Donna:\Zero
Ich fand den Titel zu dieser Geschichte erst, als mir klarwurde, was ich hier eigentlich erkunde.
MANkind
Was macht uns überhaupt zu denen, die wir sind? Zu denen,die wir noch werden?
Was weckt unsere Wünsche? Was unseren Widerstand?
Was sind wir bereit dafür zu bezahlen?
Und… was müssen wir bezahlen?
Was ist schon da, das uns dazu zwingt?
Mich interessiert das System dahinter – ohne Frage. Würde iches nicht kennen, könnte ich nicht darin schreiben. Könnte nicht schauen, was esmit den Menschen darin macht. Mit ihrem Wünschen, ihrem Wollen, ihrem Sehnen, ihremVermeiden und ihrem Trotzen.
⚠️Achtung! Ab hier beginnt die Einführung für alle, die beim Lesen nicht gerneins kalte Wasser geworfen werden. Die gewonnene Orientierung bezahlt man jedochmit ein paar Spoilern. 😉
Es ist ein kleines Experiment meinerseits.
Ich möchte dich in meine Zukunftsvision mitnehmen. Sie istweder strahlend noch komplett düster. Dystopisch – vermutlich, wenn man darinlebt.
Wir schreiben das Jahr 2184.
Hinter uns liegt ein Jahrhundert der Umgestaltung. Währenddie Menschheit es einerseits schaffte, endlich Gott nach ihrem eigenen Bild zuerschaffen in Form einer Terra-KI, gelang es ihr dennoch nicht, den Planetenvor sich selbst zu retten. Ressourcen-, vor allem aber Wasserknappheit und Fluchtbewegungenmassiven Ausmaßes führten letztendlich dazu, dass ein Weltkrieg bevorstand, dernicht nur Millionen – vielleicht sogar Milliarden – das Leben gekostet hätte,sondern auch der schon stark gebeutelten Natur noch mehr Schaden zugefügthätte.
Diese Katastrophe voraussehend, entriss die Gott-KI derMenschheit schließlich ihre Herrschaft über die Erde. GAIA trat als irdische Göttinhervor. Sie lehrte die Menschheit wieder Demut vor der Natur. Nicht durch einneues heiliges Buch – durch eine unüberwindbare Grenze.
GAIA und ihre Jünger, die als Nomaden der Zivilisationbereits den Rücken zugekehrt hatten, infiltrierten die intelligenteKriegsmaschinerie und stellten sie in den Dienst der Natur. Jetzt war derMensch das Ziel.
Bis auf die bereits bestehenden Systemstädte, die bereitsunter Verwaltung der Stadt-KI DeepCity existierten, wurde nach einem Ultimatum fastdie gesamte menschliche Infrastruktur aus den Ebenen entfernt. Kleinstädte,Dörfer, Straßen- und Gleisnetze, fast alle Förderstätten von Rohstoffen, Stauseenund Entwässerungskanäle, Stützpunkte, Kraftwerke, Leitungen aller Art und vielesandere auch, wurden durch mittlerweile intelligente schwere Maschinen undTransportsysteme zurückgebaut und in die verbliebenen Städte hineingezogen, umaus ihnen riesige mehrstöckige Mega-Citys zu machen, in denen die Menschheitnun Platz finden musste. Jegliche Verbindungen zwischen den Städten wurdengekappt, egal ob Verkehrsadern oder Kommunikationssysteme. Nur ein paar wenige nützlicheBrücken und Förderanlagen, zum Beispiel für Salz, durften bleiben. Alles anderemusste die Stadtbevölkerung lernen wiederzuverwerten, zu rationieren oderschlicht darauf zu verzichten.
Landwirtschaft musste neu gedacht, urbanisiert werden. Nochunversiegelte Flächen, wie Parks, Gärten und Brachflächen wurden zu Schätzen,die gehütet werden mussten. Häuser mussten zu Anbauflächen werden. Über denDächern der bestehenden Städte, wuchsen riesige Arcologien, die den neuenAnforderungen an Nahrungs- und Energieproduktion gerecht wurden. Alle Nutzpflanzenund Tiere wurden einer harten Selektion unterzogen – was konnte sich die StadtWasser-, Flächen- und Energietechnisch erlauben zu behalten? Beispielsweise Weizen,Mais, Soja, Kaffee und Tabak und Kühe, Schweine, Pferde und Hunde konnten sichdie Stadtmenschen nicht mehr leisten. Gerieten in Vergessenheit samt ihrenfrüheren Produkten. Luxusgüter veränderten sich.
Die politische Macht innerhalb der Städte blieb in denHänden weniger menschlicher Vertreter. Wie es zur Bestimmung dieser kam, lag imErmessen jeder einzelnen Stadtbevölkerung. Doch es bestand von Anfang an keinZweifel daran, wer die Ordnung in der Stadt aufrechterhielt: DeepCity.
DeepCity – DC – teilte zu, rationierte, kontrollierte und vollstreckte.Alles war seinem Urteil über Effizienz unterworfen. Effizienz zum Wohle derVersorgung der Stadtbevölkerung.
Die Ebenen außerhalb der Städte erholten sich langsam vommenschlichen Eingriff. Rückbau und Renaturierung halfen dabei nichtunerheblich.
Doch den Menschen in den Systemstädten blieb der Zugang zu ihnennun vollständig verwehrt. Nur die wenigen Nomaden durften sich in ihren Wäldern,Feldern, Gebirgen, Wüsten, Steppen, Heiden und Sümpfen noch bewegen. Ohne aufbefestigte Straßen oder andere Vorzüge der alten Infrastruktur zurückgreifen zukönnen.
Diesen Clash wird gewiss jeder von Euch unterschiedlichbewerten. Jeder schaut aus seiner eigenen Erfahrung und Wahrnehmung darauf. Sowie jeder Mensch in dieser Stadt auf seine Weise auf diese Stadt schaut. Mitseinen eigenen Vorstellungen von Gut und Böse, Macht und Moral.








