1 ~ Maksim Volkov
Natalie verdrehte die Augen und stöhnte auf „Kann der Arsch nicht einmal leise sein." schmunzelnd betrachtete ich sie kurz, bevor mein Blick rüber schweifte zu Maksim Volkov. Der arsch der nicht leise sein kann.
Maksim und seine Freunde, die nichts weiteres als räudige Kojoten sind, die etwas von seinem Erfolg abhaben wollen. Sie sind alle nur neidisch und wollen genauso sein wie er. Die Mädchen in meinem Jahrgang waren alle beeindruckt und angetan von ihm.
Das konnten Natalie und ich gar nicht nachvollziehen, was vor allem daran lag das wir seit der fünften Klasse mit ihm in ein und die selbe Klasse gehen. Abgesehen davon hat er in der sechsten Klasse Natalie angemacht, war drei Tage mit ihr zusammen und hat sie dann abgeschossen, weil er bei seinen Freunden cool sein wollte. Damals hassten wir ihn noch nicht, vor allem Natalie, sie war in ihn verschossen. Doch das brachte sie und mich dazu ihn zu hassen.
Ist aber auch nicht ganz verständlich, warum man jemanden wie ihm mag. Er gehört zu einer, wenn nicht sogar der, reichsten Familien des Landes. Die Volkovs. Es gab viele Gerüchte, doch wenn seine Familie genauso ist wie er, dann bringen sie alle nichts zu Stande. Da bin ich mir sicher.
„Hey! Dein Schnürsenkel ist auf." rief er Tim, einen der Nerds aus der Schule zu. Natürlich sah Tim direkt nach unten. Maksim nutzte die Chance und haute ihm sein Kinn wieder nach oben. Idiot.
Tim fiel natürlich darauf rein und taumelte auch noch zurück um dann auf seinen Hintern zu landen.
Die Jungs um Maksim lachten alle auf und klopften ihm lobend auf die Schultern.
Alles Idioten.
Natalie und ich liefen an ihnen vor bei zu Tim, was die Kojoten und Maksim schon gar nicht mehr mitbekamen. Wir halfen Tim auf und klopften etwas seine Klamotten ab, damit er wieder sauber war.
Wir brauchten gar nichts sagen, Tim verstand alleine unsere mitleidigen Blicke und seufzte leise.
„Also gut!" unser Lehrer klatschte in die Hände um so unsere Aufmerksamkeit zu erlangen. Es brauchte einen Moment, was vor allem an Maksim und seine Kojoten lag, bis alle leise waren.
„So. Wir sind hier in der Stadt, damit ihr eine kleine Schnitzeljagd macht. Dabei kann es auch passieren das ihr andere Menschen ansprechen müsst. Bitte belästigt niemanden und akzeptiert ein Nein. Wir werden uns in zwei Stunden wieder hier treffen. Es ist nicht schlimm wenn ihr dann nicht alles habt. Also gut! Ihr könnt jetzt gehen, aber mindestens zu zweit!"
Damit endete seine ansprach und in null Komma nichts verdünnte sich unser Jahrgang. Natalie und ich tauschten einen Blick der schon alles sagte. Wir drehten uns um und liefen gemeinsam in die Stadt um diese blöde Schnitzeljagd zu machen.
Wir sind in der dreizehnten Klasse und verdammt diese Schnitzeljagd ist Kinder Scheiße. Natalie und ich holten uns zuerst einen Cappuccino Caramel- Krokant und liefen dann los um doch die Schnitzeljagd zu machen. Die Zeit verflog und die Aufgaben waren so leicht, das es die ganze Sache noch langweiliger machte.
„Oh nein." kam es von Natalie, während ich gerade eine Karte laß und das Rätsel löste. Verwundert sah ich zu ihr auf. Natalie sah jedoch nicht zu mir, sondern nach links. Ich folgte ihren Blick und verstand sofort was sie meinte.
Maksim und seine Kojoten kamen lachen auf uns zu.
„Wollen wir abzischen?" fragte ich Natalie die schnell nickte „Ja bitte!" Ich musste mich ein Lachen verkneifen, konnte aber nicht ohne ein grinsen. Natalie hackte sich bei mir unter und wir liefen los. Genau in die entgegengesetzte Richtung.
