Echo einer Stimme

All Rights Reserved ©

Summary

Sia ist laut, wild und kompromisslos – zumindest auf der Bühne. Doch privat kämpft sie mit einer lähmenden Stille: Schreibblockade, Selbstzweifel, das drohende Ende ihrer Band. Die Rettung? Ausgerechnet eine Zusammenarbeit mit Echo Divide – glattpolierter Mainstream mit Chartgarantie. Frontmann Leon steht für alles, was sie ablehnt. Und doch trifft er einen Nerv. Einen, den Sia längst vergessen hatte.

Status
Complete
Chapters
52
Rating
5.0 3 reviews
Age Rating
16+

Emotions under pressure

Tap-tap-tap.

Die Finger klopfen im Takt eines Songs, der irgendwo in meinem Kopf herumspukt. Aber er lässt sich nicht greifen. Da sind nur unzählige Ideen, die durch den Raum schwirren und an den Wänden abprallen wie Schallwellen. Nichts findet den Weg in das Notizbuch auf meinem Schoß.

Ich blicke auf die durchgestrichenen Verse. Die leeren Phrasen.

Alles klingt falsch. Unbrauchbar. Nicht mal ein bedeutungsvoller Gedanke, den ich weiter verfolgen könnte.

Frustriert schlage ich das Buch zu.

Früher fiel mir das Schreiben leichter. Da sprudelten die Songs nahezu aus mir heraus. Jedes Lied hatte eine eigene Geschichte. Füllte die Kladde mit Leben, mit bedeutsamen Melodien und Texten, die mehr waren als nur schöne Worte.

Nichts daran war perfekt, aber alles ein Ausdruck echter Gefühle.

Das hier dagegen? Nur eine Sammlung gescheiterter Versuche, zwanghaft etwas aufs Papier zu bringen. Weil ich unbedingt ein zweites Album füllen muss. Das Material, mit dem wir durchgestartet sind, stammt aus einer Zeit, als ich noch nicht Sia, die Sängerin von Doe Eyes war. Sondern einfach nur ein Mädchen mit Gitarre und dem Drank, etwas rauszulassen.

Jetzt fühlt es sich an, als hätte ich alles, was mich mal inspiriert hat, zurückgelassen. In einer Zeit, in der nicht ständig kämpfen musste. Für meine Gefühle, meine Werte und gegen irgendwelche Erwartungen oder den Druck des Managements.

Damals gab es nur mich.

Und Papa.

Ein Jahr, neun Monate und siebzehn Tage. So lange ist es mittlerweile her. Der Tag ist in meine Haut gestochen, damit ich ihn nie vergesse. Dabei könnte ich das sowieso nicht. Der Tag, an dem Papa ging. Der Tag, an dem der Stecker meines kreativen Universums gezogen wurde.

Seitdem kam kein Lied mehr, das sich echt angefühlt hätte. Alles klingt wie ein Abklatsch von dem, was ich schon einmal gemacht habe. Oder wie der Versuch, etwas zu sagen, was ohne Gewicht ist.

Und langsam wird mir das zum Verhängnis. Und meiner Band.

Ich drehe den Stift in meinen Fingern und warte darauf, dass etwas zurückkehrt. Ein Funke. Ein Vers. Aber wie immer in den letzten Monaten bleibt nur die bittere Wahrheit: Ich habe mich irgendwo zwischen damals und heute verloren.

Ich lasse den Stift fallen, greife nach dem Pappbecher neben der Couch. Kaum habe ich einen Schluck genommen, spucke ich ihn angewidert auf den ranzigen Teppich vor mir. Der Kaffee ist eiskalt.

Mist! Wie lange bin ich schon hier?

Ich greife nach meinem Handy.

Fuck.

Es ist viel später, als ich dachte.

Hektisch stopfe ich das Notizbuch, den Stift und das Handy in die Tasche und reiße die Jacke von der Lehne. Als ich aufspringe, stößt mein Fuß gegen den Becher und der Rest des Kaffees schwappt über den Teppich.

