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Die Vier Hüter der Elemente Die Drachenkönigin

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Summary

Im Königreich Flamoria erzählen uralte Legenden von vier Drachen - Hütern des Feuers, der Erde, des Windes und des Eises - die einst über das Land wachten. Der letzte Eisdrachen verschwand vor dreihundert Jahren, und inzwischen wird gemunkelt, dass die anderen beiden vielleicht nie existiert haben. Heute existiert nur noch eine Handvoll Feuerdrachen, verborgen in den Tiefen der Drachengrotte, die sich ausschließlich an Mitglieder des königlichen Blutes binden. Ihre genaue Zahl ist unbekannt, und die Gerüchte über ihre Macht sind längst zu Mythen geworden. Inmitten dieser geheimnisvollen und ehrfurchtgebietenden Welt lebt Elenora, die Ziehtochter des Königs - seine uneheliche Tochter, die ihre Mutter nie kennengelernt hat - und wächst innerhalb der Palastmauern als kaum mehr als ein Schatten auf. Ungesehen, unterschätzt und gefangen in höfischen Regeln, denen sie nicht entkommen kann, hat Elenora ihr Leben am Rande der Geschichte verbracht. Doch als das Schicksal erwacht und Drachen auf unerwartete Weise ihre Wahl treffen, kann selbst die Übersehene ins Feuer treten... und in ein Schicksal, das niemand vorhergesehen hat.

Status
1yr ago
Chapters
15
Rating
n/a
Age Rating
18+

Chapter 1 Das Mündel des Königs

Der Wind fegte durch die Türme der alten Festung, die wie ein stummes Monument der Macht über das Reich wachte. Die Mauern des Schlosses waren schwarzgrau vom Atem unzähliger Winter, die Zinnen scharf wie die Zähne eines Drachen. Hier, in dieser uralten Festung, lebte Elenora – nicht als Tochter, nicht als Prinzessin, sondern als das Mündel des Königs. Ein Bastardkind, dessen Name im Schatten geflüstert wurde, nie offen ausgesprochen.

Elenora wusste nichts über ihre Mutter. Niemand sprach je von ihr, und wenn sie es wagte zu fragen, bekam sie nur ausweichende Blicke oder das kalte Schweigen der Dienerschaft zur Antwort. Manchmal stellte sie sich vor, ihre Mutter sei eine geheimnisvolle Fremde aus einem anderen Land gewesen, oder vielleicht eine Magierin, die verschwunden war, noch ehe Elenora das Licht der Welt erblickte. Doch tief in ihrem Herzen nagte stets die bittere Ahnung, dass die Wahrheit viel profaner und schmerzhafter war.

Ihre Halbgeschwister machten ihr das Leben am Hof zur Qual. Prinz Elrond, der Erstgeborene, der Liebling des Reiches, ließ keine Gelegenheit aus, sie spüren zu lassen, dass sie nicht zu ihrer Familie gehörte. Mit seinem kalten Lächeln und seiner giftigen Zunge verhöhnte er sie in den Gängen des Schlosses, und seine Worte waren oft schlimmer als jede Ohrfeige. Serafina und Emeralda, die Prinzessinnen, waren nicht minder grausam. Sie verachteten Elenora, behandelten sie wie ein Stück Schmutz, das man geduldet, aber nie anerkannt. Wenn sie gemeinsam in den Prunksälen wandelten, hielten sie ihre Kleider hoch, als fürchteten sie, Elenora könne sie verunreinigen, wenn sie nur zu nah käme.

Der König selbst, ihr Vater, der Drachenkönig, war selten im Schloss. Zu groß war die Last seiner Krone, zu weit seine Pflichten. Er reiste zwischen den Königreichen hin und her, sprach Recht, schloss Bündnisse, schlichtete Streitigkeiten. Für Elenora blieb er ein ferner Schatten, ein Mann, den sie kaum kannte, der doch über ihr Schicksal entschied. Wenn er da war, war es, als leuchtete das Schloss auf. Doch seine Besuche waren kurz, und für seine Bastardtochter fand er kaum ein Wort.

Das Schloss selbst war ein Ort voller Geheimnisse und Legenden. Seine steinernen Hallen hallten von uralten Geschichten wider, und in den dunklen Gängen schien die Zeit stillzustehen. Die Decken waren hoch wie der Himmel, mit Fresken bemalt, die den Ruhm der Königsfamilie und die Macht der Drachen zeigten. Überall fanden sich Spuren dieser Verbindung – geschnitzte Drachenköpfe an den Türen, Mosaike von Schuppenmustern am Boden, eiserne Feuerschalen, in denen Tag und Nacht Flammen loderten.

Doch das Herz des Schlosses schlug in den Höhlen unter den Mauern: den Drachengemächern. Hier lebten die letzten Drachen des Reiches, stolz und mächtig, ein Vermächtnis alter Zeiten. Ihre Zahl war klein geworden – nur wenige hatten überlebt, und nur die Kinder des Königsblutes konnten sie reiten und mit ihnen sprechen. Die Drachen duldeten keine Fremden, sie ließen nur jene in ihr Herz, die das uralte Band des Blutes trugen.

Elenora hatte oft davon geträumt, selbst eines Tages in die dunklen Hallen hinabzusteigen, ein Drachenauge auf sich ruhen zu spüren und die Stimme eines dieser majestätischen Wesen in ihrem Geist zu hören. Aber sie wusste, dass sie als Bastard niemals erwählt sein würde.

Seit Jahrhunderten war kein Eisdrachen mehr gesehen worden. In den Legenden hieß es, sie seien ausgestorben, ausgelöscht von den Flammen der Feuervölker und der Gier der Menschen. Der letzte Eisdrache sei im großen Krieg gefallen, sein Körper unter den Gletschern des Nordens begraben. Doch Elenora, die oft auf den Zinnen stand und den Himmel beobachtete, konnte die Ahnung nicht abschütteln, dass die Welt ihre Geheimnisse nicht so leicht preisgab

Und manchmal, wenn der Wintersturm über die Festung heulte und die Schneeflocken wie glitzernde Splitter durch die Luft wirbelten, glaubte Elenora, in der Ferne das Echo eines fremden Rufes zu hören.

Einen Ruf, der nicht den Prinzen, nicht den Prinzessinnen, sondern ihr allein galt.

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