Der schwarze Schwan

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Summary

Valentin, ein alleinstehender und erfolgreicher Ballettänzer mit düsterem und gefährlichem Geheimnis welches er unter allen Umständen zu Verbergen versucht trifft auf Nate. Einen Nachfahren einer großen Jägerlinie spezialisiert auf Teufels- und Dämonenaustreibung welcher mit seinem Erbe jedoch keinesfalls etwas zutun haben möchte. EIsiriden treffen auf tosenden Ozean und schließen augenblicklich einen Pakt von dem keiner der beiden Männer weiß das dieser existiert.

Status
Ongoing
Chapters
2
Rating
n/a
Age Rating
18+

Eine erste Begegnung

VALENTIN

“Eine Sternschnuppe..” sagte der zierliche Mann leise zu sich selbst und setzte sich auf die hölzerne Parkbank zu seiner linken, es war lange her dass er das letzte Mal eine gesehen hatte. Es war eine sternenklare Nacht, er legte den Kopf in den Nacken und beobachtete den Sternenhimmel der wirkte als würde er stillstehen. Das sanfte Licht der Laterne umhüllte ihn in einem goldenen Schein während unter ihr ein paar Glühwürmchen ihre verspielten Runden über die Rasenflächen drehten und die Wellen unweit von ihm sanft gegen den Steg des Hafen rauschten. Der Mann war in einen elegant wirkenden schwarzen Trenchcoat gekleidet und trug eine beige eng anliegende Hose, der weiße Kragen seines Hemds schaute an seinem Hals hervor und hauchte ihn in edle Anmut. Mit seiner Hand strich er sich durch die Haare und sog den friedlichen Moment in sich ein, diese Ruhe hatte er selten.

Die sanfte Brise des Windes wehte ein kleines weißes Stück Papier auf die Parkbank neben ihn, der junge Mann griff danach und schaute es sich an, es war eine entwertete Eintrittskarte. Er hob seinen Kopf an, er hatte es bereits weit gebracht, tanzte jetzt seit bereits 15 Jahren und war trotz seines Alters von fast 29 auf der Bühne heiß begehrt, er tanzte weil es das einzige war das ihn er selbst sein ließ, weswegen er sich kanalisieren konnte, weswegen er ausgeglichen war, ohne dieses würde er die Welt vermutlich ins Chaos stürzen.

Seine Mutter war wann immer sie ihm auch beim Tanzen zusehen konnte zu Tränen gerührt, ja sie war wirklich stolz auf ihren Sohn, sein Vater hingegen hatte ihn verstoßen, es schickte sich nicht für seinesgleichen, es schickte sich nicht für einen Dämon. Er erhob sich, ging drei Schritte nach vorne wo der Steg durch einen verschnörkelten schwarzen Metallzaun abgeschlossen wurde und stützte seine Unterarme darauf ab. Wieder hielt er sich das Ticket vor Augen, er dachte an die vergangene Vorstellung, dachte an seinen Tanz und schloss die Augen, im Kopf ging er nochmal alle Schritte durch, alle Schritte die er bis in die absolute Perfektion beherrschte, auch seine Rolle war ihm wie auf den Leib geschnitten worden, er tanzte den Schwarzen Schwan im Schwanensee.

Nach einem kleinen Moment richtete er sich auf und begab sich langsam auf den Weg den beleuchteten Steg entlang, er hatte es nicht weit bis nach Hause aber er hatte auch keinen Grund sich zu eilen, es wartete niemand auf ihn. Das war die Schattenseite wenn man ein Leben führte wie er es tat, es hatte keine Zeit für Freunde oder Beziehungen, ja die Kehrseite des Ruhmes war die Einsamkeit aber er hatte keinen Grund sich zu beschweren, wenn es ihn stören würde hätte er längst einen anderen Weg einschlagen können, aber er tanzte und das würde er auch weiter tun, außerdem wäre er nicht in der Lage eine ehrliche und aufrichtige Beziehung zu führen, da gab es keine Möglichkeit sich auf jemanden einzulassen, da gäbe es niemals eine solide Basis - kein Vertrauen.

Die Eleganz war dem Mann auf den Leib geschrieben, jede seiner Bewegungen wirkte als sei sie magisch ummantelt, er schien keinen Makel zu haben doch dass war nur die Seite die man sehen konnte, in ihm drin sah es anders aus. Das Ballett wie auch seine Familienbande forderte weit mehr Tribut wie nur die Einsamkeit, Perfekt zu sein war weißgott nicht einfach, es forderte Disziplin und einen eisernen Willen. Er wusste um die Kehrseite der Medaille, die strenge Ernährung, die blutigen Füße.. es war eine Selbstgeißelung aber wer es schaffen wollte ganz nach oben zu kommen der musste nun einmal den Preis dafür zahlen und dies war nur der Preis von der Fassade welcher all jenen auftischte die sie sehen wollten. Würde man dahinter blicken, würde man ganz anderes erkennen.

