Lesbarkeit anpassen
Aa

Sirene

Alle Rechte vorbehalten ©

Zusammenfassung

Eine kleine umheimliche Horrorgeschichte.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
1
Rating
n/a
Altersfreigabe
13+

Sirene

Die Sirene heulte durch die kalte schwarze Nacht, kristallklar und laut zerriss sie die Stille und kündigte an.

Ich wachte auf, schreckte eher aus dem Schlaf und mein Herz schlug mir bis zum Hals.

Die Sirene heulte und heulte und hörte nicht mehr auf.

Es war stockdunkel.

Komisch. Normalerweise schien immer ein bisschen Licht von den Straßenlampen durch das Fenster, kam an den Vorhängen vorbei und schlich sich in mein Zimmer.

Die Sirene ging immer noch. Müsste sie nicht langsam verstummen, wenn es ein Unfall auf der Autobahn war?

Aber wieso war es dann so zappenduster?

Mein Herz war bisher jedes Mal stehen geblieben, wenn ich eine Sirene heulen hörte. Wirklich bei jedem einzigen Mal.

Ich setzte mich auf, tastete noch ein wenig verwirrt um mich. Ungeschickt versuchte ich in der Schwärze mein Handy auf dem Nachttisch zu finden. Dann fiel mir siedend heiß wieder ein, dass es ja schon vor dem Schlafengehen, als ich es weggelegt hatte, nicht mehr wirklich Akku gehabt hatte. Warum hatte ich es nicht zum Laden angesteckt?

Ja, richtig, das Bett war so warm gewesen und ich schon so müde. Und dann war ich eingeschlafen.

Noch immer konnte man die Sirene heulen hören. Ich versuchte das Ladekabel zu ertasten, suchte das Ende. Endlich erwischte ich es und steckte es nach einer Ewigkeit des Herumprobierens in mein Smartphone. Nicht passierte.

Hatte ich das Kabel ausgesteckt? Ich folgte dem Kabel hektisch bis zur Steckdose und fiel dabei fast aus dem Bett. Ich drückte das Ladegerät weiter in die Steckdose und rüttelte, zog es ganz heraus und steckte es wieder hinein. Nichts passierte. Der Bildschirm meines Smartphones leuchtete nicht auf und zeigte ein Laden an. Er blieb genauso duster wie die Nacht um ihn.

Mist. Gab es einen Stromausfall? Oder war einfach nur das Ladegerät im Eimer? Oder hatte vielleicht eine der alten Stromleitungen im Haus einfach beschlossen aufzugeben?

Ich stellte meine Füße auf den Boden und erhob mich von dem gemütlichen, warmen Bett. Langsam ging ich durch das Zimmer, immer vor mir her tastend, dass ich mir weder die Zehen noch den Kopf stoßen würde. Mein räumliches Gedächtnis war schon immer grauenvoll gewesen.

Tastend kam ich zum Fensterrahmen und blieb stehen. Ein Moment verging. Eine irrationale Angst beschlich mich aus dem Fenster zu sehen.

Mit angehaltenem Atem zog ich den Vorhang zurück und schaute hinaus in die Nacht.

Es war schwarz. Nicht normal nachtdunkel, mit den Straßenlichtern und hier und da einem erleuchteten Fenster, sondern alles verzehrendes Schwarz. Gab es wirklich einen Stromausfall? Die ganze Straße?

Aber selbst der Lichtschein, der hier normalerweise am Horizont sichtbar war und die Stadt andeutete, war nicht sichtbar. Aber konnte es wirklich sein, dass der Strom so weitflächig ausfallen würde?

Noch immer heulte die Sirene lautstark und wurde nur von meinem hämmernden Herzen übertönt. An Schlafen war wahrscheinlich die ganze Nacht nicht mehr zu denken.

Ich schaute durch mein Fenster in den Himmel, kein Mond war sichtbar, aber wenn ich mich richtig erinnern konnte, war heute ohnehin Neumond. Aber auch keine Sterne waren zu sehen.

