Die Wölfe von Welby 2 (Skylar)

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Summary

Caitlin Anderson ist eine aufgeweckt junge Frau die ihr Leben im Grunde genießt. Leider hat ihr alternder Vater Pläne für die junge Frau denen sie nicht zustimmt. Um einer Zwangsverpaarung zu entkommen läuft sie weg und verlässt die Sicherheit des heimischen Zuhauses. Ihre Flucht führt sie von Texas bis nach Montana wo sie sich zum erstenmal wieder in Sicherheit vor ihrem Vater fühlt. Doch das ist erst der Anfang einer langen Reise voll Abenteuern.

Status
Ongoing
Chapters
28
Rating
5.0 1 review
Age Rating
16+

Kapitel 1

Caitlin

6 Jahre zuvor – Houston/Texas


„Du wirst tun was man Dir befiehlt Caitlin. Und ich befehle Dir Dich mit Austin Ward zu verbinden!“, die tiefe donnernde Stimme meines Vaters hätte mich früher vor Furcht erstarren lassen, heute nicht mehr.

„Das werde ich nicht tun!“, fauche ich meinen Vater mit funkelnden Augen an.

„Der Kerl ist widerlich und fast doppelt so alt wie ich!“ Vater ist es nicht gewohnt, das man sich ihm widersetzt. Meine Hände an meinen Seiten zu Fäusten geballt starre ich ihn an. Er hebt lediglich eine seiner buschigen Augenbrauen als er leise mit drohender Stimme spricht.

„Witzig, man könnte fast denken das du glaubst Mitspracherecht zu haben.“, sein schallendes Lachen fährt mir tief in die Knochen.

Mit dem Mut der Verzweiflung überschreite ich eine weitere Grenze.

„Fick dich alter Mann! Ich werde nichts dergleichen tun! Ich bin keine deiner Angestellten mit denen du vielleicht so umgehen kannst.“ Ich hätte wahrscheinlich damit rechnen sollen, Fehler meinerseits.

Ohne erkennbaren Ansatz schlägt er mir so hart ins Gesicht, das ich erschrocken zurück stolpere und gegen die Wand hinter mir pralle. Mit weit aufgerissenen Augen starre ich ihn fassungslos an.

Dunkel grollend baut er sich vor mir auf.

„Richtig! Du bist meine Tochter. ICH gab Dir das Leben, was sollte mich davon abhalten es Dir wieder zu nehmen?“ Wir starren uns einen Moment finster an ehe er sich abwendet um zu gehen.

„In zwei Tagen ist die Zeremonie und wisch Dir das Blut aus dem Gesicht, das ist widerlich.“ Hoch erhobenen Hauptes geht er davon während ich schwer dagegen ankämpfe ihm zu sagen, das sein Beitrag zu meinem Leben lediglich aus einer Samenspende bestanden hat. Den Hauptteil an meinem Leben hat meine Mutter geleistet. Die Frau die er mit seinen Launen in den Tod getrieben hat.

Ich wische mir mit dem Handrücken das Blut aus dem Mundwinkel.

Verdammt, das war das erste mal das er zugeschlagen hat.

***

Eilig gehe ich in den oberen Stock um in meinem Zimmer zu verschwinden.

Seufzend lasse ich mich auf mein Bett fallen. Es ist nicht das erste mal, das ich darüber nachdenke wegzulaufen.

Seit meine Mutter uns verlassen hat, ist es sehr schwer geworden mit meinem Vater klarzukommen. Er hat nie verkraftet, das ich das rebellische Temperament meiner Mutter geerbt habe. Vergisst dabei aber gern das er es war der mir sein aufbrausendes Wesen bis hin zur Raserei mitgab.

Schon recht früh habe ich damit begonnen auszutesten wie weit ich meine Spielchen treiben kann, ohne das es allzu schwere Konsequenzen nach sich zieht.

Mag schon sein, das ich die im goldenen Käfig aufgewachsene Prinzessin bin und das es mir nie an etwas gefehlt hat.

Zumindest an materiellen Dingen hatte ich nie zu klagen, aber das ist mir gar nicht so wichtig. Ich möchte meine Persönlichkeit entwickeln, ohne das man mir vorschreibt wie ich zu sein habe.

Möchte eigene Erfahrungen sammeln, Fehler machen um daraus lernen zu können.

Auf gar keinen Fall möchte ich zwangsverpaart werden.

Auf. Gar. Keinen. Fall.

Um mich abzulenken verlasse ich mein Zimmer um in den Stall zu gehen. Zeit mit meiner Stute Cupcake zu verbringen hilft mir dabei den Kopf frei zu bekommen.

***

Sobald ich die Stallungen betrete, kommt einer der Stallburschen angerannt um nach meinen Wünschen zu fragen.

