The Serpent Sons ( Die Schlangensöhne )

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Summary

Er ist Gesetz, Richter und Sünde in einem. Rafe “Saint” Maddox – Präsident der Serpent Sons MC. Ein Mann, der L.A. mit Blut regiert und Herzen mit einem Blick verbrennt. Sie sollte nur einen Film drehen. Doch als Melissa Hayes auf den Teufel mit der Schlange stößt, beginnt ein Spiel aus Feuer, Macht und Verlangen. Er war nie für Liebe gemacht. Und sie… zu klug, um sich ihm zu ergeben. Doch manche Männer küsst man nicht – man überlebt sie.

Genre
Romance
Author
ScaNo
Status
Ongoing
Chapters
16
Rating
5.0 2 reviews
Age Rating
18+

SAINT

Saint

Ich habe nie geglaubt, dass Menschen gut geboren werden. Manche kommen auf die Welt, um zu heilen , andere um zu zerstören. Ich gehörte zu den Letzteren. Schon immer.

Der Regen fiel in dicken, schmutzigen Tropfen auf den Asphalt, als ich siebzehn war. Downtown L.A. roch nach Blut und billigem Whisky, nach Benzin und verbrannter Hoffnung. Ich erinnere mich an das Geräusch meiner Stiefel auf nassem Beton, an die sirrende Leere im Kopf, wenn die Schläge längst aufgehört hatten, aber mein Herz noch prügelte.

Mein Vater hatte mir beigebracht, wie man jemanden mit einem Gürtel umbringt, ohne Spuren zu hinterlassen. „Immer unterhalb der Rippen“, hatte er gesagt. „Da sieht’s keiner, bis es zu spät ist.“ Er war Cop. Einer von denen, die nachts ihre Uniform ablegten und die Fäuste sprechen ließ, wenn niemand mehr hinsah. Ich lernte früh, dass Schmerz ein Werkzeug ist – und Liebe eine Lüge.

Mit vierzehn kam ich das erste Mal in den Jugendknast. Kein großes Verbrechen, nur ein kleiner Einbruch. Zwei Jahre später lebte ich auf der Straße, schlief unter Brücken, schlug mich durch, machte, was nötig war. Mit achtzehn hatte ich drei Tote hinter mir. Keine Zeugen, keine Beweise. Nur ich und das Wissen, dass ich fähig war, alles zu tun, um zu überleben

Der Tag, an dem ich den Serpent Sons begegnete, war der Tag, an dem ich begriff, dass es in dieser Stadt keine Engel gibt. Nur Männer mit besseren Waffen.

Ich war gerade aus der Army geflogen, wurde unehrenhaft entlassen. Afghanistan hatte mich nicht nur kaputt gemacht , es hatte mich ausgelöscht. Man sagt, der Krieg hinterlässt Wunden, die mit der Zeit verblassen. Meine nicht. Sie brannten weiter , unsichtbar, aber so tief, dass kein Arzt der Welt sie hätte heilen können. Ich war nicht mehr der Soldat, den sie losgeschickt hatten, sondern nur noch eine Hülle, die Befehle kannte, aber keinen Sinn mehr fand, sie auszuführen. Ich hatte zu viele Schreie gehört, die man nicht mehr unterscheiden konnte .Feind, Freund, oder einfach nur ein ganz normaler Mensch.

Als ich zurückkam, war Amerika fremd. Zu grell. Zu laut. Zu falsch. Männer wie ich passten hier nicht mehr rein. Die Welt wollte Sieger. Keine Geister. Also blieb mir nur ein Ort: Los Angeles. Die Stadt, die ich einst verflucht hatte. Wo der Asphalt nachts wie Blut glänzt und die Lichter dich anlügen, bis du ihnen glaubst.

Ich kehrte dorthin zurück, nicht weil ich wollte , sondern weil nichts anderes mehr übrig war. Die Stadt roch nach Benzin, Regen und Tod. Und irgendwo zwischen all dem stand ich, mit einem Herzen, das längst aufgehört hatte zu schlagen und Händen, die nichts mehr kannten außer Gewalt.

Ich dachte, ich hätte alles hinter mir gelassen. Aber Los Angeles erinnert dich an alles, was du begraben wolltest. An jedes Gesicht, das du vergessen willst. An jede Schuld, die nie stirbt. Und während der Himmel über Downtown in Flammen stand, wusste ich: Ich war zurück in der Hölle, die mich erschaffen hatte. Und diesmal würde ich bleiben.

In der ersten Zeit wohnte ich in einer Garage hinter einem heruntergekommenen Diner im Echo Park. Ich hatte Kein Geld und keine Ziele, nur ein rostiges Bike, eine gebrochene Nase und eine Handvoll Narben, die sich wie Kartenlinien über meine Haut zogen. Jede stand für eine Entscheidung, die ich nicht mehr rückgängig machen konnte.

