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Red Velvet – Teil 2: Predator

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Zusammenfassung

Red Velvet Teil 2: Predator. Zwei Stalker. Ein Rotkäppchen. Carter Pierce schreibt die Geschichten, für die andere den Ruhm ernten – ein Geist in der Verlagswelt, eine Frau, die hinter ihrem Bildschirm lebt. Doch als sie in ihrem roten Samtkleid die Kostümparty ihres Verlegers besucht, wird sie plötzlich etwas, womit sie nie gerechnet hätte: Sie wird gesehen. Nicht von Bewunderern. Von Raubtieren. Lykos Makri ist ein Hacker mit dem Instinkt eines Wolfs – und einem Ruf, der weit über das Hacken von Computern hinausgeht. Und jetzt ist er in ihren Google Docs und liest ihre rohen, unbearbeiteten Worte. Sie ist die einzige Geschichte, die er je besitzen will – und er hat vor, das zu beweisen. Officer Kade Mercer taucht auf, als Gefahr und Verlangen aufeinanderprallen. Auf dem Papier ist er derjenige, der sie beschützen soll. In Wahrheit? Ist er etwas völlig anderes. Zwei Männer auf der Jagd. Einer nennt sie Rotkäppchen. Einer nennt sie seinen Fall. Keiner von beiden hat vor, sie jemals wieder gehen zu lassen.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
19
Rating
5.0 (13 Bewertungen)
Altersfreigabe
18+

19 | Little Red Cap

Das ist TEIL 2. Falls du Teil 1 noch nicht gelesen hast, geh bitte zurück und lies ihn <3 (Teil 1: Prey findest du auf @Vivienne Wrens Seite—nutze diesen Link, um ihre Seite schnell zu finden: https://www.inkitt.com/viviennewrenauthor)

LYKOS

Samstag, 11:57 Uhr

Zeit, in den Wald zu gehen, Rotkäppchen, und dem bösen Wolf gegenüberzutreten.

Der Cursor blinkt auf der Seite, ruhig und wartend. Es ist nur ein Wort, aber es trägt das Gewicht von tausenden.

Eine Minute vergeht. Dann zwei.

Ich schaue zu und warte, denn ich kann immer noch sehen, dass sie online ist.

Der Cursor beginnt über den Bildschirm zu gleiten, ein einziges Wort starrt mich an.

„Versprochen?“

Ich muss nicht über die Antwort nachdenken – sie kommt ohne zu zögern.

„Indianerehrenwort.“

Die nächsten Worte fließen wie Wasser über die Seite. Ich habe ihr schon ein paar Mal beim Schreiben zugesehen und jedes Mal verblüfft es mich. Jeder Tastenanschlag ist gezielt; Pausen entstehen nur, wenn sie darüber nachdenkt, was als Nächstes kommt. Und die Stellen, über die sie nicht nachdenken muss? Die Stellen, die einfach aus ihr heraussprudeln? Es ist fast magisch, das mitzuerleben.

Das Sonnenlicht küsst die Bäume, das Licht der Morgendämmerung verteilt sich auf den Herbstblättern. Das ist der Grund, warum dieser Ort mein Liebling ist – der Rand der Dunkelheit bewegt sich genau an der Grenze zur Sicherheit. Ich bin halb in seiner Welt und halb in meiner. Tief genug im Halbdunkel des Waldes, damit er sich wohlfühlt, aber nah genug an meinem Haus, um wegzurennen, falls die Dinge schiefgehen.

Ein Riss in der Gefahr – gerade genug Platz für mich, um mich niederzulassen und ein Zuhause zu finden.

„Ich bin bereit, dich jetzt zu sehen“, murmle ich, meine Haut kribbelt vor einer Mischung aus Aufregung und Angst. „Dich ganz. Zeig mir dein wahres Gesicht.“

Sie will, dass ich zu dem Wald bei ihrem Haus komme.

Sie will wissen, wer ich bin.

Bevor ich entscheiden kann, ob sie eine Antwort will oder nicht, ist sie offline.

Ich bin sofort in Bewegung, schnappe mir einen dunklen Hoodie und die goldene Wolfsmaske von meinem Schreibtisch.

