Und du wirst es doch tun /Final Fantasy

Summary

Kadaj ist der Sohn von Sephiroth und dieser hat vor ihn zu verheiraten. Kadaj will aber nicht und so brummt ihm Sephiroth den oder die Erste auf, die am nächsten Tag das Haus betritt. Dass dies kein Geringerer als der Turk Reno ist, ahnt Kadaj nicht, ebenso wenig, dass dieser sich bitterböse gegen seinen Vater auflehnen wird. Eine impulsive Mischung aus 'Der Froschkönig, König Drosselbart, Rapunzel' und ein Hauch von 'Aschenputtel'.

Status
Complete
Chapters
23
Rating
3.0 1 review
Age Rating
18+

Prolog

Neikien und ich haben uns am 30.06.2011 zusammengetan und dieses gemischte Märchen verfasst.

Was bei Harry Potter klappte, klappte auch bei Final Fantasy, wenn auch sehr viel dramatischer.

Märchen haben nicht immer ein Happy End und ich bin auch nicht der Fan davon, wenn alles kitschig und voller Fluff gehalten ist.

Wir schreiben hier daher sinnliches Drama, welches noch lange nachwirkt und dennoch Spaß gemacht hatte und am Schluss hatten wir hier ernsthaft 170.195 Wörter zusammen.

Vorsicht Gewalt, Intrigen und auch detaillierter Sex. Also gut überlegen, ob man dieses Märchen, in dem Kadaj und ein paar andere Ooc sind, lesen will. Sexueller Inhalt wird wieder deutlich im Kapitel gemacht.

Zudem sind Kadaj und Reno beide über 18 Jahre alt!

⚜⚜⚜⚜⚜


Kadaj saß wie jeden Morgen gelangweilt in seinem Zimmer und starrte aus dem Fenster.

Erst, als eines der Hausmädchen sein Zimmer betrat und ihn zum Frühstück rief, horchte der Silberhaarige auf und ging langsam nach unten ins Esszimmer.

Sein Vater und seine beiden Brüder saßen schon am gedeckten Tisch und schienen nur auf ihn gewartet zu haben.

Schweigend setzte sich Kadaj an seinen Platz, nahm sich ein Brötchen und fing an zu essen.

Leider fing sein Vater wieder mit dem leidigen Thema Hochzeit an, dass er der Letzte sei und nun endlich mal heiraten sollte.

Kadaj schnaufte nur verachtend und brummelte leise vor sich hin.

Für ihn war dieses Thema immer noch eine Plage und er wollte darüber gar nichts hören.

Kadaj machte seinem Vater gerade etwas lautstark klar, dass er auf gar keinen Fall heiraten wollte.

Nicht jetzt und auch nicht in den nächsten drei Jahren.

„Kadaj, meine Geduld ist langsam am Ende. Yazoo hat in deinem Alter auch geheiratet und selbst Loz hat noch eine Frau abbekommen. Warum zierst du dich so dagegen?“, fragte er im ruhigen Ton, schaute den Jüngsten am Tisch eingehend an und wartete auf dessen Antwort.

„Weil ich keine Lust habe und weil mich so was nicht interessiert. Ich mag nun mal meine Freiheit und da kann ich so was wie eine klammernde Ehefrau nicht gebrauchen”, erwiderte Kadaj schroff, biss mehr als sauer in sein Brötchen und trank seinen Kaffee.

„Also schön, wenn das dein letztes Wort ist, ... dann sehe ich mich leider gezwungen, da etwas nachzuhelfen. Du wirst die erste Person heiraten, die hier morgen auftaucht und es ist mir egal, wer oder was hier dann auftaucht.”

Damit erhob sich Sephiroth von seinem Platz, warf wütend die Serviette auf den Teller und verließ den Raum.

Kadaj schaute seinem Vater verwirrt hinterher, blickte dann wieder seine beiden Brüder an und schluckte.

„Tja Kadaj, dann hoffe mal, dass hier morgen nicht Rufus als Erster auftaucht”, grinste Yazoo spöttisch, wobei Loz nur grinsen musste und sich schon in Gedanken die Hochzeit der beiden ausmalte.

„Haha ... sehr witzig Yazoo”, blaffte Kadaj zurück, erhob sich dann ebenfalls und ging wieder rauf auf sein Zimmer.

Im Stillen verfluchte er seinen Vater, wie konnte dieser es wagen, sich dort einfach einzumischen?

