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Schatten im Mondlicht - (One piece Fan fiction)

Zusammenfassung

Eine düstere One Piece-Erzählung über die unsterbliche Vampirin Aria, die unter den Fittichen von Roronoa Zoro das gnadenlose Kämpfen lernen will. Zwischen harten Trainingseinheiten und gegenseitiger Faszination entbrennt eine explosive, dunkle Bindung – bis die Grenze zwischen Meisterschaft, Leidenschaft und gefährlicher Zerstörungswut vollends verschwimmt.

Genre:
Romance
Autor:
Victoria
Status:
vor 4 Tagen
Kapitel:
17
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Chapter 1

Die Thousand Sunny schnitt träge durch die sanften Wellen der Grandline. Es war spät in der Nacht, die Stunde, in der das Schiff zur Ruhe kam – zumindest fast.

Während Ruffy und Chopper tief schliefen und Sanji in der Kombüse den Proviant für den nächsten Tag vorbereitete, gehörte das Hauptdeck zwei Menschen, die mit der Nacht auf ganz unterschiedliche Weise vertraut waren.

Aria stand barfuß auf den kühlen Holzplanken und hielt zwei schlanke, leicht gekrümmte Dolche. Ihre Finger zitterten kaum merklich. Sie war erst vor wenigen Wochen zur Crew gestoßen – aufgelesen auf einer nebligen Insel, verloren und gejagt. Die Strohhüte hatten sie mit offenen Armen aufgenommen, allen voran Ruffy, der eine Vampirin schlicht „cool und unheimlich praktisch“ fand.

Sie war eine zarte, sanftmütige Erscheinung. Tagsüber zog sie sich meist mit einem Buch in den Schatten zurück, half Robin beim Sortieren oder bot Sanji mit leiser, fast schüchterner Stimme ihre Hilfe beim Abwasch an. Doch hinter ihren Eisblauen Augen und dem höflichen Lächeln lauerte ein uralter, unbarmherziger Fluch. Sie besaß übermenschliche Schnelligkeit, geschärfte Sinne und die Fähigkeit, Wunden in Sekunden zu heilen. Doch die Welt der Grandline war grausam, und gegen Giganten, Meister des Haki oder Teufelsfruchtnutzer wie Ruffy, Zoro oder Sanji reichte bloße Vampirkraft bei weitem nicht aus. Ihre rohe Kraft war nichts gegen das Erdbeben von Zoros Hieb oder die vernichtende Wucht von Sanjis Tritten.

Deshalb stand sie hier.

„Du denkst zu viel nach“, erklang die raue, tiefe Stimme hinter ihr.

Aria zuckte zusammen. Zoro saß mit dem Rücken an die Reling gelehnt, ein Schweißtuch um den Nacken, das Schwert neben sich. Sein Oberkörper war von unzähligen Narben gezeichnet, der Schweiß glänzte auf seiner Haut im fahlen Mondlicht. Er musterte sie mit seinem stechenden Auge.

„Entschuldige…“, murmelte sie hastig und senkte den Blick. „Ich wollte nur die Balance finden.“

„Auf dem Schlachtfeld wartet niemand darauf, dass du deine Mitte findest“, brummte er, stand auf und trat vor sie.

Zoro war kein Mann vieler Worte, und Geduld gehörte selten zu seinen Tugenden. Doch er respektierte Entschlossenheit. Als sie ihn vor drei Tagen leise gefragt hatte, ob er ihr beibringen könne, wie man Klingen führt, hatte er nur kurz genickt.

„Zeig mir die Grundstellung. Rechts vor, die Klingen nicht starr halten. Dolche sind Verlängerungen deiner Handgelenke.“

Aria nahm die Haltung ein, verlagerte ihr Gewicht und hob die beiden Klingen.

Zoro schnaubte leise. „Viel zu steif.“

Er trat ungeduldig einen Schritt näher. Bevor Aria reagieren konnte, legte er seine rauen, schwieligen Hände um ihre Handgelenke, um ihren Griff zu korrigieren. Zoros Hände waren heiß vom Training – ein krasser Kontrast zu ihrer kühlen, unsterblichen Haut.

Als seine Finger ihre Pulsadern berührten, zuckte ein elektrisierender Funke durch Arias Adern. Ihr Vampirherz schlug ohnehin langsamer als das eines Menschen, doch in diesem Moment schien es komplett auszusetzen.

Zoro hielt inne. Seine Brauen zogen sich zusammen. Er spürte die unnatürliche Kälte ihrer Haut, aber auch die plötzliche Spannung zwischen ihnen. Seine Brust war nur Zentimeter von ihrem Rücken entfernt. Für einen flüchtigen Herzschlag nahm er den Duft von ihr wahr – etwas Herbes, wie alte Rosen und kalter Nachtregen –, während Aria das dumpfe, laute Pochen seines menschlichen Herzens hörte. Es klang kraftvoll. Lebendig.

Verdammt lebendig.

Unter Arias Haut regte sich etwas Dunkles. Ein gefährliches Prickeln kroch unter ihre Augenlider, feine rote Äderchen drohten sich abzuzeichnen. Das Monster in ihr, der unersättliche Hunger, rührte sich bei dem Klang dieses pulsierenden Lebens. Doch Aria kämpfte es nieder. Sie schloss krampfhaft die Augen, biss sich auf die Unterlippe und zog zitternd die Luft ein. Sie durfte diese Seite nicht zeigen. Nicht hier. Nicht Zoro gegenüber.

Zoro ließ ihre Handgelenke abrupt los, als hätte er sich an heißem Eisen verbrannt. Er trat einen Schritt zurück, das Gesicht wieder zu seiner gewohnt unlesbaren Maske versteinert.

