer wieder vergesse....Sie führte uns zu einem Minivan und wir fuhren durch die Stadt zum Glück war es Sommer und es war warm.
In einem ruhigeren Stadtteil einbiegend hielt der Van auch schon vor einem schönen Haus. Es war von grün umgeben und ich musste schmunzeln als mich Jesse mit seinen Eltern schon erwartete.
Mich kurz verabschiedend wusste ich das ich die anderen ja bald in der Schule sehen würde
Ich ging auf die Familie zu und sah das schöne kleine Schild an der Klingel nur im Vorbeigehen.Valo“Terve ja Tervetuloa!” Grüssten die drei mich.“Terve! Danke das sie eingesprungen sind.” Kam es direkt von mir.
“Gerne doch für so eine junge und höfliche Dame. Du sprichst wirklich gut finnisch. ”Kam es von Jesses Mutter.
“Es ist die Muttersprache meiner Mom. Leider war ich aber vorher noch nie hier. ”
“Aber jetzt ja zum Glück! Ich bin Anita und das ist Kari.”
“Und ich bin Jesse schön dich kennen zu lernen. ”
" So jetzt lass uns mal rein gehen.” Kommt es von Kari.
Direkt beim rein gehen spürt man wie gemütlich und liebevoll alles eingerichtet ist.
Im Flur hängen viele Bilder der Familie von Weihnachten und anderen Familieln treffen.
Jetzt geht es aber erstmal hoch und ich bekomme mein Zimmer gezeigt.
“Das war mal das Zimmer von meinem Bruder. Der hat auch noch ein paar Kartons hier stehen aber die kannst du einfach ignorieren.”
Ich musste Grinsen bei Jesses etwas genervten Gesichtsausdruck als es über seinen Bruder sprach.
“Ok. Danke.”
“Das Bad ist direkt neben dir und mein Zimmer gegenüber. Die andere Tür ist das Zimmer meiner Eltern.” Ich nicke zum Zeichen das ich verstanden hab.“Ich hatte mich ja schon gefragt warum du einen finnischen Vornamen hast.” Er lächelt mich an, ja niedlich war er...
“Ja meine Mutter ist in Tampere geboren und mit ihren Eltern in die Nähe von London gezogen als sie ca 16 war. Da hat sie dann auch meinen Dad kennengelernt und die beiden haben recht schnell geheiratet.Meine Oma wollte immer mal mit mir hier her und mir die Nordlichter zeigen aber da ist leider nie was draus geworden.Als es dann hiess wir könnten bei einem Austausch mit machen war ich natürlich Feuer und Flamme und hab meine Eltern gebeten mir zu helfen das ich her kann.Ich bin auch einfach nur froh das ihr eingesprungen seid sonst hätte ich zuhause bleiben müssen.”
“Ich wollte auch unbedigt mit machen weil ich gerne mal nach England möchte aber als es dann hiess es wären nicht genug Tauschpartner da war ich schon geknickt aber hab mich auf die Liste setzten lassen als Ersatz Partner. Da hatten wir also beide Glück im Unglück.”
Er lehnte im Türrahmen und grinste einfach niedlich.
“Kommt ihr beide runter das Essen ist fertig!”Hörten wir Anita von unten rufen.
“Wir kommen!” Antwortet Jesse schnell.
“Na dann, du hast bestimmt Hunger nach dem langen Flug. ”
“Oh Ja und wie. Mein Frühstück ist viel zu lange her.”Wir gehen beide runter und ich kann kurz die Bilder etwas genauer anschauen.
Jesse zeigt auf einen jungen Mann, er sieht ihm ähnlich und ich konnte mir schon fast denken das es sein Bruder sein musste.
“Das ist mein Bruder, nervig aber lieb. Wirst ihn bestimmt auch noch kennenlernen.Spätestens wenn er keine sauberen Klamotten mehr hat.” Er verdreht die Augen “er ist so alt wie du. Wann hast du eigentlich Geburtstag?”
“22.11. Und du?”
“Oh am selben Tag wie mein Bruder also wirklich genau gleich alt! Ich hab am 26.7.”
“Oh also in meiner letzten Wochen hier!”
“Ja das passt super! Ich Feier mit meinen Freunden, meinem Bruder und einem Kumpel von ihm im Mökki unserer Eltern. Du kommst natürlich auch mit!”
“Oh ihr habt ein Mökki? Wie cool ich freu mich schon richtig!”
“Kommt ihr beiden endlich wir möchten auch was essen” scherzt Kari.
Wir lachen beide und gehen rüber in eine Grossen Raum.Die U förmige Küche ist offen zum Wohn- und Essbereich und Kari sitzt schon an einem grossen dunklen Holztisch.Es duftet herrlich und mein Magen knurrt leise vor Hunger.
“Lasst Es euch schmecken Kinder!” Kommt von Anita die die letzte Schüssel auf den Tisch stellt.”
Wir sind schon soweit durch mit dem Essen als Jesse etwas auffällt.
“Also ich rieche doch hier unseren Lieblings Kuchen oder?”
Anita lächelt nur und nickt.