Seufzend ließ sich der Silberhaarige auf die Fensterbank nieder, blickte wieder nach draußen und malte mit den Fingerspitzen auf die Glasscheibe.

Leider ging dieser Tag schneller herum, als es Kadaj lieb war und ehe er sich versah, war es auch schon Abend und Zeit für das Abendessen.

Genervt ging er wieder nach unten ins Esszimmer, hoffte aber gleichzeitig, dass sein Vater das bis morgen mit der Hochzeit vergessen hatte.

Doch Sephiroth hatte es keinesfalls vergessen, sprach das Thema sogar noch mal kurz an und aß erst dann schweigend sein Abendbrot.

Kadaj seufzte leise auf, stocherte lustlos in seinem Gemüse herum und fragte sich schon in Gedanken, wer morgen als Erstes durch diese Tür kommen würde.

Kadaj hatte sich nach dem Abendessen wieder auf sein Zimmer zurückgezogen, saß nun auf seinem Bett und fing zu lesen.

Hin und wieder schweifte er in Gedanken ab, überlegte sich immer wieder, was er morgen machen sollte.

Vielleicht sollte er einfach im Bett bleiben oder sich irgendwo in der Villa verkrümeln, wo ihn keiner finden würde.

Aber egal, was er anstellen würde, sein Vater würde ihn wohl überall finden.

Mit dieser Erkenntnis schlief er irgendwann ein.

Kadaj schlief nicht sonderlich gut.

Immer wieder wurde er von Albträumen geplagt, wachte sichtlich verwirrt auf und versuchte wieder zu schlafen.

Die halbe Nacht ging das so, bis er dann doch mal traumlos bis zum Frühstück durchschlief.

Gerade wollte er sich noch mal auf die Seite rollen, als eines der Hausmädchen die schweren Vorhänge aufzog und Kadaj aus dem Schlaf riss.

Kurz blinzelte dieser, verzog sich dann aber mit frischen Klamotten ins Badezimmer und zog sich um.

Sichtlich nervös ging er dann später runter ins Esszimmer, bekam aber nicht einen Bissen runter.

Yazoo hörte es an der Tür schellen, öffnete diese auch gleich und schaute Reno mehr als geschockt an.

Doch ehe er etwas sagen konnte, kam auch schon Sephiroth um die Ecke und blickte den Rothaarigen ernst an.

„Guten Morgen Reno, hast du nicht eigentlich frei? Was machst du so früh hier?“, wollte der General wissen, ließ ihn jedoch eintreten und erinnerte sich dann wieder an seine Worte des gestrigen Tages.

„Kadaj~ kommst du mal, ... dein Zukünftiger ist soeben eingetroffen”, rief Sephiroth quer durch die Villa.

Genervt blickte Reno Sephiroth an, nicht dass er kein Respekt hätte, aber er selber fragte sich auch schon, warum und wieso er eigentlich einen freien Tag hatte.

„Ich muss auf Anordnung des Präsidenten heute den Tag hier verbringen. Das führt mich hierher”, meinte er in einem monotonen Ton und seufzte dabei, als er eintrat.

Die Augen hatte er kurz geschlossen, nun öffnete er sie erschrocken.

„Wie bitte?”

Das verstand er jetzt nicht.

Was meinte der General denn nun damit?

Fragend und verwirrt schaut er Yazoo an.

Yazoo grinste nur, zuckte dann aber schon mit den Schultern und meinte, dass er von nichts wüsste.

Kadaj, der langsam die Treppe herunterkam, hielt kurz inne und starrte den Rothaarigen entgeistert an.

„Och nö, alles nur nicht diesen rothaarigen Köter”, zickte Kadaj gleich los, warf seinem Vater dabei einen giftigen Blick zu und hockte sich auf die letzte Treppenstufe.

„Oh doch, genau, er. Ich hatte dir gesagt, dass ich es diesmal Ernst mache und da Reno der Erste war, wirst du ihn auch heiraten. Ende der Durchsage”, antwortete Sephiroth, ehe er, mit wehendem Umhang, den Flur verließ und sein Büro betrat.

Noch immer ziemlich verwirrt schaute Reno Yazoo an, blickte dann aber Kadaj an, der sich gerade setzte.

Er warf ihm einen giftigen Blick zu.