„Miss Caitlin, soll ich Cupcake für sie fertig machen?“, lächelnd schüttle ich den Kopf.

„Danke Matt, aber ich mache sie selbst fertig.“, mir entgeht nicht sein gehetzter Blick. Ich weiß das mein Vater strikt darauf besteht das die Pferde von den Stallburschen vorbereitet werden. Mein Blick huscht zu Matt.

„Aber bleib in der Nähe, vielleicht brauche ich ja Deine Hilfe.“, das zwinkern das ich ihm zuwerfe, lässt ihn verlegen den Blick senken.

Ausgiebig bürste ich Cupcake`s Fell und kratze ihre Hufe aus. Als ich soweit fertig bin, erlaube ich ihm Cupcake zu satteln während ich sie aufzäume.

„Danke Matt, ich denke ich werde in zwei Stunden wieder da sein.“ Ich führe mein Pferd aus dem Stall wo ich mich geschmeidig in den Sattel schwinge.

***

Es wird schon dunkel, als ich mit Cupcake in den Stall zurückkehre. Mir wird allerdings erst bewusst wie lange ich unterwegs war, als Matt völlig aufgeregt an Cupcake`s Box gestürmt kommt.

„Miss Caitlin, endlich sind Sie wieder da. Wir haben uns schon Sorgen gemacht.“, verlegen sehe ich ihn an.

„Es tut mir leid Matt, ich habe wohl völlig die Zeit vergessen.“

„Ihr Vater hat angeordnet das wir Ihnen ausrichten, das Sie umgehend zu ihm kommen sollen sobald Sie zurück sind.“ Ich verdrehe schnaubend meine Augen. Nachdem ich Cupcake versorgt habe, mache ich mich auf den Weg das Büro meines Vaters aufzusuchen. Natürlich ohne vorher zu Duschen und mich umzuziehen.

Entschlossen betrete ich das Büro meines Vaters der mich mit missbilligendem Blick ansieht.

„Sieh zu das du zum Abendessen vorzeigbar aussiehst, wir werden Besuch haben.“, meine Hände ballen sich zu Fäusten.

„Ich fühle mich nicht wohl und habe keinen Hunger. Ich gehe in mein Zimmer.“ Ohne seine Antwort abzuwarten rausche ich aus dem Büro um mit zügigen Schritten in mein Zimmer zu gehen.

Eilig zerre ich meinen alten, braunen Seesack unter meinem Bett hervor und beginne ihn mit dem nötigsten zu füllen. Mit geschickten Fingern hebe ich eines der Bodenbretter an um aus dem Hohlraum darunter eine mittelgroße Pappschachtel zu heben. Schnell stopfe ich den Inhalt der Schachtel zwischen meine Klamotten in den Seesack. Was neben ein paar Bildern von meiner Mutter und einem zerknautschten Stofftier ausschließlich Bargeld ist.

Während andere Teenager ihr ganzes Taschengeld für irgendwelchen Ramsch ausgeben, habe ich fast jeden Cent gespart.

Ich verstaue die nun leere Schachtel wieder an ihrem Platz unter dem losen Bodenbrett und verstecke den prall gefüllten Seesack in meinem Kleiderschrank.

Nachdem ich geduscht habe, merke ich recht deutlich das ich doch Hunger habe.

Seufzend zwänge ich mich in eine Skinny Jeans, die nicht nur meine langen Beine betont sondern auch meinen knackigen Teenagerarsch perfekt zur Geltung kommen lässt. Kombiniert mit einem hellblauen Crop Top ohne BH ist es genau das Outfit das meinem alten Herrn die Rauchschwaden aus den Nasenlöchern und Ohren treiben wird. Auf Schuhe verzichte ich, da ich mich erstens in meinem Zuhause befinde und zweitens es den alten Herrn schnapp atmen lassen wird.

Leise summend begebe ich mich in Richtung Esszimmer, aus dem man angeregte Stimmen hören kann. Zumindest zwei der Stimmen erkenne ich. Die eine gehört meinem Vater und die andere – sehr zu meinem Bedauern – gehört Austin Ward.

Der Mann auf dessen Anblick ich ohne Probleme verzichten könnte.

***

Tief durchatmend schiebe ich die schwere Tür auf und betrete das Esszimmer. Gierig inhaliere ich die unwiderstehlichen Gerüche der angebotenen Speisen was meinen hungrigen Magen laut Knurren lässt.

„Caitlin, wie schön das es Dir besser zugehen scheint. Komm und setz dich zu uns.“, Vater deutet – natürlich – auf den freien Platz neben Austin, der mich regelrecht mit Blicken auszieht.

Mühsam zwinge ich mich zu einem Lächeln und setze mich auf den mir zugewiesenen Platz ohne Austin auch nur ansatzweise eines Blickes zu würdigen. Natürlich hält ihn das nicht davon ab mich anzugrabschen kaum das ich sitze.