Ich greife nach meinen Schlüsseln und will die Tür öffnen, als mein Handy klingelt.

Scheiße.

Ich hole es heraus und klemme es zwischen Schulter und Ohr, während ich das Haus verlasse.

„Du hast mich endlich entblockt – wurde aber auch verdammt noch mal Zeit“, sagt Leonidas zur Begrüßung.

„Was willst du, Leonidas?“, verlange ich zu wissen. „Ich bin auf dem Weg zu meinem Mädchen.“

Einen Moment lang herrscht Stille, das einzige Geräusch sind meine Schritte, die auf dem herabgefallenen Laub knirschen.

„Warte mal, du blockst mich tagelang und sobald ich dich am Telefon habe, gibst du zu, dass du ein Mädchen hast?“

„Ich lege auf, wenn du nicht zum Punkt kommst“, warne ich und schiebe meine freie Hand in die Hoodietasche.

„Babysitten“, platzt es aus ihm heraus. „In zwei Wochen – da hat Alba Geburtstag.“

„Wenigstens fragst du diesmal, anstatt mich reinzulegen“, sage ich trocken und schlängele mich um die Bäume.

„Das war nicht beabsichtigt“, argumentiert Leonidas. „Ich habe nur eine Gelegenheit gesehen und sie genutzt.“ Tja, das kommt mir bekannt vor…

„Ja, klar“, schüttle ich den Kopf, auch wenn er es nicht sehen kann. „Ich muss jetzt los, wir sehen uns in zwei Wochen.“

„Bring den Kindern bloß nichts mit!“, brüllt er in die Leitung, gerade als ich auflege.

Wenn er fragt: Diesen Teil habe ich garantiert nicht gehört.

Der Wald ist heute still, kaum ein Windhauch weht durch die kahlen Zweige. Die Blätter machen es fast unmöglich, leise zu sein, aber es gibt Stellen, wo noch weiches Gras wächst, das die Schritte dämpft.

Als ich näher komme, setze ich die Maske auf und ziehe meine Kapuze hoch. Der Weg gibt mir Zeit zum Nachdenken und Vorbereiten, aber ich verbringe fast die ganze Zeit damit, von ihr zu träumen.

Ich habe keinen Zweifel, dass sie etwas vorbereitet – vielleicht eine Falle, vielleicht nur eine lange Standpauke oder eine Warnung. Das schreckt mich nicht ab, denn ich habe meine eigenen Pläne.

Die Aufregung steigert sich mit jedem dritten Herzschlag. Dieser Moment musste irgendwann kommen – und ich wünsche mir nichts mehr, als Carter im hellen Tageslicht zu haben, statt nur ihr Geflüster im Dunkeln.

Sie war schon immer mein, und sehr bald wird sie das auch einsehen.

Die Rückseite ihres Hauses kommt in Sicht. Bevor ich aus dem Schutz des Waldes trete, ziehe ich mein Handy heraus und stelle ihre Kameras auf eine Endlosschleife – nur für den Fall.

Dann nähere ich mich. Meine Schritte sind langsam und laut auf den Zweigen. Ich habe meine Hände in die Hoodietasche gesteckt, weil es verdammt kalt ist und ich keine Handschuhe mitgenommen habe.

Carter steht auf der Terrasse und umklammert sich selbst. Sie ist für das Wetter viel zu dünn angezogen, ihre Wangen sind schon rot vom Frost, der an ihrer Haut zwickt.

Ihre Lippen teilen sich bei einem stoßweisen Atemzug, als sie mich entdeckt. Ihre Augenbrauen ziehen sich zu einem finsteren Blick zusammen.

„War der Satz mit dem Zeigen des Gesichts nicht deutlich genug?“, verlangt sie zu wissen und deutet mit dem Kinn auf die Maske.

Ich greife nach oben, um die Ränder der Maske zu greifen, drehe mich aber um, bevor ich sie abnehme, und wandere tiefer in den Wald, während die goldene Maske an meiner Seite baumelt.

„Hey!“, ruft sie, und das Echo ihrer Schritte durchbricht die Stille. „Es zählt nicht, wenn du – verdammt.“ Die Scharniere des Tors quietschen laut – das muss ich ölen, sonst ist das Anschleichen ein verdammter Schmerz im Arsch.

