Prolog - Die Legende von Michael und den Kindern d
„Es heißt, in Tagen, die längst aus der Zeit gefallen sind, wanderte Michael, der verstoßene Sohn des Nordlandes, einsam durch die tiefen Wälder, bis ihn Hunger, Kälte und Wahnsinn fast gebrochen hatten.
Doch dort, wo der Nebel am dichtesten war, fand er das Volk der Kinder des Wandels — Gestaltwandler, die still und verborgen lebten, scheu wie Rehe, sanft wie das Rascheln des Laubes.
Unter ihnen war ein Schamane, ein Mann von silbernem Haar und Augen so alt wie die Erde selbst. Anders als Michaels Familie, die ihn verstoßen hatte, sah der Schamane in Michael kein Monster, sondern einen Gefährten, der das Dunkel ebenso in sich trug wie er.
So saßen sie bei flackernden Feuern, tranken aus Schalen aus Mondstein und teilten Geschichten von Blut und Geistern.
Gemeinsam schmiedeten sie einen Pakt — nicht aus Zwang, sondern aus Sehnsucht nach Größe und Unvergänglichkeit.
Michael gab sein Blut, rein und durchdrungen von uralter Menschlichkeit, vermischt mit einer Düsternis, die er selbst kaum verstand. Der Schamane flocht Zauber, die älter waren als jede bekannte Sprache, und rief Geister, die im Wind heulten.
Aus dieser finsteren Alchemie entstanden jene, die mehr waren als die sanften Kinder des Wandels:
Wesen mit einer Aura, die Herzen beugte und Geister fesselte, geboren, um Könige und Krieger gleichermaßen knien zu lassen.
Doch wie alle Schöpfungen, die aus Stolz und Furcht geboren werden, waren sie ein Fluch, der sich bald gegen seine Schöpfer wandte.
Michael erkannte, was er entfesselt hatte, und wählte fortan das Schwert, um seine eigene Schuld zu tilgen.
Er jagte Vampire, Werwölfe — und hätte er länger gelebt, so wäre er zweifellos auch gekommen, um die letzten Kinder seines Paktes auszulöschen.
Nur wenige ihrer Linie überlebten die Jahrhunderte.
Und von ihnen heißt es, dass ihr Blut das Schicksal aller Unsterblichen neu schreiben könnte…“