„Deine Hände müssen locker bleiben“, sagte er mit rauerer Stimme als gewöhnlich, den Blick demonstrativ abgewandt, während er nach seinem hölzernen Übungsschwert griff.

„Ja… ich verstehe. Danke“, flüsterte Aria und senkte den Kopf, um die Röte auf ihren Wangen und das verräterische Zucken ihrer Züge zu verbergen.

Beide wussten, wo die Grenzen lagen. Auf der Sunny galt eine unausgesprochene, eiserne Regel – von Nami mehr als einmal unmissverständlich klargestellt, um die ohnehin chaotische Crew zusammenzuhalten: Romanzen an Bord waren absolut tabu. Wer auf diesem Schiff lebte, vertraute dem anderen sein Leben an. Gefühle vernebelten den Verstand, führten zu Eifersucht, Unachtsamkeit und Tod auf den gnadenlosen Meeren. Zoro war der Erste, der diesen Kodex mit stoischer Härte verteidigen würde. Sein einziges Ziel war es, der weltbeste Schwertkämpfer zu werden. Für sentimentale Spielereien gab es keinen Platz auf seinem Pfad.

Und Aria? Sie war ein Wesen der Nacht, das versuchte, ihre Monstrosität vor ihren neuen Freunden zu verstecken.

„Genug geredet. Greif mich an“, forderte Zoro sie heraus und hob das Schwert einhändig an. „Nutze deine Geschwindigkeit, aber verlass dich nicht nur darauf. Wenn ein Feind dich liest, bringt dir Schnelligkeit gar nichts.“

Aria nickte. Sie atmete tief ein, verdrängte die Verlegenheit und das verbotene Kribbeln auf ihrer Haut. Sie fixierte Zoro.

Mit dem übernatürlichen Wimpernschlag eines Vampirs verschwand sie aus seiner direkten Sichtlinie. Sie tauchte blitzschnell an seiner linken Flanke auf, die Dolche im geschmeidigen Bogen geführt.

Klong!

Zoro parierte mühelos, ohne auch nur hinzusehen. Die Wucht seines Schwerts schickte eine Erschütterung durch Arias Arme. Sie wirbelte herum, tauchte unter einem Gegenschlag hinweg und setzte die zweite Klinge an – wieder abgeblockt.

„Zu vorhersehbar“, kommentierte er trocken. Er erhöhte das Tempo, drängte sie mit präzisen, schweren Schlägen zurück. Aria musste zurückweichen, ihre Dolche kreuzten sich verzweifelt gegen sein Schwert.

Mit einer schnellen Drehung entwaffnete Zoro ihren linken Dolch, der scheppernd über das Deck schlitterte. Im nächsten Moment verlor Aria das Gleichgewicht. Ihre Füße verhakten sich, sie stolperte rückwärts – und riss im Versuch, sich abzufangen, ungeschickt an Zoros Trainingsjacke.

Der Schwertkämpfer verlor durch den plötzlichen Ruck die Balance. Mit einem dumpfen Schlag landeten beide auf den Holzplanken.

Zoro lag halb über ihr, eine Hand neben ihrem Kopf aufgestützt, um nicht sein volles Gewicht auf sie abzuladen. Die Klinge ihres verbliebenen Dolches lag harmlos zwischen ihren Körpern. Arias Atem ging flach. Ihre Gesichter waren einander so nah, dass Zoro den kühlen Lufthauch auf seinen Lippen spüren konnte. Ihr Blick traf seinen – ihre Augen schimmerten für den Bruchteil einer Sekunde tiefrot im Schatten der Nacht, wild und ungezähmt.

In ihrem Inneren schrie die Dunkelheit auf. Ihr Gerechtigkeitssinn war nicht wie der von Ruffy, der Feinde einfach in den Himmel schleuderte. Sie glaubte an Vergeltung. An das Auslöschen jener, die Schwachen schadeten. Wenn sie gegen Piraten kämpfte, wollte sie nicht nur gewinnen – sie wollte sie bluten sehen, ihre Hälse brechen, ihre Kehlen leeren. Selbstjustiz war die reinste Form von Ordnung in ihren Augen.

Und Zoro spürte diese mörderische Absicht. Er kannte den Geruch von Blutdurst besser als jeder andere an Bord. Doch seltsamerweise wich er nicht zurück. Stattdessen verengte sich sein Auge, eine dunkle Faszination spiegelte sich darin wider.

„Du hast Zähne“, murmelte er leise, seine Stimme gefährlich tief.

Aria schluckte schwer. Die Nähe war überwältigend, der Duft seines Schweißes und das Pochen seiner Halsschlagader, direkt vor ihren Reißzähnen, trieben sie fast um den Verstand. Aber da war noch etwas anderes – eine Wärme, die nichts mit Hunger zu tun hatte.

Erschrocken über sich selbst drückte sie ihn panisch von sich. „E-es tut mir leid!“

Zoro rappelte sich auf, klopfte sich wortlos den Staub von der Hose und bückte sich nach dem zweiten Dolch, den er ihr mit dem Knauf zuerst hinhielt. Seine Miene war wieder vollkommen verschlossen, doch seine Knöchel traten weiß hervor, als er den Griff umspannte.

„Morgen um dieselbe Zeit“, sagte er barsch, wandte sich ab und ging mit schweren Schritten in Richtung der Mannschaftsquartiere. „Und lern endlich, wie man fällt, ohne mich mitzureißen.“

Aria blieb allein auf dem stillen Deck zurück, die kalten Klingen fest umklammert, während ihr Herz zum ersten Mal seit Jahrhunderten raste – und sie wusste genau, dass es nicht am Training lag.

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