Die Alpha 2 - Blutmond

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Summary

„Ja, weil ich ihnen das erzählt habe. Ich konnte ihnen schlecht erklären, dass ich den Vampir gepfählt habe und er in hellen Flammen aufging bis nur noch ein Haufen Asche von ihm übrig war.“, erklärte ich mit sehr viel grimmiger Genugtuung. Wer hätte erwarten können welche weitreichenden Folgen meine unliebsame Bekanntschaft mit Vampiren haben sollte.

Status
Complete
Chapters
36
Rating
2.0 1 review
Age Rating
18+

1. Erwachen Lucia

Rasende Kopfschmerzen weckten mich aus der traumlosen Dunkelheit. Ich griff an meinen Kopf, noch bevor ich die Augen öffnete und wand mich hin und her. Dabei erklang ein metallisches Klirren und meine Kehle war zugeschnürt, nicht soweit, dass ich nicht atmen konnte, aber ich hatte einen starken, deutlichen Druck auf dem gesamten Hals.

Was zum Teufel … Erschrocken riss ich die Augen auf und fand mich in einem hell beleuchteten Raum wieder auf einem großen Metallbett mit weißer Bettwäsche, an dessen Kopfende eine daumendicke Kette geschweißt war, die mit einem breiten Metallhalsband mit Lederfutter um meinen Hals verbunden war. Entsetzt zerrte ich daran, mit dem Erfolg, dass ich mir natürlich die Luft abschnürte, während die Kette klirrte.

Ängstlich betastete ich das Halsband und zuckte sofort zurück, als das kalte Metall meine Finger verbrannte. Es war aus Silber oder einer Silberlegierung. Bekanntermaßen verbrennt Silber Werwölfe und hindert sie an einer Verwandlung. Um meinen Hals lag schon wieder eine klassische Werwolffessel.

Panik ergriff mich und drehte mir den leeren Magen um. Mein Puls raste, als ich mich im restlichen Raum umsah. Es war ein mittelgroßes Zimmer mit drei weißen Wänden und weißem Fliesenboden. Das Bett stand an einer Innenwand, dem großen Fenster gegenüber, dessen Wand aus Bruchstein war in einer schicken rustikalen Optik. Draußen war es stockdunkel. Ansonsten befanden sich ein Tisch mit einer Tischlampe, zwei Stühle und ein Schrank in dem Raum, was ihn nach Krankenhauszimmer aussehen ließ. Alle Möbel waren aus Metall.

Zu meiner Rechten und meiner Linken befand sich jeweils eine Metalltür. Ich sprang auf und eilte zu linken Tür, um daran zu rütteln. Sie war verschlossen. Das musste die Tür nach draußen sein. Ich sah jedoch keine Chance sie irgendwie aufzubekommen. Trotz allem Rütteln und zerren, bewegte sie sich keinen Millimeter.

Also tappte ich mit nackten Füßen auf dem kalten Boden zur anderen Tür. Ich trug ein weißes Baumwollkleid mit rechteckigem Ausschnitt und kurzen Ärmeln, das mit etwa bis Mitte Oberschenkel reichte, darunter war nichts. Zum Glück war es ansonsten in dem Raum angenehm warm.

Die rechte Tür ließ sich öffnen und gab den Blick auf ein Badezimmer frei mit Toilette, Waschbecken und Dusche. Alles, was Frau so täglich brauchte war bereitgelegt: Zahnbürste, Zahnpasta, Haarbürste und Seife lagen am Waschbecken bereit, Duschgel und Shampoo inklusive Haarspülung standen in der Dusche. Auch Toilettenpapier und Handtücher waren in einem Metallregal zu finden.

Was verdammt nochmal war hier los? Die Kette, die stets hinter mir her rasselte war lang genug, dass ich mich im gesamten Raum bewegen konnte inklusive Bad und offenbar legte irgendwer Wert darauf, dass ich mich um meine Hygiene kümmern konnte. Was war bloß passiert?

