Neue Liste erstellen
Mit deinen Freunden teilen
Lesbarkeit anpassen

Autumn Echo - The Bassist

Alle Rechte vorbehalten ©

Zusammenfassung

★Smalltown Rockstar Romance ★ Band 3 der Four Seasons, Four Hearts - Reihe! Megan Tremblay glaubt an Sterne, Tarotkarten und die Tatsache, dass Männer nur für einen kurzen Abschnitt des Lebens bestimmt sind. Deshalb macht sie sich keine Illusionen über Hector Nikolaidis. Der Bassist von Black Lighthouse lebt sechshundert Kilometer entfernt, bringt ihr Herz mit einem Blick aus dem Takt und ist die Art von Mann, die Komplikationen verspricht. Hector weiß es eigentlich besser. Er sollte sich von der Frau mit den roten Haaren, dem chaotischen Lachen und den Sternbildern auf der Haut fernhalten. Stattdessen zieht sie ihn immer tiefer in ihren Bann. Zwischen Tourplänen, Entfernung und der Angst, etwas Wertvolles zu verlieren, scheint eine Beziehung unmöglich. Also treffen sie eine Entscheidung. Keine Versprechen. Keine Erwartungen. Kein Herzschmerz. Nur zwei Menschen, die sich nicht voneinander fernhalten können. Was als unkomplizierte Freundschaft beginnt, wird schnell zu etwas, das sich nicht mehr in Regeln pressen lässt. Denn je näher sie sich kommen, desto schwerer wird es, so zu tun, als wären die nächtlichen Gespräche und kleinen Gesten bedeutungslos. Manchmal ist Anziehung nicht für eine gewöhnlich Freundschaft gemacht. Und manchmal ist Liebe viel beängstigender, als sich niemals zu verlieben.

Genre:
Romance
Autor:
K.Ives
Status:
vor 2 Tagen
Kapitel:
7
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1


Ich bestehe meine letzte Abschlussprüfung an einem Donnerstagvormittag und bin exakt drei Minuten später betrunken. Nicht absichtlich. Zumindest nicht komplett absichtlich. »Du hast Sekt in der Tasche?«, frage ich und starre Camille an, die eine kleine Flasche aus ihrem Rucksack zieht.

»Für Notfälle immer«, verkündet sie und hält mir die Flasche entgegen.

»Und mein Uniabschluss zählt als Notfall?«

»Du hast vier Jahre überlebt, ohne einen Professor zu erwürgen. Das zählt als Wunder.« Ich lache laut und reiße die Arme in die Luft.

»Ich bin frei!«, brülle ich durch den Flur. Wir sind auf der Flucht. Raus aus dem Gebäude, weg von den Studenten, die sich irritiert zu mir umdrehen. Aber mir gefällt der Typ, der an der Wand lehnt und grinsend in die Hände klatscht. Eine ältere Dozentin schüttelt missbilligend den Kopf. Camille prustet neben mir, packt sich mein Handgelenk und zerrt mich raus.

Der September zeigt sich von seiner schönsten Seite. Die Ahornbäume entlang des Campus färben sich bereits rot und gold. Das Rot ist exakt die Farbe meiner Haare. Meine Mutter behauptet seit Jahren, sie würden aussehen wie Herbstlaub nach einem Sturm. Aber vielleicht teile ich auch einfach ihre romantische Sichtweise nicht, denn ich finde, sie sehen aus wie eine Warnung.

Mein Blick wandert über den Campus. In den letzten Jahren hat sich hier mein Leben abgespielt. Ich habe gefeiert, geweint, gelacht, Freundschaften geschlossen, Männer eliminiert, gelernt, gelitten. Alles. Und jetzt ist es einfach vorbei. Wehmut zieht durch mein Herz, deshalb drehe ich die Flasche hektisch auf und schmeiße den Schraubverschluss in meine Handtasche. Mein dunkelgrüner Wollpullover rutscht hoch und gibt den Blick auf mein neustes Tattoo frei. Eine Sternenkonstellation, die ich jede Nacht in Saltmere Cove gesehen habe, sobald ich aus Ricks Gästehaus in den Himmel geblickt habe. Der Anblick hat etwas mit mir gemacht und reiht sich perfekt in die anderen Minitattoos auf meinem rechten Unterarm ein. Kleine Sternbilder, eine Mondsichel und winzige Planeten entlang meines Handgelenks.