Kommentarlos schiebe ich seine Hand von meinem Bein und versuche zumindest mich auf die Männer zu konzentrieren die mein Vater mir gerade vorstellt. Er deutet auf einen älteren, grauhaarigen Mann den ich auch ohne Vorstellung als Vertreter irgendeiner Kirche erkenne. Freundlich lächelnd nicke ich ihm zu. Als nächstes deutet Vater auf einen recht beleibten Mann mittleren Alters dessen Kopf in einem ungesunden hochrot erstrahlt. Auch ihm nicke ich freundlich lächelnd zu. Der letzte Mann ist mir nicht unbekannt.

Es ist der Chef der „Leibgarde“ meines Vaters, Trey Silver. Sein brennender Blick bohrt sich regelrecht in mich. Ihm lächle ich mit Sicherheit nicht zu. Es gab eine Zeit, in der ich furchtbar in ihn verliebt war. Aber, das ist lange vorbei - fast ein Jahr.

Ich habe nie vergessen wie er mich hat abblitzen lassen. Noch heute schmerzt es wenn ich ihn sehe.

Mittlerweile macht er mir Angst!

Und so schlinge ich mein Essen regelrecht in mich hinein nur um schnell wieder in mein Zimmer zu kommen.

Während mein Vater mit seinen anderen Gästen beschäftigt ist, rückt mir Austin erneut auf die Pelle.

Einmal mehr schiebt sich seine Hand auf meinen Oberschenkel, viel zu nah an Regionen die ihn absolut nichts angehen. Nur für ihn hörbar zische ich.

„Fass. Mich. Nicht. An!“, vier Worte die jeden Mann in den Wahnsinn treiben. Oder ihn wie in diesem Fall erschrocken zurück zucken lassen. Geht doch!

Ich wende meinen Blick zu meinem Vater.

„Darf ich auf mein Zimmer gehen? Ich habe Kopfschmerzen. Bitte!“, es schadet bestimmt nicht meine Worte mit einem flehenden Welpenblick zu kombinieren. Er überlegt kurz, nickt dann aber.

„Erhole Dich Caitlin, wir sehen uns beim Frühstück.“, ich erhebe mich geschmeidig um zu meinem Vater zu gehen. Bei ihm angekommen beuge ich mich zu ihm hinab um ihm einen Kuss auf die Wange zu hauchen. Natürlich achte ich dabei darauf das Austin einen guten Blick auf meinen knackigen Teenagerarsch hat.

„Gute Nacht Daddy.“, mit einem nicken zu den anderen Männern am Tisch wende ich mich ab um in mein Zimmer zu gehen.

Mir entgeht der säuerliche Blick den Austin mir zuwirft nicht. Fast bin ich versucht nur für ihn mit dem Arsch zu wackeln.

In meinem Zimmer angekommen, verschließe ich die Tür hinter mir.

***

Einige Stunden später schleiche ich komplett in Schwarz gekleidet leise in Richtung Haustüre.

Nahezu lautlos öffne ich die monströse, schwere Tür und schiebe mich hinaus in die Nacht. Zügig gehe ich zu dem schon wartenden Taxi – wohl nicht meine beste Idee – das mich auf schnellstem Weg zum Busbahnhof bringen soll.

Als ich einen letzten Blick auf mein Elternhaus werfe, bleibt mir vor Schreck fast das Herz stehen.

Das Gästezimmer im ersten Stock ist hell erleuchtet und der Umriss der am Fenster stehenden Person deutlich erkennbar. Fuck!

Schnell gebe ich dem Fahrer ein Zeichen das er losfahren soll.

Verdammt! Wer hat meine Flucht beobachtet? So war das nicht geplant, ganz und gar nicht.

Zwanzig Minuten später hält der Fahrer am Busbahnhof. Nachdem ich bezahlt habe, steige ich aus und betrete das Gebäude.

Zögernd trete ich an den Kartenschalter um ein Busticket nach Dallas zu kaufen. Der durchdringende Blick mit dem mich die Ticketverkäuferin mustert behagt mir gar nicht. Ich verziehe mich in eine ruhige Ecke um dort die Wartezeit abzusitzen. Aufmerksam beobachte ich die nach und nach eintreffenden Menschen. Niemand scheint von mir Notiz zu nehmen, was mich dazu bringt ein wenig zu entspannen.

Als der Bus endlich eintrifft, beeile ich mich mir einen Platz ziemlich weit hinten zu suchen. Irgendwie werde ich das Gefühl beobachtet zu werden nicht los.

Als der Bus endlich losfährt bin ich regelrecht erleichtert. Vermutlich ist es nur mein schlechtes Gewissen das mich paranoid werden lässt.