Kapitel 1: Flüstern aus der Tiefe
Die Plattform erhob sich wie eine einsame Insel aus Stahl über dem endlosen Nebel von Coruscant. Unten glühten die Lichter der Stadt wie verstreute Juwelen in der Dunkelheit, doch Lyra bemerkte sie kaum. Ihr Blick war starr auf den Horizont gerichtet, wo die ersten Anzeichen des bevorstehenden Sturms sichtbar wurden – nicht Wetter, nicht Rauch, sondern die finstere Präsenz der Macht, die durch die Galaxis flüsterte. Seit dem Fall des Jedi-Tempels waren Monate vergangen, doch die Erinnerung brannte noch immer in ihr, ein schwarzes Feuer aus Schmerz, Triumph und unstillbarem Hunger nach Macht.
Sie erinnerte sich an die Schreie der Padawane, die zerschmetterten Hallen, die brennenden Tempelwände, und an den Moment, als Vader neben ihr erschien, seine Präsenz ein schwarzer Sturm, der sie gleichzeitig erstickte und elektrisierte. Seitdem waren sie untrennbar. Die Dunkelheit hatte sie beide geformt, geschweißt und stärker gemacht. Und doch… eine leise Unsicherheit nagte an ihr. Hinter der Stärke und dem Triumph verbarg sich die Frage, die sie nicht laut aussprechen konnte: Spürt er dasselbe für mich? Oder sehe ich nur, was ich sehen will? Aber was sie auch nicht vergisst, ist der tod von ihrem ehemaligem Meister Joran, sein tod hat vieles entschieden..
Ein kalter Windstoß spielte mit ihren feuerroten Haaren, die wie flackernde Flammen im Licht der stählernen Plattform wirkten. Und zum ersten Mal seit Langem wurde ihr wieder bewusst, wie klein sie eigentlich war im Vergleich zu ihm, diesem kolossalen Schatten, der über 2,10 m groß war und jede Umgebung dominierte, in der er erschien.
Die schweren Schritte hinter ihr kündigten seine Anwesenheit an. Jeder einzelne Schritt hallte wie ein Herzschlag aus Metall. Lyra spürte seine Präsenz, bevor er sie erreichte – mächtig, dunkel, unaufhaltsam. Er kam so dicht hinter sie, dass sich ihre Körper beinahe berührten, seine Brustplatte an ihrem Rücken spürbar wie eine Wand aus kaltem, vibrierendem Stahl. Seine Rüstung war kalt aber gleichzeitig auch so warm..sie erinnerte sich an den kuss und musste direkt schwer schlucken.
„Lyra“, sprach Vader, und schon dieses eine Wort ließ die Luft unerbittlich härter werden.
Sie antwortete nicht sofort. Sie atmete nur, spürte die Macht, die zwischen ihnen pulsierte, gespannter als jeder Lichtschwertduell. Dann drehte sie sich ein wenig, gerade so, dass sie den schwarzen Helm im Blickwinkel hatte.
„Ihr wollt etwas von mir.“ flüsterte sie.
„Ich verlange Loyalität“, sagte er. „Und Stärke. Beides hast du bewiesen.“
Er trat an ihre Seite, und gemeinsam sahen sie über die Stadt hinweg. Die Nacht schien tiefer zu werden, als ob sie dem Dunklen Lord selbst auswich.
„Der Imperator plant eine neue Phase der Kontrolle“, sagte Vader. „Er glaubt, die Galaxis wäre bereit, sich vollständig seinem Willen zu beugen.“
Lyra spürte, wie sich Groll in ihren Adern regte. „Und ihr?“
„Ich sehe seine Schwächen klarer als je zuvor“, antwortete Vader. „Er hält mich zurück. Er hält dich zurück. Zusammen sind wir stärker als er. Ich muss meine rüstung anpassen auf mustafar. Ich habe herausgefunden das ich ihn nur besiegen kann wenn ich sie ändere.“
Ihre Augen weiteten sich. „Du willst den Imperator stürzen.“
„Ich will die Galaxis von seiner Lüge befreien.“, korrigierte Vader. „Und ich will, dass du an meiner Seite stehst, wenn es geschieht. Wir beide würden die Galaxie beherrschen.“
Dann wurde seine Stimme noch tiefer, noch gefährlicher, als würde die Dunkle Seite selbst durch sie sprechen:
„Doch versteh eines gut, Lyra. Wer uns im Weg steht, wird vernichtet. Wer zweifelt, wird gebrochen. Und wer uns verrät… wird nicht den Hauch einer Chance haben, um Gnade zu bitten.“
Der Tonfall ließ keinen Zweifel zu. Das war nicht der Mann, der sie einst geküsst hatte, nicht der selten weichere Vader, den nur sie kannte. Das war Lord Vader – der Vollstrecker, der Vernichter, der keine Schwäche duldete. Sein Vertrauen war ein Geschenk. Sein Zorn ein Todesurteil.
Lyra schluckte hart, nicht aus Angst, sondern aus Ehrfurcht. Sein Schatten umschloss sie vollständig. Und paradoxerweise fühlte sie sich genau dort am sichersten. Er stand wieder hinter ihr, und der leichte wind führte dazu das der umhang von Lord Vader, Lyra fast verschlingt als wolle er selbst sie umarmen.
Sie hob ihre Hand und legte sie vorsichtig auf seine Brustplatte. Der kalte Stahl vibrierte unter ihren Fingern.
„Ich werde dich nicht verraten“, sagte sie leise, aber entschlossen.
„Ich weiß.“ Seine Stimme war wieder ein wenig weicher, nur ein Hauch, aber genug, dass sie spürte, wie tief sein Vertrauen reichte.
„Und du?“ flüsterte sie. „Wirst du mich verraten?“
Er beugte sich hinab, so tief, dass ihre Stirn an seinen Helm stieß. Sie spürte seinen Atem, heiß und mechanisch, an ihrer Haut. Sie konnte fast seine Augen durch den Helm sehen..diese schönen Blauen augen..
„Niemals“, sagte er. Den sie selbst war seine größte schwäche.
Dann fügte er hinzu, die Worte wie ein dunkles Gelübde:
„Doch erwarte nicht, dass ich sanft bin. Ich führe. Du folgst. Und wenn du fällst… dann nur an meiner Seite, niemals hinter meinem Rücken.“
Ein Schauer durchzuckte sie. Er war Sturm und Schutz zugleich.
Sie wandte den Blick wieder zur Stadt. „Wir werden nicht die einzigen sein, die diesen Weg gehen.“
„Nein“, sagte er. „Aber wir werden die einzigen sein, die ihn überleben.“
Seine Hand legte sich auf ihre Schulter – schwer, besitzergreifend, bestimmend.„Denn ich dulde keinen Verrat. Weder gegen mich… noch gegen uns.“
Gemeinsam blickten sie in die tiefer werdende Dunkelheit, die sich über die Galaxis legte. Und sie wussten beide:
Dies war erst der Anfang.








