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(Band 2) Primal - Trommeln des Krieges

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Zusammenfassung

Im Schatten des Diamantdschungels braut sich ein Konflikt zusammen, der nicht nur das Schicksal der Wildläufer für immer verändern könnte. Der Gladiator Bluthauer will in die Arena zurück, um seine aufkeimenden Fragen zu beantworten, während die Wildläufer sich auf eine Zeit des Friedens vorbereiten. Doch während sie ihre neue Heimat erkunden, rücken eine riesige Roder Armee unter Rok Rippenbrecher m Norden und die Dschungelschatten im Südwesten unaufhaltsam näher, bereit, ihre eigenen Ambitionen durchzusetzen. Wird es den Wildläufern gelingen, sich gegen die herannahenden Mächte zu behaupten, oder werden sie im Strudel des Konflikts untergehen?

Status:
In Arbeit
Kapitel:
35
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1

Nahe dem Zentrum des Nordteils des Diamantdschungels graute ein neuer Morgen – hell, doch trügerisch still. Dichter Nebel hing über den Baumwipfeln. Unter seinem Schleier wartete der Krieg. Eine Schlacht zwischen den Dschungelschatten und den Blutsuchern stand unmittelbar bevor. Die Blutsucher hielten eine defensive Stellung: 1200 Krieger, verteilt auf fast zwei Kilometer Grenzlinie, bereit, ihr Territorium zu verteidigen. Die Dschungelschatten dagegen waren gekommen, um es ihnen zu nehmen.

Varakaz, Jatal der Dschungelschatten, ließ den Blick über das Schlachtfeld schweifen. Er saß im befestigten Sattel seines Terrawarans, hoch oben auf der breiten Spitze eines hundert Meter hohen Baumes. Das Tier verharrte regungslos. Nur sein tiefer, kehliger Atem verriet, dass es wachsam war.

Terrawarane waren riesige Echsen, die dank ihrer beweglichen Gliedmaßen und messerscharfen Krallen hervorragende Kletterer waren. Sie konnten nahezu jedes Terrain des Dschungels mit erstaunlichem Tempo überwinden – lautlos wie Schatten, tödlich wie Klingen.

Fünf Krieger begleiteten Varakaz, alle im Sattel ihrer Terrawarane. Sie blickten auf dasselbe wie ihr Jatal.

Selbst aus dieser Höhe versperrten die dichten Baumkronen die Sicht auf das meiste Gelände. Dennoch erkannte Varakaz die Rauchsäulen verstreuter Blutsucherdörfer und das Zentrum ihrer Macht in der Ferne. Er hatte bereits einige solcher uralten Trollstädte eingenommen. Auch jene am Horizont erkannte er sofort wieder. Auch jene am Horizont erkannte er sofort wieder. Kunstvoll errichtete Gebäude zeugten noch immer von vergangener Pracht. Wohnhäuser aus Lehmziegeln standen neben gehobenen Bauten aus farbenfroh bemaltem Kalkstein.

Das war ein Teil der Beute, die Varakaz heute gewinnen wollte. Für ihn ging es jedoch um mehr als einen Sieg.

Die Blutsucher waren seine letzten ebenbürtigen Feinde in dieser Region. Eintausendzweihundert ihrer Krieger standen bereit, ihr Volk zu verteidigen. Hinzu kamen rund sechstausendfünfhundert Stammesangehörige in den Siedlungen, die auf den Ausgang der Schlacht warteten.

Varakaz war das gleich. Er hatte etwa dieselbe Zahl an Kriegern im Unterholz versammelt – und das war nur ein Bruchteil seiner Streitmacht. Knapp zwanzigtausend Trolle gehörten zu seinem Stamm, die wesentlich kleineren Kristallfratzen nicht mitgezählt. Viertausend Dschungelschatten dienten in den Kriegstruppen. Dennoch wusste er, dass selbst zahlenmäßige Überlegenheit keinen Sieg garantierte. Nicht im Dschungel. Kriege konnten auch mit vielfacher Stärke verloren werden. Für die nahende Schlacht setzte er daher nicht seine gesamte Macht ein. Er wollte demonstrieren, dass er keine Übermacht brauchte, um zu siegen.


Kavuk saß zusammengesunken im Schutze einer Baumkuhle. Einzelne Sonnenstrahlen vielen auf die rote Stammesbemalung in seinem Gesicht, die Zeichen der Blutsucher. Sechszehn Hochsommer war er alt und umklammerte seinen Speer zu fest.