“Ok und weiss der Grosse das es den heute gibt?”
“Ich hab es ihm gesagt” erwidert Kari.
“Und der ist noch nicht...” in den Moment hören wir alle die Tür zu schlagen.
“Heeeiii tut mir leid das ich zu spät bin hab beim Proben die Zeit vergessen!”Ich drehe mich um und sehe den grossen schlanken Jungen Kerl von den Fotos.Die werden ihm allerdings nicht gerecht.Lange leicht gelockte braune Haare, Grün blaue Augen ein Lächeln das sicher jede Frau dahin schmelzen lassen würde und diese hohen Wangenknochen. Er trägt ein Shirt auf dem ich Black Sabbath, vermute mal eine Band, lesen kann und eine schwarze Jeans.Ja es geht definitiv noch süsser als Jesse...schiesst es mir durch den Kopf und ich hoffe das ich nicht Knall rot werde.
“Wenn man vom Teufel spricht...” grinst Jesse seinen Bruder an.
“Da bist du ja endlich!” Kommt es von Anita die auf ihn zu geht und ihn umarmt bevor sie sich zu mir umdreht und mich vorstellt.“Das ist Henriikka, Jesses Austauschpartnerin.”
“Hei, ich bin Ville der Grosse Bruder von dem quälgeist da.” Seine Stimme und das tiefe lachen als er über seinen Bruder spricht ...wow... Henriikka konzentrier dich!
“Hei ” bekomme ich nur lächelnd raus.
Ville setzt sich natürlich auch noch direkt neben mich.
“Lass mich raten Wäsche steht im Flur?” Fragt Anita gespielt genervt.Ville zuckt nur schuldbewusst mit den Schultern.Ich merke wie er immer wieder zu mir rüber schaut wobei ich genau das versuche zu vermeiden.Anita hilft mir da indem sie den Kuchen auf den Tisch stellt und alle sich begeistert davon nehmen.
“Ist der lecker was ist das für einer?” Frage ich begeistert.
“Moltebeeren.”
“Von denen schwärmt meine Mutter immer das sie die so vermisst höre ich fast jeden Tag.” Lache ich “jetzt weiss ich wenigstens warum!” Ich ess begeistert noch eine Stück.
“Was hältst du davon wenn wir deiner Mutter ein Glas Marmelade schicken?” Fragt Anita.
“Oh sie wäre glaube ich super glücklich! Danke Anita!”
“Gerne doch Pikkuinen.”Ich muss schmunzeln.
“So nennt mich meine Mutter auch immer.”
Anita lächelt lieb.
“Ich müsste gleich mal an meine Kartons. ” Kommt es von Ville.
“Da musst du Henriikka fragen sie ist im Gästezimmer. ” entgegen Anita.
“Kein Problem wenn du lieb bitte sagst. ” entgegen ich mit einem Zwinkern zu ihm.
Er schaut mich mit einem Hundeblick an und sagt ganz lieb “bitte bitte darf ich an meine Kartons?”
“Hmmmm na gut! Aber nur weil es deine sind.” Lache ich und Ville lacht mit.
Jesse schnauft etwas genervt neben mir.
Noch etwas miteinander geredet gehen Jesse,Ville und ich nachdem wir von Anita weg geschickt wurde hoch.
In Jesses Zimmer steht eine gemütliche Sitzecke die wir nutzen.
“Was dagegen wenn ich was Musik an mache?” Fragt Jesse.
“Ich nie das weisst du ” grinst Ville ihn an.
“Kommt drauf an was.” Kommt es von mir.
“Was hörst du den so?“fragen die beiden synchron.
Ich lache “naja wenn ich mich hier so umsehe nicht unbedigt das selbe wie ihr.” Gebe ich zu und bitte sie kurz zu warten während ich meine Lieblings MixCD aus meinem Zimmer hole.
“Hier!” Ich reiche sie Jesse und Ville schaut mit drauf.
“Oh oh also musikalisch wird das die nächsten Wochen dann wohl Kontrastprogramm. ” lacht Ville.
Jesse reicht Ville seine Gitarre:“lass mal hören was ihr in letzter Zeit so verbrochen habt.”
“Och ne...Du weisst ich singe nicht gerne...einen Sänger haben wir aber auch immer noch nicht...”
“Oh du bist in einer Band?” Frage ich neugierig.
“Ja mit dem theatralischen Namen ‘His Infernal Majesty’” Jesse kichert.
“Na dann will ich wissen ob mir das gefallen könnte. Bitte nur einen Song. ” jetzt schaue ich ihn mit meinem besten Hundeblick an und Ville schnappt sich die Gitarre und fängt an zu spielen.