»Verdammt!«, fluche ich, beschließe aber, mich später darum zu kümmern. Jetzt ist dafür keine Zeit mehr.

Ich stolpere über ein paar Kabel, rette mich gerade noch und stürze hinaus. Kalte Winterluft schlägt mir ins Gesicht, während ich Richtung U-Bahn-Station renne. Wenn ich zu spät komme, werden mir nicht nur Em und Liz den Kopf abreißen.

Der Zug fährt gerade ein, als ich die Treppe hinuntereile. Ich springe in letzter Sekunde rein, schnappe nach Luft und lasse mich auf einen Platz fallen. Meine Finger sind eiskalt. Ich reibe die Hände aneinander, spüre die Wärme langsam zurückkehren. Aber meine Seite sticht und meine Lunge brennt.

War ich nicht mal fit? Im Sommer, auf den großen Festivalbühnen? Jetzt fühlt sich ein Sprint schon an wie ein Marathon. Undenkbar, dass ich so noch einen Ton aus mir rauspressen könnte.

Ich beiße mir auf die Lippe.

Hat das überhaupt noch irgendeine Bedeutung? Als würde es überhaupt weitere Festivals für uns geben. Oder gar eine Tour. Dafür müsste ich bei dem Meeting heute abliefern.

Und ich habe ... nichts.

Das war’s mit deiner Karriere, Sia.

Ich lasse den Kopf gegen die Lehne sinken und blicke aus dem Fenster. Das Glas spiegelt mich matt zurück – zerzauste Haare, verwischter Eyeliner. Mit einem Taschentuch versuche ich, das Schlimmste zu korrigieren.

In der Scheibe fängt ein Blick meinen. Ein Typ, ein paar Sitze weiter. Er ist sicher kaum älter als ich, Mitte zwanzig, mit dunklen Augen und einem kurzen Haarschnitt, fast schon zu akkurat.

Er sieht weg, als ich mich umdrehe. Nur um Sekunden später wieder zu mir zu schauen. Diesmal direkter. So, als hätte er sich entschieden.

Für einen Moment frage ich mich, ob er mich erkannt hat. Oder ob ich ihm einfach nur ... gefalle. Wahrscheinlich Letzteres. Graues Pulloverkleid, Netzstrumpfhose, Boots – ich falle auf. Und er? Perfekt sitzendes Hemd, gepflegter Dreitagebart. Er sieht nicht aus, als würde er unsere Songs kennen. Eher wie jemand, der morgens mit Proteinshakes aufwacht und Podcasts über Start-ups hört.

Früher hätte mich das nicht gestört. Ich hätte seinen Blick gehalten, vielleicht sogar gelächelt. Nur um zu sehen, was passiert. Ob er der Eine sein könnte.

Aber heute? Heute ist das zu riskant. Ein Blick zu viel, ein zu ehrlicher Flirt, ein zu weicher Kuss – all das könnte zu einer Nähe führen, die mir gefährlich wird. Weil sie Hoffnung macht. Und wer hofft, kann nur verlieren.

Rockstar-Kollegen verstehen das. Da weiß jeder, wie das Spiel läuft. Dass man keine Fragen stellt, nichts erwartet außer dem Moment. Kein Seelenstriptease, kein Drama. Nur Körper und Leidenschaft.

Aber der Typ hier? Sieht schon wieder zu mir. Und sein Lächeln wirkt, als hätte er beschlossen, den Schritt zu wagen. Ich wende den Kopf ab, bevor er Anstalten macht, aufzustehen. Ich bin schneller als der letzte Rest Sehnsucht in mir.

Weil ich das nicht zulassen darf.

Weil ich es nicht aushalten würde, wenn es mehr wäre.

Dann lieber gar nicht.

Und trotzdem.

Etwas zieht in mir. Nicht der Wunsch nach ihm. Sondern nach dem, was einmal selbstverständlich war: sich öffnen, sich spüren, fühlen.

