The Ghost of Christmas

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Summary

-- Kurzgeschichte -- Die Story entspringt aus meinen Federn ******************************************************************************************************* --Copyright: 2024 MelieSecret - The Ghost of Christmas ******************************************************************************************************* Klappentext Nach einem verheerenden Tag, der ihn Job und Freundin kostet, stürzt sich James Gordon in seine Arbeit bei einer kleinen Architektenagentur in New York. Unter der ehrgeizigen Yvette steigt er schnell auf, doch seine Hingabe zur Karriere blendet ihn für die Gefühle seiner Chefin und die Be-dürfnisse seiner Familie aus. Während James in seinem Berufserfolg aufgeht, bleibt ihm verborgen, dass Yvette mehr als nur ge-schäftliches Interesse an ihm hat. Er verliert den Blick für das, was ihm wirklich wichtig war: Men-schen niemals zu schaden. Erst als ein unerwarteter Engel ihm die Konsequenzen seines nächsten Bauprojekts vor Augen führt, kommt er zur Besinnung. Zu Weihnachten steht James vor einer schweren Entscheidung: Bleibt er auf seinem egoistischen Kurs oder öffnet er sein Herz für die Liebe und seine Familie? Eine bewegende Geschichte über Verlust, Neuanfang und die Erkenntnis, dass wahre Erfüllung im Respekt vor anderen und der Liebe liegt. ***********************************************************

Status
Complete
Chapters
3
Rating
n/a
Age Rating
13+

The Ghost of Christmas 1

An einem dieser Tage erwachte James ohne jegliche Freude im Herzen. Der Morgen begann mit einer erschütternden Offenbarung. Sein Herz schlug gegen seine Brust, als das Telefon schrillte und er den Anruf seines Chefs entgegennahm. Die Worte “Entlassung” und “betriebsbedingte Kündigung” hallten in seinem Kopf wider, während sich eine eiskalte Leere in seinem Inneren ausbreitete.

Kaum hatte er das Gespräch beendet, durchzuckte ein weiterer Anruf die Stille. Die Stimme seiner Partnerin klang gefasst, aber ihre Worte trafen ihn wie ein vernichtender Schlag: “Ich verlasse dich für jemand anderen.” James spürte, wie der Boden unter seinen Füßen schwankte. Die Welt um ihn herum schien sich zu verdunkeln, während er versuchte, die Tränen zurückzuhalten, die ihm in die Augen schossen.

Warum hatte sie ihn verlassen? Diese Frage hämmerte in seinem Kopf, als er den Hörer senkte und das Telefon beinahe aus seinen zitternden Händen glitt. Er starrte auf den Boden, dankbar dafür, dass das Gerät unbeschadet blieb, während sein Herz schmerzhaft pochte.

In seiner Wohnung umgab ihn der vertraute Duft seiner Partnerin, der Erinnerungen an glückliche Zeiten weckte. Die lebendige Vorstellung ihrer Anwesenheit erfüllte seine Gedanken. Er sah sie förmlich vor sich, wie sie durch die Räume tanzte, ihr blondes Haar zu einem Zopf gebunden, der bei jeder ihrer Bewegungen mitschwang. Ein Hauch von Wehmut und Sehnsucht erfüllte ihn, während er sich an ihr Lächeln und ihre strahlenden blauen Augen erinnerte, die einst so viel Freude und Verbundenheit vermittelt hatten.

Sie war seine Idealvorstellung einer Partnerin gewesen - schlank wie eine Gazelle, anmutig und warmherzig. Doch nun war sie fort, und die Leere in seinem Herzen schien unaufhaltsam zu wachsen.

Der Tag endete, bevor er überhaupt begonnen hatte. James sehnte sich nach einem Moment der Ruhe und Normalität. Mit zittrigen Händen griff er nach einer Tasse aus dem Küchenschrank, während der Wasserkocher das vertraute Klickgeräusch von sich gab. Sein Blick schweifte durch die bescheidene Wohnung, die jetzt von den Schatten seiner Erinnerungen erfüllt war, während er auf das Aufbrühen seines Kaffees wartete. Jeder Raum schien eine Szene ihrer gemeinsamen Zeit zu erzählen: das Wohnzimmer, wo sie oft zusammensaßen und lachten; die Küche, wo sie leidenschaftlich über Rezepte diskutierten; das Schlafzimmer, wo ihre Liebe sich in zärtlichen Gesten manifestierte. Doch nun waren diese Räume stumm, nur noch hohle Hüllen der Vergangenheit, die James’ Herz mit Wehmut erfüllten.