Die stechenden Schmerzen an meinem Hinterkopf sagten mir, dass mich jemand KO-geschlagen haben musste, um mich hierher zu bringen. Das letzte woran ich mich erinnerte war, dass ich im Wald laufen war, während Hakon noch arbeitete. Anschließend war ich in diesem gruseligen Krankenhauszimmer aufgewacht ans Bett gekettet mit einer Werwolffessel.

Angst packte mich und schnürte mir die Eingeweide zusammen. Warum war ich hier? Wer hatte mich entführt und was hatte er mit mir vor? Hätte er mich umbringen wollen, hätte er das längst getan.

Panisch durchwühlte ich den Raum, was sich auf das Bad und den Schrank beschränkte, da ansonsten nichts zu finden war, was durchwühlt werden konnte. Aber bis auf die genannten Dinge waren sie leer. Hier war nichts, das ich als Waffe benutzen konnte, nur kaltes Metall. Aber warum sollte man ein Zimmer vollständig mit Metallmöbeln einrichten? Damit niemand randalieren und das Mobiliar zerstören konnte? Ein Spiegel war auch nicht im Bad, damit niemand Glasscherben als Waffe nutzen konnte?

Ich trat zum Fenster und Schlug mit der Faust dagegen, die daraufhin heftig pochte. Das war Plexiglas, also weder zu durchschlagen ohne Werkzeug, noch mit Scherben. Draußen war nicht viel zu sehen. Es war eine finstere, bedeckte Nacht. Ich konnte nur erkennen, dass wir in einem Wald und rundherum keine weiteren Lichter zu sehen waren.

Ich versuchte zur Seite des Hauses zu schauen, in dem ich meine Wange an die kalte Scheibe presste, aber ich konnte auch keine weiteren Lichtkegel ausmachen, die vom Haus ausgingen.

Entmutigt setzte ich mich aufs Bett und versuchte meinen Puls wieder zu beruhigen. Ich hatte keine Ahnung was hier passieren würde, aber in Panik ausbrechen half mir jetzt nicht weiter.

Nach einer gefühlten Ewigkeit hörte ich Schritte auf dem Gang. Sie klangen leicht und beschwingt. Dann wurde die Tür aufgeschlagen und ein Mann stand darin.

„So mein geschätzter Alpha Hakon, hier ist Deine Prinzessin.“, sagte er mit gehässigem Ton in ein Handy, das er offenbar in einem Videoanruf vor sich hielt.

„Hakon!?“, rief ich nur.

„Schatz, wo bist Du!? Was ist passiert!?“, schrie ein pansicher Hakon ins Telefon.

„Nun, sie ist bei mir und wird mir ein bisschen Gesellschaft leisten.“, antwortete der Mann statt mir. Er war groß, schlank und drahtig und sehr elegant gekleidet mit einem Samtanzug, einem weißen Rüschenhemd und Schnallenschuhen. Sein blondes Haar war lang und fiel perfekt glatt frisiert um sein makelloses Gesicht. Er war gleichzeitig wunderschön, aber sein Gesicht war auch beängstigend wächsern und ausdruckslos. Als er bei seinem bösen Grinsen spitze Eckzähne entblößte fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Das war ein Vampir. Ich war nie zuvor einem begegnet und ich legte auch jetzt keinen Wert darauf.

„Du darfst uns beim Spielen zuschauen.“, sagte der Vampir und stellte das Handy so auf dem Tisch ab, dass der Bildschirm an die Lampe gelehnt auf das Bett zeigte. Ich konnte einen kurzen Blick auf Hakon erhaschen und er auf mich. „Lucia!“, schrie er durchs Telefon. Doch ehe ich antworten konnte spürte ich den Blick des Vampirs auf mir und war plötzlich bewegungsunfähig.