Ich traf Diesel in einer Nacht im Echo Park, kurz nach zwei. Der Asphalt dampfte noch von der Hitze des Tages, und irgendwo in der Ferne kreischte eine Sirene Ich hatte nichts mehr. Kein Zuhause, kein Geld, nur mein Bike, eine rostige Harley, die mehr Öl verlor als fuhr.

Ich hielt vor einer halb verfallenen ,alten Tankstelle, die Leuchtreklame flackerte wie ein sterbendes Herz. Neben den Zapfsäulen parkten fünf massive, schwarz , verchromte Motorräder . Auf den Tanks prangte ein Symbol: eine Schlange, die sich um ein brennendes Kreuz wand.

Einer der Kerle trat aus dem Schatten, groß und breit, der Bart wie Draht, das Hemd offen, die Brust voller Tattoos. Er musterte mich, als würde er abwägen, ob ich es wert war, mich anzusprechen. Dann grinste er langsam und gefährlich. „Was haben wir denn da? Ein Soldat !"

Ich sagte nichts. Ich war zu müde. Aber Diesel ließ nicht locker. Er trat näher, roch nach Rauch und Leder, nach Alkohol und Schießpulver. „Du siehst aus, als hättest du nichts mehr zu verlieren, Junge.“

Ich hob den Blick. „Nein , hab ich nicht .“

Er lachte kurz, heiser, dann warf er mir ein Feuerzeug zu. „Na los, komm mit. Wir haben Platz für verlorene Seelen.“

Ich weiß bis heute nicht, warum ich ihm gefolgt bin. Vielleicht, weil ich nichts anderes mehr hatte, woran ich mich festhalten konnte.

Wir fuhren los, hinaus aus der Stadt, die Lichter im Rückspiegel wurden kleiner, die Nacht tiefer. Ich erinnere mich an das Gefühl, als der Wind mein Gesicht zerschnitt, an das Donnern der Maschinen um mich herum. Wir fuhren solange, bis sich vor uns eine riesige alte Lagerhalle erhob. Ein Schild über dem Tor trug denselben Schriftzug, den ich schon auf den Tanks gesehen hatte – Serpent Sons MC. Das Licht im Inneren war rötlich und flackernd, die Luft schwer von Rauch, Schweiß und altem Whiskey durchtränkt . Männer saßen an der Bar, redeten kaum, beobachteten nur. Ein paar misstrauische und prüfende Blicken trafen mich. Ich war der Neue und das reichte, um die Spannung im Raum spürbar zu machen.

Diesel stand ruhig im Hintergrund, ein Mann, der nichts erklären musste. Ein kurzer Blick von ihm, mehr brauchte es nicht. Ab da gehörte ich dazu. Er bot mir Arbeit an. Erst kleine Aufträge , Botengänge, Einschüchterungen, Schuldbeitreibungen. Nichts, was mir neu war. Aber dann kam der Nachtjob in den Docks. Eine Kiste voller Waffen, ein Polizist, der zur falschen Zeit auftauchte, ein Schuss, den keiner geplant hatte. Ich drückte zum ersten Mal bewusst ab. Einfach so ohne Skrupel . Sie nannten mich danach Saint , nicht aus Liebe, sondern aus Respekt vor der Art, wie ich Probleme beseitigte. Schnell. Sauber. Ohne Spuren. In ihren Augen war es Erlösung. Für alle anderen ein Urteil.

Die Jahre danach waren Krieg. Ich machte das, was getan werden musste. Ohne Diskussion. Ohne Rückfragen. Ich baute mir einen Namen und einen Ruf auf . Erst Sergeant-at-Arms, dann Vice President. Jeder Schritt nach oben bedeutete Blut. Wer im Weg stand, war weg. Es gab Keine Warnung und keine zweite Chance.

Ich lernte, wie man Männer führt: nicht mit Vertrauen, sondern mit Furcht. Furcht hält die Reihen zusammen. Furcht lässt niemanden denken, er sei unersetzlich. Freunde? Gab es nie. In diesem Geschäft gibt es nur zwei Sorten Männer: nützliche und tote.

Ich lenkte jedes Geschäft, kannte die Abläufe, die Absprachen, die offenen Schulden. Ich wusste, wer wann aufsteht, mit wem er nachts verschwindet und welcher Kerl gerade knapp bei Kasse war. Wer dachte, er könne mich prüfen oder hintergehen, verschwand still . Jeder Fehler wurde von mir behoben. Loyalität war kein Ehrenwort, sie war eine Währung. Solange geliefert wurde, durfte man leben, bekam Schutz und Geld. Wer versagte, bezahlte seine Rechnung mit sich selbst. Diesel sah das. Er wusste, was ich bin. Und er wusste, dass sein Platz irgendwann meiner sein würde.