Mein Tempo erhöht sich, während das Stampfen ihrer Schritte näher kommt, und führt sie zu einer dichten Gruppe von Nadelbäumen. Ich schlüpfe schnell zwischen den breiten, tief hängenden Ästen hindurch und blicke kurz über die Schulter, als ich sicher bin, sie abgehängt zu haben.

Ich ducke mich hinter einen dicken Stamm und lausche, wie das Knirschen ihrer Schritte näher kommt.

„Wo bist du hin?“, fragt sie. Sie schreit es nicht – es klingt eher wie ein Flüstern, in dem Enttäuschung mitschwingt.

Ich schiebe die Maske in meine Tasche und prüfe die Richtung, aus der wir kamen – keine Polizei folgt uns, keine Spur aus Brotkrumen oder Linsen.

Sie ist allein gekommen.

Ich schlüpfe hervor und trete zurück auf den Pfad. Meine Augen huschen von ihrem Rücken zum Boden; ich achte auf meine Schritte und auf mein Mädchen gleichermaßen.

Carters Bewegungen sind langsam und vorsichtig. Ihre Haare sind hochgesteckt, meine Finger jucken, sie zu lösen, sie um meine Faust zu wickeln und ihre Lippen auf meine zu ziehen.

Ich unterdrücke den Drang und entscheide mich für die normale, menschliche Art, jemanden zu begrüßen. „Rotkäppchen, wir – fuck.“ Ich komme nicht einmal halb durch meinen Satz, bevor Carter schreit, sich herumwirbelt und mit einem Messer nach mir sticht.

Sie ist bewaffnet.

Braves Mädchen.

Ich fange ihr Handgelenk ab, bevor sie mich aufspießen kann, und stoppe ihre Anstrengung. Ihre Augen weiten sich, ihr Mund klappt auf, und genau in dem Moment, als ich ihr das Messer aus der Hand nehme, lässt sie es los.

Die Klinge folgt der Schwerkraft und schneidet in meine Handfläche, als ich sie schnappe, um zu verhindern, dass sie sich den Fuß aufspießt oder ein paar Zehen verliert. Ich stecke das Messer in meine Tasche und hebe meine Hand, um den gut zwei Zentimeter langen Schnitt zu untersuchen.

„Ich kann mich nicht erinnern, dass Rotkäppchen den Wolf in den Geschichten erstochen hat“, sinniere ich, während meine Augen auf den stetigen Blutstrom blicken, der von meiner Hand auf den Boden tropft.

Großartig, jetzt hinterlasse ich überall Beweise. Jetzt ist es wirklich gut, dass sie den Polizisten nicht mitgebracht hat.

„Oh mein Gott, das tut mir so leid“, sprudelt Carter hervor und greift nach meiner Hand, um sich die Wunde anzusehen. Sie schaut sich um, bevor sie sich abtastet und bei ihrer Tasche innehält. „Oh, Taschentücher, perfekt.“ Ohne viel Aufhebens zieht sie eine Packung aus ihrer Jacke, holt eines heraus und drückt es auf die Wunde. Es dauert nicht lange, bis das Blut durchweicht, also nimmt sie ein zweites dazu.

Ich schaue wie erstarrt zu und bin mir nicht sicher, was ich dazu sagen soll. Sie schreit nicht, sie hält keine Standpauke – sie kümmert sich um eine Wunde, die sie selbst verursacht hat.

„Moment mal“, ihr Blick schnellt nach oben, zornige Falten bilden sich auf ihrer Stirn.

Ich habe mich zu früh gefreut.

„Lykos? Warte, du bist derjenige, der mich gestalkt hat?“, verlangt sie zu wissen und lässt meine Hand los. Aber sie versucht nicht, wegzugehen, ihre Augen sind fest auf mich gerichtet, so wie meine auf sie. Ich lasse meinen Blick über sie schweifen, von ihrer geröteten Nasenspitze bis hinunter zu ihrer weißen Jacke, die mit einem Tropfen Blut befleckt ist.

Aber das ist nicht das Einzige, was mir auffällt.