Die Wohnung war schlicht eingerichtet, ohne unnötigen Schnickschnack. Ein Herd, ein paar Schränke, ein kleiner Tisch mit zwei Stühlen - mehr brauchte James nicht. Der Wasserkocher klackte vertraut, während er das heiße Wasser über das Instantkaffeepulver in seine Tasse goss. Er rührte langsam um, beobachtete, wie die schwarze Flüssigkeit sich langsam vermischte. Der belebende Duft des Kaffees erfüllte die Küche und versprach ihm Trost und Energie für den Tag.

Mit jedem Schluck dachte er an die Herausforderungen, die vor ihm lagen. Ohne Job wäre die Wohnung unbezahlbar, und von staatlicher Unterstützung wollte er nichts wissen. Seine Gedanken kreisten um die Ungewissheit der Zukunft, während er seinen letzten Schluck Kaffee nahm und sich darauf vorbereitete, eine neue Stelle zu finden.

Er war Architekt von Beruf, und obwohl es nicht einfach war, einen Job zu finden, wusste er, dass es in New York viele Möglichkeiten gab. Ein Jahr war vergangen, seit er sein Studium abgeschlossen hatte, und nun war alles auf den Kopf gestellt worden durch diesen einen Anruf. Sein alter Job war weg, der neue Chef hatte andere Pläne. James schüttelte den Kopf über die Schnelllebigkeit des Lebens. Trotzdem entschied er sich, nach vorne zu blicken, auch wenn das schwerfiel.

Er kleidete sich angemessen, ohne Krawatte, die er immer als erstickend empfand. Sie erinnerte ihn an beengende Gefühle und Einschränkungen, die er nicht mochte. Vor dem Spiegel im Schlafzimmer betrachtete er sein Spiegelbild, ein Mann, der versuchte, Selbstbewusstsein auszustrahlen, auch wenn er innerlich kämpfte. Der Spiegel hatte eine Geschichte, wie alles in dieser Wohnung, eine Erinnerung an Nelly, seine Ex-Freundin, die einst hier mit ihm gelebt hatte.

Er liebte sie immer noch, tief in seinem Herzen, und wäre bereit gewesen, sie zurückzunehmen, wenn sie es gewollt hätte. Nachdenklich strich er sich durch sein dunkelbraunes Haar und zupfte es zurecht. James verließ das Schlafzimmer, trat in den Hausflur und verließ seine Wohnung. Seine Zuversicht, etwas Neues zu finden, begann zu verblassen, als die Ablehnungen in den ersten Agenturen eintrafen. Seine geringe Erfahrung schien ein unüberwindliches Hindernis zu sein, und das Argument, dass er lernen könnte, wenn man ihm eine Chance gab, verfing nicht.

Melancholisch steuerte er den nahegelegenen Starbucks an und kaufte sich einen Kaffee. Er setzte sich an einen Tisch am Fenster und beobachtete die hektische Menschenmenge, die an ihm vorbeiströmte. Ihre zielstrebige Hektik gefiel ihm nicht; er bevorzugte Ruhe und Besonnenheit, so wie es seine Eltern immer gelebt hatten. “Alles mit der Ruhe, dann läuft es schon”, hatten sie ihm immer gesagt. Der Gedanke an seine Eltern ließ ihn lächeln, doch auch wehmütig werden. Wie lange war es her, dass er sie gesehen hatte? Seit seinem Uni-Abschluss oder noch länger? Die Erinnerung daran rührte ihn an, und er nahm sich fest vor, sie bald zu besuchen.

Mit dem letzten Schluck seines Kaffees schöpfte er neuen Mut. Eine Agentur lag noch vor ihm, die er noch nicht aufgegeben hatte. Sie befand sich am Ende des Broadways und bot ihm die letzte verbleibende Chance, eine Stelle zu bekommen. Entschlossen verließ James das Café, steuerte zielstrebig auf das Büro zu und trat ein.