„Es ist bald soweit“, raunte einer der erfahrenen Krieger. „Hör auf dich zu verstecken. Angst wird dich töten.“

„Ich habe mich nur konzentriert!“ Kavuk sprang wie ein Frosch auf. So lange hatte er diesen Tag herbeigesehnt. Der Tag an dem er als Krieger für seinen Stamm kämpfen durfte.

„Das werden wir ja sehen“, erwiderte der Krieger. Er lief zwischen den Bäumen entlang und sammelte weitere Krieger.

Kavuk senkte die Augen auf die Füße, als der Krieger außer Sicht war. Ihm schlug das Herz so fest, als wollte es außer seiner Brust heraus springen und selbst in den Kampf ziehen. Sein Lippen hoben sich. „Blut für Nakela“, dachte er. Nein, er hatte weder Angst noch Zweifel. Der junge Krieger sehnte den Kampf herbei.

Er war ein Blutsucher und das bedeutete, sein Blut war stärker als das anderer Trolle. Das hatte man ihn gelehrt. Mehrere Male hatte Kavuks Stamm die Dschungelschatten schon zurückgeschlagen. Er hob seinen Blick und ging los. Wie konnten diese dreckigen Trolle auch nur glauben, es würde heute anders sein? Ihn wurmte bloß, dass man ihn in die hinterste Reihe der Krieger befohlen hatte.


Geier kreisten am Himmel. Ihr Instinkt führte sie dorthin, wo bald Blut fließen würde. Unter ihnen schlängelte sich ein schmaler Fluss, der selbst an seinen tiefsten Stellen nur bis zur Hüfte reichte. Seine erdigen Ufer boten weder durch Bäume noch durch Felsen Schutz. Nur flaches Land.

Dennoch stellte das Wasser ein Hindernis dar. Kein großes, aber ein tückisches. Bis auf eine Stelle. Dort hatten längst vergangene Beben das Flussbett zerbrochen. Der Fluss verlief nur noch durch einen fußtiefen Tümpel und ein Netz aus kleinen Bächen.

Hier hielten die Blutsucher ihre stärkste Stellung. Fünfhundert Trolle lauerten geschützt im dichten Dschungel. Das umliegende Gelände war mit Fallen und Stachelbarrikaden gespickt, ebenso die offene Fläche vor dem Fluss.

Varakaz wusste über die Verteidigung Bescheid. Die Kristallfratzen hatten seine Feinde gründlich ausgespäht.

Vierhundert Dschungelschatten liefen auf einer alten Straße, ohne Formation, ohne Trommeln. Ein Marsch der Stille.

Hinter ihnen ritten fünfzig Trolle auf Terrawaranen – eine wahre Machtdemonstration. Die Echsen waren schwierig zu fangen und noch schwieriger zu zähmen. Bereits der Besitz eines einzelnen Tieres galt unter den Stämmen als großes Prestige. Fünfzig der Echsen gaben den Trollen Zuversicht. Es war ein Versprechen für Eroberung und Tod.

Abseits des Marsches standen sechs Feuerblitze. Die aus feuerfestem Holz und Metall gefertigten Kästen ruhten auf Dreibeinlafetten und dienten als leichte Artillerie. Sie konnten dreißig Pfeile gleichzeitig verschießen, benötigten jedoch lange zum Nachladen. Statt Federn trugen die Pfeile Metallkappen, die Trolle gerade mit einer entzündlichen Substanz bestrichen.

Auch die Blutsucher hatten Feuerblitze aufgestellt. Sieben. Doch im Gegensatz zu ihren Gegnern kannten sie deren genaue Stellungen nicht. Ihre Waffen zielten auf den Flussübergang. Vorbereitet, aber blind.


„Macht euch bereit!“, befahl der Kommandant der vierhundert Dschungelschatten. Der Befehl wurde durch die Formation nach hinten weitergegeben.

Die Reihe breitete sich zu den Seiten aus und verschwand zwischen den Bäumen. Der Kommandant ließ die Krieger dicht beieinander bleiben. Sie sollten als Ablenkung dienen.

Langsame, kräftige Schläge ließen tiefe Trommelklänge aus dem Unterholz aufsteigen. Über mehrere Kilometer griffen weitere Trommeln das Signal auf. Das Zeichen, dass der Kampf begann.