Danke, kann dich genauso wenig leiden, dachte er sich innerlich und war sichtlich geschockt, als er Sephiroth Worte hörte.

„Hey Moment mal! Werde ich vielleicht auch mal gefragt?“, maulte er los, dann zeigte er auf Kadaj und jammerte weiter.

„Den werde ich ganz bestimmt nicht heiraten! Ich bin doch nicht schwul und wenn ich das wäre, dann bestimmt nicht mit ihm! Hey! Sephiroth! Hörst du mir überhaupt zu?”

Sephiroth drehte sich zu Reno um, hob amüsant die Augenbraue hoch und grinste.

„Nein, du wirst nicht gefragt, ich hab das gestern Abend auch noch klar und deutlich mit Rufus besprochen, und wie du weißt, ist sein Wort Gesetz. Du hast also keine Wahl ... oder willst du dich Rufus widersetzen?”

Diese letzte Frage ließ Sephiroth noch breiter grinsen, ehe er anfing in seinen Unterlagen, zu stöbern.

Schnell wurde Reno ruhig.

Also hatte er keine andere Wahl?

Wirklich nicht?

Das war also auch der Grund, wieso ich so früh morgens schon kommen sollte?

„Dann haben du und Rufus beschlossen, dass ich es unbedingt sein soll?“, fragte er schließlich und sah ihn ernst an.

„Haha! Sehr lustig Sephiroth! Nur weil du der General bist, brauchst du nicht zu meinen, dich über andere lustig zu machen! Immerhin bin ich und auch die anderen Turks, diejenigen, die eure Aufträge erfüllen!”

„Reno, ich hatte nur gesagt, dass Kadaj den oder diejenige heiratet, welcher zuerst durch die Tür kommt. Ich konnte selber nicht ahnen, dass du das sein würdest. Ich habe also nichts dergleichen geplant und nun hüte dein freches Mundwerk”, herrschte Sephiroth den rothaarigen Turk an, erhob sich wieder aus seinem Sessel und öffnete die Tür.

„Wenn du dann so freundlich wärst. Du kannst ja schon ein paar Worte mit Kadaj reden. Ich bin mir sicher, dass ihr euch so einiges zu erzählen habt.”

Wütend und mit vollem Zorn blickte er den General an, verließ aber ohne ein weiteres Wort dessen Büro.

Auf der Treppe saß noch immer Kadaj, der ebenso begeistert, wie auch Reno von dieser Sache war. Schweigend lief er an ihm vorbei, damit er diese dummen Berichte, die er noch immer bei sich trug, auf Rufus Schreibtisch niederlegen konnte.

Danach betrat er wieder die Eingangshalle.

Der sitzt ja immer noch da ... Tz, der braucht gar nicht warten, den spreche ich zu hundert Prozent nicht an!

Kadaj war einfach zu geschockt, um sich auch nur einen Zentimeter zu bewegen.

Wie konnte man ihm das nur antun?

Gegen Yuffie hätte er ganz sicher nichts gesagt, auch nicht gegen eine andere Frau.

Aber ein Kerl?

Noch dazu Reno ... das war echt nicht fair.

Hätte nicht jemand anderes hereinkommen können?

Nein, es musste dieser rothaarige, streuende Köter sein.

Dabei mochte Kadaj die Turks nicht mal sonderlich.

Na ja gut, Rude fand er ganz witzig, aber da hörte es auch schon auf.

Dass Reno nun wieder die Treppen herunterkam, kümmerte ihn nicht wirklich und das Bedürfnis ein Gespräch zu führen, das hatte er nicht.

Gerade ausgesucht, den Anderen nun auch zu heiraten, hatte Reno sich nicht gerade.

Er blieb in der Halle stehen, lehnte sich an eine der Säulen, die bis hoch zur Decke reichte.

Er konnte nun nichts machen.

Der Befehl lautete, in der Villa zu bleiben, egal was geschah.

Oh Mann ... Klar, Sephiroth hat diesen Plan gehabt und Rufus hat zugestimmt und kurz danach wahrscheinlich beschlossen, dass ich hier am Morgen am Hofe aufkreuzen soll.

Kurz schielte er zu Kadaj.

Wenn der sich wenigstens schon eine Frau gesucht hätte, dann würden wir jetzt nicht in diesem Schlamassel sitzen, fluchte er förmlich weiter.

Doch dann fragte er sich, wann sie sich vermählen sollten?