Morgen hatte er wieder eine Vorstellung, er wusste es würde wieder alles perfekt sein, denn er war perfekt und solange er nach seinen strengen Regeln lebte würde sich das auch nicht ändern. Langsam machte er sich jetzt endgültig auf den Weg nach Hause, er musste und er wollte morgen fit und ausgeruht sein, er lebte für seine Kunst und hütete sein kleines dunkles Geheimnis tief im Verborgenen seiner Seele.

NATE

Der Braunhaarige musterte skeptisch die Karten die seine ältere Schwester vor ihn gelegt hatte. “Eve muss das wirklich sein?” fragte er leicht genervt und schaute schmollend zu der Schwarzhaarigen hoch. “Nate bitte.” bat sie “hab dich nicht so, bitte ich möchte dass du dir das unbedingt ansiehst.” setzte sie fort und der Braunhaarige seufzte nicht wirklich begeistert. “Eve das ist Ballett..” maulte er und suchte nach einem Weg wie er um diese Vorstellung drum herum kam. “Kannst du nicht unseren Vater fragen?” fragte er die junge Frau begeistert doch diese verneinte mit einem Kopfschütteln. “Du weißt das er da niemals reingehen würde, Nate bitte du bist wirklich der einzige den ich fragen kann, außerdem sollte man doch meinen dass dir sowas zusagen sollte.” zwinkerte Sie ihn an. “Warum sollte es mir zusagen wenn ein Haufen unterernährter Frauen in einem Hauch von nichts ihren Hintern über die Bühne wackeln..” maulte der Braunhaarige und lachte.

Eve schob ihm den Werbe-Flyer zu und grinste “der schwarze Schwan.” bemerkte Sie nur knapp und die Augen des jungen Mannes weiteten sich, er hatte noch nie so eine kühle und unnahbare Eleganz in einer Person gesehen. “Wer ist er?..” flüsterte er auf den Flyer gebannt und Eve setzte sich jetzt neben ihn an den Tisch. “Das ist Valentin Durand, er ist der beste Balletttänzer den diese Welt zu bieten hat und ich beobachte ihn schon eine Weile, er hat eine düstere und gefährliche Aura. Ich denke es könnte eine Spur sein.” grinste Sie. “Außerdem ist er doch genau dein Typ oder nicht? Also kommst du mit?” bettelte Sie noch einmal und er schaute sie entgeistert an. "Eve, du weißt ich will nichts damit zutun haben, ich habe mich nicht umsonst gegen die Jagd und für das Studium entschieden. Was soll da schon bei raus kommen? Eine weitere arme Seele die für Erfolg alles in einem Pakt versetzt hat, wir können ihm sowieso nicht helfen.", äußerte er.

Er seufzte, konnte er sich diesen Mann wirklich entgehen lassen? Konnte er seiner Schwester wirklich diese Bitte abschlagen? Allein auf diesem Werbebild hatte er eine Präsenz die den Braunhaarigen umwarf, welchen Sturm würde er wohl in einem Raum entfachen wenn er sich bewegte. Nate nickte stumm und Eve nahm ihm den Flyer aus der Hand was er mit einem missmutigen Laut quittierte und die junge Frau lachte.

“Wann ist das?” fragte er nach einer Weile und Eve schaute auf die Uhr, das verursachte etwas Unbehagen in dem jungen Mann, er hatte die Hoffnung etwas mehr Zeit zu haben sich seelisch und moralisch auf diese Folterung vorzubereiten. “Du hast noch 5 Stunden.” sagte Sie schließlich und grinste ihn an.

“Und Nate?” sprach sie und er schaute sie fragend an “Das ist gehobene Gesellschaft, ich weiß du magst es nicht aber du hast ja glücklicherweise einen Anzug.” grinste sie unschuldig und der Braunhaarige starrte sie an “Das kann jetzt nicht dein ernst sein?” maulte er und verdrehte die Augen während die Schwarzhaarige nur mit der Schulter zuckte.

“Na wenn es denn sein muss..” gab er missmutig zurück, was er für seine Schwester nicht alles tun würde. "Wehe da kommt nichts bei raus.", quittierte er aufgebend.

