Sternenwanderer: Die Reise nach Violetarion

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Summary

Ava, eine Astrophysikerin, betritt ahnungslos ein Portal und findet sich auf einem fremden Planeten wieder - einem Ort leuchtender, strahlender Farben. Dort begegnet sie einem lavendelfarbenen Wesen, das ihr von einer Prophezeiung erzählt: Sie allein soll dessen Welt retten. *** Dr. Ava Sterling ist eine brillante Astrophysikerin, die gerade in ein streng geheimes Forschungslabor für Dunkle Materie und Quantenverschränkung befördert wurde. Doch ihr Leben nimmt eine unerwartete Wendung, als sie durch ein Portal aus ihrer Welt gerissen wird - und in einer Realität voller Wunder und Gefahren landet. Inmitten der unendlichen Weiten des Universums liegt ein Planet, der im Licht des Sonnenuntergangs zu glühen scheint: Violetarion. Ein Ort, an dem kristalline Technologie und lebendige Magie miteinander verschmelzen. Dort muss Ava das Rätsel ihrer Ankunft entschlüsseln und eine Prophezeiung erfüllen, die tief in den Sternen verankert ist. Gemeinsam mit Thalior, einem jungen Purpurianer, entdeckt Ava uralte Weissagungen, fremdartige Kreaturen - und eine Liebe, die das Schicksal eines ganzen Planeten verändern könnte. Doch während sie immer tiefer in diese fremde Welt eintaucht, wird sie mit ihren eigenen Ängsten und Unsicherheiten konfrontiert. Wird sie es schaffen, sich mit den einheimischen Purpurianern und den rätselhaften Aetherianern zu verbünden, um einen zerbrechenden Planeten zu retten? Und während sie Thalior näherkommt - wird es ihr gelingen, sein Herz zu gewinnen und vielleicht auch ihr eigenes zu heilen?

Status
Ongoing
Chapters
10
Rating
n/a
Age Rating
13+

Kapitel 1: Violetarion

Als Ava die Augen öffnete, war da zuerst nur Licht – ein tiefes, samtiges Violett, das durch die Baumkronen über ihr sickerte. Sie lag auf etwas Weichem. Kein Boden, wie sie ihn kannte, sondern ein dicker Teppich aus moosartiger Flora, die bei jeder Bewegung unter ihr flüsternd vibrierte.

Okay, dachte sie, entweder ich bin tot, oder ich liege in einem botanischen Spa auf LSD.

Langsam setzte sie sich auf. Ringsum ragten schlanke Bäume mit schimmernden silbernen Rinden in den Himmel – ihre Blätter bewegten sich nicht im Wind, sondern... im Takt? Die Luft roch nach süßem Metall und Blüten, die noch nie ein Mensch katalogisiert hatte. Und irgendwo ganz in der Ferne vibrierte ein Ton – nicht hörbar, sondern fühlbar – wie eine Resonanz im Brustbein.

Sie stand auf. Ihre Beine wackelten, wie nach einem Langstreckenflug. Und sie erinnerte sich.

Das Labor. Das Gerät. Der Energiestoß.

Der neue Prototyp zur Quantenverschränkung hatte erst letzte Woche seine ersten Testmessungen geliefert. Sie hatte sich regelrecht hineingestürzt, wie immer, wenn ein Rätsel groß genug war, um ihren Kopf zum Schweigen zu bringen.

Aber dieses Mal war es anders gewesen: Die Muster, die das Gerät auffing – sie hatten nicht nur wie ein Signal gewirkt. Sie hatten sich angefühlt wie ein Ruf. Und dann... ein Lichtblitz. Ein Sog. Und Stille.

Herzlichen Glückwunsch, dachte sie trocken. Du hast das Raum-Zeit-Kontinuum aus Versehen gesprengt. Und kein WLAN.

Sie tastete sich durch das hohe Gras – das bei jeder Berührung in sanftem Lavendelglanz nachleuchtete – und folgte ihrem instinktiven Gefühl für Richtung. Zumindest schien es nicht direkt lebensfeindlich hier.