»Auf die Hexe mit Bachelorabschluss«, sagt Camille.

»Fast-Hexe«, korrigiere ich lachend, und wir stoßen unsere Flaschen aneinander. Ich habe den ganzen verfluchten Tag keinen Bissen herunterbekommen, deshalb merke ich umgehend die Wirkung vom Sekt, sobald der erste Schluck in meinem Magen angekommen ist.

»Du besitzt sieben Tarotdecks.«

»Neun.«

»Oh mein Gott. Megan!«

»Zehn. Aber eines war reduziert«, murmele ich. Der Sekt schmeckt furchtbar, aber natürlich trinken wir ihn trotzdem.

Am nächsten Abend stehe ich zwischen tausenden Menschen auf dem Cosmic Collective außerhalb von Montreal und bin überzeugt davon, dass das Universum mich liebt. Camille behauptet, das Cosmic Collective sei ein Musikfestival. Ich behaupte, es ist eine Sammelstelle für Menschen mit Kristallen. Lichterketten hängen zwischen den Bäumen, auf den Bühnen spielen mystische Bands und der Duft von Foodtrucks, Lagerfeuern und Herbst liegt in der Luft.

Meine Wangen sind mit Glitzer bestäubt, genauso wie Camilles Haare. Und Olivia, die vierte Katastrophe unserer Gruppe, trägt eine Jacke mit Fransen, die aussieht, als hätte sie einem sehr unglücklichen Cowboy gehört. Genau in diesem Moment merke ich, wie sehr mir meine beste Freundin fehlt.

»Du siehst aus wie ein spiritueller Teppich.«

»Ich sehe fantastisch aus. Neid steht dir nicht«, erklärt sie.

»Ich bin wunderschön. Mir steht alles.« Sie lacht und hakt sich bei mir ein. Wir sind seit Stunden hier, unheimlich betrunken und so glücklich, wie jeder Mensch auf dem Festival. »Schicken wir Tintin ein Foto, Mädels«, rufe ich und zerre mein Handy heraus. Mit zwei Klicks öffne ich die Fotofunktion in unserem Chat. Ich habe Clementine ihren Spitznamen verpasst, weil wir uns kennengelernt haben, als sie ein Shirt von Tin-Tin und Struppi anhatte. Sie nennt mich Smacks, weil ich währenddessen eine ganze Packung davon trocken in meinen Mund gestopft habe. Irgendwie passt es zu uns. Wir posieren für ein Foto und ich leite es ohne große Kontrolle an Clementine weiter. Sie ist meine beste Freundin und hat mich schon in deutlich schlimmeren Zuständen gesehen. Seit sie wieder zurück in Saltmere Cove ist, schreiben wir uns gefühlt hundertmal am Tag.

Ich: Du fehlst uns.

Tintin (Clementine): Ich war vor drei Tagen noch bei euch.

Ich: Das sind praktisch Jahre.

Tintin (Clementine): Du fabelhaft aussehende Dramaqueen.

Ich: Warte, bis du hörst, dass ich gestern meinen Abschluss bestanden habe und direkt danach betrunken gewesen bin.

Tintin (Clementine): Was? Oh mein Gott! Herzlichen Glückwunsch! Ich bin so stolz auf dich!

Mein Herz wird so warm, wie es immer wird, wenn es um Clementine geht. Manche Menschen begegnen dir und beschließen einfach, Familie zu werden.

Ich: Du solltest hier sein. Das Festival ist perfekt. Außerdem brauche ich jemanden, der verhindert, dass ich fremde Männer küsse.

Tintin (Clementine): Dann bist du verloren. Olivia und Camille halten dich niemals davon ab.