“There are things you should know The distance between us seems to grow But you’re holding on strong Oh how hard it’s to let go, oh so hard to let go I’m waiting for your call and I’m ready to take your six six six in my heart I’m longing for your touch and I welcome your sweet six six six in my heart I’m losing my faith in you You don’t want it to be true But there’s nothing you can do There’s nothing you can do, yes, I’ve lost my faith in you I’m waiting for your call and I’m ready to take your six six six in my heart I’m longing for your touch and I welcome your sweet six six six in my heart How long we have to wait For love is fading so slowly I know it’s too late Oh my god you’re so lonely I’m waiting for your call and I’m ready to take your six six six in my heart I’m longing for your touch and I welcome your sweet six six six in my heart I’m ready for your call and I’m ready to take your six six six in my heart I’m longing for your touch and I welcome your sweet six six six in my heart In my heart In my heart In my heart”
Seine Stimme jagt mir angenheme Schauer durch den ganzen Körper und ich schaue ihn fasziniert an.
“Und der will nicht Singen?” Frage ich Jesse nach dem Song.
“Ja. Ich versteh es auch nicht!”
“Ich steh einfach nicht gerne im Mittelpunkt...ausserdem bin ich nicht so gut...”
“Also du hast es geschafft das einem eingefleischten Spice Girls Fan ein eher düsteres Lied gefällt. Bilde dir was drauf ein.” Sagte ich.
“Wirklich? Du magst den Song?” Fragt er verwundert.
“Ja und deine Stimme.” Ich lächel ihn an.
“Vielleicht kann sie ja mal mit zu eurer Probe wenn ich beim Sport bin.” Kommt es von Jesse.
Ich schaue neugierig zwischen den beiden her. “Was trainierst du denn?”
“Kickboxen und das 3 mal die Woche mindestens.” Kichert Ville.
“Und ich könnte wirklich mal mit? Zur Probe?”
“Ich wüsste nicht was dagegen sprechen würde wenn du es aushältst nur mit Kerlen ein paar Stunden. ”
“Ja gerne wäre ich mal dabei! Aber nur wenn du singst!” Ville schüttelt lächelnd den Kopf.“Da bleibt mir wohl nichts anderes übrig.”
“Ich freu mich drauf.Aber wolltest du nicht noch was aus deinen Kisten haben?” Fällt es mir ein.
“Ja da war noch was. Hab ein Buch zuhause gesucht und vermute das es noch hier ist.”
“Oh welches denn?” Fragte ich.
“Wenn ich es finde zeige sich es dir. Sollen wir kurz rüber?”
Jesse bleibt in seinem Zimmer und grinst nur.
“Bist du an Jesses Geburtstag noch da?” Fragt Ville während er in den Kisten kramt.
“Ja und ich wurde schon verpflichtet mit zu feiern. ” kicher ich.
“Ohoh... wie alt bist du?” Fragt er neugierig.
“Wie ich durch Jesse weiss auf den Tag genau so alt wie du.” Er schaut verwirrt.
“Du hast auch an 22.11. Geburtstag?” Fragt er verwirrt.
“Ja sogar gleiches Geburtsjahr. Ich war auch überrascht.”
“Na wenigstens wissen wir dann wann wir dir gratulieren müssen. ” er lacht und ich bekomme schon wieder eine Gänsehaut.
Er drückt mir ein Buch in die Hand “die Blume des bösen.”
“Das hab ich gesucht.” Er lächelt.
“Gedichte?” Frage ich skeptisch.
“Ja Ich mag sowas tatsächlich ” er schaut verlegen weg.
“Was veranstaltet ihr zwei den hier so lange? Ville versuchst du schon am ersten Tag Henriikka den Kopf zu verdrehen? ” Kam von Jesse.
“Oh man Nervzwerg wir haben uns nur unterhalten.” Kommt genervt von Ville.
“Jaja so fängt es immer an und dann...” stichelt Jesse.“mein lieber Bruder hier vergisst manchmal gerne wie viele Mädels ihm schon in der Schule nachgelaufen sind.”
Ich muss lachen “Also manchmal bin ich ja schon froh keine Geschwister zu haben.”
Ich reiche Ville das Buch” hier sonst vergisst du wieder wo es ist.”
“Danke, solltest es mal lesen. ”
“Mach ich demnächst mal danke für die Buch Empfehlung.”
“Ich muss aber auch los.Wollte noch mit den Jungs Richtung Tavastia. ”
Meinen fragenden Blick sehend kommt von Jesse:“ein Club in dem öfter schonmal Konzerte stattfinden.Ich darf natürlich erst in ein paar Wochen...”
“Na wenn der Nervzwerg darf nehmen wir dich aber auch mal mit!” Ville schaut mich breit grinsend an. “Ich geh dann aber mal. Hast du morgen Training kurzer?”
“Jap hab ich.”
“Soll ich dich dann abholen und du kommst mit zur Probe?”
“Klar gerne!”
“Super Dann bis Morgen.” Er läuft grinsend raus.
“Lass dich nicht zu sehr von ihm um den Finger wickeln.” Sagt Jesse ruhig.
“Keine Sorge. Ich hab sowieso eher weniger Interesse an irgendeiner Form von Kontakt ausser Freundschaft mit irgendwem. Bisher hat mir nur ein Kerl den Kopf etwas verdreht und der will nicht. ”
“Na dannIst schon spät und wir müssen Morgen früh zur Schule.Wird ein langer Tag wenn du noch mit Ville unterwegs bist.”