VALENTIN

Valentin saß vor dem Spiegel und betrachtete sein makelloses Gesicht, es war markant, aber nicht so markant dass es zu kantig wirkte, seine Haut war weich und hatte eine elegant wirkende Bleiche die in einem starken Kontrast zu dem tiefschwarzen Ansatz seiner etwas längeren welligen silbrig gefärbten Haare, welche er in einem Undercut trug und die silbernen Augen die bedrohlich funkelten. “Valentin bist du bereit? Du bist gleich dran!” steckte ein brünetter und dominant wirkender Mann mit blauen Augen den Kopf durch die Tür und der Tänzer nickte, während er seine schwarzen Ballettschuhe schnürte. Die offenen Stellen an seinen Zehen hatte er getaped, es würde für heute wohl so ausreichen, es war ja nicht so dass er das nicht seit Jahren gewöhnt war. Valentin trat heraus aus seiner Privatumkleide und trat bereit loszulegen hinter den schweren dunkelroten Samtvorhang. Er faltete die Hände vor sich und schloss die Augen um sich noch einmal zu sammeln ehe er das Signal bekam dass sein Einsatz gekommen war, was auch nach ein paar Sekunden direkt der Fall war.

Der eigentliche Dämon nahm Haltung ein und trat hinaus auf die Bühne, das grelle Licht der Scheinwerfer blendete ihn doch der Raum schien sich mit seinem auftauchen direkt in ein finsteres Ambiente zu hauchen, es schien als würde die Luft vor Kälte durch die rohe Eleganz des Mannes gefrieren während er seine Choreographie abtanzte und dabei ein Bild von roher Gewalt ausstrahlte mit der Eleganz eines gefährlichen und tödlichen Raubtieres. Seine Aura strahlte über die gesamte Bühne bis weit in die Reihen der Zuschauer hinein. Er kanalisierte die Dunkelheit tief in seiner Seele und gab sie stoßweise frei um seine Bewegungen für die Zuschauenden emotional zu unterstreichen.

Seine Schrittfolge kannte er in- und auswendig und er verleihte der Rolle des schwarzen Schwans eine mehr als nur düstere Aura die alle Gäste des Theaters den Atem anhalten ließ, nach einer Pirouette ließ er seinen eisigen Blick über die Zuschauer schweifen, wie immer war die Vorstellung ausverkauft. Nach einer weiteren Drehung erweckte ein leuchtenes grün-türkises Paar Augen in einer der vorderen Reihen seine Aufmerksamkeit, leider wandte der junge Mann seinen Blick direkt ab als sie sich für einen Moment gegenseitig in die Augen schauten. Er suchte den Blick des Mannes während seiner Tanzeinlage noch einmal doch er hatte keinen Erfolg dabei, alles was ihm im Gedächtnis blieb war der Anblick dieses rohen Sturmes der in seinen Augen zu toben schien. Als er hinter dem Vorhang heraustrat und wieder im Backstagebereich der Vorstellung war ging er direkt die Treppe neben der Bühne hinunter, diese Augen wollten ihn einfach nicht in Ruhe lassen, er wollte Sie aus der Nähe sehen und ergründen ob sie nun grün oder türkis waren. Er als absoluter Perfektionist konnte einfach nicht beides gelten lassen. Er versuchte von der Seite einen näheren Blick von dem jungen Mann zu erhaschen aber er saß nicht mehr auf seinem Platz, etwas verärgert zog er den kleinen Vorhang vom seitlichen Bühnenaufgang wieder zu während auf der Hauptbühne bereits das Finale getanzt wurde. Der weiße Schwan starb - so wie Valentins Hoffnung diese Augen ergründen zu können und zu erfahren warum sie ihn derart magisch anzogen, etwas derartiges hatte er noch nie erlebt.