Was, wenn ich nicht nur ein Risiko ausgeschlossen habe, sondern damit auch alles andere? Die Worte. Die Musik. Mich selbst.

Ich schüttle den Kopf.

Unsinn.

Ich bin einfach nur müde. Und leer. Und verzweifelt genug, um nach jedem Strohhalm zu greifen, der eine Lösung sein könnte. Sei es noch so abwegig.

Ehrlich, was soll so einer schon ändern? Was soll überhaupt noch jemand ändern?

Die Haltestelle wird angesagt. Ich atme tief durch, raffe meine Sachen.

Als ich mich an ihm vorbeischiebe, sieht er auf. Sein Mund öffnet sich leicht. Vielleicht will er etwas sagen. Aber ich schenke ihm nur ein kurzes, entschuldigendes Lächeln.

Mehr nicht.

Dann bin ich weg.

Fünf Minuten Fußweg. Mehr ist es nicht bis zur Plattenfirma.

Aber mittlerweile hat ein heftiger Regen eingesetzt und ich bin klitschnass, als ich die Lobby betrete. Und doch läuft mir fast ein größerer Schauer über den Rücken, als ich im Trockenen stehe.

Drinnen ist alles glatt. Kühl. Makellos. Die Wände glänzen wie die Magazine, in denen wir vor einem Jahr noch als die neuen Hoffnungsträgerinnen der Rockszene gelabelt wurden. Die perfekte Kulisse für aalglatte Geschäftsleute, die von Verkaufszahlen sprechen, als wären Songs nur irgendwelche Produkte.

Ich steuere auf die Treppe zu, die in die obere Etage führt. Dorthin, wo Entscheidungen getroffen werden, die nichts mit der Kunst zu tun haben. Ich nehme zwei Stufen auf einmal, will nicht zu spät kommen. Doch als ich auf das Büro zulaufe, sehe ich durch die Glastür: Christine ist noch nicht da.

Glück gehabt.

Em und Liz sitzen in schwarzen Ledersesseln vor dem Schreibtisch. Sie sagen nichts. Ihre Blicke haften an den goldenen und platinfarbenen Platten an der Wand – stumme Zeugen vergangener Erfolge. Von Bands, die ihren Preis dafür gezahlt haben. Mit Anpassung, Aufgabe, Kontrollverlust.

Ich will nicht glauben, dass das unser Weg ist. Und doch kriecht mir langsam das Gefühl unter die Haut, dass ich es nicht mehr verhindern kann.

Ich spüre die Anspannung im Raum, obwohl noch gar nichts passiert ist. Em lächelt, als sie mich sieht, aber ihre Finger kneten sich ineinander. Der pinke Lack an den Nägeln ist abgeblättert. Sie hat vor Nervosität geknabbert – ich kenne sie.

Liz trommelt unruhig auf der Armlehne. Ihr Blick streift mich kurz, bevor er wieder den Flur absucht.

»Sorry«, murmele ich und sinke in den Sessel neben Em.

Sie öffnet den Mund, doch im selben Moment fliegt die Tür auf.

Christine rauscht herein, zieht die Tür hinter sich zu. Ich zucke zusammen, als die Tür geräuschvoll ins Schloss fällt.

Unsere Managerin stellt ihre Kaffeetasse auf den Tisch und zieht sich den Blazer von den Schultern, als wäre ihr heiß. Dabei ist es kühl im Raum. Nicht nur wegen der Stimmung.

Dann fällt sie in ihren Stuhl, als würde in dem Moment jegliche Luft aus ihr entweichen. Bei ihrem ernsten Blick wird meine Kehle trocken. »Also«, sagt sie, die Stimme ruhig, aber schneidend, »ihr hattet ein Ultimatum. Wie schaut’s aus?«

Sie lächelt professionell, doch die Art, wie sie sich die Strähne ihres perfekt gestylten Haares hinters Ohr schiebt, verrät, dass sie nicht mit positiven Nachrichten rechnet. Es gab bereits zu viele dieser Meetings. Zu wenig Fortschritt. Ihre Geduld ist aufgebraucht.