“Da hast du wohl recht.”
Wir sagen noch seinen Eltern gute Nacht und machen uns dann abwechselnd im Bad fertig.
Ich war schneller eingeschlafen als ich es für möglich gehalten hätte in einem fremden Bett.
Am nächsten Morgen schnell fertig gemacht und gefrühstückt geht es auch schon Richtung Schule. Kari ist so net uns auf dem weg zur Arbeit an der Schule ab zu setzten.
Vor dem Eingang seh ich auch schon Jane mit ihrer Tauschpartnerin stehen.Wir begrüssen uns freudig und sie flüstert mir ins Ohr”verdammt ist der süss!”
“Oh man Jane...”
“Hei ich bin Jesse.” Stellt er sich vor.
“Jane die beste Freundin von Riikka.”
“Niedlicher Spitzname.” Er schaut mich grinsend an.
“Stimmt besser als Nervzwerg. ” grinse ich frech zurück und Jane schaut mich verwirrt an.
“So nennt ihn sein Bruder. ”
Zu uns gekommen fragt Janes Tauschpartnerin:“Oh du hast also den heissen Bruder schon kennengelernt. Ich bin übrigens Jonna.”
“Hi Henriikka oder kurz Riikka. ”
“Jane sagte schon du bist halbe Finnin ?”
“Ja meine Mutter kommt aus der Nähe Tampere. ”
“Lasst uns reingehen bevor wir Ärger bekommen.” Jesse legt eine Hand auf meinen Rücken und schiebt mich hinter den beiden Mädels her. “Jonna steht schon ewig auf meinen Bruder.” Kichert er.“Nicht zu übersehen also sag ich ihr besser nicht das ich ihn heute Nachmittag treffe?”
“Oh mach ruhig sie sollte mal begreifen das Ville nicht interessiert ist.”
“Ich schau mal...”
In der Schule gab es erstmal das übliche Vorstellungsrunde. Erklären wer wie gut welche Sprache beherrscht und Führung durch die Schule.
Ich war schon froh als wir die erste Pause hatten.
“Hei Jesse gehst du auch wenn du Besuch hast zum Sport.”
“Ja Ich denke Riikka hat genug Beschäftigung.”
“Aha was hast du den vor? Nicht Lust mit uns shoppen zu gehen?” Fragte Jonna.
“Ne sorry ich bin schon verabredet.”
“Du kennst hier doch keinen?”
“Ville nimmt sie mit zur Probe.” Kam dann von Jesse und man sah es in Jonnas Augen böse funkeln.
“Ahja...dann viel Spass...” zwingt sie sich noch grade so neutral zu sagen als wir vom Pausen Ende gerettet werden.
“Oh weh was war das denn?” Fragt Jane mich und Jesse.
“Die steht auf meinen Bruder.” Bringt er unter kichern heraus.
“UPS...und Riikka verbringt Zeit mit ihm...Jaja...” sie kichert auch.Ich verdreh nur die Augen.
Als dann endlich die Schule aus ist wartet zuhause vor der Tür Eine rauchend schon ein grinsender Ville.
“Jesse muss in einer Stunde los ich würde sagen wir gehen dann zusammen zur Tür raus?”“Gerne!”
Zusammen gingen wir dann also die Tür raus und Ville nahm mich mit zu einem alten Haus in dem sie anscheinden Proben durften.
“Hier könnte man ja schon fast einen Horror Film drehen. ”Er kicherte bei meiner Bemerkung und machte seine Zigarette aus.
Von drinnen hörten wir schon stimmen.
“Na dann mal rein in die gute Stube.” Er ging vor und wurde von 4 Männern begrüsst.
“Wen hast du den da angeschleppt?” Fragt ein grösserer mit dunklen verwuschelten Haaren.
“Das ist Henriikka die Austauschpartnerin von Jesse. Und das sind Mige, Linde, Juska und Gus.”
“Die alle nicht singen wollen?” Fragte ich frech.
Die vier schauten mich verdattert an.“Für mich kein Problem ich höre Ville gerne singen.”
“Die kleine ist frech! Die mag ich!” Kam es von Mige und alle lachten.
Er legte einen Arm um meine Schultern.
“Na wie wär’s mit uns beiden.”
Ich befreite mich aus seinem Arm und schaute ihn von oben bis unten an.
“Lass mich überlegen...Ne! Ich muss schon im Auftrag von Jesse ein Mädel aus seiner Klasse zum ausrasten bringen. Hab also alle Hände voll zu tun nur durch Anwesenheit.”
“Oh nein Jonna immer noch?” Fragte Mige.
“Die hätte mir fast die Augen ausgekratzt als sie erfuhr das ich heute hier bin.”
“Dabei hast du die kleine nicht mal flach gelegt.” Lachte Linde.Wirklich tolle lange Haare dachte ich mir beim Blick auf Linde. Ville schaute etwas genervt weg.
“Wir sollten noch was tun und nicht nur quatschen” kann es von Gus.
Alle begaben sich an ihre Plätze und ich erkannte trotz härterer Spielweise schnell die Melodie von gestern.
