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Tarun und der Fluch der Nagas

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Zusammenfassung

Eine uralte Prophezeiung lastet seit vielen Generationen auf König Deveshs Reich. Ein böser Fluch werde sich einst verbreiten, so heißt es, welcher Leid und Tod unter seinem Volk zur Folge haben wird. Kann der junge Prinz Tarun den Fluch brechen oder wird sich die Prophezeiung durch ihn und seine Liebe zu einer außergewöhnlichen Tigerin erst erfüllen?

Status:
vor 6 Monaten
Kapitel:
30
Rating
n/a
Altersfreigabe
13+

PROLOG


»Der Familie junge Triebe,

verdammt durch ewige Liebe.

Schön und fahl wie der Mond,

bringt Verhängnis und Tod.

Eine Flucht ohne Wiederkehr,

der König bleibet hehr.«



DIESER ALTE FLUCH lag seit uralter Zeit wie ein schwerer Schatten auf die Herrscher des Königreichs der Tiger im Südosten Indiens. Devesh, der amtierende König, wuchs mit der Angst seiner Vorväter auf, welche eine Prophezeiung fürchteten, deren Erfüllung das Ende der herrschenden Tiger und deren Nachkommen mit sich bringen sollte.

Selbst die weisesten und gelehrtesten Tiere konnten nicht sagen, was genau mit diesen schicksalsträchtigen Zeilen gemeint war. Wenn sie auch über Generationen hinweg überliefert wurden, so blieben die Bedeutung und auch der Schöpfer jener uralten Worte dennoch im Dunkeln.

Vor langer Zeit waren die Tiere davon ausgegangen, dass es sich bei schön und fahl wie der Mond um eine giftige Blume handeln könnte. Mit ihrer Hilfe würden, so glaubte man damals, Gegner der Monarchie eines Tages einen Anschlag auf die Königsfamilie verüben. Daraufhin sollten alle weißen Blumen aus dem Königreich verbannt werden. Da Pflanzen sich nur sehr schwer vollständig eliminieren lassen, blieben diese Bemühungen erfolglos.

In der Bevölkerung nahm das Wissen aber auch die Furcht vor diesem angeblich nahenden Unheil mit den Jahren immer weiter ab. Das Königshaus erfreute sich guter Gesundheit. Seine Nachkommen wuchsen und gediehen über Generationen hinweg. Mit der Zeit verschwamm jene schicksalsträchtige Weissagung zu einer Legende. Einzig Mitglieder der Königsfamilie hielten am Glauben einer drohenden Gefahr fest und gaben den alten Text an die Thronfolger weiter, sobald diese die Regentschaft übernahmen. Doch keinen Tag früher. Und es wurden weitere Regelungen erlassen. Aus Angst vor Hysterie und einem zu stark ausgeprägten Schutzinstinkt der königlichen Mütter entschied man sich, dass die angetrauten Königinnen des Dschungels nicht in das Wissen um die Prophezeiung eingeweiht werden sollten. So wollte man ein möglichst unbeschwertes und gesundes Aufziehen der Prinzen und Prinzessinnen ermöglichen.

Aus diesem Grund erfuhr seiner Zeit auch der junge und mutige Tiger-Prinz Devesh erst am Abend seiner Krönung den genauen Wortlaut des namenlosen Fluchs, von dem er lediglich Gerüchte gehört hatte. Obwohl er zu jener Zeit nicht wusste, wovor sein Vater Rakesh sich fürchtete, hatte sein Verhalten Devesh dennoch belastet. Es war seine Mutter Anila, die ihn beruhigte und ihm versicherte, dass es nichts gäbe, vor dem sein Vater ihn nicht beschützen könne. Somit entschied Devesh, die unheilvollen Worte noch am Tag seines Amtsantritts wieder aus seinem Gedächtnis zu verdrängen. Er wollte nicht in ständiger Furcht vor etwas leben, das er nicht vollumfänglich verstand. Er musste einen klaren Kopf behalten, wenn er mutig und gerecht regieren wollte. Auch wäre es nicht in seinem Ermessen gewesen, dass seine Söhne, Tarun und Najuk einen verängstigten Vater und König erleben.

Tarun und Najuk hatten nicht zuletzt deshalb eine unbeschwerte Kindheit. Devesh und seine Gemahlin Veda ließen ihnen mehr Privilegien, als Devesh sie in seiner Jugend genießen durfte. Vor allem der Erstgeborene, Tarun, nutzte die Freiheiten, die sein Vater ihm gewährte, um teils von Sonnenauf- bis untergang durch den Urwald zu tigern – auf der Suche nach Abenteuern und Gefahren.

Seiner Mutter gefiel Taruns Abenteuerlust nie und sie hoffte, dass sich diese Wesenszüge ihres Sohnes mit zunehmendem Alter legen würden. Wenn sie zusätzlich von der Prophezeiung um den verhängnisvollen Fluch gewusst hätte, wäre Taruns Leben um einiges eingeschränkter verlaufen. Sein Bruder war anders. An Najuks zurückhaltendes und stets folgsames Verhalten gewann Veda mehr Gefallen. Er war nie in Gefahren verstrickt oder suchte das große Abenteuer.

Aber Tarun ließ sich nicht zähmen. Seine Eltern hatten nur noch eine Hoffnung: Nachdem er seinen vierten Winter vollendet hatte, schickte Devesh seinen Sohn endlich einmal hoch offiziell auf Wanderschaft. Allerdings war der junge Prinz mit dem damit verbundenen Auftrag alles andere als zufrieden.

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