Verboten

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Summary

Fünfhundert Jahre nach einem Krieg, der die Welt gebrochen hat, heilt Sophie die Wunden anderer, als Heilerin in ihrem kleinen Bergdorf. Magie gilt als verboten, als Fluch der Vergangenheit. Und jeder, der Zugriff auf Magie hat, wird als Dämon gefürchtet und verfolgt. Als Sophie während der schlimmsten Pestwelle seit Jahrzehnten ein Dämon erscheint und ihr anbietet, alle zu retten, geht sie einen Pakt mit ihm ein. Doch ihr Teil der Vereinbarung läuft völlig anders ab, als sie sich vorgestellt hat und stellt ihr Leben und ihre Weltanschauung völlig auf den Kopf. [Updates jeden Sonntag]

Genre
Fantasy
Author
Denise
Status
Ongoing
Chapters
17
Rating
5.0 1 review
Age Rating
18+

Prolog

Es war das Jahr 3817 im Goldenen Zeitalter, als der Krieg ausbrach. Dieser Krieg, der als Dämonenkrieg in die Geschichtsbücher fand, war kein Krieg zwischen Nationen. Kein Krieg um Macht oder Geld. Es war Krieg, der aus purer Angst und ein bisschen Neid entsprungen war. Manche Historiker nannten ihn einen Bürgerkrieg, wieder andere sprachen von einem Religionskrieg. Andere sogar von Genozid. Doch egal wer Recht behielt, der Krieg war verheerend.

Der große Dämonenkrieg begann in der Nation León. In der Hauptstadt der Magie, Mida. Mida war eine wunderbare Stadt. Eine große Hafenstadt, direkt am Gemeinsamen Meer. Das Wetter war so gut wie immer Sonnig und warm und eine sanfte Brise vom Meer, die durch die breiten, ausladenden gepflasterten Straßen wehte, kühlte an heißen Tagen ab. Sie beherbergte fast 30.000 Menschen aller Nationen, Ethnien und Magiegruppen. Jeder war willkommen und alles war möglich. Es war eine Stadt der Träume. Arme Bauern oder Knechte kamen aus weit entfernten Ländern, um dort ihr Glück zu suchen. Und viele fanden es sogar. Doch nicht nur Menschen aller Möglichkeiten waren in der Stadt willkommen, auch alle Lebewesen durften durch die Straßen schlendern. Nicht umsonst waren sie so breit. Ausgewachsene Drachen tapsten auf dem harten Pflaster und wenn sie nicht gerade die Häuser zerstörten oder sich wenig Mühe gaben, nicht auf kleine Menschen zu zertreten, störte das niemanden besonders. Alle lebten in Frieden miteinander und die Stadt erblühte in Reichtum und wissenschaftlichem Fortschritt. Gebäude, gebaut aus weißem Marmor mit großen, verglasten aber meist geöffneten Fenstern und wehenden, bunten Vorhängen prägten das Stadtbild.

Doch Harmonie währt nie ewig. Denn auch wenn Diskriminierung in den Gesetzen keinen Platz fand, so war sie doch spürbar. Mehr, als in manch anderen Städten. Leise wurden die Menschen der Gruppe Null, die keine Magie binden konnten, jedoch herausragend in Wissenschaften waren, aus den mächtigen Positionen verdrängt. Nicht aus Hass oder Neid, sondern weil man Magie als etwas Größeres sah. Als ein Geschenk der Götter, als etwas, das keine Wissenschaft brauchte. Und so passierte es, dass die Menschen der Gruppe Null sich benachteiligt fühlten. Und mit der Zeit wurde aus Benachteiligung Neid. Aus Neid Wut und aus Wut Angst sowie Zorn. Und Angst und Zorn sind immer Nährboden von Schlechtem. So passierte es, dass sich die Menschen der Gruppe Null zusammenrafften und beschlossen, wieder mehr Sichtbarkeit und Gerechtigkeit zu erlangen. Es begann mit Schreien nach mehr Gerechtigkeit, mit friedlichen Protesten. Doch als keiner zuhörte, keiner die Angst der Menschen ernst nahm, schlugen friedliche Proteste in gewaltsame Aufstände um. Man versuchte Gewalt mit Gewalt zu bekämpfen, doch daraus erfolgte nur mehr Gewalt. Attentate auf hochrangige Politiker wurden ausgeführt, Magische wurden auf offener Straße ermordet. Und bald hatten die intelligenten Menschen der Gruppe Null eine Waffe in der Hand, gegen die Magie nichts ausrichten konnte. Und plötzlich wandelte sich das Ziel von mehr Sichtbarkeit und Gerechtigkeit zum Auslöschen aller Wesen, die Magie binden konnten. Und Menschen voller Angst und Zorn entwickeln Fähigkeiten, die keiner für möglich hielt.

Der Krieg, der in Mida seinen Anfang erlebte, breitete sich schnell aus. Bald war die gesamte Nation León betroffen, doch selbst dabei blieb es nicht. Wie eine Krankheit breitete er sich aus, bis die gesamte bekannte Welt krank war und im schlimmsten Krieg seit Beginn der Aufzeichnungen versank. Vermutlich der schlimmste Krieg seit Anbeginn der Menschheit.

Der Dämonenkrieg verbrannte alle Menschen mit magischen Fähigkeiten und löschte alle Lebewesen aus, die mächtiger waren als der Mensch der Gruppe Null. Es dauerte nicht weniger als 1003 Jahre, bis dieser Krieg sein Ende fand. Sämtliche Städte waren dem Erdboden gleich gemacht und jeder Fortschritt zerschlagen. Bibliotheken niedergebrannt, alles Wissen zerstört. Und davon soll sich die Welt nicht so schnell erholen. Und jeder, der mächtiger als ein Mensch der Gruppe Null war, wurde Dämon genannt. Und Dämonen wurden ehebaldst erschlagen. Und die Menschheit hatte es geschafft, sich auf nicht einmal ein Drittel zu reduzieren. Und die bekannte Flora und Fauna auf nicht einmal ein fünftel zu dezimieren. Der Aufbau der zerstörten Welt war mühsam und ging nur langsam vonstatten. Denn die Menschen der Gruppe Null, nach dem Krieg nur noch als Menschen bekannten, hatten sich in dem Krieg auf ihre eine mächtige Waffe konzentriert, dass sie alles andere an wissenschaftlichem Fortschritt einfach vergessen und mit dem magischen Wissen mit verbrannt hatten. Selbst heute, 500 Jahre nach dem Tag der Befreiung, an dem die letzte bekannte Gruppe Magier und die letzten bekannten Drachen am Hauptplatz von Mida hingerichtet wurden, liegt die Welt noch in Trümmern.

Wir schreiben das Jahr 500 im Zeitalter der Menschen. Das wohl dunkelste Zeitalter seit Beginn der Aufzeichnungen. Vermutlich seit Anbeginn der Menschheit.