Die vorderen Reihen der Dschungelschatten trugen massive Turmschilde, größer und breiter als sie selbst. Einhundert Trolle verbargen sich hinter den mit grimmigen Fratzen bemalten Hartholzschilden, die mit Eisenstacheln versehen waren. Trotzdem konnten sie im Laufschritt vorrücken, begleitet von wütenden, knurrenden Kriegsschreien aus trollischen Kehlen.

Die Blutsucher reagierten nicht. Ihre hinteren Reihen warteten bei den abseits stehenden Feuerblitzen, die Bögen gespannt und zwischen den Bäumen verborgen.

Spritzend stampften die Dschungelschatten durch das flache Wasser. Sie bildeten keine durchgehende Front und boten keine gebündelte Angriffsfläche.

Als die Dschungelschatten den Fluss etwa zur Hälfte überquert hatten, machten die Blutsucher ihre Feuerblitze bereit. Sie gossen eine rosafarbene, wässrige Flüssigkeit in die Vorrichtung. Beim Kontakt mit dem Stoff an den Metallkappen detonierte sie mit lautem Knall. Zweihundertzehn Pfeile schossen aus ihren Steckplätzen.

Sofort stoppten die Dschungelschatten und kauerten sich unter ihren Schilden zusammen. Sie kannten den Laut. Der Pfeilhagel prasselte mit solcher Gewalt nieder, dass viele Geschosse die Schilde halb durchdrangen.

Der Pfeilhagel forderte keine Opfer. Kaum war er vorüber, rückten die Krieger weiter vor. Die Ersten erreichten das andere Ufer, während hinter ihnen die nächste Welle aus dem Dschungel brach – ohne Turmschilde.

Die Blutsucher-Bogenschützen warteten noch. Sie wollten die Schildträger erst in die verborgenen, mit spitzen Stöcken gespickten Gruben laufen lassen.

Dank der Informationen der Kristallfratzen konnten die Dschungelschatten die Fallen meiden. Nur ein Krieger stürzte in den Tod.

„Pfeile los!“ Der Befehl schallte durch die Reihen der Blutsucher. Dutzende Sehnen schnellten mit einem scharfen Sirren zurück.

Die Schützen zielten genauer, doch der Winkel blieb ungünstig. Ein paar Arme und Beine wurden gestreift. Wenige Pfeile fanden ihr Ziel. Noch weniger forderten ein Leben.


Auf der Seite der Dschungelschatten kam neue Bewegung auf. „Pfeilspitzen entzünden!“, rief eine Kriegerin.

Trolle mit Fackeln entflammten die mit öligen Leinen umwickelten Pfeilspitzen.

„Feuerblitze, bereitmachen!“, sagte die Kriegerin und hob den Arm. „Entfesselt den Sturm!“

Einhundertachtzig brennende Pfeile schossen fast gleichzeitig in hohem Bogen über den Fluss. Die Feuerzungen fraßen sich durch Grün und Braun. Sie trafen zwischen und hinter die Stellungen der Blutsucher. Einige gerieten in Panik und wurden von den letzten Pfeilen getroffen oder liefen in ihre eigenen Fallen.

Drei mächtige Schamanen der Blutsucher traten dem Chaos entgegen. Eisige Nebelströme schossen aus ihren Händen, erstickten mehrere Brände auf einen Schlag und hinterließen eine gefrorene Schneise.

Am Ufer hatten die meisten Turmschildträger jedes Hindernis überwunden. Sie rammten ihre Schilde in den Boden und schufen Deckung für sich und die Nachrückenden. Dann zückten sie apfelgroße Keramikkugeln von ihren Gürteln.

Die Behältnisse funktionierten wie die Feuerblitze. In zwei getrennten Kammern, war je eine der Flüssigkeiten. Zusätzlich waren sie mit winzigen, scharfen Metallsplittern gefüllt.

„Verbrennt sie!“, schrie ein Werfer. „Merzt sie aus!“

Ein Bombardement aus Kugeln flog durch die Luft. Kurz darauf stürmten die Dschungelschatten trotz Pfeilbeschusses furchtlos zwischen den Schilden hindurch und direkt in das Inferno, das sie selbst entfacht hatten.

Die Blutsucher erwiderten die Schlachtrufe ihrer Gegner. Dutzende Körper prallten im Rauch aufeinander. Kreischen, Brüllen und Töten glichen einem wilden Tierkampf.