Ich lache laut auf, dann seufze ich und lehne meinen Kopf an Camilles Schulter. »Sie fehlt mir. Was mache ich bloß, wenn sie wirklich zu ihrem Schlagzeuger zieht und nicht mehr zurückkommt?«, schniefe ich. Es ist nicht so, als würde ich mich nicht für sie freuen. Das tue ich mit vollem Herzen, aber trotzdem werde ich den fiesen Stich nicht los, weil Maverick Ridge mir meine beste Freundin wegnimmt und sie nach Saltmere Cove verfrachtet.

»Du klingst wie jemand in einer Fernbeziehung«, schnauft Olivia und stößt mir ihren Ellenbogen in die Rippen.

»Freundschaften sind wichtiger als Beziehungen.«

»Das behaupten nur Menschen ohne Beziehungen«, murmelt Camille. Es wundert mich nicht, dass sie das sagt. Seit fünf Jahren hat sie nämlich Gavin und ist verliebt, wie am ersten Tag. Gavin ist ein Schatz, aber auch er verändert meine Sicht auf die Männerwelt nicht. Männer sind Zwischenstopps. Manchmal bleiben sie ein lebenslanger Zwischenstopp, aber niemals sind sie wichtiger als Freunde.

»Oder Menschen mit funktionierenden Gehirnzellen.« Olivia verschluckt sich an ihrem Cocktail und lacht prustend.

Unweit von uns entfernt, entsteht lauter Tumult. Jemand kreischt ohrenbetäubend laut, dann folgt das nächste Kreischen. Wir bleiben gleichzeitig stehen und recken die Hälse, um zu sehen, was los ist. »Vielleicht verschenkt jemand Geld«, rätselt Camilla.

»Vielleicht ist jemand gestorben.«

»Olivia!«, rufe ich erschrocken, aber ich kann das Kichern nicht zurückhalten.

»Beides sorgt für Menschenansammlungen«, erklärt sie und zuckt mit den Schultern.

»Schluss mit den wirren Thesen. Wir gehen nachsehen«, entscheide ich. Bestimmt greife ich nach den Händen meiner Freundinnen und zerre sie mit mir. Wir schieben uns durch die Menge und je näher wir kommen, desto lauter wird es. Bestimmt schiebe ich einen Typen zur Seite und bleibe im nächsten Augenblick abrupt stehen. Olivia gibt ein überraschtes Huch von sich und Camille wird angerempelt und gegen mich geschoben.

Blinzelnd betrachte ich die Szene vor mir und kann nicht fassen, was ich in meinem Zustand zwischen Alkoholnebel und Hormonüberschuss sehe. Dutzende Fans umringen zwei Männer, die aussehen wie von einem Cover für ein Pendant zum Playboy. Für einen Sekundenbruchteil setzt mein Gehirn aus, dann durchbricht Nicos Lachen die Sperrung in meinem Kopf. Menschen halten Handys in die Luft, bitten um Fotos, Autogramme, Selfies. Und plötzlich nehme ich niemanden mehr wahr. Abgesehen von ihm.

Nur den Mann, den ich damals mit dem Satz ›Du bist absurd hübsch‹ begrüßt habe, als ich an Mavericks Pool gestanden habe. Hector.

Seine breiten Schultern werden durch das weiße Leinenhemd dermaßen unfair betont, dass ich mir gierig die Lippen lecke. Zusätzlich zu seinen wilden schwarzen Locken, dem heftigsten Bizeps, den ich jemals gesehen habe, und seiner beachtlichen Körpergröße, hat er diesen Ausdruck in den Augen. Dieser gefährliche Ausdruck, den er immer hat, obwohl ich inzwischen weiß, dass er eher über Sternzeichen diskutiert, als Schlägereien anzufangen. Und dieser Ausdruck macht ihn unverschämt heiß, sodass meine Libido hysterisch gegen die Gitterstäbe haut und kreischend im Kreis rennt.