Alle Blicke wenden sich mir zu. Natürlich. Em schreibt keine Songs. Liz ebenfalls nicht. Das war immer mein Part. Meine Verantwortung. Mein Scheitern. Mal wieder.

Der Kloß in meinem Hals macht es verdammt schwer, die Wahrheit auszusprechen. Also weiche ich aus: »Ich ... brauche mehr Zeit.«

Christine blinzelt langsam. Ihre Stimme bleibt sachlich. Zu sachlich. »Ihr hattet mehr als genug Zeit, Theresia. Oder muss ich dich daran erinnern, wie oft ich euch bereits gesagt habe, wie wichtig es ist, dass ihr liefert?«

Nein. Muss sie nicht. Ich weiß es. Seit Monaten. Seitdem jeder neue Versuch im Papierkorb gelandet ist. Weil nichts meinen Ansprüchen genügt.

»Es ist nicht so einfach, unter Druck kreativ zu sein«, rede ich mich heraus und streiche mir das feuchte Haar aus der Stirn. Ich blicke an Christine vorbei. Und meide es auch, Em und Liz anzusehen. Weil ich den Ausdruck in ihren Gesichtern nicht sehen will. Die Enttäuschung. Das verletzte Vertrauen.

»Es hat niemand gesagt, dass es einfach ist«, sagt unsere Managerin mit einem Seufzen, das so schwer klingt wie ein Urteil. »Aber das ist euer Job. Und wenn nichts kommt – was machen wir dann hier?«

Etwas in mir kippt. »Was sollen wir tun, Christine? Mir die Songs aus den Rippen schneiden?« Es rutscht mir raus, bevor ich es stoppen kann.

Ihre Augenbraue zuckt leicht nach oben. »Das ist mir klar, Theresia.« Ihre Stimme bleibt ruhig, fast nachsichtig. Und genau das macht es schlimmer.

Weil sie keine Ahnung hat, wie es ist, auf unserer Seite zu sitzen. Für sie zählen nur Statistiken, Strategien, Zielgruppen. Für mich ist es – war es – alles.

»Ich weiß, du glaubst mir nicht. Aber ich verstehe es. Ich mache diesen Job, weil auch mir Musik etwas bedeutet.« Sie sagt es, als wäre das der Beweis. Doch in ihrem Ton schwingt nur Konsequenz.

»Aber das hier ist ein Business. Und die Musikbranche dreht sich weiter – ob du Songs schreibst oder nicht. Ihr hattet euren Durchbruch, habt eine solide Fanbase. Das ist gut, wirklich. Aber der Hype ist vorbei. Wir können es uns nicht leisten, länger zu warten.«

Sie atmet tief durch.

»Vielleicht ist es an der Zeit, dass ihr euch ... öffnet.«

»Was soll das heißen?« Meine Stimme klingt schärfer als geplant. »Bei der Vertragsunterzeichnung haben wir doch ganz klar gesagt, dass wir uns treu bleiben.«

Christine hebt beschwichtigend die Hände. »Und das habe ich lange respektiert, Sia. Ihr seid ein Original. Deshalb arbeite ich gerne mit euch zusammen. Aber ...« Sie legt eine kurze, strategische Pause ein. »Originalität reicht nicht. Man muss vor allem sichtbar bleiben. Wenn du nicht schreiben kannst, sollten wir andere Wege finden. Es wäre unverantwortlich, das nicht zu tun.«

Liz runzelt die Stirn. »Was für Wege?«

Christine zieht kaum merklich die Schultern hoch. »Man könnte zum Beispiel mit einem Songwriter arbeiten ...«

»Kommt nicht infrage!«, entfährt es mir, bevor ich nachdenken kann. Allein die Vorstellung, fremde Songs zu singen, verursacht mir Übelkeit.

Em sieht mich an. »Warum nicht?« Ihre Stimme klingt hart, fast bitter.

Ich schlucke.