Was, wenn es gar nicht zwischen den beiden gut ginge?

Was nämlich so sein wird!

Schließlich schnaufte er und fing an zu sprechen, na ja mehr zu murren.

„Wenn du so fix gewesen wärst wie deine Brüder, müsste ich das jetzt nicht ausbaden. Wann soll das alles denn überhaupt stattfinden?”

„Woher soll ich das denn wissen? Sehe ich aus wie ein Informationsbüro?“, zischte Kadaj erzürnt zurück, starrte aber weiterhin die kalte Wand an und beachtete Reno nicht.

„Ich wollte nie heiraten und erst recht werde ich keinen rothaarigen Köter heiraten”, war die nächste schnippische Bemerkung, ehe sich Kadaj erhob und sich auf den Weg Richtung Esszimmer machte. „Pardon, dass ich nicht nach deinem Geschmack bin!“, zischte er drauf zurück und verschränkte die Arme.

„Aber anscheint, ist es auch Anweisung von ganz oben!“, murrte er wieder und schaute beleidigt zu Boden.

„Als wenn einer etwas von dir möchte ... Tz! Da würde jeder ein Stück Scheiße mehr in Betracht ziehen ...“, murmelte Reno nun zornig.

„Halt einfach die Klappe, du Idiot und verzieh dich! Ich habe dich nicht hergebeten”, konterte Kadaj frech, lehnte sich lässig an den Türrahmen und schaute Reno genauer an.

„Ich frage mich ja nur, was Elena so toll an dir findet. Scheinbar muss die blind sein”, grinste er weiter, betrat endgültig das Zimmer und setzte sich auf seinen Platz.

„Schön für dich, ich mich ja auch nicht!“, knurrte Reno zurück und funkelte ihn mit den Augen, völlig aufgebracht und noch immer verwirrt, über diese absurde Abmachung an.

Dann jedoch grinste er ihn zurück an.

„Tja, liegt wohl daran, dass sie Geschmack hat im Gegensatz zu dir!“, meinte er schon fast arrogant, wie ein reicher verzogener Bengel.

„Klar, wenn sie auf streuende Köter steht, dann hat sie sicher Geschmack”, grinste Kadaj kalt, schenkte sich in aller Ruhe seinen Kaffee ein und blickte Reno emotionslos an.

„Auch Kaffee?“, fragte er und wedelte mit der Kanne, deutete noch auf einen der freien Stühle und nippte dann schon an seiner Tasse.

Irgendwie lief das nur auf dasselbe hinaus und ihm wurde es allmählich echt zu dumm.

Also antwortete Reno mal gar nichts darauf und sah ihn nur an.

Köter, ja? Das wirst du noch zurückbekommen, kniff er die Augen zusammen und seufzte schließlich. Beschloss zu ihm hinzugehen, aber nur um sich zu setzen.

„Nein danke, am Ende denkt dein Vater, wir wären einverstanden mit der Hochzeit ...“, verschränkte er wieder die Arme und lehnte sich lässig an.

Kadaj stellte die Kanne wieder weg, nickte schließlich und starrte in seine Tasse.

„Und was sollen wir stattdessen machen? Ich will dich nicht und du willst mich nicht ... so viel steht schon mal fest. Nur wie machen wir das meinem Vater und Rufus begreiflich, die scheinen sich ja schon quasi einig zu sein. Vermutlich tüfteln sie schon die Gästeliste aus oder überlegen, wer von uns das Kleid anzieht”, erzählte Kadaj weiterhin unbeeindruckt und lugte wieder über den Rand seiner Tasse.

„Keine Ahnung ...“, seufzte Reno und war selber schon bei den Gedanken, wie sie die beiden höheren Tiere überzeugen sollten.

„Wieso hat der General so was überhaupt ausgeheckt?“, murmelte und starrte die Tischplatte an.

Er konnte sich einfach keinen Reim darauf machen.

Sollte das vielleicht die Strafe sein, weil Reno erst jetzt mit dem ganzen Bericht hervorrückte?

Nein, das wäre selbst für Rufus ziemlich heftig ... Aber sehe ich echt schwul aus? Oder hat der General das nur so gesagt?