Und dann sah sie es: Ein Bauwerk aus Kristallen, halb verfallen, halb überirdisch. Es ragte aus dem Boden wie das Überbleibsel einer vergessenen Zivilisation. Die Struktur – eine Art Torbogen – war gesäumt von Symbolen, die in regelmäßigen Abständen aufleuchteten. Ihre Konturen wirkten fast... pulsierend. So sah keine Maschine aus, die ein Mensch je gebaut hatte. Aber es roch nach Technologie.

„Was bist du?“, flüsterte sie. Und erschrak, als eine der Kristalllinien hell aufleuchtete, ohne dass sie es berührt hatte. Ein subtiles Signal. Oder eine Begrüßung?

Sie erinnerte sich an etwas, das sie als Kind ihrem Vater gesagt hatte, kurz bevor er starb: „Wenn ich groß bin, finde ich den Ort hinter den Sternen.” Und nun stand sie vielleicht genau dort.

Es war fast zu schön, um real zu sein. Und zu logisch, um ein Traum zu sein.

Sie schloss die Augen für einen Moment – nicht aus Angst, sondern aus überwältigtem Staunen. Wenn das hier eine Simulation war, wollte sie den Programmierer persönlich umarmen.

Als sie weiterlief, entfernte sie sich allmählich von der geometrischen Ordnung des Portals. Die Landschaft wurde wilder. Leuchtende Ranken und azurblaue Blüten wucherten zwischen den Bäumen. In der Ferne hörte sie ein Rascheln. Dann ein leises, schnelles Trippeln.

Und dann – Überraschung – sprang ihr eine pelzige Kreatur ans Bein.

Es war klein, flauschig, hatte leuchtende Schwänze und das Selbstbewusstsein eines gut gelaunten Hamsters auf Zucker. Statt zuzubeißen oder sich aufzublähen, quietschte es einfach fröhlich los und versuchte, Ava zu erklettern. Natürlich tat es das.

“Hallo? Was bist du denn für ein hyperaktives Sofakissen?“, murmelte Ava, beugte sich vorsichtig runter und streichelte das pelzige Etwas. Das Fell war weich wie Nanofasern im Reinraum, nur wärmer. Und das Wesen? Quietschte erfreut, sprang in ihre Arme und rieb den Kopf an ihr, als wäre sie seit Wochen seine vermisste Bezugsperson.

Ava seufzte. “Okay. Du bist niedlich. Du darfst bleiben. Aber wenn du leuchtest, explodierst oder Gedichte aufsagst, reden wir nochmal über Grenzen.”

Zu ihrer eigenen Überraschung reagierte das kleine Wesen direkt auf ihre Worte.

„Flix”, sagte sie leise, ohne es zu hinterfragen. Und das Wesen quiekte, als hätte es verstanden.

Es sprang runter, lief ein paar Meter, drehte sich um und sah sie auffordernd an.

Ava war sich nicht sicher, ob Flix sie verstand, oder ob er einfach die Art von Kreatur war, die mit grenzenloser Selbstverständlichkeit annahm, dass man ihr folgte.

So oder so: Er trabte nun mit federnden Schritten voraus, sprang durch leuchtende Blumenbüschel und drehte sich alle paar Meter um, um zu prüfen, ob Ava ihm folgte – wobei sein doppelter Schweif in einem rosavioletten Schimmer hinter ihm herwaberte, als wäre er aus Licht gemalt worden.

Die Landschaft wandelte sich, während sie tiefer in den silbernen Wald vordrangen. Die Bäume wurden höher, schlanker, und ihre silbernen Rinden glitzerten in sanften Wellen, als würde das Licht selbst darin atmen.

Überall um sie herum sprossen blattgroße Myrianglyphen – Pflanzen mit glasartigen Flächen, die sich leicht aufrollten, sobald man zu nahe kam, als wären sie kitzelig. Ava kicherte unwillkürlich, als eine davon auf ihren Hosenstoff tippte und sich schlagartig kringelte wie eine beleidigte Anemone.

Flix nutzte jeden Vorsprung und jedes herabhängende Blatt, um kleine Kunststücke zu vollführen. Er sprang gegen einen Blaukronen-Baum, dessen leuchtende Krone kurz aufflackerte wie ein Glühwürmchenschwarm in Formation, und schien mächtig stolz auf sich zu sein.