Langsam greife ich mit meiner guten Hand nach ihrem linken Handgelenk und bringe es in den schmalen Raum zwischen uns. Ich schiebe den Stoff beiseite, was mir einen besseren Blick auf den roten Schimmer gibt.

Tiefe Male haben sich in ihre Haut gegraben und bilden einen Kreis um ihr Handgelenk. Ich fahre mit dem Daumen über die Linien, als könnte meine Berührung ihren Schmerz auslöschen. Ihr Atem stockt und wird flach.

„Wer hat dir wehgetan, Rotkäppchen?“

„Was?“, haucht sie, dann wandert ihr Blick dorthin, wo meine Haut ihre berührt. „Diese? Nein, die sind nur von – ääh… Handschellen.“

Mein Daumen hält inne. „Kade hat dich verhaftet?“

„Nun“, ihre Wangen röten sich. „Er hat mich nicht direkt verhaftet.“

„Was hat er dann…“, mein Gehirn ist einen Moment langsamer als mein Mund. „Oh, verdammte Scheiße.“ Ich drücke den Nasenrücken zusammen und versuche, das Bild aus meinem Kopf zu verbannen.

Sie sähe definitiv gut aus, wenn sie gefesselt wäre.

Aber ich hasse den Gedanken, dass solche Fesseln ihr schaden.

„Hey, warte mal“, Carters Züge verhärten sich. „Das geht dich einen feuchten Dreck an!“

Ich ziehe eine Augenbraue hoch. „Ich besitze dein Stöhnen, Rotkäppchen, das macht es zu meiner Angelegenheit.“

Sie starrt mich mit offenem Mund an, ihre Wangen werden dunkler. Dann zieht sie ihr Handgelenk aus meinem Griff, und der Verlust des Kontakts lässt die Kälte in meine Knochen zurückkehren.

„Wir sind hier völlig vom Thema abgekommen“, erklärt sie und schaut überall hin, nur nicht zu mir. „Du hast mich gestalkt – du bist in mein Auto eingebrochen, in mein Haus. Was zur Hölle, Lykos? Du – du bist zu meiner Arbeit gekommen. Du hast offensichtlich kein Problem damit, dich mir wie ein normaler Mensch zu nähern, also warum das ganze…“, sie bricht ab und deutet auf sich selbst, den Wald und dann auf mich. „Das hier!“

Ich streiche ihr eine lose Haarsträhne hinter das Ohr. „Wenn ich mich dir wie ein ‚normaler Mensch‘ genähert hätte“, ich fahre mit dem Knöchel an ihrer Kehle entlang, ihr Puls hämmert gegen meine Haut. „Dann würdest du genau das denken, dass ich einer bin. Und ja, ich hätte dich täuschen, dich auf normale Dates einladen und die Rolle spielen können. Und vielleicht hätte ich dir erst, als wir schon tief in der Beziehung gewesen wären, gesagt, dass ich nicht ‚normal‘ bin. Oder ich hätte es für immer vor dir geheim gehalten.“

Meine Finger haben ihr Schlüsselbein erreicht, driften jetzt über den Ausschnitt ihrer Jacke und legen sich in die Vertiefung ihres Halses. „Aber so gibt es keine Lüge, es gibt kein Missverständnis.“ In einer einzigen Bewegung packe ich ihr Kinn und zwinge sie, mir wieder in die Augen zu sehen.

„Das soll es okay machen?“, murmelt sie, auch wenn sie näher kommt.

„Habe ich dir wehgetan?“

Sie schüttelt den Kopf, so gut es in meinem Griff geht. „Nein, aber du hast mir Angst gemacht.“

„Nun, dann entschuldige ich mich. Es war nicht meine Absicht“, gebe ich zu und lasse meinen Daumen ihre Kieferlinie entlanggleiten. „Ich dachte, wenn du den Zusammenhang zwischen Riven und den Geschenken siehst, würdest du die Absicht verstehen.“

„Riven hat nie jemanden getötet. Du hast Layla getötet!“ Sie reißt sich aus meinem Griff und stolpert fast über die Baumwurzeln nur wenige Meter entfernt.

Mein Gesicht verzieht sich zu einer verwirrten Miene. „Was? Ich habe sie nicht getötet – was bringt dich darauf?“

„Das hat mir die Polizei gesagt!“

Ich wische mir mit der Hand über das Gesicht. „Du meinst Kade?“, frage ich schleppend.