Valentin betrat wieder seine Kabine, warf sich einfach eine Jacke über und schnappte sich eine Zigarettenschachtel, er musste jetzt erstmal eine Rauchen. Er trat zum Hintereingang für die Tänzer und Bühnenarbeiter und trat hinaus ins Freie, es tröpfelte leicht als er seine Zigarette mit der Hand vor der Nässe schützte und sie sich ansteckte. Er nahm einen tiefen Zug und lehnte sich an die Hauswand in seinem Rücken während er die Augen schloss. Wieder sah er dieses paar Augen vor sich, es wollte ihn einfach nicht loslassen, würde es wahrscheinlich auch nicht ehe er nicht wusste ob diese Augen grün oder türkis waren. Manchmal ärgerte er sich über seinen Perfektionismus, es musste immer alles Perfekt sein, Augen waren nun einmal entweder Grün oder Türkis und nicht einmal so und im nächsten Moment anders, aber nicht nur die Farbe hielt ihn in seinem Bann, nein - diese Augen waren anders. Es wohnte ihnen etwas inne das er aktuell nicht verstehen konnte - es war als wäre er für den Bruchteil einer Sekunde gefangen gewesen. Der Silberhaarige nahm erneut einen Zug und atmete den Rauch der Zigarette langsam aus. Der Mann stieß sich von der Wand ab und bewegte sich ein paar Schritte in Richtung Haupteingang, immer mit der Vorsicht nicht entdeckt zu werden denn jetzt strömten die Besuchermassen heraus und er wollte jetzt nicht unbedingt von überglücklichen Fans belagert werden, aber vielleicht würde er ihn sehen wenn er raus kam.

Er wartete und beobachtete die Masse an Menschen ganz genau - aber Fehlanzeige, er konnte ihn unter all den Menschen nicht ausmachen. Es war ein Problem für den ihn, er musste einfach diese Augen sehen. “Verdammt..” zischte er, drückte seine Zigarette aus und schnippte sie in einen Mülleimer bevor er sich wieder auf den Weg zurück zu dem Hintereingang machte.

NATE

Der Braunhaarige lag Abends wach in seinem Bett, in Gedanken bei diesen eisigen Augen die direkt in seine geblickt haben und ihm einen derart eiskalten Schauer über den Rücken jagte dass er die Vorstellung verlassen musste, Eve war ganz schön sauer gewesen aber was hätte er tun sollen? Er hatte das Gefühl dass seine Seele durch seine Augen aus ihm heraus gerissen wurde, es war beängstigend und doch anziehend. Was war da nur passiert? Es passte keineswegs zu seinem Verdacht dass der arme Teufel seine Seele für seinen Erfolg verkauft hatte. Und jetzt hatte er das Problem, diese rohe Eleganz die er ausstrahlte und diese eisigen Augen wollten ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen. Er musste zugeben er würde ihn gerne nochmal sehen und seinen Verdacht ergründen bevor er mit Eve sprach, aber wie sollte er das anstellen? Weder mochte er plötzlich Ballettvorstellungen noch konnte er es sich leisten sich so ein Ticket zu kaufen, ohne Eve wäre er da sowieso weder freiwillig reingegangen und noch viel weniger dort hinein gekommen.

Der junge Mann drehte sich auf die Seite, der Gedanke daran diesen Mann aus seinem Kopf zu verbannen fiel ihm unheimlich schwer, es war als hätte er sich in sekundenschnelle einfach auf alle Ewigkeiten eingebrannt. Allein der Moment wo er auf die Bühne kam, es war als würde der komplette Raum einfach einfrieren, er hatte noch nie einen Menschen mit einer derartigen Ausstrahlung gesehen und darüber hinaus war er auch noch unverschämt attraktiv, attraktiv und brandgefährlich. Wenn er da an sein eigenes Äußeres dachte deprimierte es ihn, jemand wie er hätte sowieso keine Chance bei jemandem wie ihm, er konnte sich so wenigstens die Peinlichkeit ersparen ihn noch einmal zu sehen.

Aber weshalb dachte er jetzt so? Es stand nie im Raum, woher kam dieser Gedanke? Er sollte ihn auschecken, den Verdacht seiner Schwester ergründen und ihr helfen.. nicht sich vergucken. "Zum Teufel ich bin ein hoffnungsloser Fall...", flüsterte er sich leise selbst zu. Er war sich sicher dass es ohnehin nur Zufall war und der Schwarzhaarige sich mit Sicherheit noch nicht einmal an ihn erinnern würde wenn man ihn darauf ansprach, gewiss hatte er auch ganz andere Prioritäten als darüber nachzudenken mit wessen Augen er seinen Blick kreuzte, er schaute bestimmt in viele Augen während er tanzte. Nate seufzte, er wollte endlich aufhören über den Mann nachzudenken doch es wollte ihm einfach nicht gelingen, er lag einfach wach und seine Gedanken drehten sich vehement im Kreis.

Er entschied sich noch einmal kurz die zwei Minuten Fußweg zu dem Steg zu unternehmen, ein bisschen frische Luft würde ihm wohl ganz gut tun und ihn vielleicht auch auf andere Gedanken bringen sodass er nachher einschlafen konnte wenn er wieder zuhause war, da es sowieso sehr warm draußen war beschloss er einfach nur eben seine kurze Hose und ein T-Shirt über zu streifen und verließ seine kleine Wohnung.