„Du hast eindeutig zu viel Energie für so einen kleinen Körper”, murmelte Ava, was Flix mit einem aufgeregten Quieken quittierte.

Die Geräusche des Waldes waren fremd, aber nicht bedrohlich: ein Chor aus hellem Zirpen, tiefem, organischen Brummen und gelegentlichem rhythmischem Klicken, wie aus einer anderen Klangphysik.

Dann sah Ava sie – erst nur zwei, dann ein halbes Dutzend, dann ganze Schwärme: Silberläufer. Kleine, wendige Kreaturen, halb Rehkitz, halb Libelle, mit langen, biegsamen Beinen und irisierenden Augen. Ihre Bewegungen waren hypnotisch: jede Drehung, jeder Sprung schien choreografiert. Sie tanzten zwischen den Bäumen, als wären sie der schimmernde Herzschlag des Waldes.

Ava hielt die Luft an. Sie erinnerten sie an Teilchenmuster in Laserkammern – nur waren diese hier lebendig. Ein Silberläufer wirbelte um sie herum, kurzzeitig in ihrer Aura schwebend, dann fort, in einem eleganten Bogen, der von keiner Gravitation erfasst zu sein schien.

Sie wollte etwas sagen – vielleicht ein „Wow”, vielleicht ein „Ist das echt?” – aber Flix zupfte an ihrer Hose, gab ein leises, insistierendes Geräusch von sich und deutete mit der Nase in Richtung eines besonders offenen Waldpfades.

„Ich weiß, ich weiß. Kein Sightseeing. Mission unbekannt, Schritt eins: dem Knäuel folgen.”

Der Weg führte sie nun durch eine Senke voller Aurorafarn, einer sanft im Wind wellenden Pflanze, deren Wedel leuchtende Adern in Gelb und Türkis trugen. Als Ava hindurchging, fühlte es sich an, als würde sie durch ein Feld aus warmem Nebel schweben.

Kurz danach stolperte Flix. Zumindest interpretierte sie es so – in Wahrheit war es wohl eher eine spontane Ganzkörperrolle über einen Wurzelbogen aus Skyrindenholz. Das Resultat war allerdings das gleiche: Er landete rücklings und sah sie mit erschrockenem, halb schuldigem Blick an. Ava lachte zum ersten Mal laut, seit sie Violetarion betreten hatte.

„Du bist wirklich kein Späher. Mehr so... akrobatischer Diplomatenwicht.”

Sie streichelte ihm übers Fell, und zum ersten Mal legte Flix leise schnurrende Töne von sich, die im Brustton fast wie ein pfeifendes Glockenspiel klangen.

Nach einer Weile hörte Ava einen anderen Klang – leiser, tiefer, weniger organisch. Eine Art schwebender Ton, harmonisch, wie ein einzig gehaltener Akkord, aber so vibrierend, dass er direkt auf ihr Zwerchfell wirkte.

Sie trat durch einen letzten Schleier aus weiß leuchtenden Fädenschleiern – Pflanzen, die sich beim Berühren ineinander verwebten und wieder entrollten – und dann stand sie in einer Lichtung.

In der Mitte: eine Gestalt.

Hochgewachsen, schlank, mit einer Haut wie poliertes Lavendelgestein und Haaren, die wie flüssiges Kupfer über seine Schultern flossen. Sein Geweih fing das Licht der beiden Sonnen auf, reflektierte es in stillen Wellen, als wäre es aus kristallisiertem Sonnenlicht geformt. Seine Augen waren geschlossen. Um ihn herum: absolute Stille – die Art von Stille, die nicht leer, sondern erfüllt war.

Ava atmete flach. Sie wusste intuitiv, dass dies nicht der Moment war, sich bemerkbar zu machen.

Der Purpurianer öffnete langsam die Augen – und sah sie an.

Nicht überrascht. Nicht alarmiert. Sondern... als hätte er auf sie gewartet.

Und das Seltsame war: Irgendetwas in ihr wusste, dass es stimmte.


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Wie hättet ihr auf Flix reagiert – weggeschnipst oder direkt adoptiert?