Regen

Summary

[DabiHawks][Romance][OneShot][Fanfiction] In manchen regnerischen Nächten, geschehen ungewohnliche Dinge und unerwartete Besucher stehen plötzlich vor der Haustür.

Genre
Romance
Author
Alicja
Status
Complete
Chapters
1
Rating
5.0 1 review
Age Rating
16+

Regen

Ein leises, undefinierbares Klopfen weckte den geflügelten Helden mitten in der Nacht. Faul drehte er sich auf die andere Seite, dabei ignorierte er das unbekannte Geräusch. Doch dieses wiederholte sich, gepaart mit dem Rauschen des Regens, der bereits die ganze Nacht zugange war. Ein für das Ohr unangenehmes Geräusch, das einem den Schlaf rauben konnte.


Leicht gereizt, dass man ihn um seinen Schlaf brachte, wechselte Keigo seine Position und setzte sich auf. Ziellos blickte er aus dem Fenster, fixierte dabei einen unbestimmten Punkt in der nächtlichen Metropole. Vermutlich hätte er dies noch eine ganze Weile getan, wäre da nicht das Klopfen an seiner Tür, welches den Blonden sehr verwunderte. Er erhob sich vom Bett, streckte die schmerzenden Glieder und warf sich seine kuschelige, rote Decke über die Schulter.


Als er gerade das Zimmer verließ, lugte er kurz zu der schwarzen Uhr, die über seinem Bett hing. Sie zeigte genau zwei Uhr zwanzig an. Er fragte sich, welche Person der Meinung war, um zu so einer unchristlichen Uhrzeit bei ihm aufzukreuzen.


Während er so durch den Flur schlenderte, summte er eine von ihm ausgedachte Melodie. Immer wieder in einem seltsamen Rhythmus. Allen Anschein nach taugte er kein bisschen zum Musiker. Er hatte keinerlei Rhythmusgefühl, geschweige denn ein Talent zum Singen oder für irgendwelche Instrumente.


Keigo blieb vor der Tür stehen und öffnete diese, so leise wie es nur ging, nur um keine weiteren, nervigen Geräusche zu tätigen. Zu seiner Verwunderung stand hinter seiner Tür der völlig durchnässte, schwarzhaarige Mann, den er nur zu gut kannte.


Die durch den Regen hängenden Haare, klebten unnatürlich im Gesicht des nächtlichen Gastes. Ein paar einzelne Strähnen hingen an seiner Stirn und einzelne Tropfen bahnten sich ihren Weg über sein Gesicht, nur um danach auf den ohnehin schon dreckigen Boden zu tropfen. Der Mann lächelte dem ihm bekannten Bewohner der Wohnung an, zeigte ihm mit einer Geste seine Hilflosigkeit und bat um Hilfe seitens des Blonden. Selbst Schuld, wenn er mitten in der Nacht und bei Regen umherschweifte.


»Bevor du etwas sagst, will ich dich darauf hinweisen, dass du als Held in der Pflicht stehst, einem Hilfesuchenden zu helfen. In dem Falle also mir«, stellte der Schwarzhaarige fest und zeigte dabei auf sich. Der geflügelte Held lächelte und rollte sarkastisch mit den Augen.

»Dann hereinspaziert Herr Böse, tretet ein in meine bescheidenen Gefilde«, antwortete er, verbeugte sich freundlich, als Geste der Einladung. »Vielleicht sollte ich für dich noch den privaten Chauffeur spielen?«, setzte er noch dazu.


Dabi schlug den Blonden leicht in die Seite und betrat sogleich die Wohnung seines Freundes.

»Ich bevorzuge es, mich wie üblich durch die Stadt fortzubewegen, solange ich noch jung bin und die Kraft dazu habe. Trotzdem danke ich für das nette Angebot, Herr Held.« Hawks schloss hinter ihm die Tür, gleichzeitig neckte er seinen Freund.

»Blöd bist du«, setzte Dabi noch hinzu.


»Allem Anschein nach hab ich mir das von dir abgeschaut«, antwortete der geflügelte, während er den völlig durchnässten, schwarzen Mantel des Schurken an den Haken beförderte. »Geh in mein Schlafzimmer, ich komme gleich nach und zieh die Schuhe aus. Nur weil mein Zuhause ein Saustall ist, muss es ja nicht noch schlimmer werden.«


Der Dunkelhaarige tat, worum ihn der Jüngere gebeten hatte, während Keigo sein Badezimmer ansteuerte. Dort suchte er irgendein sauberes Handtuch in seinen Schränken und als er schlussendlich eines gefunden hatte, begab er sich in sein Schlafzimmer, wo Dabi saß.


