Drachenaugen - Die Rettung [LESEPROBE]

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Summary

Fenrirs Heilung geht schleppend voran und wird durch einen bösen Vorfall stark verzögert, sodass König Freyr keine andere Wahl hat, einzugreifen. Allerdings muss er bis zur Vollmondnacht warten, aber wird sein Plan, sie zu heilen, aufgehen? Eine Reise zu den Priestern steht ebenfalls an. Dabei kommen sie an einem Dorf vorbei, das bei Fenrir Erinnerungen hochbringt. Als wäre das nicht alles, brauchen einige der Kinder dringend Hilfe. Werden Freyr und Fenrir es schaffen, all die Hürden zu überwältigen?

Status
Complete
Chapters
3
Rating
n/a
Age Rating
16+

Kapitel 1

Fenrir atmete tief ein. Der Geruch des Frühlings war wunderbar und sie freute sich, endlich wieder nach draußen zu kommen und keinen Schnee vorzufinden.

Freyr schob sie über die Wege des Gartens, während sie beide die Sonnenstrahlen genossen. Leider waren ihre Beine in den letzten Wochen nicht so gut geheilt, wie sie es erhofft hatte. Die Kräuter der Dryade waren alle. Wahrscheinlich hatte sie wirklich Schaden angerichtet, als sie sich zu viel verausgabt hatte. Daher konnte sie auch kaum laufen.

Es ärgerte sie, da sie so auf Freyr und die anderen angewiesen war. Andererseits genoss sie es, da Freyr viel mehr bei ihr war. Vielleicht war sie in dem Punkt ein wenig egoistisch, doch sie liebte seine Gesellschaft und vermisste ihn in dem Moment, in dem er den Raum verließ.

Jetzt, nachdem der Schnee weggeschmolzen war, arbeiteten die Feen auf Hochtouren, um den Garten wieder auf Vordermann zu bringen. Das ließ Fenrir, trotz der Schmerzen in den Beinen, lächeln. „Sind die Setzlinge und Samen für die Blumen bereits angekommen?“, fragte sie Freyr und wandte ihm den Kopf zu. Die Blicken der Haremsdamen ignorierte sie. Fenrir wusste, dass sie nicht begeistert davon waren, dass Freyr ihnen fast keine Zeit mehr widmete. Seitdem das Wetter besser war, tummelten auch sie sich immer öfters draußen. Wohl in der Hoffnung, dass er etwas mit ihnen unternahm.

„Ja. Die ersten sind angekommen“, sagte er lächelnd und küsste ihre Haare.

Schon länger spielte er mit den Gedanken, diesen Teil des Gartens für die Haremsdamen zu sperren, doch er wollte nicht, dass sie noch wütender auf Fenrir wurden. Daher versuchte er, sie wieder aneinander zu gewöhnen.

Im Moment schien es jedoch nicht wirklich zu funktionieren. Die Blicke von ihnen sagten deutlich aus, was sie von ihr hielten. Und das waren keine freundlichen Gedanken. Lediglich Lady Sinon war nett zu Fenrir. Diese kam sie ab und an besuchen, wenn Fenrir mit ihr reden wollte. Es tat der jungen Haremsdame gut, wenigstens einen Rückhalt zu haben, wenn man von Freyr absah.

„Meint Ihr, wir können bald damit anfangen, die Blumenbeete herzurichten?“, wollte Fenrir wissen. Mit ihr meinte sie Kale und sich selbst. Seitdem sie Kale überredet hatte, ihr zu helfen, schwebte sie auf Wolke Sieben. Es tat ihr gut, dass ihr Freund sich, wenn auch etwas widerwillig, weil er Gartenarbeit nicht wirklich mochte, dazu bereit erklärt hatte.

„Ich denke“, meinte Freyr nachdenklich. „Der Boden sollte nicht mehr gefroren sein und ich bin sicher, die Feen werden euch helfen“, sagte er, wobei er das Letzte flüsterte, damit es die anderen nicht hörten.