Tatsächlich gefiel es mir immer besser.Auch ein paar andere Songs waren ganz gut.
Nachdem sie ein paar durchgänge hinter sich hatten, und Ville einige Zigaretten, konnte ich sogar teilweise mitsingen.Besonders ihre Versionen von Wicked Game und Don’t fear the reaper gefielen mir kannte ich die originale doch durch meinen Dad.
Ich sang freudig mit und Ville lächelte mich an.
“Ich hab da ne Idee.” Kam es von Mige “Wir wäre es wenn ihr mal zusammen don’t fear the reaper singt?”
“So gut bin ich nun auch wieder nicht...” murmelte ich.
“Ville Versuch du mal dein Glück. ”
Er kam auf mich zu und reichte mir die Hand. “Na wenn ich für dich singen soll dann wäre es doch nur fair wenn du auch mit mir zusammen einen Song singst oder?” Ich wollte wirklich standhaft bleiben aber als ich dann in seine Augen sah...verdammt wie macht der Kerl das nur...“Muss das...”
“Ja Pikkuinen. ” er schaut mich wieder mit diesem Blick an... und die Gänsehaut von ihm so genannt zu werden....verdammt verdammt verdammt!
“Na gut aber nur einmal!“Ville lächelte mich glücklich an während ich seine Hand nahm und Mige jubelte.“Yaay 1 zu 0 für unseren Casanova!” Wofür er sich allerdings von Ville einen Ellenbogen in die Rippen einfing. “AUA!”
“Verdient” murmelte ich so das er es hören konnte und grinste ihn frech an.
Ville gab mir ein Mikro und ich wusste erst mal garnicht wieso ich das tat...Bis er mich anlächelte und fragte “bereit?”
“Muss ja wohl.”Sein tiefes lachen erklang und die Jungs fingen an zu spielen.
Ich sang einfach mit.Was sollte schon schief gehen...
All our times have comeHere, but now they′re goneSeasons don’t fear the ReaperNor do the wind, the sun, or the rain
And we can be like they areCome on, baby (Don′t fear the Reaper)Baby, take my hand (Don’t fear the Reaper)We’ll be able to fly (Don′t fear the Reaper)Baby, I′m your ma-a-a-a-an
La, la, la, la, laLa, la, la, la, la
Valentine is doneHere, but now they’re goneRomeo and Juliet are together in eternity (Romeo and Juliet)Forty thousand men and women every day (Like Romeo and Juliet)Forty thousand men and women every day (Redefine happiness)Another forty thousand comin′ every day
And we can be like they are
Come on, baby (Don’t fear the Reaper)
Baby, take my hand (Don′t fear the Reaper)
We’ll be able to fly (Don′t fear the Reaper)Baby, I’m your ma-a-a-an
La, la, la, la, laLa, la, la, la, la
Love of two is oneHere, but now they’re goneCame the last night of sadnessAnd it was clear that we couldn′t go onAnd the door was opened and the wind appearedThe candles blew and then disappearedThe curtains flew and then he appeared, saying, “don′t be afraid”
Come on, baby (And we had no fear)And we ran to him (Then we started to fly)We looked backward and said goodbye (We had become like they are)We had taken his hand (We had become like they are)
Come on, baby, don’t fear the ReaperDon′t fear the Reaper, don’t fear the ReaperDon′t fear the Reaper, don’t fear the ReaperDon′t fear the ReaperWe had become like they are, like Romeo and JulietWe had become like they are, like Romeo and JulietWe had become like they are, like Romeo and JulietWe had become like they are, like Romeo and JulietWe had become like they are
Jesse kam mit einem verwirrten Blick rein und ihm stand der Mund offen als er merkte das ich das war die sang.
“Na war doch nur halb so schlimm” stichelte Mige und erntete dafür böse Blicke von Ville und Jesse.
“Und ich dachte du hörst nur so Mädchenkram.” Kam es von Jesse.
“Naja es gibt Sachen die kenne ich tatsächlich durch meine Eltern.”
Ville beugte sich zu meinem Gesicht “Du hast eine schöne Stimme Pikkuinen du solltest wirklich mehr draus machen.” Ich wurde Knall rot.
“I...i....Ich ähm...Ich... überleg es mir?”
Ok was stotter ich mir da zusammen...
Mige neben mir gluckste und dieses mal fing er sich meinen Ellenbogen ein.
“Autsch! Das waren die kurzen Rippen!”
“Verdient.” Kicherte Ville diesmal.
“Wir sollten langsam mal nachhause das Essen sollte bald fertig sein.” Sagte jetzt Jesse.
“Klar dann bis bald vielleicht mal Jungs!”
“Na wir wollen doch hoffen das wir dich bald wieder sehen süsse!” Ich verdrehte die Augen bei Miges Kommentar.
Ville kam nochmal kurz zu mir.
“Wenn du magst können wir auch wenn mein Bruder wieder beim Training ist was zusammen singen üben ohne die anderen.”
“Wäre schön. Wann denn dann?” Ich schaute zu Jesse.