Mein Magen macht einen kleinen Salto und ich kann nichts dagegen tun, dass meine Atmung sich beschleunigt. Den ganzen Sommer über haben wir uns angesehen, geflirtet, uns geneckt und absolut nichts daraus gemacht. Wirklich beeindruckend. Zwei erwachsene Menschen mit der Selbstkontrolle eines Toasters, und trotzdem sind wir enthaltsam geblieben.

»Megan«, kreischt Camille hinter mir, aber ich bin schon unterwegs. Ohne es richtig zu begreifen, schiebe ich mich an den drängelnden Fans vorbei.

»Nico! Hey Blondie!«, brülle ich und habe keine Ahnung, warum. Vielleicht, weil mein Gehirn Urlaub macht oder wegen des Alkohols in meinem Blut. Oder weil ich sterben werde, wenn ich nach Hector rufe. Ich sehe Nicos suchenden Blick, aber die Menge verschluckt mich kurzzeitig. Genau in diesem Augenblick hasse ich es, dass ich gerade mal die Einssechzig knacke, wenn ich mich anstrenge und das Kinn recke.

Irgendjemand rempelt so heftig gegen meinen Rücken, dass ich fluche und unaufhaltsam nach vorne stolpere. Ich scheitere spektakulär bei dem Versuch, das Gleichgewicht zu halten, und krache im nächsten Moment mit voller Wucht gegen Hectors Bauch.

»Scheiße!«, quietsche ich. Hectors Arme legen sich reflexartig um meine Taille. Er starrt auf mich herunter, dann weiten sich seine Augen. Im nächsten Moment kippen wir nach hinten. Wuchtig knallt Hector auf den Boden und ich auf seine Brust. Umgehend schießt mir die Hitze in die Knochen. Ein erschrockenes Raunen geht durch die Menge. Mein Kopf summt und meine Haare fallen wie rotes Ahornlaub um uns herum. Umständlich drücke ich mich hoch und dann sehe ich seine verdammt schönen Augen. Dieses Honigbraun, das mich ganz verrückt macht und ein Kribbeln durch meine Zellen jagt. Es ist stärker, als den Sommer über, deutlich gefährlicher und definitiv nicht astrologisch erklärbar.

Leider sieht er noch besser aus, als letzten Monat, als ich mich von ihm verabschiedet habe. Seine Haut hat den unvergleichlichen Farbton von griechischen Männern im Hochsommer und die Wärme einer Heizdecke an einem verregneten Herbsttag. Er sollte illegal sein. Mein Gehirn versucht verzweifelt, vernünftige Gedanken zu produzieren, aber alles, was dabei herauskommt, ist: Verdammt.

Hector blinzelt zu mir hoch. Seine schwarzen Locken sind länger als letzten Monat. Sein kantiger Kiefer ist von einem Dreitagebart überzogen und seine Lippen zucken verdächtig. »Hallo, Arcana.« Oh Gott. Dieser Mann besitzt eine Stimme, die vermutlich Schwangerschaften auslösen kann.

Ich starre ihn an. Er starrt zurück. Dann bemerke ich, dass ich mitten auf einem Festival immer noch auf ihm liege. Vor ungefähr zweihundert Menschen, die auf Autogramme und Aufmerksamkeit warten.

»Oh«, quetsche ich heraus. Sein Grinsen wird breiter. »Ich hatte nicht vor, auf dir zu landen.«

»Das nehme ich jetzt persönlich«, erwidert er und lächelt so sanft, dass ich mir ein Wimmern verbeißen muss. Scheiße. »Du hast es echt drauf, mich zu überrumpeln.«

»Stimmt«, erwidere ich und kichere. Meine Stirn sinkt einfach so auf seine breite Schulter. Ich spüre die Vibration seines Lachens und hasse das Kribbeln, das daraufhin in meinem Bauch entfacht.

Tief inhaliere ich seinen Duft. Er riecht wie die kleine Esoterik-Buchhandlung, in der ich einmal drei Stunden und zweihundert Dollar verloren habe. Nach Honig, Olivenholz und Meersalz. Ein paar Leute um uns herum lachen und dann erscheinen Schuhe in meinem Blickfeld. Ich hebe den Blick und begegne Nicos Lächeln. Seine blonden Locken stehen in alle Richtungen ab und er strahlt so sehr, dass er einer Neonröhre Konkurrenz macht.

