Liebe kennt keine Seite

Zusammenfassung

Wenn Feinde aneinander vorbei sehen und das Gegenüber als Person statt als Kriegspartei sehen, werden sie Liebe finden oder sich der Zerstörung stellen, da keine Seite ihre Gefühle versteht? ________________________________________ Dies ist eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des Krieges zwischen Rebellion und Imperium. Sie spielt ungefähr zu der Zeit von Episode 4 - 6. In vielen Büchern aus der Zeit wird immer wieder auf die Versklavung anderer Spezies hingewiesen, und auch dass das Imperium teilweise „Vergnügungssklaven“ hielt. Diese Geschichte ist allerdings pure Fiktion und hat in keiner Weise etwas mit den vorhandenen Büchern und Filmen zu tun. Ich bin jedoch ein großer Star Wars Fan und dies ist tatsächlich die erste Geschichte, die ich je geschrieben habe, wenn es auch nicht die erste veröffentlichte ist. Sie wurde zeitgleich mit der englischen Version veröffentlicht.

Genre:
Romance/Scifi
Autor:
Feelan
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
16
Rating
4.8 6 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1


Alle Sinne angespannt, bekleidet mit einem Overall, der nach Uniform aussah, bewegte sie sich vorsichtig durch den Dschungel.

Und diese Sinne waren besser als die der durchschnittlichen Menschen, denn sie war ein Hybrid.

Ihre Mutter war ein Mensch, ihr Vater Felionid. Das sah man ihr auf einen flüchtigen Blick hin jedoch nicht an.

Erst, wenn man genauer hinsah.

Mit dem kühlenden Overall, dem ponchoartigen Umhang und dem weichen Helm, in dem sich eine Kommunikationseinheit befand, den Händen verborgen in Handschuhen und einer Schicht Tarnfarbe im Gesicht würde sie als Mensch durchgehen.

Aber wenn ihr jemand nahe genug kam, um ihr in die Augen zu sehen, würde derjenige sofort erkennen, dass sie nicht menschlich war.

Nicht ganz.

Ihre Augen waren von einem dunklen Violett, ihre Pupillen geschlitzt wie die eines Löwen, auch wenn das schwer zu erkennen war, weil das Violett so dunkel war.

Sie bewegte sich mit der ganzen animalischen Grazie einer Großkatze, ohne ein Geräusch zu verursachen oder eine Spur zu hinterlassen.

Als Teil der Rebellen-Kommando-Basis, einige Meilen von ihrem aktuellen Standort entfernt, nahm sie die Patrouillen sehr ernst. Und das, obwohl sie kein einfacher Rebell war.

Tatsächlich war sie Überlebenstrainer für die jungen Rekruten.

Trotzdem hielt sie das nicht davon ab, oft auch mehr als ihren Anteil an der Sicherheit der Basis zu übernehmen.

Ihre Kollegen schätzen ihre Kenntnisse, ihren Sinn für Fairness, aber sie hatte keine wirklich engen Freunde. Sie hatte sich den Rebellen angeschlossen, weil sie nirgendwo anders hin konnte.

Und wegen etwas, das sie niemals jemandem erzählt hatte, aber es war nicht dazu geeignet, freundlich von imperialen Truppen zu denken.

Plötzlich stand sie ganz still und hob den Kopf.

Ihre feinen Ohren, die leichte Spitzen hatten, hatten ein ungewöhnliches Geräusch vernommen. Mit einem kraftvollen Sprung hangelte sie sich in den Baum, unter dem sie stand, und war nach zwei Sekunden verschwunden, als ob es sie nie gegeben hätte.

Stattdessen bewegte sie sich nun durch das Geäst der dicht wachsenden Bäume fort.

Langsam aber sicher kam sie dem Geräusch näher, wobei sie manchmal kurz stoppte, um zu lauschen oder einen tiefen Atemzug aus ihrer Umgebung wie eine Witterung zu nehmen. Ihr Gesicht nahm einen grimmigen Ausdruck an, ein Mensch war hier, ein Mann höchstwahrscheinlich.

Allerdings war sie da nicht sicher und das fand sie irritierend.

Trotzdem hatte sie den Menschen bald ausgemacht, und je dichter sie ihm kam, desto mehr ähnelten ihre Bewegungen einem Jäger, der sich an ein ahnungsloses Beutetier heranschleicht, nur um dann plötzlich und mit tödlicher Effizienz zuzuschlagen.