Daran hatte Fenrir keinen Zweifel. Die Feen, allen voran Dunja, würden ihnen helfen. Wie Kale darauf reagieren würde, konnte Fenrir nicht sagen, doch sie hoffte, dass er nicht wütend wurde. „Ist der Pavillon bereits eingetroffen? Wenn die Sonne scheint, kann es leicht zu heiß werden“, bemerkte sie und sah sich um. Als sie Lady Sinon sah, winkte sie ihr zu.

„Die Steine für den Bau wurden schon geliefert“, meinte Freyr. „Aber er muss noch aufgebaut werden.“

Sobald das geschah, würde Fenrir gerne dabei sein. Nicht, weil sie die Menschen kontrollieren wollte, sondern weil sie sich dafür interessierte. Außerdem würde sie hoffentlich sowieso im Garten sein.

„Wie geht es Eurer Schulter?“, fragte Fenrir, weil er seit einiger Zeit nicht mehr darüber gesprochen hatte, zu den Priestern zu reisen. Daher ging sie davon aus, dass es ihm besser ging.

„Die Wunde ist verheilt“, versicherte er, während er mit einer Hand ihren Nacken kraulte. „Ich muss noch etwas vorsichtig sein, was schweres Heben betrifft, aber ansonsten ist alles gut.“

Genüsslich senkte Fenrir ihren Kopf und nickte leicht. Sie liebte seine Berührungen. „Ich bin erleichtert, dass es glimpflich ausgegangen ist“, gestand sie erleichtert. Sie hatte sich große Sorgen gemacht, dass es nicht gut heilen würde. Bevor sie weitersprach, senkte sie ihre Stimme. „Seid Ihr in der Zeit als Drache unterwegs gewesen?“, fragte sie leise, während sie ihren Teil des Gartens näher betrachtete. Fenrir hatte genaue Pläne im Kopf, wie er am Ende aussehen sollte.

„Nein. Das letzte Mal, als wir zusammen waren“, versicherte er, denn er wollte nicht mehr ohne sie fliegen.

Das war lange her gewesen. Ein paar Monate, seitdem er den Sturm aufgelöst hatte. „Habt Ihr nicht das Bedürfnis, zu fliegen? Oder die anderen magischen Wesen zu besuchen?“, fragte Fenrir leise weiter.

„Doch, aber nicht ohne dich“, sagte er noch einmal, bevor er mit dem Stuhl auf einer schönen Wiese stehenblieb.

Dort beugte sich Fenrir so weit es ging hinab, um das sanfte Frühjahrsgras zu spüren. Hoch war es noch nicht, weshalb es an den Fingerspitzen lediglich kitzelte. „Ich freue mich darauf, bald wieder mit Euch zu fliegen“, gestand Fenrir lächelnd. Mit dem Drachensattel ging es gut, aber sie würde erneut die Hilfe von Kaila und Sarano brauchen.

„Ich überlege, ob ich Kaila und Sarano auch einmal mitnehmen soll“, murmelte Freyr unschlüssig.

Verwundert, dass er darüber sogar nachdachte, warf Fenrir ihm einen begeisterten Blick zu. „Das würdet Ihr tun?“, fragte sie atemlos. Bestimmt würden die beiden eher ihre kleine Scheu überwinden. Fenrir wusste, dass die beiden sich zwar damit abgefunden hatten, dass König Freyr ein Drache war, aber wahrscheinlich konnten sie es nicht ganz glauben. Ein Ausflug mit ihm wäre sicherlich hilfreich.

„Nur, damit sie dabei sind, wenn du mitfliegst“, meinte Freyr nüchtern. „Um auf dich aufzupassen.“

„Einverstanden“, stimmte Fenrir zu. Am liebsten würde sie sich auf das Gras setzen, doch sie wollte das hellrote Kleid nicht schmutzig machen.

Überrascht blickte sie zu Freyr, als dieser sie plötzlich aus dem Stuhl hob und sie auf den Boden setzte, bevor er sich zu ihr niederließ.

Quietschend umarmte sie Freyr und spürte die missbilligenden Blicke einiger Frauen, die sich in der Nähe aufhielten. Allen voran Lady Aljah und ihrer Freundin Lady Ellena. Die beiden mochten Fenrir überhaupt nicht und sie machten daraus auch keinen Hehl, sondern zeigten es öffentlich. Nur in Freyrs Nähe waren sie etwas zurückhaltender.