»Megan. Hätte ich mir ja irgendwie denken können, dass du hier bist«, begrüßt er mich. Hector unter mir gibt ein zustimmendes Brummen von sich und ich richte mich hastig auf und streiche meine Haare zurück.

»Tut mir leid«, wispere ich und rutsche von ihm runter.

Er räuspert sich, steht auf und zieht mich mit sich, als wäre ich ein verdammter Faden. Seine Hand schließt sich nur kurz um meine, aber trotzdem schießt dieses Kribbeln wieder durch meinen Körper. Viel heftiger als zuvor.

»Du bist betrunken«, schlussfolgert Nico und zieht mich kurz an sich.

»Ich feiere meinen Abschluss.«

»Herzlichen Glückwunsch«, rufen die Jungs im Chor. Scheiße. Dieser Testosteronüberschuss ist wirklich extrem.

»Was macht ihr hier?«

»Ich werde als Fallmatte missbraucht«, scherzt Hector.

»Sie freut sich einfach, dich zu sehen, Thor«, meint Nico und stößt ihn mit der Schulter an. Sie sind beinahe gleichgroß und trotzdem hat Hector eine Präsenz, wie keiner der anderen Jungs. Obwohl Kadia und Clementine mir da wohl widersprechen würden. Immerhin hat meine beste Freundin sich den heißesten Drummer der Welt geangelt und Kadia sich den Gitarrensexgott der Neuzeit.

»Natürlich freue ich mich«, schnaube ich und werfe mir die Haare über die Schulter. Hectors Blick klebt an meinem Schlüsselbein und plötzlich fühle ich mich in meinem knappen Spitzentop und dem flatterigen Rock viel zu nackt. »Du bist der Sänger einer Band. Aber er ist Hector.«

Nico legt eine Hand aufs Herz. »Autsch.«

Hector schüttelt grinsend den Kopf. Seine Augen wandern über mich hinweg. Und er bemerkt natürlich, dass ich es bemerke und bewusst seinem Blick ausweiche. Wundervoll. Wir sind beide emotional ungefähr sechzehn Jahre alt.

Ich möchte augenblicklich im Erdboden versinken. Leider existiert der Erdboden noch und ich stehe immer noch darauf. Direkt vor Hector. Sein Blick wandert aufmerksam über mein Gesicht. Als würde er überprüfen, ob ich tatsächlich echt bin und nicht bloß eine Halluzination seines überarbeiteten Rockstar-Gehirns.

»Was?«, frage ich.

»Du hast Glitzer auf der Nase«, lässt er mich wissen. Instinktiv fasse ich mir ins Gesicht. Er deutet irgendwo in meine Richtung. »Genau da.« Genervt verdrehe ich die Augen.

»Das gehört zum Look«, erwidere ich und zucke mit den Schultern. Sein Grinsen wird breiter.

»Ich weiß.«

»Du hast Fotos aus fünf Provinzen gepostet«, sage ich unbedacht. Hector hebt die Augenbrauen, dann verengt er die Augen.

»Du hast meine Beiträge verfolgt?«, fragt er verdutzt. Scheiße.

»Clementine hat deine Beiträge verfolgt und mich damit zugespamt. Außerdem seid ihr überall aufgetaucht. Selbst meine Tarot-App hat Werbung mit euch abgespielt.«

»Das klingt beängstigend.«

»Das Universum verfolgt mich.«

»Oder du verbringst zu viel Zeit im Internet«, wirft Nico ein. Neben mir ertönt ein ersticktes Quietschen, gefolgt von einem zweiten. Bevor ich etwas erwidern kann, tauchen Camille und Olivia auf, wie zwei Raubtiere, die Beute entdeckt haben.

Olivia grinst Hector an. »Hallo.«

»Hallo«, erwidert er misstrauisch. Sein Blick bleibt nur eine knappe Sekunde auf meinen Freundinnen liegen.