Vielleicht waren sie einfach hinter einer dicken Wolkendecke versteckt.

Dann verstummte die Warnsirene ganz plötzlich. Es wurde gespenstisch still. Die Luft vibrierte erwartungsvoll um mich herum.

Einer Eingebung folgend schob ich die Fensterscheibe auf. Kalte Luft schlug mir entgegen. Immer noch kein Geräusch. Kein einziges. Nicht das entfernte Rauschen, der ganzen Fahrzeuge auf der Autobahn, ein Hundebellen in der Nachbarschaft. Diese Geräusche eben, die die Nacht normalerweise nicht ganz still machten. Ein Läuten des Kirchenturms zur vollen Stunde.

Und dann hörte ich die Einschläge. Dröhnend, ich spürte die Erschütterungen des Bodens unter mir. Und hörte einfach nicht auf. Ich kauerte mich unter dem Fenster an die Wand. Wartete, bis es aufhörte und es wieder totenstill war.

Keine Sirene.

Grabesstille und Pechschwarz.

Lass K. R. Loy wissen, was du von diesem Kapitel hältst!
Ich liebe es

0

Ich liebe es

Lustig

0

Lustig

Pikant

0

Pikant

Spannend

0

Spannend

Emotional

0

Emotional

Tiefgründig

0

Tiefgründig

Herzerwärmend

0

Herzerwärmend

Schockierend

0

Schockierend

Gutes Schreiben

0

Gutes Schreiben

Überzeugende Handlung

0

Überzeugende Handlung

Toller Charakter

0

Toller Charakter

Starker Dialog

0

Starker Dialog

Weitere Empfehlungen

Dark Fantasy Stories

Susanne teber: Geiles Buch, hat Spaß gemacht es zu lesen, mehr davon

Jetzt lesen
Devil

Daniela: Bin gespannt wie es weitergeht

Jetzt lesen
Glücklich nur mit Dir

simonechristine: Die Handlung ist nicht nur spannend sondern auch romantisch. Der Schreibstil ist abwechslungsreich, jedoch harpert es etwas an der Übersetzung, man weiss jedoch was vom Sinn her gemeint ist

Jetzt lesen
Das Blut der Krähe

Madeleine: Danke für die mal etwas andere Vampirgeschichte. Es war von allem etwas dabei (Erotik, Thrill, viel Blut und vor allem Spannung) Die Geschichte hat mich von Beginn an gefesselt. Die Spannungsbögen von Kapitel zu Kapitel waren super und die Handlungen nachvollziehbar. Kleiner Hinweis: Rückblicke vie...

Jetzt lesen
Im Schatten des Mondlichtes

cbalder: Bis jetzt eine sehr spannende, etwas andere Vampirgeschichten. Bin gespannt wie es weiter geht.

Jetzt lesen
Kinder der Nacht

Karin: Ich liebe diese Geschichte. Es fängt zwar schon ziemlich heftig an und hört auch fast so auf, aber alles dazwischen ist so fantastisch und wunderschön wie das Happy End. Wie immer sehr gefühlvoll und eloquent geschrieben und die kreativen Kapitel-Überschriften sind auch sehr hübsch. Dankeschön fürs ...

Jetzt lesen
She´s mine

mpruesselsheim: Find es spanned und bin gespannt wie es weiter geht

Jetzt lesen
Deadwood Academy

Kristin: Nichtsahnend nimmt der junge Lehrer John eine Stelle an der Deadwood Academy an, einer Schule für übernatürliche Wesen. Nachdem er den anfänglichen Schock verdaut hat, merkt er schnell, dass die Schülerinnen und Schüler mit übernatürlichen Fähigkeiten mit den gleichen Dingen zu kämpfen haben, wie me...

Jetzt lesen
Redwood: Der Wolf in Dir

Susi Wortsalat: Der Schreibstil ist so verfasst, dass man einfach weiter lesen muss. Der Aufbau ist spannend und hält immer wieder die ein oder andere Überraschung erweitert.

Jetzt lesen