„Könnt Ihr meine Gedanken lesen?“, fragte Fenrir lachend, während sie ihre Hand leicht über das Gras fahren ließ. Die ersten Frühlingsblumen begannen bereits zu wachsen. Sie liebte den Anblick, wenn sich die Natur vom Winter erholte und ergrünte.

Freyr lachte. „In diesem Punkt kenne ich dich einfach zu gut“, behauptete er und ließ sich nach hinten fallen, um in den Himmel zu sehen.

Übermütig knuffte sie ihm ungesehen in die Seite. „Bin ich denn so berechenbar?“, fragte sie tadelnd, wobei es sich eher anhörte, als müsse sie sich ein lautes Lachen verkneifen.

„In diesem Fall schon“, grinste Freyr. „Du liebst die Natur. Natürlich willst du sie berühren.“

Kopfschüttelnd, aber amüsiert, lachte Fenrir leise. „Ihr kennt mich wirklich zu gut“, gab sie zu und ließ sich ebenfalls nach hinten fallen, um sich an ihn zu schmiegen. Mit ihm so auf der Wiese zu liegen, war herrlich.

Fenrir schirmte ihre Augen leicht von der Sonne ab und atmete tief ein. Die Luft hatte sich verändert. Genau wie jedes Jahr. „Wisst Ihr, dass es keinen schöneren Ort als Euer Königreich gibt?“, fragte sie leise. „Vor allem die Wüste, in die Ihr mich einst gebracht habt, fand ich amüsant. Habt Ihr Euch bereits überlegt, diesen Teil wieder aufblühen zu lassen?“

Freyr lachte leise. „Du kennst doch gar nichts außerhalb meines Reiches“, bemerkte er schmunzelnd, ging aber nicht auf ihre Frage ein. Er hatte selbst noch nicht darüber nachgedacht.

„Ihr habt Recht“, gestand Fenrir und drehte sich zur Seite, um ihn umarmen zu können. Dabei vergrub sie ihren Kopf an seiner Brust. „Und trotzdem kann ich es mir woanders nicht schöner vorstellen“, fuhr sie fort und küsste seine Brust über dem Stoff. Auch heute trug er wieder eine schwarze Uniform, in der er immer hinreißend aussah.

Freyr hob die Hand und streichelte ihren Rücken. „Ich habe schon lange nicht mehr mit einer Frau so entspannt im Garten gelegen“, murmelte er.

„Nein?“, fragte sie unschuldig und hob kurz ihren Kopf. „Dann wird es Zeit, es wieder öfters zu tun“, bemerkte sie trocken. Immerhin sollte er sich entspannen. In den letzten Monaten war er oft angespannt gewesen und hatte viele Sorgen gehabt. Diese rissen auch jetzt nicht ab, weshalb es wichtig war, wenn er sich erholte.

„Ich denke, dass ich mittlerweile soweit bin, dass mir die Regeln, die es im Schloss gibt, nicht mehr zusagen. Ich möchte sie wieder ändern. Die Zeit ist reif“, murmelte er und kraulte ihren Nacken.

Leise stöhnte Fenrir an seiner Uniform und wusste, dass er es spüren und auch hören konnte. Sein Hörvermögen war ausgezeichnet.

„Was heißt das?“, wollte sie wissen. Was meinte er mit Regeln ändern?

„Es gibt so viele Regeln, welche das Leben im Schloss bestimmen. Der Harem ist eine davon und eigentlich ist er wichtig, aber gleichzeitig ist es auch unnötig“, murmelte Freyr seufzend.

Da sie aus seinen Worten nicht ganz schlau wurde, erkundigte sich Fenrir danach. „Was heißt das konkret?“ Der Harem war ein Teil des Königs. Frauen, die besondere Fähigkeiten aufwiesen oder einfach wegen ihrer Schönheit dort waren.

„Dass ich so, wie es jetzt ist, nicht glücklich bin“, murmelte Freyr, der nicht wusste, wie er es erklären sollte.