»Wir sind ihre besten Freundinnen. Ich bin Camille und das ist Olivia«, stellt sie vor.

»Definitiv auch die schönsten Freundinnen«, ergänzt Nico grinsend. »Ihr seid eine Gefahrenkombination. Wie dreifach Dynamit und Feuer.« Camille wird augenblicklich rot, Olivia verneigt sich, und ich hasse alles daran.

»Und du bist Hector, richtig?«, plaudert Olivia weiter. Ich sterbe innerhalb von Sekunden.

»Ich habe irgendwie Angst, das zu bestätigen«, murmelt er.

»Wir kennen dein Sternzeichen«, wirft Camille hilfreich ein. Scheiße. Nico lacht auf und ich warte auf die Öffnung des Erdbodens. Hector betrachtet mich und dieses verdammte Honigbraun in seinen Augen wird wärmer.

»Mein Sternzeichen?«, fragt er und lacht leise.

»Skorpion«, bestätigt Camille. Hector sieht aus, als müsste er sich zusammenreißen, während Nico unkontrolliert prustet. Hector verschränkt die Arme vor der Brust. Dieser Verräter sieht viel zu interessiert aus.

»Jetzt bin ich neugierig.«

»Hector«, jammere ich. Er wirft mir nur einen belustigten Blick zu und leckt sich die Lippen. Arschloch. Meine Freundinnen strahlen wie Menschen, die gleich einen Nobelpreis gewinnen.

»Wir entführen sie. Jetzt beginnt der wichtige Teil unseres Mädelsabends.«

Ich runzle die Stirn. »Welcher wichtige Teil?«

Olivia zeigt auf Hector und dann auf mich und dann wieder auf Hector. »Die Nachbesprechung, Baby.« Hitze schießt in meine Wangen. Nico verschluckt sich vor Lachen und Hector senkt grinsend den Kopf.

»Ihr seid extrem peinlich.« Camille hakt sich bei mir unter. Olivia übernimmt die andere Seite. »Kommt nicht infrage. Lasst mich los. Ich bin erwachsen.«

»Debattierbar«, kichert Olivia. Ein widerwilliges Lachen kommt aus meinem Mund. Als ich Hectors Lachen höre, wird die ganze Sache leider kein bisschen einfacher.

»Wir sehen uns bestimmt noch«, ruft Nico euphorisch.

»Definitiv«, stimmt Olivia sofort zu.

»Olivia!«

»Was denn? Das Festival dauert noch fünf Stunden, außerdem ist er heiß. Vielleicht nehme ich mir einen Sänger mit nach Hause«, kichert sie. Igitt. Ich drehe mich noch einmal zu Hector um, während die Mädels mich durch die Menge zerren. Er sieht mich an, lächelt leicht. Mehr nicht. Und trotzdem bereue ich es, dass ich ihn nie geküsst habe. Sein Blick ist viel intensiver als noch im Sommer. Mein Herz macht einen kleinen, dummen Hüpfer.

»Viel Spaß beim Berühmtsein«, rufe ich zu ihm rüber.

»Viel Spaß beim Feiern.«

»Das kann ich.«

»Das weiß ich«, lacht er. Olivia stößt einen Laut aus, den vermutlich nur Hunde hören können. Als ich mich ein letztes Mal umdrehe, steht Hector immer noch dort, zwischen all den Menschen. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass das nicht das letzte Mal heute Abend gewesen sein wird, dass wir uns so ansehen.

Lass K.Ives wissen, was du von diesem Kapitel hältst!
Ich liebe es

2

Ich liebe es

Lustig

2

Lustig

Pikant

0

Pikant

Spannend

1

Spannend

Emotional

0

Emotional

Tiefgründig

0

Tiefgründig

Herzerwärmend

2

Herzerwärmend

Schockierend

0

Schockierend

Gutes Schreiben

1

Gutes Schreiben

Überzeugende Handlung

0

Überzeugende Handlung

Toller Charakter

0

Toller Charakter

Starker Dialog

0

Starker Dialog