“Übermorgen bin ich wieder beim Training. ”
“Dann komm ich dich übermorgen von der Schule abholen?Jonna was ärgern.” Fügte er zu Jesse gewandt hinzu .
“Guter Plan. ”
“Bis übermorgen dann!
“Freu mich schon!”
Auf dem Heimweg grinste Jesse mich die ganze Zeit so dämlich an.
“Was ist los Jesse?”
“Och ich finde es nur süss wie Ville sich um dich kümmert. Davon ab hast du ne verdammt gute Stimme.”
“Ach er ist doch nur nett.
So gut ist die auch nicht ich würde vielleicht eher Gitarre spielen wollen oder so...”
“Dann frag doch mal Ville oder mich.”
“Hm wäre eine Überlegung wert.”
Das Abendessen war wieder super lecker.
“Ach Henriikka hattest du den einen schönen Nachmittag? Warst du mit ein paar Freunden unterwegs?” Fragt Anita neugierig.
“Tatsächlich nicht mit Freunden... Ich glaube ist auch besser so gewesen. Die Tauschpartnerin von meiner besten Freundin scheint etwas gegen mich zu haben...”
“Naja was erwartet man auch wenn du mit Ville unterwegs bist und sie genau das will aber er keinen Bock auf sie hat.” Kichert Jesse.
“Oh mit Ville?” Fragt Anita neugierig.
“Ja ich war mit bei den Proben.
Er hatte gestern gefragt und ich dachte mir warum nicht.
Ist zwar nicht unbedingt meine Art von Musik aber ich muss zugeben das es mir tatsächlich doch was gefällt.”
“Ja so sehr das du sogar mit gesungen hast” kam breit grinsend von Jesse und Anita und Kari schauten mich mit grossen Augen an.
“Ja Ich hab mich für ein Lied breit schlagen lassen... mehr war das auch nicht. ”
“Jaja... und übermorgen wird dann wieder zusammen gesungen....”
“Oh man Jesse...”
“Jesse Ärger sie nicht so!” Kam streng von Anita. “Es ist doch schön wenn sie hier eine schöne Zeit hat egal ob sie jetzt mit deinem Bruder Zeit verbringt oder ihren Freundinnen.
Davon ab das ich diese Jonna auch nicht leiden kann...”
“Oh so bekannt ist die also?”
“Nachdem sie hier so ein Theater gemacht hat um seinen Bruder auf sich aufmerksam zu machen...” Sie schüttelte genervt den Kopf.
Der Rest des Abends verging ruhig während Jesse tatsächlich versuchte mir ein paar Sachen auf der Gitarre zu zeigen.
Ziemlich ko ging ich dann ins Bett.
Wieder viel zu früh ging es dann zur Schule und dann nachmittags mit allen Austauschschülern was durch Helsinki.
Sightseeing war das erste mal interessant für mich.
Jesse zog mich plötzlich etwas weg von den anderen und zeigte in eine kleine Strasse .
“Da ist der Sexshop von meinem Dad und schau mal wer brav arbeiten sollte aber lieber eine raucht?”
Ich erkannte Ville sofort aber er schaute nicht zu uns.
“Dein Dad?”
“Ja hat er. Ville arbeitet stundenweise da solange die Musik nicht genug abwirft.”
“Oh...”
Wir gingen schnell wieder zu den anderen und waren beide trotz der schönen Tour schon froh wieder zurück zu können.
In der Stadt hatten wir noch schnell ein Paket mit Marmelade für meine Mutter ab geschickt.
“Das Essen ist fertig ihr zwei.” Hörten wir schon Anita rufen und es war mal wieder sehr lecker.
Nachdem ich am ersten Tag meinen Eltern nur eine kurze SMS geschrieben hatte wollte ich dann heute mal anrufen.
“Hei Hei ” hörte ich meine Mutter am anderen Ende.
“Hei Mom. Wollte mal berichten wie es bisher so läuft.”
“PIKKUINEN! So schön das du anrufst.
Wie gefällt es dir den bisher ? Sind alle nett zu dir?”
“Mit gefällt es super, ich hab mit Jesse heute ein Paket für dich los geschickt mit einer Kleinigkeit von Anita für dich. Ich hoffe es kommt schnell an!
Bis auf ein Mädel sind soweit alle nett. Ich hab auch schon Jesses Bruder Ville kennen gelernt und seine Band. Er ist genau so alt wie ich es würde ja nur fehlen das wir zur selben Uhrzeit geboren worden wären.”
“Oh was ein witziger Zufall. Ein Paket für mich? Da bin ich mal gespannt.
Was ist denn mit dem einen Mädel?”
“Ach die ist wohl in Ville verknallt und er nicht in sie das übliche Drama. ” ich musste kichern.
“Oh und ihr gefällt es nicht das du ihn siehst, Verstehe. Naja wenn sonst alles passt.”
“Naja wenn Anita weiter so gut kocht passen mir nachher meine Klamotten nicht mehr ”
“Dann gibt es halt neue .”
Wir redeten noch eine ganze Zeit auch mein Vater war kurz dabei und als ich auflegte machte ich mich fertig fürs Bett und sagte allen gute Nacht.