Sie nickt und erschrickt, als ihr Rücken gegen das Holz des Baumes stößt.

„Er hat gelogen“, sage ich seufzend. „Ich habe Layla nicht getötet.“ Ich könnte ihr erzählen, was er getan hat, dass er derjenige war, der Layla getötet hat. Aber angesichts der frischen Male an ihrem Handgelenk ist es vielleicht zu früh, ihr zu sagen, dass der Mann, der sie letzte Nacht in seiner Gewalt hatte, Layla nur wenige Stunden zuvor umgebracht hat.

„Hast du…?“, sie schluckt schwer. „Hast du jemals jemandem wehgetan?“

„Ja.“

Ihre Brauen ziehen sich zusammen, Zweifel schleichen sich in ihren smaragdgrünen Blick. „Woher soll ich wissen, dass du mir nicht wehtust?“

Ich halte ihr meine gute Hand hin und biete ihr meinen kleinsten Finger an. „Indianerehrenwort, erinnerst du dich?“

Carter blickt auf mein Angebot und zögert. „Nehmen wir an, ich glaube dir“, murmelt sie, ihre Augen huschen hoch und bleiben einen Moment zu lang auf meinen Lippen hängen. „Hypothetisch, wo führt das deiner Meinung nach hin? Was ist der Plan?“

Du gehörst mir, und der Plan ist, dir zu zeigen, was das bedeutet. Mich in jeden Zentimeter von dir einzuprägen, so wie du bereits in meine Seele eingebrannt bist. Aber das könnte für sie im Moment ein wenig zu viel sein.

„Hypothetisch“, sage ich und ahme ihre Betonung des Wortes nach. „Ich würde damit anfangen, mehr normale Beziehungsdinge zu tun, falls es das ist, was du willst.“

„Du hast gerade zugegeben, dass du schauspielern würdest, wenn du das tätest“, merkt sie an, hebt das Kinn und verschränkt die Arme vor der Brust. „Wenn es wirklich nach dir ginge, wie würdest du anfangen?“

Ich blicke auf ihre Lippen, die zu einer schmalen Linie zusammengepresst sind, als würde sie zu viel darüber nachdenken, sie zusammenzuhalten.

Ich greife nach ihr und wäge ihre Reaktion ab. Wie jedes Mal, wenn ich es bisher getan habe, macht sie keine Anstalten, mich aufzuhalten. Ich lege meine Hand an ihren Kiefer und streiche mit dem Daumen über ihre Unterlippe. Sie teilen sich als Reaktion, ein schneller, subtiler Atemzug.

„Ich würde so anfangen.“

Die Welt verschwimmt, als meine Lippen auf ihre krachen, begierig, fordernd – alles Dinge, die sie mit derselben Leidenschaft erwidert. Ihre Arme öffnen sich, sie krallt sich in den Stoff meines Hoodies und zieht mich näher.

Meine Hand gleitet in ihr Haar, ich beuge ihren Kopf so, dass ich meine Zunge zwischen ihre weichen Lippen gleiten lassen kann. Ich stöhne auf, als ich ihren Mund erkunde und die leisen Laute verschlucke, die ihr entweichen.

Eine ihrer Hände gleitet nach oben, Fingernägel kratzen an meinem Hals, bevor sie in mein Haar fährt und an den Strähnen zerrt.

Meine Selbstbeherrschung reißt, meine Hände greifen unter ihre Oberschenkel und hieven sie gegen den Baum, ohne meine Lippen von ihren zu lösen. Sie japst nach Luft, schlingt ihre Beine um meine Hüften und reibt ihre Mitte gegen die Wölbung in meiner Hose.

Verdammte Scheiße.

Wenn ich das jetzt nicht stoppe, befürchte ich, dass ich es nicht mehr kann.

Ich reiße meine Lippen von ihren und atme schwer. Ihr Brustkorb hebt und senkt sich in ähnlich verzweifelten Atemzügen.