Wir kennen uns seit der Grundschule, waren schon immer beste Freundinnen. Und sie ist eine brillante Musikerin, keine Frage – aber für sie war Musik nie dasselbe, was sie für mich ist.

Wie soll sie verstehen, dass ich keinen Song singen kann, der nicht aus mir kommt? Dass es so viel mehr ist als nur ein Text auf einem Blatt Papier. Dass ich es fühlen muss.

»Das sind wir nicht«, sage ich und sehe zu Liz, als würde ich dort mehr Rückendeckung finden. »Ich bin kein Popsternchen, das im Studio abliefert, was andere schreiben. Wir haben das hier selbst aufgebaut. Jede Zeile. Jeder Ton. Ich werde das nicht aufgeben.«

Liz sieht mich an, und da ist ein Zug von Mitleid in ihrem Blick, den ich nicht ertragen kann. »Aber wenn wir es nicht wenigstens versuchen«, sagt sie leise und macht mit der Hand eine Geste, als würde sie einen Ballon platzen lassen, »dann sind wir vielleicht bald gar nichts mehr.«

»Lieber gar nichts als fake«, murmele ich. Aber als ich es sage, liegt das Wort gar nichts wie ein Stein in meinem Magen. Kein Album, keine Bühne, keine Band. Und wie soll ich zurück, wenn ich auch nicht mehr die Sia von damals sein kann? Wenn alles, was mir geblieben ist, Sia von Doe Eyes ist?

Christine hebt die Brauen. »Sicher, Theresia?«, fragt sie, als wüsste sie, wie es mich innerlich zerreißt. Sie kennt mich zu gut, weiß zum Beispiel auch, dass ich es hasse, wenn sie meinen vollen Namen benutzt. Weil sie es nur tut, wenn sie Autorität ausstrahlen will.

»Hör zu, ich verschwende meine Zeit nicht mehr mit endlosen Diskussionen.« Sie lehnt sich vor, der Blick scharf wie Glas. »Ihr kostet das Label Geld. Mehr, als ihr momentan bringt. Und wie du weißt, habt ihr bereits Vorschüsse fürs zweite Album bekommen.«

Sie lässt das Wort Vorschüsse wie einen Vorwurf klingen.

»Es liegt auf der Hand: Ihr müsst liefern.«

»Ich arbeite daran«, sage ich. Aber meine Stimme klingt dünn. »Ich brauche einfach noch etwas Zeit. Bitte.«

Unsere Managerin lehnt sich zurück, verschränkt die Arme. Ihr Blick ist schwer zu lesen. Mitleid? Ungeduld? Kalkül?

»Wie viel Zeit noch, Theresia? Du weißt selbst, dass das nur eine Hinhaltetaktik ist.« Sie beugt sich leicht vor. »Entweder du zeigst mir bis Freitag, dass du’s kannst, oder –«

Sie bricht ab, aber der Satz hängt trotzdem im Raum. Weil wir alle wissen, was sie meint. Wenn ich bis dahin nicht liefere, wird sie die Kontrolle übernehmen. Sofort. Ich sehe es an ihrem Blick. Sie hat längst angefangen, nach Alternativen zu suchen. Hat wahrscheinlich bereits Namen gesammelt. Erste Gespräche geführt. Mit Songwritern Projekte geplant.

Stehe ich vielleicht nächste Woche schon im Studio und singe etwas, das mir nichts bedeutet?

Mein Magen zieht sich zusammen und ich presse die Lippen aufeinander. »Ich schaff das«, sage ich. Zu schnell. Zu leise. Ich glaube mir nicht mal selbst.

Ich hatte Monate. Was sollen da zwei Tage ändern? Außer, ich werde über Nacht wieder die, die ich früher war. Oder von der Muse geküsst. Und beides ... ist verdammt unwahrscheinlich.

»Ich hoffe es«, sagt Christine. »Denn wenn nicht, musst du dir überlegen, ob dir dein Stolz mehr wert ist als die Band. Da draußen warten genug andere auf ihre Chance, die hungrig genug sind, um Kompromisse einzugehen.«