Prolog
„Alter!“, schrie Nick und schlug mit der Hand gegen den Türrahmen. „Komm schon!“
Widerwillig löste sich Chase von der Blondine, mit der er gerade rumgemacht hatte. „Warum?“
„Weil ich es verdammt noch mal sage“, knurrte Nick, wobei seine Stimme beim letzten Wort überschlug.
Chase runzelte die Stirn, aber er kannte diesen Tonfall. Er stand auf und schenkte dem Mädchen ein höfliches Lächeln. „Tut mir leid, ich muss los.“
„Alles klar“, sagte sie und biss sich auf die Lippe. „Wir sehen uns beim nächsten Mal, Süßer.“
Chase eilte aus der Tür und folgte seinem Bruder zum Parkplatz. Als sie das Fahrzeug erreichten, zögerte Chase. Sein Blick huschte zwischen den Schlüsseln in Nicks Hand und dessen aufgebrachter Haltung hin und her. „Bist du sicher, dass du fahren kannst?“, fragte er, während sich die Unruhe in seiner Stimme bemerkbar machte.
„Ich hatte erst vier“, murmelte Nick und schob sich auf den Fahrersitz. „Das passt schon.“
Chase kletterte auf den Beifahrersitz und schnallte sich an. Er fragte nicht, was los war. Er kannte seinen Bruder gut genug, um zu wissen, dass Nachfragen die Sache nur schlimmer machten, wenn Nick so unter Strom stand. Er brauchte einfach seinen Freiraum.
Leider war Freiraum das Einzige, was sie in der engen Fahrerkabine nicht hatten.
Nick trat voll aufs Gas und zog ruckartig auf die Straße. Chases Hand schnellte sofort zum Haltegriff über der Tür, wobei seine Knöchel weiß hervortraten. „Vielleicht ein bisschen langsamer“, sagte Chase und versuchte, seine Stimme ruhig zu halten.
„Sag mir nicht, was ich zu tun habe!“, schnauzte Nick und starrte mit weißglühender Wut geradeaus.
Die Tachonadel kletterte weiter nach oben. Die Scheinwerfer erfassten den rutschigen, gefährlichen Glanz des Regens auf dem Asphalt.
„Die Straßen sind nass und du fährst dreißig zu schnell!“, schrie Chase, bei dem nun die Panik durchbrach. „Jetzt werd verdammt noch mal langsamer!“
Anstatt auf die Bremse zu treten, presste Nick die Kiefer zusammen und drückte das Pedal bis zum Anschlag durch. Der Motor heulte auf.
Dann kam die Kurve.
Nick versuchte, das Lenkrad herumzureißen, doch die Reifen verloren auf dem nassen Belag den Halt. Die Zeit schien zu zersplittern, als der Wagen seitwärts rutschte, von der Fahrbahn abkam und sich überschlug. Die Welt wurde zu einem gewaltsamen, beängstigenden Wirbel aus berstendem Glas, zerquetschtem Metall und Zentrifugalkräften, während sich das Auto immer wieder drehte und schließlich auf dem Dach auf der Gegenfahrbahn zum Stehen kam.
Für einen Sekundenbruchteil herrschte eine schreckliche, dröhnende Stille.
Dann kamen das gleißende Licht entgegenkommender Scheinwerfer, das schrille Hupen und das ohrenbetäubende Krachen eines zweiten Aufpralls.









Good first chapter, but it'ss always better to talk to someone or wait to drive, when problems get hard to solve on your own.