Disturbed Love I - In Deinem Herzen

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Summary

Sally zieht durch ein Stipendium mit ihrer Freundin von Churchill nach New York. Beide lassen Kanada hinter sich, um endlich auf eigenen Beinen zu stehen. Zwei Freundinnen. Tammy quirlig und aufgeweckt. Sally eher etwas zurückhaltend und unerfahren, was vor allem die Sache mit den Männern betrifft. Doch mit wem wird sie ihre ersten Erfahrungen sammeln? Mit dem schönen und reichen Trey oder doch mit dem wilden anziehenden Bad Boy Mark, für den nichts weiter außer Sex, Drugs and Rock'n'Roll, zählt? Wird sie sich für den Richtigen entscheiden? Auf ihren Kopf oder ihren Bauch hören? Dem Verlangen folgen oder der Sicherheit?

Status
Complete
Chapters
44
Rating
4.5 4 reviews
Age Rating
18+

Prolog

Müde schlinge ich die Arme fester um meinen Oberkörper und drücke mein Kinn in das große Tuch, was ich kurz zuvor um den Hals wickelte. Es ist mitten in der Nacht und noch immer liege ich nicht im Bett, obwohl ich in schon wieder in ein paar wenigen Stunden in die Schule muss. Morgen ist der Tag an dem wir unsere Zeugnisse bekommen. Wenn ich daran denke, will ich in diesem Augenblick das alles schon hinter mir haben.

Gähnend versuche ich mich irgendwie wach zu halten, doch ich komme mir vor, als schlafe ich schon im Laufen ein. Meine Knochen fühlen sich an, als hätte ich Nächte nicht mehr richtig geschlafen und um ehrlich zu sein, entspricht das auch der Tatsache. Ich bin komplett durch. Alles zehrt an mir und scheint mich bloß noch weiter herunterzuziehen.

Ich beneide die Menschen, die schon abends um acht oder neun Uhr im Bett liegen. Wann ist das bei mir so gewesen? Mein Kopf rattert. Leider kann ich mich nicht mal daran erinnern. Sogar sonntags habe ich kaum Erholung und kann das kleine Pub von meinen Eltern schrubben. Es ist echt anstrengend, denn neben meinem Job als Putze, Bedienung und Seelsorgerin für Besoffene, habe ich in meinem Alter kaum Freizeit. Wo andere auf Party gehen, arbeite ich Stunden, um meinen Eltern wenigstens etwas recht zu machen. Aber darum geht es nicht.

Einerseits will ich es sogar. Ich will Aufmerksamkeit, hoffe dadurch etwas Zuwendung zu bekommen. Leider vergebens. Andererseits... Ja andererseits... Sie brauchen mich, damit es uns einigermaßen gut geht. An sich habe ich kein schlechtes Elternhaus, doch sie vergessen oft, dass ich jung bin, etwas erleben möchte und sie mich nicht auf die Welt brachten, um eine kostenlose Angestellte zu sein.

In meinem ganzen Leben habe ich nur eine einzige wirkliche Freundin. Die anderen verstehen meist nicht, dass ich im Pub bin und der Rest meiner Zeit für die Schule draufgeht. Ich strenge mich an, probiere so gut es klappt die besten Noten zu schreiben. Aus einem gewissen Grund. Denn ich habe etwas beschlossen. Schon vor Jahren. Ich muss mich auf einem guten College bewerben, bevor ich in Churchill versauere. Die Bewerbung habe ich schon vor Wochen abgeschickt. Ich hoffe jeden Tag, dass ich auch rechtzeitig die Post abfange, sodass mein Vater nicht den Brief verschwinden lassen kann, falls ich doch angenommen werde.

Vielleicht macht er das gar nicht mit Absicht. Möglicherweise hat er bloß Angst, dass mir in der weiten Welt etwas geschieht. Ich kann es nicht wissen, denn meine Eltern sprechen nicht über Sorgen und Ängste. Manchmal kommen sie mir so vor, als wären sie Maschinen, die schon vor Jahren aufhörten zu leben. Und was mache ich? Ich will es versuchen. Ich bin nicht in die Welt gesetzt worden, um es jemanden recht zu machen. Ich will selbst Entscheidungen treffen. Aus diesem Grund hoffe ich. Tage, ja gar Wochen mache ich das. Ich bete zu allem, auch an diesem Abend, obwohl ich langsam die Hoffnung tatsächlich aufgebe.

Müde streife ich mir meine braunen Haare hinter die Ohren und eile zum Briefkasten. Zwar schaute ich an diesem Tag schon mehrmals nach, aber irgendwie... Ich habe so eine Ahnung, dass ich jetzt erfahre, ob ich angenommen werde oder doch nicht. An einer Uni. In New York. Anbei öffne ich den alten Kasten aus Metall. Ein leises Quietschen ertönt und als ich meinen Kopf senke, erkenne ich etwas Weißes mit blauer Schrift. Unvermittelt greife ich hinein und ziehe das Kuvert nach draußen. Der Absender zeigt, dass es wirklich von einen der Colleges in New York ist, an denen ich mich beworben habe.

Stürmisch reiße ich zugleich den Umschlag auf und ziehe einen weißen Zettel heraus. Dabei laufe ich auf unser kleines Haus zu, schließe die Tür hinter mir zu und falle fast auf den Weg nach oben, die Treppen herauf, weil ich es nicht erwarten kann. Auf der Stelle muss ich wissen, was darin steht und ob sich meine Zukunft weiter hier abspielen wird oder in einer Großstadt.

Ich lese die ersten Zeilen und kreische auf, obwohl ich weiß, dass meine Eltern schon schlafen. Es ist mir egal. Da steht es schwarz auf weiß. Oh, mein Gott. Ich kann es nicht glauben. Fassungslos hüpfe ich in mein Zimmer. Ich bin verdammt noch mal frei. Niemand wird mich aufhalten können. Auch nicht Mutter und Vater. Sofort schnappe ich mir mein Handy, was auf dem Bett liegt und rufe meine bessere Hälfte an. »Tammy!«, hauche ich atemlos und hetze aufgeregt durch mein Zimmer. »Ich bin angenommen. In New York!« und schon ganz nebenbei ziehe ich meine Reisetasche unter dem Bett hervor. Es geht los!