Es passierte bei einer Übergabe am Südhafen, mitten in der Nacht. Der Nebel hing tief, das Wasser schlug träge gegen die Pfosten, irgendwo klapperte loses Metall. Wir hatten den Platz abgesichert, alles lief ruhig . Dann sprangen plötzlich Scheinwerfer an, das erste Krachen zerschnitt die Stille.

Ich duckte mich hinter einen Container, hörte das metallische Heulen der Kugeln, den dumpfen Aufprall von Körpern auf nassen Beton. Einer meiner Männer schrie, jemand erwiderte das Feuer. Dann sah ich Diesel fallen. Kein Laut, nur ein kurzer, harter Stoß, als die Kugel ihn in die Brust traf. Er ging zu Boden, der Atem entwich ihm wie Rauch. Der Regen mischte sich mit seinem Blut, das zwischen die Holzplanken lief. Ich stand über ihm, während die Schüsse verklangen und spürte, wie alles in mir still wurde. Ich wusste die Kugel war für mich bestimmt.

Hinter mir fragte jemand leise: „Was jetzt, Saint?“

Ich sah nicht hoch aber meine Antwort war glasklar „ Ab jetzt gelten meine Regeln“

Ich nahm den Thron der Serpent Sons ein und mit mir kam das Feuer. Ich löschte Rivalen aus, präzise, unaufhaltsam, ohne Spuren zu hinterlassen. Ich wusste, wovor sie Angst hatten und ich nahm ihnen genau das, was sie am meisten liebten . Ihre Frauen , ihre Kinder , ihre Familien . Downtown fiel zuerst. Dann Echo Park. Dann Compton. Straße um Straße, Familie um Familie, bis niemand mehr fragte, wem die Stadt gehörte. Sie wussten es.

Ich regierte mit Stille. Macht musste nicht laut sein. Sie musste nur unausweichlich sein. Wenn mein Name fiel, wurde jedes Gespräch leiser. Wenn meine Maschine zu hören war, zogen sich Türen zu.

Ich wurde zum Gespenst, zum Schatten, zu dem Mann, der erschien, wenn Rechnungen offen waren. Der, dessen Stimme man nie vergaß, weil sie nie lauter wurde ,nur präziser.

Ich war kein Boss. Ich war ein System. Ein Algorithmus aus Angst und Kontrolle. Ich bewegte Menschen, wie andere Spielfiguren bewegen ,ruhig, logisch und ohne Wut. Ich genoss es, ihre Gesichter zu sehen, wenn sie verstanden, dass es nie um Geld ging, nie um Macht, sondern nur um Disziplin. Ich entschied, wer leben durfte und wer verschwinden musste, und ich tat es mit einer Gelassenheit, die selbst meine Männer beunruhigte. Ich sah keinen Unterschied zwischen Notwendigkeit und Grausamkeit. Alles war eine Entscheidung, und jede Entscheidung war richtig, solange sie funktionierte.

Selbst Beverly Hills beugte irgendwann den Kopf. Sie taten es leise ,mit Geld, Einladungen, Spenden. Sie lächelten in Kameras, während sie mir die Hand gaben, und wussten, dass das Lächeln sie rettete. Zumindest für eine Weile.

Ich wurde das, was diese Stadt verdiente: ein Mann ohne Gewissen, aber mit Ordnung. Ein Teufel, der Regeln machte und sie selbst befolgte und der nichts bedauerte. Ein Satan der klaren, kalten Frieden und vollkommene Macht hinterließ.

Manchmal frage ich mich, wie viele Leben man zerstören muss, bevor man sich selbst verliert. Aber dann höre ich das Donnern der Maschinen, rieche das Öl und das Benzin, spüre den Wind, der einem das Gesicht aufreißt, und weiß: Ich lebe für den Moment zwischen zwei Atemzügen. Für die Sekunden, in denen die Stadt unter mir liegt und das Licht wie flüssiges Gold durch den Smog bricht. Für das Brüllen der Motoren, das lauter ist als meine Gedanken. Für die Kontrolle über mein Bike, über meine Männer, über alles.

Und doch… manchmal, in diesen seltenen Sekunden der Stille, denke ich: Was, wenn da draußen etwas ist, das mich wieder fühlen lassen könnte? Etwas, das gefährlicher ist als jede Kugel, die je auf mich abgefeuert wurde? Ich lächle dann, weil ich weiß, dass ich es vernichten würde, bevor es mich schwach macht.

Darf ich mich vorstellen:

Ich bin Rafe Maddox.

Für die Welt: der Präsident der Serpent Sons MC.

Für meine Brüder: Saint.

Für mich selbst? Ein Mann ohne Himmel, der gelernt hat, in der Hölle zu regieren.