Als ich schon im Bett lag hörte ich wie Jesse nebenan noch was auf seiner Gitarre spielte.
Diesmal steh ich gerne früh auf. Ich freu mich einfach auf die Zeit mit Ville.
Mir ein schönes Shirt und eine schwarze Hose angezogen hüpfte ich beinahe die Treppe zum Frühstück nach unten.
“Hei so gute Laune heute?” Fragt Jesse .
“Hab gut geschlafen ” lächle ich.
“Ach nicht weil du heute ...”
“Nein ich habe nur gut geschlafen.”
Auf dem Weg zur Schule summte ich vor mich hin und Jesse stimmte mit ein.
Als wir dann auf dem Schulhof auf Jane und Jonna trafen fragte Jonna direkt wieder ob ich heute Zeit hätte.
“Das entscheidet sich im Laufe des Tages.” Sagte ich nur.
“Sag Bescheid” kam es kurz von ihr.
Jane hakte sich bei mir ein und wir gingen zum Unterricht.
Der Tag verging zum Glück schnell und als wir aus der Tür der Schule traten sah ich schon am Schultor Ville lehnen der mal wieder viel zu gut aussah während er einfach da stand und rauchte.
Jonna sah ihn und wollte schon zu ihm rennen als er seine Zigarette aus machte und strahlend auf mich zu kam.
Er nahm mich zur Begrüßung in den Arm und legte dann einen Arm um mich als ich neben ihm stand.
“Hei du musst Ville sein. ” kam es von Jane.
“Und du Jane?”
“Das bin ich wohl. Du bist also schuld das ich gleich mit einer mies gelaunten Jonna durch die Stadt laufen darf?” Fragte sie kichernd während Jonna sich weit weg von uns Stelle und mich mit Blicken töten wollte.
“Zu mir oder zu meinen Eltern?” Fragte Ville mit einem amüsierten Ton.
“Hmmm ich weiss nicht...”
“Lass uns erstmal einen Kaffe trinken gehen oder so.Ich hab selber grade erst Feierabend gemacht.”
“Na dann ab in die Stadt.Ich muss dir da vertrauen ich hab einen miesen Orientierungssinn. ”
“Dann bist du mir ja ausgeliefert Darling” raunt er mir grade so laut ins Ohr das Jonna es noch hören konnte als wir an ihr vorbei gingen. Wenn er wüsste was er damit in mir auslöste...
Jesse und Jane kämpfen darum ernst zu bleiben.
“Na dann lass uns gehen Sweetheart.” Spielte ich mit und legte kurz eine Hand auf seine Brust.
So schlank und man merkte jeden Muskel... Fuck Fuck Fuck dachte ich nur noch.
Er zog mich an sich und legte seine Stirn an meine.
“Gerne doch Pikkuinen. ” flüsterte er.
Wir gingen dann Arm in Arm los zu einem kleinen Bistro.
Zum Glück war es warm genug so konnten wir draussen sitzen.
Oh man wie kann ein einzelner Mensch nur so verdammt gut aussehen?
Selbst das er raucht stört mich nicht...
Diese Lippen...
“Erde an Riikka wo bist du mit deinen Gedanken?”
“Ähm oh sorry ich war etwas ...”
“Konzentriert? Auf was denn ?” Er zieht nochmal an seiner Zigarette und pustet den Qualm nach oben weg.
Er greift meine Hand und holt mich so wieder aus meinen Gedanken.
“Woran denkst du denn Pikkuinen?”
“Ähm... Ich... also....”
“An wen hast du gedacht? Deinen Freund zuhause?”
“Ich hab keinen!” Kam es viel zu schnell von mir.
Ville lächelt mich an und meine Konzentration geht schon wieder langsam zu neige.
“Also keiner der sauer werden könnte wenn wir zwei Zeit miteinander verbringen?”
Ich schüttle schnell den Kopf.
Seine Hand hält immer noch meine.
“Ville...Ich...k....können wir...zu....dir?” Frage ich selbst überrascht was da aus meinem Mund kommt.
Er zahlt schnell und zieht mich dann an sich.
Seine Wohnung ist tatsächlich nicht weit weg und wir schnell dort.
Ich muss schmunzeln als ich sein Chaos sehe.
Bin ich doch zuhause auch nicht wirklich besser.
Kaum ist die Tür zu schmiege ich mich an ihn.
“Was hast Du mit mir angestellt?” Fragt er mich während er eine Hand unter mein Kinn legt und mich dazu bringt ihn an zu schauen.
“D...das könnte Ich dich auch fragen”
Ich bin wieder in seinem Blick gefangen.
Er küsst mich sanft auf die Stirn und zieht mich dann mit zu seinem Sofa.
Seine Lippen...
Er setzt sich und zieht mich dann auf seinen schoss wo ich mich an ihn kuschel und er mich fest an sich zieht.
Wir sitzten Stunden lang einfach so da und geniessen die Nähe des anderen.
Er summt immer wieder eine Melodie die ich noch nicht kannte aber es beruhigt mich so sehr.
