Funkenmensch

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Summary

Meiner Famile werde ich nie von dir erzählen und meine Freunde wissen auch kaum etwas von dir! Es ist, als hättest du in meinem Leben nie existiert! Aber wenn mich irgendwann irgendjemand nach dir fragt, werde ich erzählen, dass du mein Funkenmenschen warst! "Was sind denn Funkenmenschen?" , wird er fragen! Es sind die Menschen, die eine Sehnsucht auslösen! Du spürst sofort, wenn ein Funkenmensch in deiner Nähe ist, denn du willst ihm nah sein! Es ist, als wäre er plötzlich deine Anziehung. Wie ein Sog, dem du dich nur hingeben willst. Aber das geht nicht! Ihre Präsenz erzählt von allem, was hätte sein können! Von der Möglichkeit, dass ihr beide die Schauspieler eines Romans sein könntet! "Und warum geht das nicht?" Das ist ja das Dilemma mit den Funkenmenschen! Das Feuer wird nie entfacht werden, denn die Distanz zwischen euch ist zu groß! Es steht so viel zwischen euch, dass ihr es beide wisst. Aber du wirst ihn immer gerne sehen, ihn anschauen, du wirst die Funken genießen, denn sie verschwinden nie! Nur, dass ihr nicht füreinander bestimmt seid!

Genre
Romance
Author
L
Status
Complete
Chapters
35
Rating
n/a
Age Rating
16+

Kapitel 1

Hektik. Es ist wie jeden Morgen. Maja und Lou sitzen vor ihren Cornflakes und stochern lustlos darin herum, während Mike sein Hemd zuknöpft. „Los, Mädels! Ein bisschen mehr Tempo. Wir müssen in zehn Minuten los!“ Ich halte die zwei wie jeden Morgen zur Eile an. Die Zeit sitzt uns wie immer im Nacken, aber das ist wohl bei vielen Familien morgens so. Auf dem Weg zum Kindergarten besprechen wir wie immer den Tagesablauf: Kindergarten, nachmittags Turngruppe für beide und im Anschluss noch der Wocheneinkauf. Heute mit beiden Mädchen, weil Mike abends noch ein Freundschaftsspiel mit seiner Fußballmannschaft hat.

Der Tag auf meiner Arbeit läuft wie immer. Ich arbeite bei der Bank in der Nachbarstadt. Buchungen und ein Beratungsgespräch mit einem jungen Ehepaar für die erste eigene Immobilie. Ich erinnere mich noch daran, wie Mike und ich das Haus vor sechs Jahren kurz nach unserer Hochzeit gebaut haben. Neubaugebiet im Dorf, viele junge Familien, von denen einige unsere Freunde geworden sind. Eine richtige Gemeinschaft, wie sie sich viele wünschen.

Der Einkauf wird stressig, wie zu erwarten. Der Supermarkt ist übervoll, Wagen reiht sich an Wagen und die Mädchen wollen alles haben. Wir einigen uns auf Erdbeeren für Maja und Wassermelone für Lou.

Nach dem Abendessen geht es ins Bett für die zwei, und ich kümmere mich um die Wäsche, weil Unterwäsche fehlt.

Als ich gegen halb neun alles erledigt habe, mache ich es mir auf der Couch bequem und widme mich meinem neuen Buch. Mike kommt erst spät, es ist immer so. Aber das ist okay. Mein Leben ist gut.

Clooney, der kleine wuschelige Mischling, den wir vor einem Jahr adoptiert haben, hat sich zu meinen Füßen zusammengerollt und stößt einen tiefen Seufzer aus.

Der Roman nimmt gerade richtig Fahrt auf. Ich liebe Bücher, da sie mir manchmal eine kleine Flucht aus dem Alltag bieten und mir das Gefühl geben, mal etwas anderes zu erleben. Ich muss zugeben, dass ich fast schon süchtig nach den Gefühlen bin, die die Geschichten in mir auslösen. Es sind genau die Geschichten mit tiefen Gefühlen, die mir in meinem Leben fehlen. Ich liebe Mike schon, aber vieles ist auch einfach nur Gewohnheit. Vor allem seit die beiden Mädchen auf der Welt sind, fehlt die Zeit für Zweisamkeit. Und so ist unsere Liebe langsam immer leiser geworden.

Die Uhr zeigt kurz nach zehn, als ich das Buch schließlich zur Seite lege. Nicht, weil ich müde bin, sondern weil meine Augen anfangen zu brennen. Der Fernseher läuft ohne Ton. Irgendeine Serie, die ich nicht wirklich verfolge. Eigentlich läuft er nur, damit es nicht ganz so still ist.

In der Küche steht noch ein Glas auf der Arbeitsplatte. Ich räume es in die Spülmaschine und wische mit einem Lappen über den Tisch, obwohl er sauber ist. Irgendetwas gibt es schließlich immer zu tun. Als ich das Licht ausmache, fällt mir ein, dass ich morgen noch Brotdosen vorbereiten muss. Käse ist auch kaum noch da. Vielleicht fahre ich nach der Arbeit noch schnell einkaufen.

Oben im Schlafzimmer liegt Mikes Seite des Bettes noch unberührt da. Seine Arbeitstasche steht halb offen neben dem Schrank. Ich ziehe die Vorhänge zu und creme meine Hände ein, weil die Haut vom vielen Waschen trocken geworden ist. Früher habe ich mir abends manchmal noch die Nägel lackiert oder Musik gehört. Heute denke ich meistens nur daran, wie viele Stunden Schlaf noch übrig bleiben.

Als ich im Bett liege, höre ich das leise Brummen des Kühlschranks unten in der Küche. Clooney tapst einmal durchs Schlafzimmer und legt sich dann in sein Körbchen. Ich starre eine Weile an die Decke. Morgen wird genauso werden wie heute. Frühstück machen, Brotdosen packen, arbeiten, einkaufen, Wäsche, Abendessen. Nicht schlecht. Nicht besonders gut. Einfach nur immer gleich.

Irgendwann höre ich unten die Haustür. Mike ist zurück. Schritte im Flur, das leise Klirren seiner Schlüssel. Früher habe ich auf solche Geräusche gewartet. Heute drehe ich mich nur ein Stück zur Seite und tue so, als würde ich schlafen.