Im Gegensatz zu ihr bewegte er sich mit der Grazie und auch dem Geräuschpegel eines Banthas durch den Dschungel, wobei er hin und wieder hingebungsvoll fluchte.

Seine Kleidung war ähnlich wie die ihre, nur das Muster und die Farben waren anders.

Sein Overall kühlte den Körper, damit er nicht so viel Wasser verbrauchte. Und sein Poncho-Cape diente wie ihres als Schutz vor dem Regen oder als Decke.

Es war klar ersichtlich, dass er den Dschungel nicht gewohnt war. Ebenso klar ersichtlich schrie alles ihm, angefangen von seinen Stiefeln bis hin zu dem exakten Haarschnitt:

Imperialer Offizier!

Er war ein Nachrichtenoffizier, der versuchte, etwas zu beweisen. Die Daten, die er gesammelt hatte, wiesen auf eine Rebellenbasis hin, von wo aus viele Aktionen gegen die Imperialen geflogen wurden.

Ehrgeizig wollte er beweisen, dass er Recht hatte.

Denn obwohl er einen hohen Rang bekleidete, gab es immer jemanden, der einen noch höheren Rang hatte. Und dieser Jemand hatte ihm befohlen, Beweise für seine Theorie zu erbringen. Also marschierte er durch den Dschungel.

Seine Ausrüstung war Standard, seine Bewaffnung aus einem Blastergewehr und zwei Vibroklingen war eher etwas dürftig.

Nach einem Insekt schlagend ging er unter dem Ast durch, auf dem sie lag, ohne die geringste Ahnung von ihrer Gegenwart zu haben. Sie wiederum musste sich zusammenreißen, nicht zu fauchen;

Ein Imp!

Hier!

Das konnte nichts Gutes bedeuten. Einen Moment lang überlegte sie, ob sie ihn einfach erschießen sollte, doch dann entschied sie, ihm erst mal zu folgen.

Dann würde sie ja sehen, ob er planlos durch den Dschungel stolperte oder tatsächlich wusste, wo er hin musste. Sie war kein skrupelloser Killer, aber wenn es darauf ankam, würde es um sein Leben oder ihres und das Leben ihrer Freunde gehen. Und sie wusste, wo ihre Prioritäten lagen.

Als er unter ihr durchgegangen war, ließ sie ihm einen Vorsprung, denn sie hatte seine Spur. Beinahe lautlos ließ sie sich zu Boden fallen, griff nach ihrem Blastergewehr, entsicherte es und folgte ihm.


Sich immer noch den leichtesten Weg suchend, spürte er plötzlich ein warnendes Kitzeln im Nacken.

Es war ein Gefühl, dass etwas nicht stimmte, dass es gefährlich war.

Herum wirbelnd brachte er seinen Blaster hoch und feuerte, bevor er überhaupt etwas sah, auf das er feuern konnte.

Gleichzeitig fluchte er lautlos.

Umdrehen, sehen, zielen, schießen, das war die richtige Reihenfolge, nicht den halben Dschungel abzufackeln.

Gedanken konnte er sich aber später machen, denn seine wilden Schüsse wurden sofort beantwortet, und er brachte sich mit einem verzweifelten Sprung hinter einem Baum in Sicherheit.

Als er auf dem Boden aufschlug, biss er die Zähne zusammen und presste seine Lippen fest aufeinander, um ein schmerzvolles Stöhnen zu unterdrücken.

Verdammt, der andere hatte ihn getroffen. Der Kerl war wohl der bessere Schütze oder hatte einfach mehr Glück.

Er machte sich keine falschen Hoffnungen. Er würde nun hier sterben, dessen war er sich sicher. Ohne dass er jemals Schritte gehört hätte, sah er einen Schatten über sich auftauchen, als sich sein Blick schon verschleierte.

Er versuchte noch, sich zu bewegen, schaffte es aber nicht und wurde bewusstlos.


Sie kniete neben ihm nieder, nachdem sie sein Bein getreten und er nicht reagiert hatte.

Seufzend nahm sie ihren Helm ab und enthüllte silberweißes Fell. Wie Samt bedeckte es ihren gesamten Körper.

Ihm die Waffen und andere Dinge abnehmend, dachte sie über den nutzlosen Tod von ihm nach und änderte ihre Meinung.