Leider kamen wir nicht weit, den die Kojoten jaulten alle mit einen mal auf. Naja sie jaulten nicht, sie ... was machen jung? Jubeln. Schrieen? Es war wie eine Gruppe Affen die ausrastete. Verwundert drehten wir uns um und musterten beide die Szene.
„Was geht da ab?" kam es leise fragend von Natalie, doch konnte ich ihr dabei auch nicht helfen. Ein Mann, schätzungsweise Anfang dreißig stand bei den Jungs und sprach mit Maksim. Scheinbar erwiderte er so arrogant wie eh und je, was seine Kojoten zum heulen brachte.
„Vielleicht kennen sie sich?" vermutete ich leise und verspätet auf Natalies Frage. Doch meine Vermutung klang ebenfalls wie eine Frage. Eine schnelle Bewegung hinter der Gruppe ließ meinen Blick abschweifen. Skeptisch zog ich meine Augenbrauen zusammen.
In mir machte sich ein Unwohlsein Gefühl breit. Als wäre diese Szene hier der Anfang von einem Riesen Chaos. Unwohl zog ich etwas an Natalies Arm „Wir sollten vielleicht ... verschwinden." Natalie summte nur, taumelte jedoch nur ein paar Schritte zurück, ohne sich richtig in Bewegung zu setzten.
Mein Blick glitt wieder hinter die Gruppe und der Mann dort lief weiter nach links. Er war komplett in schwarz gekleidet. Eigentlich finde ich sowas nicht verdächtig, doch so wie er sich gefühlt an die sich streitenden anschlich machte es ihn verdächtig.
Plötzlich griff der Mann der mit Maksim diskutierte grob nach seinen Oberarm und zog ihn ein paar Schritte mit sich in unsere Richtung. Maksim löste sich laut stark von ihm und taumelte noch ein paar weitere Schritt in unsere Richtung.
„Mann Luca! Lass es! Kannst du nicht einmal normal sein?" der angesprochene schnaubte und erwiderte etwas, doch das nahm ich gar nicht mehr wahr. Ich sah wie der Mann etwas schwarzes hervor holte und im nächsten Moment auf Maksim zielte.
Fuck.
Adrenalin flutete mich und im nächsten Moment dachte ich nicht mehr nach was ich da überhaupt tat und tat es einfach. Grob schubste ich Natalie weg, die laut auf schrie und hinter die Ecke des Hauses zu Boden ging. Ich sprintete auf Maksim zu. Der Mann und Maksim waren durch den Schrei auf mich aufmerksam geworden und hatten sich mir zugewandt. Doch es gab mir auch die Zeit weiter zu ihnen zu rennen, da der Mann mit der Waffe ebenso verwirrt war und inne hielt.
Kaum das ich bei Maksim ankam ertönte ein Schuss. Grob schubste ich ihn weg und beide landeten wir auf den Boden. Ein scharfer Schmerz zog mir durch meine rechte Seite und ich schrie laut auf.
„Fuck!" kam es fast zeitgleich von Maksim und dem Fremden Mann. Dann passierte alles ganz schnell. Weiter Schüsse ertönten, plötzlich standen mehrere schwarze SUVs hier mitten in der Stadt und weiter Männer liefen herum und schrieen etwas herum.
Maksim hockte weiter neben mir und sah abwechselnd herum und dann wieder verzweifelt zu mir. Ich war kaum fähig mich auf irgendwas zu konzentrieren. Nur halb nahm ich Maksim war. Die Autos. Die Menschen. Der Schmerz war so präsent.
Meine Hand wanderte automatisch nach unten und ich griff mir an die Seite. Schmerzhaft stöhnte ich auf und presste die Augen aufeinander. Fuck tut das weh.
Ich Rang nach Atem und öffnete wieder meine Augen. Ich löste meine Hand und hob sie vor mein Gesicht.
Panik flutete mich und ich begann schnaphaft zu Atem. Meine Hand war komplett rot. Rot! Wie Blut! Blut! Mein Blut.
Plötzlich bekam ich keine Luft mehr. Panisch sah ich zu Maksim, jedoch sah ich ihn nur noch verschwommen, dann wurde alles schwarz.