Ich werde dein Alptraum sein

Summary

[ShigaDabi][OneShot][Drama][Fanfiction] Sei dir immer bewusst, dass ich immer in deiner Nähe sein werde. Wie ein Schatten werde ich dich verfolgen. Ich werde dein Alptraum sein und du wirst dir wünschen, dass du diesen Schritt nie gewagt hättest.

Genre
Drama/Romance
Author
Alicja
Status
Complete
Chapters
1
Rating
5.0 2 reviews
Age Rating
13+

Chapter 1

»Es ist vorbei«, sagte er so trocken, wie er nur konnte. Dennoch gingen ihm die Worte nur schwerfällig über die Lippen. Seine Stimme bebte, während seine Hände, die er tief in den Taschen seines Mantels vergraben hatte, unbarmherzig zitterten. Mit jemandem Schluss zu machen, der immer alles bekam, was er wollte und mit den Gefühlen anderer spielte, als wäre es ein Spielzeug, war alles, aber nicht einfach. Erst recht, wenn diese Person mit nur einem Wimpernschlag sein ganzes Leben ruinieren könnte, wenn sie nur wollte. 


Sein Gegenüber grinste lediglich. Es war dieses hinterhältige und dominante Lächeln, das die Lippen des Schwarzhaarigen zierte. Er zückte eine Zigarette und steckte sie zwischen die Lippen, dann sah er sein Gegenüber abwertend an, nur um seinen Blick gleich wieder abzuwenden. In diesem Moment realisierte Shigaraki, was er getan und gesagt hatte. Er legte sich mit einer Person an, mit der man sich nicht hätte anlegen sollen. Jetzt konnte er nur noch hoffen, dass es nicht zu seinem Verderben werden würde.


»Ich vernichte dich«, entgegnete der Schwarzhaarige lediglich, er sah nicht einmal in die Richtung von Tomura, stattdessen rauchte er seelenruhig seine Zigarette weiter. Seine Augenlider waren halb geschlossen, dennoch konnte man das Türkis deutlich erkennen. Es waren Augen, die einem den Verstand raubten. Augen, in denen man ertrank und denen man verfiel, nur um sie anschließend aus ganzem Herzen zu hassen. 


»Das weiß ich«, stellte Shigaraki fest. Er wusste es von Anbeginn – seit dem Moment, seit er sich auf diese Beziehung mit Dabi eingelassen hatte. Und vielleicht hatte er sich nur darauf eingelassen, weil er einen Hang dazu hatte stets in solche toxischen Beziehungen zu geraten. Es war beinahe unausweichlich. Vielleicht hatte Dabi ihn verzaubert. Seine Augen. Seine Stimme. Sein Charakter? Oder doch dessen Körper? Vielleicht sogar das Lächeln. Shigaraki hatte keine Ahnung.


»Wieso machst du es dann? Du könntest einfach warten, bis ich das Interesse verliere. Bis es mir zu langweilig wird und ich dich fallen lasse«, sagte Dabi, während sein Blick zu den blutroten Augen des Jüngeren wanderte. Shigarakis Augen waren voller Entschlossenheit und Selbstbewusstsein. Lediglich seine Stimme verriet seine wahren Gefühle, die Furcht, genauso wie die Tatsache, dass er sein Gewicht immer wieder von einem Fuß auf den anderen verlagerte. Ein seltsamer Anblick für jemanden, bei dem Dabi sich sicher war, dass er nichts außer Wut und Hass empfinden konnte.


Tomura wusste nicht genau, was er sagen sollte. Er wollte nicht mehr das Spielzeug des Schwarzhaarigen sein. Viel lieber wollte er diese Beziehung aus eigenem Antrieb beenden, er wollte derjenige sein, der diesen Schritt wagte, aus eigener Initiative. 

»Vielleicht habe ich das Interesse an dir verloren.« Dabis Augen leuchteten in dem Moment auf, doch Tomura konnte nicht benennen, was dieses Leuchten bedeutete.


»Du hast das Interesse nicht verloren«, stellte Dabi selbstsicher fest. So selbstsicher, dass jeder andere ihm geglaubt hätte. Es war einfach seine Stimme, dieser leicht gelangweilte, vielleicht genervte Ton, genauso wie diese Dominanz und Kompromisslosigkeit darin. 


Einer der Gründe, welcher bewirkte, dass einem die Knie weich wurden. Egal ob Frau oder Mann, unabhängig davon, ob sie wollten, oder nicht. 

»Woher willst du das wissen?« Shigaraki biss die Zähne zusammen, er wusste genau, dass Dabi im Recht war. Er hatte das Interesse nicht verloren. Dabis Wirkung auf ihn war noch immer die gleiche wie immer. Wie zu Beginn. Doch das würde er niemals einfach so zugeben.


»Weil niemand das Interesse an mir einfach so verliert«, knurrte Dabi und trat näher an Tomura heran. Und obwohl beide beinahe gleich groß waren, fühlte Tomura sich ganz klein und hilflos in Dabis Gegenwart. Seine Aussage hatte so viel Gewicht, sie war die perfekte Zusammenfassung dessen, wie es wirklich war. Jeder wusste, dass Dabi derjenige war, der die Karten verteilte. Und vermutlich war das der Grund, wieso es ihn so verwunderte, dass man mit ihm Schluss machte. Schließlich bekam er immer das, was er wollte. Wieso sollte es jetzt anders sein?