Zustimmend nickte Fenrir, weil sie diese Tatsache gut verstand. „Wenn Ihr die Regeln ändert … was wird dann geschehen? Ihr wollt keinen Harem mehr?“ Sich vorstellen, dass er so einfach die Regeln änderte, konnte sie nicht. Auch nicht, was danach geschehen würde.

Freyr zuckte die Schultern. „Es wird lange dauern und langsam vonstattengehen. Ich werde keine neuen Frauen mehr aufnehmen oder anfangs nur wenige. So wird es sich irgendwann verlaufen.“

„Ihr werdet doch nicht etwa die anderen, die hier leben, wegschicken?“, fragte sie entsetzt und hob ihren Kopf. Was sollte er sonst mit ihnen machen? Da sie viele Geheimnisse kannten, würden sie nicht einfach irgendwohin gehen können. Es wäre zu gefährlich.

„Nein, das geht natürlich nicht“, sagte er beruhigend. „Daher sage ich auch, es wird lange dauern. Sie werden hierbleiben, bis sie irgendwann sterben. Es ist ihr Zuhause.“

Erleichtert atmete Fenrir aus. Es würde ihr nicht gefallen, wenn ihnen etwas passierte. „Aber Ihr wollt keinen Harem mehr? Warum? Sie unterhalten Euch, geben Euch Massagen und … körperliche Befriedigung“, bemerkte sie. Es waren damals seine Worte gewesen, an die sie sich noch gut erinnerte. Gleichzeitig wusste sie, dass Freyr nicht mehr mit ihnen schlief, sondern nur noch mit Fenrir. Da sie aber seit langer Zeit ihre Beine kaum bewegen konnte, fiel das allerdings flach. Deshalb kam sie mit dem absurden Vorschlag, dass er in der Zeit gerne seine Befriedigung bei den Frauen suchen konnte. Zwar konnte Fenrir ihn befriedigen, doch es war nicht das Gleiche.

Freyr schnaubte. „Die Aufgabe des Harems ist es, mir Kinder zu schenken“, sagte er ernst. „Das andere ist nur Nebensache. Aber für Kinder müsste ich mit ihnen schlafen. Das möchte ich aber nicht.“

Von seiner Geliebten kam ein nachdenklicher Laut. Wenn er nicht mit ihnen schlief, bekam er keine Nachkommen. Diese war jedoch essenziell wichtig, um einen Nachfolger zu haben. „Was würde denn geschehen, wenn eine der Haremsdamen von Euch ein Kind erwarten würde? Steigt sie denn in Eurer Achtung?“, fragte sie vorsichtig. Zumindest wäre es logisch, denn ein Kind war wertvoll.

„Ja. Sie würde dann einen Sonderstatus bekommen“, stimmte er nickend zu. „Nicht als meine Frau, aber sie wäre dann die Anführerin im Harem.“

Es wäre schön, wenn Lady Sinon diesen Status besitzen würde, doch da sie älter war, konnte sie wohl keine Kinder mehr bekommen. „Warum sträubt Ihr Euch so dagegen?“, wollte Fenrir wissen. „Ihr braucht einen Nachkommen.“

„Ich bin noch jung. Zumindest in Drachenjahren gerechnet“, meinte Freyr sanft. „Außerdem ist es schwer mit Menschen Kinder zu bekommen.“

„Aber nicht unmöglich?“, fragte sie hoffnungsvoll. Alles, was ihm helfen konnte, Nachkommen zu zeugen, sollte er eigentlich nutzen. Wenn er noch jung war, konnte er es wenigstens lange genug versuchen. „Versteht mich nicht falsch. Ich möchte nur, dass Ihr Kinder bekommt.“

„Mit dir ist die Wahrscheinlichkeit größer. Ich könnte jeden Tag mit einer der Frauen schlafen, um es zu probieren, oder einmal die Woche mit dir. Das würde genauso viel bringen“, erklärte er und küsste ihre Nase.