„Ich weiß nicht, was sich mein Vater dabei gedacht hat, scheinbar hat er Spaß dran, Leute zu ärgern, die sich nicht ausstehen können. Er weiß genau, dass ich nie heiraten wollte und da scheinbar Loz oder Yazoo nicht in der Lage sind, mal Kinder zu zeugen, hat er wohl gedacht, dass ich das könnte. Tja und nun geht das ja auch nicht. Wie auch? Wir sind beide Männer, also nehme ich nicht an, dass es Absicht war”, versuchte Kadaj irgendwie an-zumuten, nur ob er da richtig lag, war fraglich.

„Hmmm ...“, meinte er skeptisch auf diese Theorie.

Dann schwieg Reno wieder.

Nach einiger Zeit zeigte er aber doch ein wenig Interesse, aber auch nur wegen dieses Verhängnisses. „Wieso hast du allgemein keinen Bock auf eine Frau? Oder bist du letztlich doch schwul? Also ich will dich nun nicht kritisieren oder beleidigen!“, gab er schnell von sich, damit bloß keine weiteren Missverständnisse aufkamen.

„Ich bin nicht schwul! Ich habe nur keine Lust meine lieb-gewonnen Freiheit aufzugeben und Frauen sind nun mal ein Klotz am Bein!“, erklärte Kadaj dem rothaarigen Turk, ehe er sich wieder seinem Kaffee zuwandte und dieses langsam schlürfte.

„Wieso hast du eigentlich keine Frau oder Freundin?“, wollte er wissen und schaute Reno forschend an.

„Weil ich der nur Sorgen bereiten würde”, antwortete Reno ihm, ohne zu zögern.

Er konnte Kadaj gut verstehen, immerhin war er auch noch jung.

„Ich muss mir immerhin immer die Finger für euch schmutzig machen, da würde jede Freundin der Welt sich mehr als nur Sorgen machen. Sie würde Tag für Tag hoffen, dass ihr Freund wieder lebend nach Hause kommen würde”, meinte er und sah nun auch ihn an.

„Reicht als Antwort?”

Aufmerksam hörte Kadaj zu, nickte an einigen Stellen und starrte wieder in die schwarze Flüssigkeit in seiner Tasse.

„Ja, das verstehe ich, aber ich habe mit Rufus seinen Aufträgen nichts zu tun und will damit auch nichts am Hut haben. Ich will auch nicht so wie mein Vater werden, ich will einfach nur meine Ruhe und mein Studium machen”, erzählte Kadaj stirnrunzelnd und zuckte mit den Schultern.

Warum dachte eigentlich immer jeder, dass er bei ShinRa einsteigen würde, oder seinem Vater nacheifern.

Er war schließlich Kadaj und nicht Loz oder Yazoo.

Die beiden sollten ruhig so werden wie ihr Vater ... er selber wollte das nie.

Verwirrt blinzelte Reno ihn an.

„Von dir haben wir aber auch mal einen Auftrag bekommen, da bin ich mir hundertprozentig sicher!“, meinte er und blinzelte noch weiter.

„Du bist Student? Was studierst du denn?”

Noch immer war er verwirrt, hätte nie gedacht, dass einer der Söhne des Generals, noch dazu wohnhaft im Hause ShinRa, anders sein wollte.

Nun war Kadaj selber verwirrt, von welchem Auftrag sprach Reno denn da?

Er selber konnte sich daraus keinen Reim machen.

„Ja, ich fange dieses Jahr noch an, zu studieren. Psychologie, um es genau zu sagen. Wieso fragst du? Hast du damit ein Problem, das ich mich nicht meinen Vater beuge und das tue, was er für richtig oder angebracht hält?”

Kadaj musste nun selber grinsen, schenkte sich noch einen Kaffee nach und blickte den Rothaarigen wieder abwartend an.

Als Reno das Grinsen erblickte, so grinste auch der Rothaarige.

„Aber nein, ich konnte mir das nur einfach nicht vorstellen. Aber das amüsiert mich gerade sehr. Das passt deinem Vater sicherlich nicht!”

Das Grinsen in Kadajs Gesicht wurde noch eine Spur breiter.

„Nein, es passt meinem Vater wirklich nicht, aber er zahlt das Studium trotzdem. Nur so langsam habe ich das Gefühl, dass er das auch nur tut, wenn ich eben heirate”, überlegte er laut, starrte wieder die Wand an und blickte auf die blöde, hölzerne Standuhr mit dem goldenen Pendel.

„Sei froh, dass du keinen Vater hast, der einen mit allem Möglichen unter Druck setzen kann. Wobei ich annehme, dass Rufus dieselbe Masche bei dir drauf hat!”

