„Meine Herren, ich sehe Gäste gern, Sie müssen sich nicht ziern“
„Willkommen in unserer sehr exklusiven WG“ begrüßte Teitur die zwei Neuankömmlinge.
„Das sind Eure Zimmer.“ „Wow, ganz schön groß!“ „Wenn Euch die Möbel nicht gefallen, müsst Ihr selbst für was Anderes sorgen.“ Es gab ein recht großes Bett, einen großen Kleiderschrank, einen Schreibtisch und sogar noch eine kleine Couch mit Tisch in jedem Zimmer. „Mik hat alles saubergemacht. Also so richtig… Schrank ausgewischt, Fenster geputzt und so. Neue Matratzen habt Ihr auch bekommen.“
„Wir haben hier insgesamt 5 Zimmer, 1 Küche, 3 Bäder und einen kleinen Abstellraum. Je ein Zimmer für Euch, für mich und für Mik. Und das größte Zimmer ist das ‚Spielzimmer‘.“ „OK, und was macht diese WG jetzt so exklusiv?“ „Ihr müsst nicht putzen, nicht waschen, nicht bügeln und nicht einkaufen. Das macht alles Mik. Sie putzt auch Eure Zimmer, wenn Ihr es wollt. Ich mache mein Zimmer selbst. Aber wie gesagt, wenn Ihr wollt, macht sie das.“
Die Besichtigung ging weiter.
„So und das ist das Spielzimmer. Wir haben es so getauft. Wie Ihr seht, es gibt hier den großen Esstisch, offiziell für 10 Leute, passen aber auch mehr ‚dran. Und dann die Couchlandschaft mit dem Riesenfernseher. Angeschlossen an die Stereoanlage und leicht zu erreichende Anschlüsse für ‚ne Playstation. Mik schließt Euch das auch an, wenn Ihr da was wollt. Und: ein Balkon. Nicht riesig, aber ein kleiner Tisch mit 2 Stühlen und einer Liege. Die Liege benutzt eigentlich nur Mik. Dürft Ihr aber auch… Also, wenn Ihr mal jemanden einladen wollt, hier im Spielzimmer ist Platz. Wir hatten hier schon coole Mannschaftsparty’s. Es ist halt ganz gut, wenn Ihr das vorher absprecht. Und hier ist die Küche… nochmal ein kleiner Esstisch und da drüben an der Wand, unser Herz. Da hängt die Liste für den Einkauf. Also wenn Ihr was Spezielles zu Essen oder zu Trinken wollt. Schaut‘ einfach mal, wie Ihr mit dem Kühlschrank zurechtkommst. Es ist eigentlich immer eine Grundausstattung vorhanden. Brot, Butter, Milch, Eier, Obst und Gemüse. Wenn Euch was fehlt: Einfach eintragen. Mik geht in der Regel samstags einkaufen. Getränke werden geliefert. Meistens Dienstags. Braucht Ihr was außer der Reihe, sagt‘ ihr einfach Bescheid. Und da ist der Plan für’s Spielzimmer. Einfach eintragen, wenn Ihr Party machen wollt. Geht natürlich auch immer kurzfristig, wenn eh‘ nichts drinsteht. Mik hat in dem ganzen Jahr, in dem ich jetzt hier wohne, nur einmal das Zimmer gebucht. So, und wenn irgendetwas anderes ansteht, könnt Ihr hier auch gerne eine Nachricht anpinnen. Oder per Message an Mik. Ihre Handy-Nummer steht auch hier. Und als letztes: Wir haben 3 Badezimmer. Eins mit Badewanne und Dusche, die anderen nur mit Dusche. Könnt Ihr Euch aussuchen, welches Ihr nehmt. Könnt Ihr auch abwechseln…. Spielt keine Rolle. Mik hält alles supersauber. In dem großen Bad ist auch der Wäschekorb. Einfach alles rein, was gewaschen werden muss. Und keine Bange, ich hatte bisher weder eingelaufenes Zeug, noch irgendwas verfärbt.“
Es ging wieder ins Spielzimmer. Teitur nahm was zu Trinken mit und alle setzten sich auf die Couch. „Gut, dann kommen wir noch zu ein zwei Sachen, die Ihr wissen solltet. Ihr könnt hier machen, was Ihr wollt. Wenn Ihr jemanden mitbringen wollt – also ein Mädel oder so - kein Problem. Mik stört das nicht. Sie ist sowieso so gut wie nicht zu sehen. Wie eine kleine Hausfee. Sie mag in Ruhe gelassen werden. Deshalb vielleicht das Wichtigste. Niemand betritt hier unaufgefordert eins von den Zimmern. Eigentlich müsst Ihr nicht mal abschließen. Könnt Ihr natürlich machen. Mik hat kein Interesse an Kerlen. Sie hat eine Freundin, Torri. Das ist vielleicht ein Feger, ich sag‘ es Euch. Aber leider… lesbisch!“
„Wie es kommt zu diesem ‚Arrangement‘?“ „Johnny – der Vermieter – hat Mik irgendwie ins Herz geschlossen. Wir zahlen sozusagen ihre Miete. Indem sie sich hier nützlich macht, zahlt sie nur einen Bruchteil dessen, was wir hier zahlen. Das läuft wohl schon seit 2 Jahren so. Und keiner, der bisher hier untergebracht war, hatte Grund sich darüber zu beschweren.“
Da ging die Tür. „Hallo, seid Ihr schon da?“ rief es aus dem Flur. „Du bist zu spät, Mik. Ich habe Lukas und Simon schon alles gezeigt und erklärt.“ „Sorry, habe mich verspätet.“ Und dann betrat eine junge Frau das Zimmer. Sie war schätzungsweise 1,70 cm vielleicht, schlechte Haltung, hatte eine undefinierbare Haarfarbe zwischen braun und blond, zu einem unordentlichen Dutt zusammengefasst. Sie trug eine Brille und war ein bisschen…. Keine Ahnung, man konnte nicht sagen, ob sie dick oder dünn war. Sie trug einen totalen Schlabberlook. Und sie wirkte irgendwie etwas ‚verhuscht‘. „Ich wollte noch Bescheid sagen. Torri kommt heute Abend. Wir wollen kochen. Wollt Ihr mitessen?“ „Ja, wollen wir!“ kam es wie aus der Pistole geschossen von Teitur. „Das wollt Ihr Euch nicht entgehen lassen! Wir können anschließend dann noch Party machen.“ „Gut. Ihr seid doch keine Vegetarier, oder?“ „Nein, bin ich nicht.“ „Ich auch nicht.“ „Sehr gut. Wir essen um Sieben. Erklär‘ ihnen noch die Sache mit dem Haushaltsgeld. Ich bin sicher, Du hast das Vergessen, Teitur. Ansonsten, willkommen Lukas, willkommen Simon.“ Und schon war sie wieder verschwunden. „Ach ja… wir zahlen Haushaltsgeld pro Monat für das Essen und so. Aber wenn Ihr was Besonderes wollt, oder was extrem Teures ‚Champagner‘ wäre ein Beispiel, dann solltet Ihr ein bisschen mehr in die Kasse legen. Ansonsten sind wir bei €300 pro Monat. Spätestens am 2. eines Monats sollte das bei Mik sein.“ „Reicht das denn?“ „Mik sagt Bescheid, wenn sie nicht damit auskommt. Und Ihr könnt jederzeit eine Abrechnung haben, wenn Ihr meint, Ihr zahlt zu viel. Na kommt, dann lasst uns mal Eure Sachen holen.“