Prolog
Das Prasseln der Regentropfen auf dem Auto ist endspannend. Es gibt mir ein Gefühl von Wärme und Zuhause. Schon witzig das gerade so ein Wetter mir ein solches Gefühl geben kann. Viele Leute hassen den Regen, die Kälte und die Nässe, ich hingegen liebe den Regen. Er beruhigt mich. Meine Stirn wird durch die Scheibe des Fensters gekühlt während die Landschaft an uns vorbeizieht. Jacksons große helle Hand ruht auf meinem Oberschenkel und strahlt eine Wärme aus, die mich erleichtert ausatmen lässt. Mein Blick schweift über sein Markantes und doch weiches Gesicht. Seine blonden Haare fallen ihm verwuschelt über die Stirn. Er hatte nachdem aufstehen keine Zeit sich noch fertig zu machen. Seine sonst so hellen blauen Augen wirken in dem dunklem Schimmer vom Regen viel düsterer als sie es eigentlich sind.
Der Morgen hatte schon stressig angefangen und wir hatten uns darüber gestritten ob wir nun zu diesem Klassentreffen fahren sollten oder nicht. Ich war von Anfang an dagegen gewesen. Ich hatte keine Lust ihn wieder zu sehen. Der Junge, der mir meine Schulzeit regelrecht zerstört hatte, aber Jackson war der Meinung gewesen es wäre wichtig dorthin zu gehen und so habe ich mich letzten Endes doch noch überreden lassen. Seit diesem Streit war die Stimmung zwischen uns angespannt. Aber dennoch ließ er es sich nicht nehmen seine Hand auf meinem Oberschenkel abzulegen. Das machte er jedes Mal, egal ob wir uns gestritten hatten oder nicht. Das war eines dieser kleinen Dinge, die ich so an ihm liebte. Ein Lächeln zierte mein Gesicht. Ich drehte meinen Kopf von ihm weg, um zu vermeiden das er sehen könnte mich trotzdem noch zum Lächeln bringen zu können, obwohl ich ihm gerade am liebsten den Kopf abreißen würde.
Er lachte leise denn er wusste genau das ich nur die beleidigte spiele. »Lola ich liebe dich, weißt du das?« sagte er. ich nahm daraufhin seine Hand, drückte sie leicht und sagte nichts. Bis heute könnte ich mir dafür eine Ohrfeige verpassen. Ich hatte ihn nur angelächelt und genickt. Aber woher hätte ich auch ahnen können das in der Nächsten Sekunde ein anderes Auto uns von der Fahrbahn schleudern und einen riesigen Unfall verursachen würde.
Das nächste, woran ich mich erinnern kann ist eine Decke über meinen Schulter und lauter Sirenen und blinkenden Lichter, die im Regen ganz verschwommen wirkten.
Gott wie ich den Regen hasse.