Just With You

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Summary

„Die Macht der Elemente ist an das Leben gebunden.“ Penelope Silver hat als Kronprinzessin der Elemental mehr auf ihrer To-Do-Liste als die meisten. Ganz oben stehen: Die absolute Kontrolle über ihre Fähigkeiten, die Elemente zu beherrschen, ihren Vater vom Thron stürzen und die erste Königin der Elemente werden. Klingt machbar, oder? Doch als wäre das nicht genug, wirft das Schicksal ihr noch weitere Herausforderungen in den Weg: ein ungewollter Seelengefährte in Form des Kronprinzen der Werwölfe, die Wahl eines Beschützers, der ihr mit seinem Leben beistehen soll, und ein Krieg, der am Horizont droht. Noch ein Aspekt von meiner Seite aus: Bitte beachtet die inhaltlichen Warnhinweise. Solltet ihr euch unwohl fühlen, legt das Buch bitte zur Seite. Davon abgesehen, für - bitte konstruktive - Kritik bin ich immer offen. Viel Spaß beim Lesen, ich hoffe, es gefällt euch :)

Genre
Fantasy/Romance
Author
Ayla
Status
Ongoing
Chapters
29
Rating
4.5 2 reviews
Age Rating
18+

prologue

Lianna

Tränen liefen über meine Wange. Meine Hände hielten ihr Gesicht fest umschlossen. Aus ihren müden Augen blickte sie mich voller Liebe an. Ein schwaches Lächeln stahl sich auf ihre blasser werdenden Lippen. Das Messer steckte noch immer bis zum Schaft in ihrer Brust und um es herum lag mein schmutziges, zerrissenes T-Shirt, welches sich langsam aber stetig mit ihrem Blut voll sog.

„Halte nur noch ganz kurz durch”, wimmerte ich leise.

Meine Stirn hatte ich auf ihre gepresst, während ich mit zitternder Stimme weitersprach: „Papa und die anderen werden gleich da sein. Bestimmt werden sie auch etwas gegen deine Verletzungen haben.”

Ich schluchzte erstickt auf. „Bitte. Bitte halte durch.”

Meine Tränen fielen auf ihre blassen, eingefallenen Wangen.

„Du bist Ärztin, Lia. Und zusätzlich auch noch die Beste unserer Welt”, murmelte sie leise. Sie atmete flach ein und aus. Ihre Mundwinkel zuckten schwach.

„Also, Doktor, wie lautet die Diagnose?”

Hektisch scannten meine Augen ihren Körper ab. Wärme ging von meinen Händen aus, als ich meine Energie durch ihren Körper schickte. Ich wusste bereits, wie die Diagnose aussehen würde. Dennoch versuchte ich verzweifelt etwas zu finden, das zeigte, dass sie überleben würde.

Ihre Hände zitterten stark, als sie diese auf meine legte.

„Es ist okay”, wisperte sie. Panisch schüttelte ich meinen Kopf und sandte erneut meine Energie durch ihren Körper. Es schien, hätte sich ihr Zustand innerhalb diesen wenigen Sekunden noch einmal verschlechtert. Ihr Gesicht wirkte wie um Jahre gealtert.

„Ich werde es nicht schaffen.”

Ihre Stimme hatte an Kraft verloren, als sie die Feststellung aussprach.

„Doch, das wirst du”, widersprach ich ihr, „Perri kann dich bestimmt heilen. Sie ist stärker. Sie schafft das. Ganz bestimmt.” Für einige Sekunden ließ ich meinen Blick in die Ferne wandern, in der Hoffnung jemanden zu finden, der uns helfen würde.

Schmutzige, zitternde Hände legten sich auf meine Wangen. Sanft wischte sie meine Tränen weg.

„Du musst mir jetzt zuhören.”

Ich schüttelte unter Tränen den Kopf und spürte, wie sich ihre Hände langsam von mir lösten. Sofort stoppte ich.

„Nein”, ich schluchzte auf, „Nein. Nein. Nein. Nein. Nein.”

„Mein Baby”, murmelte sie, leicht richtete sie sich auf, nur um hustend wieder zurückzufallen, „Wir wissen beide, dass ich keine Chance habe, sonst hättest du mich schon längst geheilt.” Ich griff nach ihren Händen und drückte sie panisch gegen meine Wangen, voller Angst vor dem Moment, in dem ich sie nicht mehr fühlen können würde. Ihre immer steifer und kälter werdenden Finger drückten unangenehm in meine Haut. Ich wagte es nicht, meinen Druck zu lösen.

„Würdest du mir noch einen letzten Gefallen tun?”

Schwach lächelte sie mich an.

„Du wirst nicht sterben”, schluchzte ich, „Ich brauche dich. Wir alle brauchen dich. Was soll denn aus uns werden, wenn du nicht da bist?”

In ihren Augen schimmerten Tränen. Ich nahm ihre Hände an meinen Mund und versuchte verzweifelt gegen die Kälte, die sie begann auszustahlen, anzukämpfen.

„Ich möchte, dass du aufstehst und rennst, so schnell du kannst und so weit weg von hier wie es nur geht.”

„Ich, ich kann nicht”, wimmerte ich.

So energisch wie sie konnte, widersprach sie mir: „Doch, du kannst und du wirst es tun und dich dabei nicht umdrehen.” Langsam löste sie ihre Hände.