James stellte sich höflich vor und reichte der Empfangsdame die Hand. Sie ergriff sie bereitwillig und schüttelte sie. “Guten Tag, mein Name ist James Gordon. Ist der Chef zufällig im Haus?“, fragte er höflich.

“Ebenfalls, ich bin Yvette Louis und ja, er ist da”, antwortete sie und musterte ihn aufmerksam. “Womit kann ich Ihnen behilflich sein?”

Während sie sprach, fiel James’ Blick tief in Yvettes Augen. Sie war eine faszinierende Erscheinung mit wild gestylten blonden Haaren, die in alle Richtungen standen. Ihr blauer Onesie betonte ihre schlanke Figur, während ihre Pumps ihre wahre Größe verschleierte. James schätzte, dass sie ihm bis zum Kinn reichte.

“Ich suche einen Job und hoffe, bei Ihnen eine Möglichkeit zu finden. Ich habe Architektur studiert und bin seit einem Jahr fertig. Bis vor Kurzem habe ich für die Darlings Agentur gearbeitet. Hier in dieser Mappe finden Sie einige meiner Arbeiten”, erklärte er und übergab ihr die Mappe.

Mrs. Louis nahm die Mappe entgegen und schlug sie auf. Ihre Augen weiteten sich beeindruckt. “Ich muss gestehen, Ihre Arbeiten sind hervorragend. Sie würden definitiv eine Bereicherung für die Agentur sein. Sie steht noch am Anfang, und mit Ihnen könnten wir weit kommen”, sagte sie, während sie die Mappe wieder zusammenklappte.

“Vielen Dank für das Lob, es bedeutet mir viel. Darf ich fragen, wann ich den Chef sprechen kann?“, fragte James.

“Sie haben gerade eben. Können wir?”

James riss überrascht die Augen auf und hielt den Atem an. Verwirrt starrte er der Frau hinterher. Er hatte nicht erwartet, der Chefin persönlich gegenüberzustehen. Diese unerwartete Wendung überraschte ihn zutiefst.

“Brauchen Sie eine extra Einladung?“, lachte Yvette und setzte ihren Weg fort.

“Nein, natürlich nicht. Es hat mich nur überrascht. Ich hatte nicht erwartet, direkt mit der Chefin zu sprechen”, antwortete James.

“Lassen Sie mich raten. Sie haben gedacht, ich wäre die Empfangsdame und der Chef ein Mann?“, fragte sie mit amüsiertem Ton, konnte sich aber ein Lachen nicht verkneifen.

“Genau das trifft es”, erwiderte er und nickte leicht beschämt.

“Nun, Mister Gordon”, sie drehte sich auf der Stelle um und lächelte ihm zu, “Ich bin sowohl Empfangsdame als auch Chefin. Ich habe nicht viele Mitarbeiter, daher muss ich hier noch alles alleine bewältigen. Es würde mich freuen, wenn Sie für mich arbeiten und mir dabei helfen, nach oben zu gelangen. Wie ich bereits sagte, stehe ich noch am Anfang und könnte jede Unterstützung gebrauchen. Vorausgesetzt, Sie haben noch Interesse”, fügte sie hinzu, während eine leichte Anspannung in ihr aufkam. Sie war überzeugt von seinem Potenzial.

“Natürlich habe ich Interesse. Nichts läge mir ferner. Ich liebe meinen Job und würde mich freuen, hier etwas aufzubauen”, sagte James nachdenklich, während er die Räumlichkeiten betrachtete. “Wenn Sie mir eine Vollzeitstelle anbieten, bin ich dabei.”

“Sie gehen also in die Vollen”, lächelte Yvette.

“Nun ja, von nichts kommt nichts”, entgegnete er und trat auf die Chefin zu, um ihr erneut die Hand zu reichen. “Ist das ein Deal?”

“Sie gefallen mir, und ich bin überzeugt, dass wir ein gutes Team werden”, bestätigte sie und ergriff seine Hand, um sie zu schütteln. “Und nennen Sie mich Yvette.”

“James”, lachte er. “Du wirst es nicht bereuen.”