Ab und an spüre ich seine Lippen an meinem Scheitel.
Er streichelt mich und ich fahre mit einer Hand seine Brust entlang.
Erst als es an der Tür klingelt lösen wir uns zwangsläufig voneinander.
Ville geht zur Tür während ich mich aufs Sofa setzte.
Ich erkenne die Stimmen von Mige und Jesse.
“Na dann kommt rein wir beide wollten zwar noch in Ruhe was reden...” kommt von Ville.
“Hei Riiikka.”
“Hei süsse ”
Bei Miges Begrüßung verdrehe ich kurz die Augen.
“Hei ihr zwei.”
Ville setzt sich neben mich aber zu meinem leidwesen mit etwas Abstand.
Die beiden setzten sich gegen über von uns auf das zweite Sofa.
“So warum stört ihr jetzt?” Fragt Ville leicht sauer.
“Wüsste ich aber auch gerne.” Stimmte ich zu.
“Och wir waren nur zufällig in der Gegend und haben uns getroffen und sind dann auf die Idee gekommen mal nach euch zu schauen.”
“Und das sollen wir euch jetzt glauben?”
Frage ich skeptisch.
“Versuch war es wert. Dad hat euch beide Arm in Arm nach hier verschwinden sehen und fragte sich was los ist.”
“Mir ging es nicht gut Ich hatte Heimweh und...”
“Ich hab sie getröstet mehr war da nicht Jungs.”
Jesse sieht etwas überrascht aus
“Oh...”
“Ja was du immer direkt denkst...Jesse du solltest wissen das ich mich nicht an jede ranschmeisse... besonders nicht....bei Freunden von dir.”
“Tut mir leid das wir das gedacht haben.”
Kam von Mige.
“Gut und können wir jetzt unser Gespräch in Ruhe fortsetzten?” Frage ich etwas genervt.
“Ich bringe sie passend zum Essen zurück versprochen. ” Ville lächelt.
“Na gut wir gehen”zum Glück ohne weitere Fragen.
Sobald die Tür hinter den beiden wieder zu ist kuschel ich mich wieder an Ville.
“Danke das wir herkommen konnten.”
“Immer gerne aber warum wolltest du eben so schnell weg?”
“Ich war nur von allem etwas überfordert...” Ich kann ihm doch jetzt nicht sagen das ich nur in seinen Armen liegen wollte... wir sehen uns nach dem Austausch wahrscheinlich sowieso nie wieder...
“Du kannst immer her kommen wenn du Ruhe brauchst. ”
“Danke.
Kannst du....hast du schon einen Text zu der Melodie von eben?”
“When Love and Death Embrace und ja hab ich. Magst du es hören?”
“Klar ! Vielleicht kannst du es mir ja auf Gitarre beibringen?”
“Gerne Pikkuinen.“Ich lächle ihn an als er mich so nennt.
“Gefällt dir hm?”
Ich nicke.
Er nimmt seine Gitarre und fängt an mir zu zeigen wie ich den Song spiele und sobald es etwas besser klappt singt er dazu und ich liebe es einfach. Seine Nähe und seine Stimme...
Zwischendurch raucht er immer mal wieder eine.
Als es dann Zeit wird zu gehen fällt mir auf dem weg raus ein Bild an der Wand auf.
“Was ist das?” Frage ich ihn.
“Oh das ist das Heartagram das hab ich gemalt.
Wir nutzen es für die Band.” Gab er etwas verlegen zu.
“Es ist schön. Hmmm..... vielleicht... Ich hatte ja überlegt mir hier bevor ich heim fahre eine Tattoo stechen zu lassen als Erinnerung ...”
“Du magst Tattoos? Ein Kumpel von mir will mir schon ewig eins stechen vielleicht?”
“Gerne! Jetzt aber ab sonst gibt es Ärger von deiner Mutter. ”
Wir gehen schnell los und sind grade eben noch pünktlich zum essen da.
“Oh schön das du sie bringst Schatz. Möchtest du auch mit Essen?” Fragt Anita freudig und Ville stimmt natürlich zu.
In den nächsten Tagen verbrachten wir möglichst viel Zeit miteinander.
Mal bei den Proben mal mit Jesse zusammen.
Selbst Anita wunderte sich schon das Ville so oft da war.
Er war solange er nicht arbeiten musste an der Schule sobald ich Schluss hatte.
Es war einfach schön.
Tatsächlich verbesserte sich mein klägliches gezupfte an der Gitarre auch so langsam aber sicher.
Am liebsten spielte ich ich Songs die er geschrieben hatte.
Wenn wir alleine waren kuschelten wir viel und schauten zusammen Filme oder sassen auch mal einfach Arm in Arm und lasen unsere Bücher.
Ich muss zugeben das ich diese Ruhe brauchte.
Ich hatte zeitweise wirklich stark mit dem Heimweh zu kämpfen.
Aber sobald Ville es bemerkte zog er mich an sich und summte oder sang für mich bis ich wieder ruhiger wurde.
Ende der 2. Woche änderte sich allerdings einiges...