Och einen Vater wiederzuhaben wäre wohl nicht so schlimm für Reno, der meinte es ja dann doch immerhin nur gut mit ihm. So meinte Sephiroth das sicher auch.

Oder auch nicht, sonst hätte er nicht vorgeschlagen, dass Kadaj mich heiraten soll, nahm er seinen ersten Gedanken über den General wieder zurück.

„Ja, so ist Rufus nun mal, aber irgendwie nur auf mich gehetzt”, seufzte er aus und nahm sich eine Tasse.

„Hast doch noch was? Könnte doch was vertragen ... Diese Sache bereitet einem Kopfzerbrechen ...”

Kadaj blickte Reno verwundert an, nahm aber dann die zweite Tasse und schenkt dem rothaarigen Kaffee ein.

„Schwarz oder wie trinkst du denn?“, wollte er von dem Älteren wissen und reichte ihm schon die Tasse herüber.

„Rufus ist nicht immer so, er ist eben nach außen hin der harte Kerl, aber tief in seinem Inneren hat er ein Herz. Er zeigt es nur sehr selten. Genauso ist es bei meinem Vater”, verteidigte Kadaj die beiden Sturköpfe.

„Schwarz”, meinte er ruhig und blinzelte den Jüngeren dann an, bevor er aber nach hackte, trank er einen Schluck, damit sein Gehirn besser denken konnte.

„So? Aber so wie du mir, das alles erzählst, hört es sich nicht danach an ... Hasst ihr uns Turk’s wirklich so sehr?“, war schließlich seine nächste Frage.

Eigentlich hatten sie ihn und auch den anderen Leuten ja nichts getan ...

„Ich hasse nur einen Menschen auf diesem Planeten und das ist dieser bekloppte Hojo, was der mit den Menschen und mit Vincent und Cloud gemacht hat, ist mit Rufus ja wohl kaum zu vergleichen. Und nein Reno, ich hasse Turk’s nicht ... immerhin war Vincent selber mal einer und ich mag ihn irgendwie ganz gern und Rude ist einfach nur cool”, grinste Kadaj, jedoch wurde er dann wieder ernst und blickte besorgt in seine Kaffeetasse.

Das überraschte Reno sehr, so was hatte er gar nicht erwartet.

Aber auch er schaute in seine schwarze Brühe, die er in der Tasse in seinen Händen hielt.

„Ich meine ja nur, weil du mich immer so an-giftest und mich heruntermachst ...”

Schon war, er ist ein niederes Geschöpf, aber war das der Grund, warum man ihn dann auch so behandeln musste?

Kadaj blickte den rothaarigen Chaoten vor sich an, schwieg eine Weile und sammelte sich.

„Ich fauche fast alles und jeden an. Das ist so eine Art von mir, was aber nicht heißt, dass ich keinen leiden kann. Ich fauche sogar Yazoo an und der ist mein Bruder, also mach dir da mal keinen Kopf. Bist schon ganz in Ordnung ... ab und an”, grinste Kadaj süffisant, stellte seine Tasse ab und suchte auf dem Tisch nach der Tageszeitung.

„Und hast du deine Berichte alle fertig?“, fragte er nebenbei und schaute dabei quer über den Tisch. „Hmmm ...“, seufzte er ein wenig und trank einen weiteren Schluck seines Kaffees.

„Woher wusstest du von den Berichten? Ich denke, das wird alles vor Mitarbeitern geheim gehalten?”

„Tja, so ab und zu bekomme ich auch mal was mit und wenn Rufus sauer ist, schreit der quer durch die Villa und man schnappt das ein oder andere auf”, erklärte Kadaj dem Rothaarigen, ehe er sich langsam erhob und aus dem Fenster blickte.

„Wieso musst du eigentlich den ganzen Tag hier-bleiben?“, wollte er noch wissen, drehte sich wieder um und blickte Reno abwartend an.

„Oh ... dann war er gestern also ziemlich stinkig, hm?“, schluckte er und malte sich gedanklich schon seine Strafe aus.

Als Kadaj ihn dann fragte, ging ihm so allmählich ein Licht auf.

„Ich vermute mal, damit ich mich mit dir befreunde ...“, seufzte er.