Am Himmel hatte sich die Zahl der Geier vervielfacht. Hoch über Dschungel und Fluss kreisten sie geduldig, während sich unter ihnen die Kämpfe ausweiteten.

Ein kleines Stück flussauf- und flussabwärts schwärmten je hundert Dschungelschatten aus dem Dickicht. Ihr Ziel war ein Flankenangriff. Das Chaos an der Hauptverteidigungslinie und die von den Kristallfratzen getöteten Wachposten ermöglichten ihnen eine unbemerkte Flussüberquerung. Ihre Route führte sie in einer weiten Kurve zurück in den Dschungel – direkt in die Flanken der Blutsucher.

Entlang der kilometerweiten Wasserfront wiederholte sich das Vorgehen, nur ohne Feuerblitze. Unterschiedlich große Gruppen der Dschungelschatten rückten gegen die übrigen Verteidigungstruppen der Blutsucher vor.


Der Kampf nahe des zerbrochenen Flussbetts blieb der heftigste. Die Feuerpfeile und primitive Granaten der Dschungelschatten hatten die Blutsucher überrascht, doch noch hielten sie die Angreifer zurück. Ihre Schamanen waren ihr größter Rückhalt.

Einer der Schamanen schleuderte eine gewaltige Feuerwalze in die nachrückenden Krieger des zentralen Angriffs am Flussufer.

Qualvolle Schreie hallten über das flache Wasser, und fast zwei Dutzend Dschungelschatten fielen dem Feuer zum Opfer.

Die übrigen Schamanen schleuderten speergroße Eiszapfen. „Treibt sie zurück!“, rief eine Schamanin. Einige Feinde kamen ihr jedoch gefährlich nahe. Sie zog zwei Krummschwerter und verzauberte sie mit Blitzen. „Blut für Nakela! STERBT!“

Schon eine Berührung ihrer Klingen ließ Gegner erstarren. Die Stromstöße machten sie wehrlos. Die Schamanin erledigte den Rest.


Solche Macht zu sehen und die Worte von Nakela zu hören. Kavuk sah die Wahrheit, die ihn sein Stamm immerzu gelehrt hatte. Er warf seinen Speer mitten zwischen die Augen eines Dschungelschatten. Der erste Troll, den er je in seinem Leben niederstreckte. Und das fühlte sich gut an.

Ein anderer Blutsucher war im Begriff niedergerungen zu werden. Er ging in die Knie und hobs seinen rautenförmigen Schild. Wieder und wieder schlug ein Dschungelschatten sein Schwert auf das mit Knochen und Leder gefütterte Holz.

Wie ein Windschakal sprang Kavuk von der Seite heran. Mit beiden Beinen in der Luft, trat er seinen Feind zu Boden und rammte sein Schwert durch dessen Kriegsmaske.

„Das war knapp“, sagte der Blutsucher, dem der junge Krieger aufhalf. „Danke.“

Kavuk nickte. Seine Augen suchten hastig nach dem nächsten Kampf, als er plötzlich zusammenzuckte. Aus allen Richtungen dröhnten ihm Kriegsschreie die Ohren.

Jetzt brach der Zangenangriff der Dschungelschatten über die Blutsucher herein. Schwere Verluste zwangen sie Schritt für Schritt tiefer in den Dschungel. Dennoch kämpften sie weiter.

Fast zwei Stunden tobte die Schlacht entlang der gesamten Wassergrenze.

Verbissen, und von Schnitten gezeichnet, hörte auch Kavuk nicht auf sein Schwert zu schwingen. Mehr wild als gezielt. Nach dem ersten, vergossenem Blut war ihm kein Feind mehr zum Opfer gefallen, Er hatte größte Mühe nicht selbst durch einen Hieb in Yanis Reich zu wandern.

Auch nahm Kavuk immer weniger Blutsucher um sich herum wahr. Er sah dieselbe Erschöpfung in ihren Gesichtern, die in seinen Knochen steckte. Er sah ihre Wunden. Er sah sie sterben. Er sah nichts als Chaos.

