Rote Mohnblumen
♔ ♕ ♖ ♗ ♘ ♙
‼️ Wenn euch das folgende erste Kapitel gefällt und ihr weiterlesen wollt, das abgeschlossene Buch habe ich KOSTENLOS auf WATTPAD hochgeladen & dort befinden sich auch die weiteren beiden Bände. Ihr findet mich auf Instagram und Wattpad unter dem Usernamen “Scriptoras” , auf TikTok heiße ich “scriptorass” ‼️
(Erstmal der Einstieg, wird alles noch interessanter, glaubt mir.....)
⚠️!!ACHTUNG!!⚠️Das Buch beinhaltet auch Szenen für 18+, detaillierte Gewaltbeschreibung, Traumata, Vergewalt*gung, Folter, Alkohol/Drogenkonsum, Waffenbesitz, psychische Krankheiten, Kidnapping und weitere dieser Themenbereiche.
Das Buch ist sehr heavy, was einem vorerst gar nicht bewusst wird. Die Spannung steigert sich immer weiter & ich hoffe ihr zieht es durch!!
<<Ich widme das Buch all' den Seelen, die rennen, so unendlich weit rennen, bis ihnen die Luft aus den Lungen gezogen wird und sie noch immer das Gefühl haben, nie anzukommen>>
POV Inéz
Die Sonnenstrahlen kitzeln meine Nase. Sie sind so warm und hinterlassen ein angenehmes Gefühl auf meiner Haut. Die Sträucher um mich herum schwingen im Takt des Windes, die warme Sommerbrise zieht mich in ihren Bann. Vielleicht liege ich hier seit fünf Minuten, vielleicht auch schon seit Stunden, ich habe das Zeitgefühl völlig verloren. Hier fühle ich mich wohl, so geborgen im Gras, zwischen Sträuchern und wilden Blumen. Was würde ich nur dafür geben, auf ewig hier zu liegen. Wie gerne würde ich den Platz mit einer dieser Blumen tauschen. Sie müssen nie diesen wundervollen Ort verlassen, auf ewig können sie hier die frische Luft einatmen und den Ausblick genießen, ohne zurück zu müssen in ein Haus der Unruhe und des Schmerzes.
Ich träume weiter vor mich hin und beobachte die zwitschernden Vögel, die sich neben mir niederlassen und ein Liebeslied singen. Sie scheinen ihr Leben froh und unbeschwert zu leben, es ist ein verlockender Gedanke. Doch so schön, wie sich dieser Moment gerade auch anfühlen mag, kann ich nicht vergessen, was vor einigen Stunden vorgefallen ist...
„Inéz, du dreckiges Miststück! Mit diesem weißen Fetzen wirst du mir nicht aus dem Haus gehen, bleib gefälligst hier und zieh dir was drüber!" Mein Vater schrie mich heute Morgen ein weiteres Mal an. Seine Augen waren voller Zorn, der Hass seiner Augen lässt Adern gefrieren, die vor Sekunden noch warmes Blut durch meinen Körper pumpten. Ich schämte mich so unglaublich, als er mich ein „Miststück" genannt hat, dass ich gar nicht erst versuchte zu rebellieren oder ihm gehörig meine Meinung zu sagen.
Was war denn auch sein scheiß Problem? Etwa seine achtzehnjährige Tochter, die an einem schönen Sommermorgen mit ihrem weißen Nachtkleid durch ein Feld spazieren wollte?
Wir leben in einem Dorf, in dem allesamt ihre freie Zeit vor dem Handy oder Fernseher verbringen, anstatt die Ruhe der Natur zu genießen. Man würde meinen, ein Dorf zeichnet sich durch seine traditionelle Einstellung aus, doch das einzige, was hier traditionell ist, ist die Einstellung meines Vaters. Ich glaube er hasst das weibliche Geschlecht. Zwar nicht in Momenten, in denen er schönen Frauen hinterherschauen kann, sondern in solchen, in denen sie für sich selbst einstehen und sich nicht alles von einem Spermien geboosterten Mann sagen lassen. Er kann es nicht ausstehen, wenn er nicht respektiert wird, was lächerlich ist, denn sein Verhalten ist alles andere als respektvoll.
„Nenn mich bitte nicht mehr so...", sagte ich ihm eingeschüchtert.
„Wie soll ich dich nicht mehr nennen? Du meinst Miststück?!" Er setzte sein gewohntes wütendes Grinsen auf. „Schau doch mal an dir herunter Inéz, was du da trägst. Wie oft muss ich meine Nerven denn noch an dir verschwenden?! Du erinnerst mich allmählich an deine Mutter, so eine billige Schlampe wirst du!" Er zückte seinen Gürtel. Mein Herz pochte so stark, dass es mir bis zum Hals schlug, meine Kehle erdrückte und ich einfach nicht mehr atmen konnte.
Ein Moment, in dem ich genau weiß, was nach dem Zücken des Gürtels folgt und die Realisation mich wie eine furchtbare Wucht trifft.
Ich rannte aus der Tür hinaus, ehe er auf mich zukommen konnte. Ohne eine Jacke oder Schuhe rannte ich darauf los. „Inéz, verdammte scheiße komm zurück oder es wird dir noch sehr leidtun!"
Er warf mir seine Whisky Flasche hinterher und ich fühlte mich wie der letzte Dreck. Vielleicht fühlte ich mich sogar noch schlechter, weil die Flasche bereits leer getrunken war und er sich wieder nicht unter Kontrolle haben konnte. Ich wollte bloß weit weg von diesem Ort.
Jetzt sitze ich seit geraumer Zeit auf diesem Feld und die Sonne senkt sich immer weiter ab. Die Nacht bricht herein, es wird kühler.
Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit. Mehr Zeit in deiner Nähe Mum. Denn jedes Mal, wenn ich roten Mohnblumen begegne, sehe ich dein schönes Gesicht vor mir. Deine braunen Augen, tief und temperamentvoll. Dein welliges, dunkles Haar und wie du es im Winter als Schal um deinen Hals trugst, deine blutroten Lippen, deren Farbe sich in diesen Blumen widerspiegelt. Dieses Feld bist du, dieses Feld ist mein neues Zuhause.
Denn was soll ich sonst tun? Ich kann nirgendwo anders hin, als zurück. Zurück in mein altes Leben mit Vater. Die gemeinsamen Pokerrunden jeden Donnerstagabend, wenn er nicht gerade seinen Rausch ausschlafen musste oder die Kirchenbesuche, um die fromme Fassade aufrechtzuerhalten. Die Tage, an denen er mich ignoriert hat oder die, an denen er all' seine Wut an mir ausließ. Ich bin ein Nichts. Ich bin eine Enttäuschung für ihn. Und doch weiß ich, dass ich besseres verdient habe und nicht an diesen Ort gehöre.
Ich habe keinen, an dem ich mich festhalten kann. Außer vielleicht Jack. Er ist sowas wie mein engster Verbündeter. Könnte ich vielleicht zu ihm gehen? Zumindest fürs erste? Ich hoffe er ist zurück vom Camp für schwer Erziehbare, denn die letzten Monate waren kaum auszuhalten ohne ihn. Wieso er in dem Erziehungscamp gelandet ist, kann ich einfach nicht verstehen. Er ist der liebste, fürsorglichste Junge der ganzen Welt.
Er wird mir sicherlich ein paar Nächte erlauben bei ihm zu bleiben, er ist ein Jahr älter als ich und hat bereits seine eigene Bleibe. Dafür habe ich nicht einmal das nötige Kleingeld, seit Vater alles zu seinen Gunsten nutzt.
Schnell schüttele ich den Gedanken an Vater ab und entscheide mich kurzfristig dazu, Jack nach all der Zeit endlich wieder in meine Arme schließen zu können. Ich mache mich einfach auf den Weg zu ihm, mir bleibt keine Wahl. Auch weil es mir mittlerweile ziemlich kalt geworden ist. Hätte ich heute Morgen gewusst, dass ich nicht nach Hause zurückkehren würde, dann hätte ich mindestens mein Handy oder eine Jacke mitgenommen. Vielleicht hat Vater recht, wieso laufe ich auch mit diesem Fetzen umher? Vielleicht weil es meine letzte Erinnerung an Mum ist und sie es so oft und gerne zum Schlafen getragen hat. Sie sah immer wunderschön aus, wie die Sonnenstrahlen, die einem die Nase kitzeln und das angenehme Gefühl auf der Haut geben. Ihr reichte das Kleid bis über die Knie, bei mir ist es schon deutlich kürzer, mit meinen 1,70 Metern.
Es ist das schönste Nachtkleid, das man sich nur erträumen kann. Weißer, leichter Spitzenstoff an den Rändern und am Dekolleté und der Rest im schimmernden Satin. Es ist mir etwas zu klein, was die Länge angeht, aber es liegt trotz dessen
perfekt an, weil es von Mum ist.
Ich schlendere durch das Feld bis hin zum Wald, was sich ohne Schuhe schnell als idiotische Idee herausstellt. An meinen Füßen kleben jetzt lauter kleine Blätter und seit ich auf die Brennesel getreten bin, muss ich mich zwingen, den Juckreiz zu ignorieren. Ich habe mal gehört, dass es durch das Kratzen nur schlimmer wird und das wäre jetzt das Letzte, was ich gebrauchen könnte.
Plötzlich. Ein Rascheln direkt hinter mir. So nah, dass es gefährlich kalt in meinen Nacken haucht. Ich drehe mich erschrocken um, aber kann kaum etwas in dem Dickicht erkennen. Der dicht bewachsene Wald ist bei Dunkelheit noch unheimlicher, als bei Tag. Doch es ist der einzige, schnelle Weg zurück in die Stadt, also beschließe ich weiter zu laufen, um meinen aufkommenden Gedanken zu entrinnen. Es wäre ja nicht gerade untypisch für mich, direkt in schiere Panik zu verfallen oder mit den schlimmst möglichen Szenarien im Kopf konfrontiert zu werden. Also beruhige dich Inéz, das ist bloß ein verdammter Wald. Bäume, Waldbewohner und wieder Bäume, immer nur harmlose Bäume. Hier ist nichts weiter, worum du dir Sorgen machen solltest. Gleich bist du hier raus und dann verbringst du eine schöne Nacht in Jacks Bett, den du davor natürlich aus seinem eigenen Bett rausschmeißt und ja, dann wird alle Angst verflogen sein und ich werde nur wieder bereuen, eine verdammte Schisserin gewesen zu sein.
Meine Gedanken werden unterbrochen, durch ein erneutes, knisterndes Geräusch. Und noch eins und weitere, die immer lauter werden, so als würde sich etwas oder jemand direkt in meine Richtung bewegen. Bleib ruhig Inéz, das sind nur Bäume und Waldbewohner. Nur Bäume und Waldbewo-
„Ahhhhh"
⊰ Danke fürs Lesen ❧
‼️ Wenn ihr weiterlesen wollt, das abgeschlossene Buch habe ich KOSTENLOS auf WATTPAD & dort befinden sich auch die weiteren beiden Bände. Ihr findet mich auf Instagram und Wattpad unter dem Usernamen “Scriptoras” , auf TikTok heiße ich “scriptorass” ‼️
♚ ♛ ♜ ♝ ♞