Er blieb in der Tür stehen, lehnte sich an den Rahmen und betrachtete seinen Freund, der aktuell im Schneidersitz auf seinem Bett saß und den Blonden keines Blickes würdigte. Doch Dabi wusste genau, dass er ihn beobachtete und ihn nahezu mit seinen Blicken auszog.


Bei diesem Gedanken überkam Dabi ein merkwürdiger Schauer, doch das ignorierte er. Nach einer Weile des sinnlosen Herumsitzen schaute er den Helden aus dem Augenwinkel an, wodurch er direkt wegschaute.


Das Licht des Mondes beschien das Gesicht des Dunkelhaarigen, man sah ihm die Erschöpfung regelrecht an, gemischt mit einer Traurigkeit, dessen Ursache dem Blonden unbekannt war. Hawks wusste, eines Tages würde er schon hinter die ganze, dreckige Wahrheit über die Vergangenheit seines Freundes kommen.


Mit langsamen Schritten entfernte er sich von seinem Platz. Er setzte sich neben den Älteren, lehnte seinen Kopf an seine Schulter und seufzte leise.

»Worüber denkst du nach?«, fragte er, dabei wusste er genau, dass er keine ehrliche Antwort erwarten konnte.

»Über nichts.« Die Antwort war so klar.


Keigo riss seinen Kopf von der Schulter des Schwarzhaarigen und legte ihm das Handtuch auf den Kopf. Er begann damit, die Haare durch ein gleichmäßiges reiben zu trocknen, was Dabi allen Anschein nach nicht gefiel, denn er versuchte ihn wegzustoßen. Doch Keigo gab sich nicht geschlagen, packte seinen Partner an der Taille, um ihn automatisch umzuwerfen.


Sie landeten dabei in einer sichtlich zweideutigen Position, denn der Blonde saß auf den Schwarzhaarigen und lehnte seine Hände an dessen Schulter. Jedoch achteten beide nicht darauf. Sie neckten sich gegenseitig und waren darin einfach nur vertieft.


Das Geräusch eines vorbeifahrenden Krankenwagens, der vor dem Fenster vorbeizog, unterbrach ihr Spielchen. Beide wandten ihre Blicke zu dem Lärm, jedoch nicht lange, denn gleich darauf ging ihre Rauferei weiter. Erst nach gut zehn Minuten beendeten sie ihre durchweg dümmliche Spielerei, lachten dabei über sich selbst.


»Schau, jetzt bist du bereits trocken, dann brauchst du meine Hilfe nicht mehr«, stellte der Jüngere ironisch fest. Dabi brummte als Antwort, zog Keigo gleich darauf zu sich, der seinen blonden Schopf auf seiner Brust platziert hatte. Auf seinem Gesicht erschien ein leichter, rosa Schimmer. Keigo liebte die Nähe zu dem Schwarzhaarigen, weshalb er diese Gelegenheit mutig ausnutzte. Leise murmelte er, als er das leichte und angenehme Streicheln an seinen Flügeln spürte.


Hawks war bis über beide Ohren verliebt in den Schurken, doch hatte er Angst es sich einzugestehen. Man konnte behaupten, dass sein Herz ein einziger Scherbenhaufen war und in seinen Kopf ein riesiges Chaos herrschte. Lange dauerte sie an, die Stille, doch Dabi unterbrach diese.

»Sollen wir weiter so blöd herumsitzen?«, fragte er.

»Du hast die Atmosphäre kaputt gemacht«, stellte der Jüngere fest.

»Ich wollte reden, aber du bevorzugst wohl sie Stille«, kam darauf die Antwort.


Keigo nickte und umschlang die Taille des Redners nur noch fester. Dabi lehnte sich plötzlich zurück, wodurch sich ihre Position in die Liegende änderte. Der Blonde erhob sein Haupt und betrachtete den Schwarzhaarigen. Der jedoch war immer noch damit beschäftigt, an den roten Federn zu rupfen. Plötzlich richtete er sein Wort an den Jüngeren.


»Wenn ich sie dir ausreiße, wird es dann schmerzen?«, fragte er sehr interessiert.

»Wenn du willst, dann probiere es doch«, kam die Antwort.

»Ich will nicht, dass es dir schmerzt«, stellte der Schwarzhaarige fest.

»Was willst du dann?«

»Schau in den Spiegel, dann siehst du, was ich will«, sprach Dabi mit einem Lächeln aus.


Hawks bemerkte, wie sein Gesicht noch ein weiteres Stück errötete. Er verfestigte seinen Griff an dem Schlüsselbein des Älteren und versteckte sein Gesicht in dessen Shirt. Nach einer Weile drang das Lachen des Dunkelhaarigen an sein Ohr, jener schien – auf Grund der Situation – erheitert zu sein.


– Eines Tages wird uns alle der Tod ereilen, doch jetzt bin ich bei dir –