Draußen wehte ihm sofort eine sommerliche Brise durch das ohnehin zerzauste Braune Haar, er wusste dass er gerade absolut unmöglich aussah aber wen sollte es schon stören? Langsam, barfuß und mit den Händen in den Hosentaschen schritt er an dem Steg entlang und schaute über den breiten Fluss, vereinzelt blinkte eine Boje die den Schiffen zeigte wo die schiffbaren Teile des Flusses lagen damit sie nicht strandeten. Als ein Vogel über ihn hinweg flog reckte er seinen Kopf gegen den Himmel als erneut ein leichter Windstoß seine Haare in Bewegung versetzte, der Braunhaarige schloss kurz die Augen ehe er sie wieder auf den Weg vor sich richtete und seinen Weg fortsetzte. Sein Plan hier draußen auf andere Gedanken zu kommen funktionierte jedenfalls nicht wirklich, in seinen Träumereien gefangen bewegte er sich einfach instinktiv weiter den Steg hinunter den er in seinem Leben bestimmt schon hunderttausend Mal abgelaufen war und achtete nicht weiter auf den Weg als er in etwas - oder auch jemanden - hineinstieß.

Sofort wandte er sich um und entschuldigte sich, silbernes Eis traf auf grün-türkisen Sturm. Valentin schaute ihm direkt in die Augen, er hatte ihn sofort wiedererkannt, diese Augen die ihm einfach nicht verraten wollten welche Farbe sie besaßen hätte er unter tausenden wiedererkannt, er sah sich darin gefangen, unfähig sich zu bewegen, gebannt in diesem intensiven Blick, es war genau das Paar Augen nach dem er sich die ganze Zeit in seinen Gedanken verzerrt hatte und nun stand der junge Mann der diese Augen besaß direkt hier vor ihm. “Schon gut..” sagte der Kleinere leise der wieder seine beige enge Hose trug und dazu ein einfaches weißes nicht komplett zu geknöpftes Hemd während er sich in dem Sturm verlor der sich direkt vor ihm ereignete und auch der Mann dessen Augen es waren die ihn so derart aus der Fassung brachten schaffte es nicht den Blick abzuwenden, sie starrten sich einfach unentwegt in die Augen und Nate auf seiner Seite hatte das Gefühl unter dem Blick dieses Mannes zu erfrieren, eine eiskalte und finstere Aura umfing ihn. Verunsichert von der Situation wandte sich der Jüngere ab und lief eilig davon. “Warte doch..” rief Valentin ihm leise hinterher, er kannte noch nicht einmal seinen Namen. Hinter der nächsten Ecke kam Nate an einen Baum gelehnt keuchend zu stehen. “Scheisse wie bescheuert war dass denn? dann renne ich ihn erst über den Haufen und dann renne ich weg?” keuchte er sich selbst zu und stöhnte über seine eigene Dummheit, das wäre seine Chance gewesen wenn denn überhaupt jemals eine bestanden hätte. Valentin stand noch immer zurück gelassen an dem Steg und war gedanklich noch immer bei dem jungen Mann. Sein Problem hatte sich nicht gelöst, diese Augen hatten sich noch tiefer in seine Gedanken gebrannt und ihr Besitzer gleich mit.

VALENTIN

Der Silberhaarige wandte sich in die Richtung in die der Braunhaarige gelaufen war, vielleicht würde er ihn noch einmal antreffen wenn er ihm folgte? Also machte er sich mit gemischten Gefühlen auf den Weg, er wollte es verstehen, wollte verstehen warum dieser Mann ihn so beschäftigte. Nate stieß sich unterdessen von dem Baum los, gerade heute wo er dachte es würde schon keinen Interessieren wie er draußen herumlief, gerade heute wo er ohnehin schon wegen diesem Mann wach lag.. der Braunhaarige strich sich durch das struppige Haar.

Und dann musste er tatsächlich auch ausgerechnet ihm begegnen und er spürte in sich dass es das noch nicht gewesen war, er spürte den inneren Zwang sich einfach wieder umzudrehen und zurück zu gehen doch er war sich sicher dass er gewiss schon längst nicht mehr da war und sich vermutlich einfach wunderte was für ein Idiot ihn da umgerannt hatte, vielleicht ärgerte es ihn auch, der jüngere seufzte tief als er sich auf den Heimweg machte und den anderen nur um wenige Sekunden verpasste, während dieser weiter sein Gedankengut infiltrierte.