Dass mancher Blutsucher sich aus dem Kampf zurückzog, das war jedoch das Schlimmste für den jungen Krieger. Er verstand nicht, wie das sein konnte. Das war nicht wie die Geschichten, die er als junger Welpe gehört hatte. Blutsucher waren stark. Das hatte er sein Leben lang gelernt. Warum also wichen manche dem Kampf? Warum fielen immer mehr? Warum versagten ihm langsam die Beine? Und dachte er selbst daran wegzulaufen?


Allmählich verebbten die Kampfgeräusche auf beiden Seiten. Die Blutsucher, so hart und tapfer sie auch kämpften, zogen sich schließlich zurück.

Gerade einmal vierhundert Verteidiger – von einst über zwölfhundert – überlebten die Kämpfe. Viele von ihnen waren verletzt, manche schwer.

Kavuk hatte zwei Pfeile in seinem Oberschenkel. Der junge Krieger humpelte schweißnass alleine durch den Dschungel. Weder sah noch hörte er einen der Seinen.

Schluchzend schob sich Kavuk weiter. Er kannte diese Gefilde wie sonst nichts, ganz gleich wie wüst die Situation war. Eine Sehnsucht alleine trieb ihn trotz Müdigkeit und Schmerz immer weiter – er wollte heim. Zu seiner Mutter und seinen jüngeren Geschwistern.

Auf einmal kam Kavuk zum Stehen. Er spürte ein extrem unangenehmes Ziehen in der Brust. Langsam senkte er den Blick, begann Blut zu spucken und sah einen Dolch, der aus seiner Brust klaffte. Kaum streckte er die Finger nach dem Eisen aus, zog es jemand heraus.

Kavuk fiel Zu Boden, mit dem Blick hinauf. Ihm verschwamm die Sicht, während er ausblutetet. Sah er einen bösen Geist? Was war das? Über ihm stand scheinbar ein Troll, mit einer kristallenen Fratze. „Ma'Ma“, hauchte er, bevor sein Körper erschlaffte.

Der junge Krieger blieb jedoch nicht der Letzte, der so sein Leben verlor.

Tief im feindlichen Gebiet lauerten Attentäter der Kristallfratzen auf versprengte Blutsucher und erledigten sie.



Die Dschungelschatten hatten ihre Terrawaran-Reiter nicht einmal eingesetzt. Noch immer warteten sie auf der anderen Flussseite des Flusses in Bereitschaft, während Varakaz gemächlich an ihnen vorbeiritt.

„Mein Jatal.“ Der Kommandant der Dschungelschatten neigte sein Haupt. „Wir haben gewonnen. Die Blutsucher haben die meisten ihrer Krieger verloren und sich zurückgezogen.“

„Und unsere Verluste?“, erwiderte Varakaz. Er war von sich und den Seinen überzeugt. Selbst ein verlustloser Sieg hätte ihn nicht überrascht.

"Äußerst gering. Vielleicht hundertfünfzig bis zweihundert."

„Die werden wir schnell wieder ausgeglichen haben“, sagte Varakaz mit einem Blick, der weit über diese Schlacht hinausging. „Schick die Reiter aus. Sie sollen alle nahen Stämme aufsuchen und ihnen ganz genau erzählen, was hier passiert ist – entweder sie unterwerfen sich oder werden ausgelöscht.“

„Nur allzu gerne, mein Jatal!“ Der Kommandant grinste. Er marschierte die Reihen der Terrawarane entlang. „Hergehört! Reitet aus! Jeder Stamm nahe des Blutsucher-Gebietes soll von diesem Sieg erfahren! Entweder sie unterwerfen sich uns – oder wir schlachten sie ab! Für Haruk’Zil! Heil der allsehenden Schlange!“

„HEIL!“, schallte es lautstark von den Reitern zurück. Augenblicklich rasten sie auf ihren Laute ausstoßenden Echsen davon, bis der Dschungel sie verschluckte.

„Wir kümmern uns um die Blutsucher“, sagte Varakaz und ritt mit seinen Wachen langsam voran. „Für sie gilt dasselbe. Packt alles zusammen. Vielleicht werden wir die Feuerblitze vor den Toren ihrer Stadt brauchen.“

„Wir kommen bald nach, mein Jatal!“, sagte der Kommandant und schlug sich auf die Brust. „Vorher lasse ich die Priester das Schlachtfeld weihen. Sie sollen Haruk’Zil jeden Toten darbringen.“

„So soll es sein“, raunte Varakaz zufrieden. Ich habe eine weitere Prüfung bestanden – auf dem Weg zum König, dachte er.

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