„Ich weiß nicht, aber wenn er gestern ziemlich stinkig war und dein Vater sich mit ihm unterhalten hat, dann ist das wohl auch meine Strafe, mit dem Heiraten, schließe ich mal so daraus.”

Kadaj legte die Stirn in Falten, lief ruhig durch das Esszimmer und dachte nach.

„Hmmm~ könnte durchaus sein! Nur warum werde ich mit hereingezogen? Ich vermute mal, dass es bei mir die Strafe dafür ist, dass ich mich immer so gern vor allem sträube”, fachsimpelte Kadaj ernst, ehe er sich wieder auf seinem Stuhl setzte und weiter nachdachte.

„Anfreunden? Ja sicher doch, und hinterher stehen die beiden irgendwo hinter einer Tür und schauen, was wir gerade machen, oder ob es schon gefunkt hat”, schüttelte sich Kadaj.

„Tz, wir könnten uns ja anfreunden, aber müssen deswegen ja nicht mehr. Und? Sind wir eben verheiratet, das heißt ja, nicht, dass mehr mit uns sein muss!“, lächelte er, meinte es aber noch ernst.

„Sie können uns immerhin nicht dazu zwingen, dass wir uns lieben!”

„Eben und jede Nacht die Lampe halten ... das geht auch nicht”, lenkte Kadaj mit einem Schmunzeln ein.

Die Vorstellung war aber auch zum Schießen, wie Rufus und sein Vater, wie sie beide mitten im Schlafzimmer stünden und eine Petroleumlampe hielten.

„Ja, ja, hab mal gegen jeden Vorschlag schnell was, das muntert echt auf!“, murrte und seufzte Reno zugleich, während er irgendwie den restlichen Kaffee austrank.

Okay, es war komisch und eigenartig, allein schon die Vorstellung, doch so langsam fiel dem Rothaarigen echt nichts mehr ein.

„Das war ein Scherz, aber schon okay ... scheinbar verstehst du keinen Spaß“, stellte Kadaj fest. Scheinbar war Reno doch eine langweilige Spaßbremse, die immer nur am Meckern oder am Stänkern war. Na, das waren ja tolle Aussichten!

„Das hat sich bei dir nun mal nicht als Spaß angehört ...“, schielte Reno ihn an und stellte seine Tasse ab.

Wer hätte denn auch denken können, dass weder Sephiroth noch seine Sprösslinge scherzen können?

„Das kommt daher, dass du mich und meine Scherze nicht kennst”, erwiderte Kadaj äußerst trocken, dabei schritt er in die Bücherei und suchte sich endlich mal ein Buch zum Lesen raus.

Man konnte ihn und seine Art wirklich nur schwer nachvollziehen, aber das wiederum war von Kadaj beabsichtigt und machte ihn nahezu unnahbar.

„Pardon, dass wir uns nicht früher schon näher gekommen sind ...“, scherzte nun Reno.

Dabei sah er dem Anderen zu, wie er sich ein Buch nahm.

Kam ihm das nun so vor oder soll er sich echt allein Gedanken darum machen, wie sie aus ihrer Situation wieder herauskamen?

Das kann doch jetzt nicht sein Ernst sein? Der will jetzt echt ein Buch lesen?

„Reno, lass deine blöden Scherze, die helfen uns heute ausnahmsweise auch nicht weiter”, meinte Kadaj ernst, kam aus der Bücherei zurück und legte das Buch auf den Tisch.

„Falls du dich jetzt fragst, was das Buch hier soll, das kann ich dir gern erklären. Im Gegensatz zu manch anderen in diesem Zimmer, suche ich nach einem Weg, wie wir die Hochzeit doch noch vermeiden können. Das ist ein Buch über Rechtswege”, erklärte er Reno mit hochgezogener Augenbraue, ehe er es aufschlug und das Inhaltsverzeichnis überflog.

Schon klar, schielte er ihn böse an und sah auf das Buch.

Kannst ruhig meinen Namen erwähnen! Ich bin dafür aber auch nur der Auftrags-Erfüller, mehr nicht!

Innerlich tobte Reno, dass Kadaj ihn wieder so behandelte wie zu Anfang.

Bis eben konnten sie sich noch gut unterhalten und nun?

„Und du meinst, ein Buch kann uns da wirklich weiter helfen?”

Er hatte sehr wohlverstanden, was der Jüngere ihn da vermittelt hatte, nur war Rufus das Gesetz, und wenn der, was sagte, dann war das auch so.