Liebevoll lächelnd küsste sie daraufhin seinen Bart, der sein Kinn komplett verdeckte. „Nur kann ich im Moment nicht mit Euch schlafen, auch wenn ich es so gerne will“, bemerkte sie traurig. Wie lange sie so nutzlos sein würde, konnte sie nicht einmal sagen, da sich ihre Beine absolut nicht besserten.

„Mag sein, aber das wird nicht für immer so bleiben“, sagte er beruhigend. „Zudem habe ich noch ein paar Jahrhunderte Zeit, um ein Kind zu zeugen.“

Tadelnd stupste sie ihm auf die Nase. „Eure Hoheit“, sagte sie streng und richtete sich ein Stück auf. „Nehmt nicht alles auf die leichte Schulter. Niemand weiß, ob ich überhaupt Kinder gebären kann!“, erinnerte sie ihn. Bisher hatte es mit ihm, aber auch mit Kale, nicht funktioniert. Ein Glück, denn Fenrir wollte kein Kind von ihrem besten Freund austragen.

„Wir werden es herausfinden“, sagte Freyr mit einem Lächeln. In diesem Punkt vertraute er darauf, dass er irgendwann eines bekommen konnte. „Und wenn ich spüre, dass es spät wird, nehme ich mir einfach einen größeren Harem.“

„Wenn Ihr zu der Zeit überhaupt noch einen habt“, bemerkte sie nüchtern und kuschelte sich wieder an ihn. Die Sonne und die schwarze Farbe seiner Uniform ließen ihn noch wärmer werden. Es fühlte sich an, als würde Fenrir geborgen unter einer warmen Decke liegen. Gleichzeitig waren jedoch auch die Geräusche von fliegenden, kleinen Tieren und die Laute der Feen zu hören.

„Ich habe kein Problem damit, eine neue Generation vorzutäuschen und so einen jungen König an die Macht zu bringen, der die Tradition eines Harems wieder aufleben lässt“, sagte er ernst.

„Hm“, machte Fenrir leise. „Wenn Ihr das so seht … Ihr werdet die richtige Entscheidung treffen“, erwiderte sie lächelnd.

Freyr streichelte Fenrirs Rücken. „Ich möchte einfach nicht mehr, dass es so weitergeht wie jetzt.“

„Ich verstehe Euch. Wenn ich Euch etwas helfen kann, lasst es mich wissen. Ich bin gespannt, wie es wird, wenn Ihr die Regeln ändert“, meinte sie nachdenklich und richtete sich schließlich auf. „Was ist? Habt Ihr Lust, Euch heute in den heißen Quellen zu entspannen? Ich war schon ewig nicht mehr dort.“

Freyr setzte sich ebenfalls auf und grinste. „Ich war auch schon lange nicht mehr da. Das ist eine wunderbare Idee.“

Gähnend, weil sie durch die Wärme müde geworden war, streckte sich Fenrir und wartete, bis der König ihr aufhalf. „Und dann können wir das Stammverzeichnis weiter durchforschen“, schlug sie vor. Bisher hatten sie kaum Zeit dafür gehabt, weshalb Fenrir noch niemanden mit dem Namen Oron gefunden hatte. Die Erscheinung hatte sie seitdem nur zweimal wiedergesehen. Viel gesprochen hatten sie nicht, aber mittlerweile verstand Fenrir, dass es keine Einbildung war.

Vorsichtig nahm Freyr sie hoch und trug sie dann Richtung heiße Quellen. Er brauchte den Rollstuhl nicht unbedingt.

„Jetzt?“, fragte Fenrir lachend und überrascht. Eigentlich hatte sie den späten Abend bevorzugt, doch so war es auch in Ordnung. Ob Kale die heißen Quellen auch gefallen würden? So etwas hatte er noch nie gesehen.

„Natürlich jetzt“, lachte Freyr. „Entspannung geht immer.“

Schnurrend vergrub Fenrir ihr Gesicht an seinem Hals. „Sehr gut. Das habt Ihr Euch verdient“, murmelte sie glücklich. Auf die Zweisamkeit freute sie sich. Vielleicht konnte sie ihren Geliebten noch mehr entspannen. So, wie er es am liebsten mochte.