“Das hoffe ich”, erwiderte Yvette und drehte sich um, um zu einem der leeren Büros zu gehen. Sie öffnete die Glastür und schritt hindurch. “Das hier wäre dann dein Büro.” Sie drehte sich zu ihm um und breitete die Arme aus. James folgte ihr und betrachtete aufmerksam seinen neuen Raum. Größer und geräumiger im Vergleich zur Abstellkammer bei Darlings, wo er sich nie wirklich zuhause gefühlt hatte. Doch als er den Raum betrat, spürte er sofort, dass er hier am richtigen Platz war.

Die Zeit verging wie im Flug. Die Agentur entwickelte sich steil nach oben. Mit jedem neuen Auftrag wurde ihnen bewusst, dass sie die Menge an Arbeit alleine nicht mehr bewältigen konnten. Daher stellten sie zwei weitere Mitarbeiter ein, um sie zu unterstützen.

Marie, die den Empfang übernahm, bezauberte mit ihrem künstlerischen Stil und offenen braunen Haaren jeden neuen Kunden. Ihr Lächeln brachte frischen Wind in die Agentur, während sie mit ihrer eigenen Methode alles fest im Griff hatte. Neben ihr unterstützte Michael, ein schmächtiger Literaturstudent, in Cordhose, kariertem Hemd und Pullunder, das Team. Seine Brille und der Seitenscheitel verliehen ihm das Aussehen eines echten Nerds, doch seine akribische Arbeit mit den Akten war eine wahre Bereicherung.

James war vertieft in seine Arbeitsunterlagen, die Zeit verging ihm unbemerkt. Yvettes sanfte Stimme, die versuchte, seine Aufmerksamkeit zu erregen, verhallte in der Stille seines fokussierten Geistes. Sie reichte ihm ein Angebot für ein gemeinsames Abendessen, aber er winkte beiläufig ab, ohne sie anzusehen. Mit jeder unerwiderten Einladung wuchs die Distanz zwischen ihnen. Unbemerkt von James betrachtete Yvette ihn mit einem sanften, sehnsuchtsvollen Blick.

Ihr Herz begann schneller zu schlagen, als sie sah, wie sehr er in seine Arbeit vertieft war und ihre Avancen unbeantwortet ließ. Jedes Mal, wenn er ablehnte, fühlte es sich an, als würde ein Messer in ihr Herz gestoßen. Doch sie verbarg ihre Enttäuschung geschickt. Mit Tränen in den Augen blieb sie zurück, während ihre Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft mit James allmählich verblasste. Jeder Tag, den er sich weiter in die Arbeit vertiefte, raubte ihr die Aussicht auf das, was sie sich so sehr gewünscht hatte.

Zwei Tage vor Weihnachten saß James wie an jedem anderen Tag in seinem Büro. Anfangs ignorierte er das wiederholte Klingeln seines Telefons, doch als es zum zehnten Mal erklang, hob er ab. Seine Stimme brach ungewollt laut aus ihm heraus: „Was?“

Am anderen Ende der Leitung hörte er, wie jemand schwer schluckte, und sofort bereute er seinen Ausbruch. Ein Gefühl der Reue durchzog ihn, als er sich vorstellte, wie verletzt seine Mutter von seiner harschen Reaktion sein musste.

„Es tut mir leid. Ich wollte nicht so barsch klingen. Hier spricht James Gordon, was kann ich für Sie tun?“, meldete er sich nun in einem ruhigeren Ton, bemüht, seine Unruhe zu verbergen, während er zwischen der Dringlichkeit seiner Arbeit und dem Bedürfnis nach Nähe zu seiner Familie hin- und hergerissen war.

„James, Liebling, ich bin es, deine Mutter. Erinnerst du dich noch an mich?“, flüsterte die Stimme der Frau am anderen Ende. Ihre Worte trugen eine Spur von Verletzlichkeit und Sehnsucht.

James’ Herz zog sich zusammen, als er sich bewusst wurde, wie sehr er sie und auch seinen Vater in letzter Zeit vernachlässigt hatte.

Er schluckte schwer, spürte, wie sich ein Kloß in seinem Hals bildete, der ihm die Luft abschnürte. Der Druck der Verantwortung lastete schwer auf seinen Schultern, fast so, als würde er unter der Last einer unsichtbaren Last ertrinken.