„Okay“, bringt sie hervor. „Guter Anfang.“

„Und genau das ist es“, murmle ich, lasse sie heruntergleiten und stelle sie wieder auf den Boden. „Der Anfang.“

„Ein Date“, handelt sie aus. „Sonntag.“

Ein langsames Grinsen breitet sich auf meinen Lippen aus. „Das ist alles, was ich brauche, Baby.“

Sie schnaubt, widerspricht aber nicht, ihr Blick verweilt knapp unter meinen Augen.

Ich trete einen Schritt zurück, bevor ich die Fähigkeit dazu verliere, ziehe ihr Messer aus der Tasche und biete ihr den Griff an.

„Ich nehme an, du willst dein Küchenmesser zurück?“

Sie blickt darauf herab, die Hitze ihres Blickes schweift von dem Gegenstand ab. Es ist wie ein verdammtes Brandeisen, das meinen Schwanz zucken lässt.

„Äh ja, danke.“ Sie nimmt es entgegen und hält es vorsichtig. „Sorry. Wie ist deine Hand?“

Ich zucke mit den Schultern. „Offiziell von dir markiert. Kann mich nicht beschweren.“

Sie hebt eine Braue, der verträumte Blick beginnt aus ihrem Gesichtsausdruck zu verschwinden. „Ich habe dich fast erstochen und du bist nicht sauer?“

„Wir haben ein unterschiedliches Verständnis des Wortes ‚fast‘“, sage ich, drehe mich in Richtung ihres Hauses und beginne, mir den Weg zurück durch den Wald zu bahnen.

Sie läuft neben mir, steckt das Messer weg. „Hat dir jemals jemand gesagt, dass du überheblich bist?“, sinniert sie.

„Unter anderem.“

Ein Klingeln durchbricht die dicke Luft und lenkt Carters Aufmerksamkeit auf ihre Tasche. Sie holt ihr Handy heraus, bleibt mitten im Schritt stehen und lässt es fast fallen, als sie es hastig entsperrt.

„Sie wurde aufgenommen!“, ruft Carter, springt in die Luft und winkt aufgeregt mit ihrem Handy. Ihre chaotischen Bewegungen treffen mich im Gesicht; ich zucke zusammen und mache einen Schritt zurück.

Ich reibe die Stelle auf meiner Stirn, wo sie mich erwischt hat. „Wie viele Male gedenkst du mir noch zu verpassen, Rotkäppchen? Und wer wurde aufgenommen?“

Sie wird für einen Moment ernst. „Mindestens ein paar mehr“, sagt sie trocken. „Und meine Oma, sie wurde in das Pflegeheim aufgenommen!“

Sieht so aus, als hätte sich meine Einmischung gelohnt. Es braucht nicht viel, um diese Orte dazu zu bringen, wartende Bewerber neu zu bewerten – alles, was sie wollen, ist ein bisschen Geld. Ein Scheck mit den richtigen Zahlen kann alle möglichen Türen öffnen.

Diese Welt ist ohnehin so gebaut, dass sie die Reichen bevorzugt.

„Freut mich zu hören“, sage ich aufrichtig und gehe weiter.

Sie eilt mir nach, ein Lächeln immer noch auf ihrem Gesicht. „Wir haben so lange darauf gewartet. Es sollte ihr sehr helfen.“

Wir haben jetzt ihr Haus erreicht, das Tor steht nach Carters hastigem Aufbruch weit offen.

Sie zögert, als sie über die Schwelle tritt, hält inne und dreht sich zu mir um. „Das bedeutet, dass du jetzt aufhörst, mich zu stalken, oder?“

Ich antworte nicht, sondern drehe mich um, gehe zurück in den Wald und rufe über die Schulter: „Wir sehen uns am Sonntag, Rotkäppchen.“

Lass Ember Lorelle wissen, was du von diesem Kapitel hältst!
Ich liebe es

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Gutes Schreiben

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Überzeugende Handlung

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Toller Charakter

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Toller Charakter

Starker Dialog

16

Starker Dialog

10 vorherige Kommentare anzeigen…
author

Didn’t expect a reveal so soon, but I’m not mad about it 😂✊🏻❤️

2 Monate
1
author

Great chapter 👏 Lykos all the way, I think 🤔 😉🫶

23 Tage
author

She is more like the Red in her story than I thought - willingly walking into the wolf’s den so to speak.

10 Tage

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