»Ausnahmen bestätigen die Regeln«, stellte Shigaraki fest, seine Stimme wirkte kühl und distanziert, während er seine Hand auf Dabis Arm legte um ihn von sich zu schieben. Nur wurde er davon abgehalten, denn Dabi griff nach den Weißhaarigen und zog ihn sogleich zu sich. Tomura versuchte nicht einmal, sich zu wehren, zu gut wusste er, dass es nichts bringen würde. 


Stattdessen beobachtete er sein Gegenüber genau, jede seiner Bewegungen wurde studiert.

»Bei dieser Regel gibt es keine Ausnahmen«, hauchte Dabi leise. Seine Hand wanderte zu Tomuras Gesicht und strich sogleich eine der lange, weißen Strähnen hinter dessen Ohr. Gleich darauf beugte er sich vor und biss leicht hinein. 


Natürlich blieb beim Jüngeren die Reaktion darauf nicht aus, sein Körper spannte sich an, während eine angenehme Gänsehaut und Wärme sich über diesen ausbreitete. »Selbst wenn du gehen solltest, du wirst keine Ruhe finden. Ich werde dein Alptraum sein, vergiss das nicht«, flüsterte Dabi und betonte dabei jedes einzelne Wort, das er langsam aussprach. Bei Shigaraki bewirkte es, dass er für einen kurzen Augenblick den Atem anhielt. 


Tomura dachte über Dabis Worte nach, überlegte, wie er es meinen könnte. Ob er vorhatte irgendwelche Gerüchte in die Welt zu setzen? Nein, das war nicht die Art des Schwarzhaarigen, es wäre zu kindisch für ihn. Vermutlich kannte er genug Wege oder Personen, um Shigaraki zu bestrafen. Um ihn büßen zu lassen, für das, was er gerade getan hatte. Der Gedanke erschütterte den Weißhaarigen beinahe.


»Was meinst du?«, fragte er, worauf Dabi ihm ein freches und gleichzeitig geheimnisvolles Lächeln schenkte.

»Ich weiß nicht, das liegt ganz bei dir. Vielleicht entschuldigst du dich ganz brav, wie ein folgsames Hündchen, und vielleicht verzeihe ich dir das hier«, schlug Dabi ihm vor, obwohl er genau wusste, dass Tomura niemals darauf eingehen würde. 


Er wollte ihn einfach nur testen. Während Tomura zuvor noch langweilig und normal auf ihn gewirkt hatte, so hatte es sich in dem Moment geändert. Nun wollte er ihn bei sich behalten, unabhängig davon, ob Tomura zu ihm zurückkehren wollte, oder nicht. »Vergiss nicht, die Entscheidung liegt ganz bei dir.«


»Träum weiter«, murrte Shigaraki, während er sich ruckartig von Dabi entfernte. Mit sicheren Schritten steuerte er auf die Tür zu. Die Furcht, die bis vor kurzem noch über ihn geherrscht hatte, verwandelte sich in nichts als schiere Wut. Egal was war, egal was noch kommen würde – er dachte nicht einmal daran, sich bei diesem überheblichen Arschloch zu entschuldigen. Weder heute noch sonst irgendwann. Auch wenn dieses Arschloch nicht viel brauchte, um Tomuras Leben zu zerstören.


Noch bevor er die Chance hatte, den Raum zu verlassen, oder gar die Türklinke zu berühren, wurde er zurückgehalten und gewaltsam geküsst. Dabi lehnte sich mit den Armen an die Tür, wodurch er dem Weißhaarigen jegliche Fluchtmöglichkeit nahm. Er vertiefte den Kuss, der mit jeder Sekunde intensiver und heißer wurde, sodass sich jegliche Wut des Jüngeren einfach verflüchtigte. 


Gleichzeitig bewirkte es, dass das einzige, was Shigaraki in dem Moment wollte, war, seine Hände in den weichen Haaren seines Gegenübers zu versenken. Doch Dabi beendete den Kuss so schnell, wie er ihn begonnen hatte und entfernte sich sogleich wieder von dem leicht geschockten Tomura


»Du kannst gehen«, sagte Dabi lustlos und setzte sich in gemütlicher Pose auf sein großes Bett. Sein Blick haftete dabei unentwegt auf den Weißhaarigen, beobachtete jeden seiner unsicheren Bewegungen. »Wenn du also das Interesse wirklich verloren hättest, dann hättest du mich längst von dir gestoßen«, fügte er ruhig hinzu, konnte jedoch nicht verhindern, dass sich ein leichtes Lächeln auf seine Lippen stahl. Es verriet seine Zufriedenheit über Tomuras verwirrte Reaktion. 


»Du kannst mich mal.« Tomura brachte nur so viel heraus, ergriff sogleich die Türklinke und öffnete die Tür. Er wollte gerade hinaustreten, als ihn die spottende Stimme des Schwarzhaarigen innehalten ließ.


»Denk daran, was ich dir gesagt habe. Ich werde dein Alptraum sein und du wirst jedes Mal den Atem anhalten, wenn du mich siehst. So, als wäre ich der schönste Traum, den du jemals geträumt hast«, lachte er unverschämt und griff nach seiner Zigarette, die noch immer brannte. Shigaraki hielt es nicht länger aus. Er ging wortlos aus dem Zimmer des Schwarzhaarigen, knallte die Tür zu und verließ sogleich das Gebäude, in dem Dabi wohnte.