„Ich bin Armandus. Dein neuer Meister und Du wirst mir dienen, schöne Wölfin.“, sagte er in einem merkwürdigen singenden Tonfall und ich konnte nicht anders als ihn mit großen Augen anzustarren. Ich war nicht mehr Herr über meinen Körper. Er war das jetzt und ich konnte nichts dagegen tun. Wieder ergriff mich Panik. Mein Herz hämmerte wild in meiner Brust, doch ich konnte nicht einmal meinen Finger regen.

„Auf die Knie! Blick zur Wand!“, befahl Armandus mit herrischer Stimme und zeigte auf das Bett. Mein Körper gehorchte ihm, so sehr ich auch versuchte das zu verhindern. Es war als wäre ich nur ein Gast in meinem Kopf, der eigentlich von jemand anderem gesteuert wurde. Ich tobte und schrie wild, aber nichts davon kam nach draußen. Ich konnte jetzt nur noch die Wand vor mir anstarren und das Kopfteil aus verschnörkelten Metallstreben.

„Lucia?!“, fragte Hakon jetzt ängstlich. Hakon! Schatz! Nein, ich will das nicht, aber ich stehe unter seinem Bann. Ich kann nichts tun! Schrie ich in meinem Kopf, aber offenbar war ich zu weit weg oder etwas anderes schirmte die Rudelverbindung ab, sodass ich niemanden hören konnte und wohl auch niemand mich hörte.

Ich hörte wie Armandus den Reißverschluss seiner Hose öffnete und die Hände unter mein Kleid gleiten ließ. Mein Körper war völlig versteinert. Er strich die Innenseite meiner Oberschenkel hoch, bis zu meinem Intimbereich und begann meinen Kitzler zu reiben.

Abscheu überflutete mich wie eine Welle. Ich wollte mich umdrehen, ihm die Hand abbeißen und die Kehle rausreißen, aber nichts rührte sich an meinem Körper.

„Na los schöne Wölfin, werde feucht für mich!“, befahl Armandus hinter mir und wieder schrie ich in meinem Kopf. Nein! Du widerliche Kreatur!

„Lass sie in Ruhe! Du mieser Wichser!“, schrie Hakon durch das Telefon. Mein armer Mann sah die ganze Szene mit an. Hoffentlich wusste er, dass der Vampir mich hypnotisiert hatte und ich mich nicht wehren konnte.

Mein Schatz, ich gehöre nur Dir! Schickte ich ihm in meinem Kopf, aber es hallte ins Leere.

Im nächsten Moment stieß Armandus seinen harten Schwanz von hinten in mich und begann mich hart zu nehmen.

„Stöhne, meine Schöne. Genieße es!“, befahl er und mein Körper gehorchte. Ahhhh, schrie ich nur in meinem Kopf mit aller Kraft. Ich werde Dich töten Du widerliche Kreatur! Er fühlte sich falsch an, merkwürdig kalt. Eher als würde man ein Sexspielzeug in mich stoßen als eine echte Erektion.

Es erfüllte mich mit solchem Abscheu, dass ich mich übergeben wollte, aber mein Körper tat nur wie Armandus ihm befohlen hatte. Die einzige Genugtuung war, dass es genauso klang, hölzern, roboterhaft. Er konnte mir wohl keine echte Lust befehlen. Immerhin das musste Hakon merken. Gleichzeitig tat es weh, weil ich nicht erregt und daher nicht feucht war.

Ich hörte Hakon Telefon zetern und Armandus beschimpfen. Das interessierte diesen nicht, er fand es wohl eher belustigend, denn er kicherte bösartig. Ihn schien dieser Sex aber auch nicht zu befriedigen. Nach kurzer Zeit fluchte er nur leise, zog sich aus mir zurück und kam über meinen Rücken. Er biss mir seitlich in den Hals, wodurch Schmerz in mir explodierte, den ich nach außen nicht ausdrücken konnte, da mein Körper nach wie vor nur ihm gehorchte.

Jetzt stöhnte er zufrieden und schmatzte ekelerregend, bevor alles schwarz wurde.