Schlanke Hände griffen nach seinem Medi-Pack, da sie nicht wusste, wann sie ihres brauchen würde, und pellte ihn halb aus dem Overall, damit sie seine Wunde versorgen konnte.

Sie hatte ihn gut, aber nicht tödlich erwischt und ihm einen tiefen Streifschuss gerade unterhalb der Rippen verpasst.

Ohne Behandlung würde er wohl sterben, entweder durch den Schock oder durch den Blutverlust.

Erneut den Kopf schüttelnd verband sie ihn, fesselte seine Hände und ließ ihn liegen, wo er war. Er würde nirgends hingehen.

Erst dann wollte sie wissen, wie er eigentlich aussah, und wischte sowohl Tarnfarbe als auch Dreck aus seinem Gesicht.

Überrascht darüber, wie jung er wirkte, und wenn sie ehrlich war, wie gut er aussah, studierte sie ihn für eine kleine Weile. Dann erhob sie sich und ging zu dem nahen Bach, dessen Murmeln sie gehört hatte.

Sie fühlte sich seltsam angezogen von diesem jungen Gesicht.

Durch ihren Umgang mit anderen Menschen schätzte sie sein Alter auf ungefähr das Gleiche wie ihres, aber da war sie sich nicht sicher.

Aber sie mochte sein Aussehen, er war gut gebaut für einen Imp, und sie hatte schon immer eine Schwäche für breitschultrige Männer gehabt.

Der Offizier war genau ihr Typ.

Aber er war auch ihr Feind und so verbot sie sich alle Gedanken über ihn.

Sich komplett entkleidend, watete sie in das erfrischende Wasser des Bachs, und genoss das Gefühl, wie es an ihr vorbeifloss.

Die sanfte Berührung des leise murmelnden Wassers auf ihrer Haut und ihrem Fell, als sie damit begann, die klebrige Tarnfarbe von ihrem Gesicht herunterzuwaschen.

Dabei erlaubte sie es sich, in einen kleinen Tagtraum abzudriften. Es war ihr persönlicher Luxus, sich einzubilden, ganz woanders zu sein.

Fort zu sein, fort von dieser Welt, fort von dem Krieg, fort von dem Gefangenen, dessen Leben sie aus unerklärlichen Gründen verschont hatte.

Und in diesem Tagtraum bewegten sich ihre Hände wohl sinnlicher über ihren straffen Körper, als ihr bewusst war, als sie sich die verhasste, aber notwendige Farbe aus dem Fell massierte.

Die Farbe war nicht nur im Dschungel notwendig, denn selbst unter den Rebellen gab es einige, die nur die Gesellschaft von Menschen suchten. Mit genug Farbe im Gesicht verschwanden ihre katzenhaften Merkmale aber einfach.


Als die Zeit verstrich, öffneten sich seine Augen, er war verwirrt und irritiert darüber, dass er noch lebte. Oder sah die Ewigkeit aus wie ein Dschungel und roch auch so?

Und warum waren seine Hände schmerzhaft gefesselt, wenn er tot war?

Der logische Schluss war, dass er noch lebte. Aber wo und wer war der Fremde, der ihn niedergeschossen und gefangen genommen hatte?

Ein Stöhnen unterdrückend, versuchte er sich zu bewegen und seinen Kopf zu drehen, um herauszufinden, wo der Fremde war. Blinzelnd schüttelte er seinen Kopf leicht, er dachte, er hätte etwas aus den Augenwinkeln gesehen.

Also drehte er den Kopf etwas mehr und versuchte erneut, sich, soweit möglich, ohne ein Geräusch zu bewegen.

Tatsache, da war ein Bach und … halluzinierte er?

Oder sah er wirklich einen umwerfenden Frauenkörper, der sich selbst wusch?

Er konnte nicht anders, als sie anzustarren. Sie schien graue Haut zu haben, wenn er richtig deutete, was er sah, und ihr Körper war … einfach wow.

Er hatte schon viel zu viel Zeit in einer reinen Männergesellschaft verbracht, um nicht die Schönheit eines Frauenkörpers zu würdigen, wenn er einen sah.

Aber das hier?

Das war wie ein Traum. Es musste so sein, es gab keine andere Erklärung dafür, und so beobachtete er einfach weiter, für wie auch immer lang sie da sein würde.