„Bitte Mama”, flehte ich und krallte mich an ihr fest, „Bitte, tu mir das nicht an.”

„Es ist okay”, wisperte sie. Langsam lief eine von vielen Tränen über ihre Wange.

„Du”, sie stockte, „Ihr seid alles, was ich mir jemals erträumt habe und noch so viel mehr.”

Sie hustete. Ihre Stimme war kratzig als sie weitersprach: „Ich liebe dich, Lia und ich würde dich immer wieder retten kommen. Egal zu welchem Preis.”

Federleicht strich sie über meine Wange.

„Und jetzt geh.”

Ich drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. Vergrub meinen Kopf ein letztes Mal in ihrem Nacken und umarmte sie so fest ich konnte. Tränen rannten über meine Wange, während ich langsam aufstand. Ich hatte das Gefühl, dass meine Beine mein Gewicht nicht halten könnten.

„Ich liebe dich, Mama. Ich liebe dich so unendlich.”

Sie lächelte schwach und versuchte sich ein wenig aufzurichten.

„Geh, mein Schatz. Renn weg von hier.”

Mein Herz zersplitterte in tausend Teile. Ich hatte das Gefühl, als könnte ich nicht atmen, während ich langsam meinen Blick von ihren Augen löste und mich zögerlich umdrehte. Meine Hände hatte ich zu Fäusten geballt, jedoch konnte der Schmerz, der entstand, als meine Fingernägel sich in meine Haut bohrten, nicht den Schmerz in meinem tiefsten Inneren betäuben. Taumelnd tat ich einen Schritt vor den anderen.

Ich wusste nicht, wie weit ich schon gelaufen war, als sich plötzlich ein Stechen in meiner Brust ausbreitete. Langsam breitete es sich aus und nahm jede Faser meines Körpers ein. Meine Beine konnten mein Gewicht nicht mehr tragen. Ich sackte auf die Knie und begann zu schreien.

Die Welt um mich herum brach zusammen, während ich meinen Schmerz mit der Natur teilte.

Eine warme Hand legte sich auf meine Schulter. Durch die Tränen konnte ich die Gestalt kaum erkennen. Ich blinzelte und meine Sicht klärte sich. Die Erde beruhigte sich. Ich sah, dass die Gestalt etwas sagte, jedoch verstand ich nicht, welche Worte sie sprach. Eine weitere Hand packte meine andere Schulter. Ich wurde geschüttelt. Langsam erkannte ich die Person vor mir.

„Perri”, hauchte ich. Erneut wurde ich von einem Schwall Tränen übermannt.

„Was...?” Der Rest des Satzes ging im Rauschen unter. Plötzlich spürte ich eine Wärme, welche mich umgab und die ich in dieser Art seit langer Zeit nicht mehr gespürt hatte. Langsam beruhigte ich mich.

„Was ist passiert? Wo ist Mama?”

Ich begann erneut zu schluchzten. Mit von Tränen verschleierter Sicht sah ich meine jüngere Schwester hilflos an und wusste, dass sie verstand. Ihre Arme schlossen sich ein bisschen fester um mich und ich spürte etwas Nasses an meiner Schulter.

„Wie?“, hauchte sie, als sie sich wieder etwas gefasst hatte. Starr blickte ich auf den Boden und schüttelte schwach meinen Kopf. Ich konnte es ihr nicht sagen. Wieder verstand sie.

„Die anderen warten weiter weg von hier. Du hast es für sie unmöglich gemacht, näher zu dir zu kommen.”

Sie half mir hoch und reichte mir ihre Jacke, die ich anzog und vorne zumachte. Ich wollte, trotz allem, was geschehen war, meiner Familie nicht nur mit einem BH und einer vollkommen verdreckten und zerrissenen Hose bekleidet gegenübertreten. Sie sollten nicht sehen, durch welche Hölle ich die letzten Wochen gegangen war, auch wenn ich mir keine Illusionen machte, es vor ihnen verstecken zu können. Langsam machten wir uns auf den Weg zu dem Rest unserer Familie.

„Leben sie noch?“, brach Penelope das Schweigen. Ich zuckte teilnahmslos mit den Schultern, dabei wusste ich die Antwort. Mama hatte jeden von ihnen getötet, als sie zu mir gekommen war. Nur einen hatte sie übersehen und den bekannten Preis für Unaufmerksamkeit zahlen dürfen.

Von der Seite betrachtete ich meine Schwester. Sie trug eine hellgrüne Jogginghose und einen schwarzen Sport BH, welcher unter dem weißen T-Shirt zu sehen war. Ihre weißen Turnschuhe hatten einen leichten grau-schwarzen Hauch abbekommen. Die Lederjacke trug ich. Es war üblich, dass sie in diesen Klamotten auf Rettungsmission ging. Sie war die beste Kämpferin, die möglicherweise jemals existiert hatte.

Jedoch wurde ich trotz ihrer Kleidung das Gefühl nicht los, dass sich etwas an ihr geändert hatte. Die Wärme, welche vor meiner Entführung in ihren Augen war, war verschwunden. Ich schlang die Jacke etwas fester um mich, um die plötzliche Kälte, welche von mir Besitz ergriffen hatte, zu vertreiben. Penelope hatte sich verändert und ich hoffte, dass der Tod unserer Mutter diese Veränderung nicht verfestigt hatte.