DARK FIRE

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Summary

Gunnar wird nun nach etlichen Jahren des Wartens in die UP rekrutiert. Was als Kindheitstraum begann, verläuft sich schnell in ein unvergessliches Abenteuer durch das Universum. Welche Geheimnisse es zu lüften gibt und welche es zu schützen gilt, wird Gunnar schnell herauszufinden müssen. Falls es dafür nicht schon zu spät sein wird.

Status
Ongoing
Chapters
4
Rating
n/a
Age Rating
16+

Chapter 1

Planet Erde.

Es ist eine dunkle Nacht, nur die Sterne waren zu sehen, nicht hell genug, um erahnen zu lassen, was die Erde verlassen hatte.

Es ist der erste Tag seiner Reise. Es ist der erste seiner Karriere und seines neuen Lebens.

Gunnar, ein junger, stattlicher Mann. Mit seinen 1,80 Metern kaum größer als der Durchschnitt, nicht besonders breit gebaut, aber Köpfchen konnte er in der einen oder anderen Situation schon beweisen. Situationen, die anderen zum Verhängnis hätten werden können.

Gunnar streicht sich durch sein lockiges, schwarzes Haar, das er wenige Stunden zuvor gekämmt, gegelt und doch wieder in seine Ursprungsform gebracht hatte. Nun wird er in die Fußstapfen seines Vaters treten und Teil der Streitkräfte der Vereinten Planeten (UP).

Eine Ehre, die ihresgleichen sucht, denn Teil des wohl größten Bündnisses der bekannten Welt zu sein, steht nicht jedem auf der Erde zu.

Den Stolz konnte man Gunnar ansehen, neben dem Angstschweiß und den unterdrückten Tränen, die der junge Rekrut nur zu gern zurückhalten wollte, war sein Stolz unberührt von Angst und Furcht.

Verübeln konnte es ihm keiner, denn niemand seines Jahrgangs hatte die Erde jemals verlassen. Und niemand durfte der interplanetaren Außenstation so nahe sein, wie er es in diesem Moment war. Vor wenigen Stunden konnte er den wohl majestätischsten Anblick genießen, den er jemals gesehen hatte. Die Erde in der wohl schönsten und unglaublichsten Perspektive.

Kurz vor der Anlegestelle durften die sowohl jungen als auch mutigsten ihrer Generation das monumentale Konstrukt begutachten, welches die sowohl größten als auch stärksten Schlachtschiffe beherbergte, die die bekannte Welt jemals zu Gesicht bekommen hat.

Eine riesige Stahlkonstruktion war von den Fenstern des Shuttles aus zu sehen, weit mehr als dreimal so groß wie der Mond und fast genauso schön anzusehen.

Gunnar erkannte eine größere, orangene Blase um die interplanetare Außenstation, welche als Schild fungierte.

Es näherte sich rasant und wuchs in seiner Größe immens.

Ein flackerndes Geräusch, ein Ruck nach vorn und Gunnar wusste, sie hatten das Außenschild passiert. Die Anlegestelle kam immer näher und auch ihm fiel nun auf, dass alle Rekruten ihre Helme nun aufgesetzt und die Uniform vom letzten Krümel Erde befreit hatten, den sie von der Erde aus mitgebracht hatten.

Auch Gunnar trug eine blaue, fein gebügelte Uniform, mit schwarzem Kragen und ledernen, schwarzen Stiefeln, an beiden Ärmeln ein dunkelblauer Strich, der ihn als Rekrut erkennbar machte. Er hatte sie vor wenigen Stunden auf der Erde bekommen, genau an dem Ort, an dem er all sein Hab und Gut zurücklassen musste.

Nur er und die Uniform durften das Shuttle betreten. Dennoch von einem kleinen Schmuckstück seiner Mutter konnte er sich nicht trennen, Erinnerungen blieben Erinnerungen.

Die große, metallene Tür des Shuttles öffnete sich, ein Kommandant trat ein. Alle Rekruten erhoben sich und salutierten, so auch Gunnar, wie es sich für das Gegenübertreten ranghöherer Soldaten gehörte.

„Alle Mann zum Appell! 8 Minuten bis zur Ebene C. Im Laufschritt", gröhlte der Kommandant ihnen entgegen.

Es dauerte keine Sekunden, bis sich alle in Bewegung gesetzt hatten. „Laufschritt, ein guter Scherz", als Gunnar gemeinsam mit seinen Kollegen aus dem Shuttle lief und in Richtung Fahrstuhl sprintete, dachte er, Ebene C war 28 Ebenen über ihnen. 8 Minuten? Ein absoluter Scherz. Doch zum Lachen war ihm nicht zumute. Er dachte an seine Mutter, die er auf der Erde zurücklassen musste. Er vermisste sie, obwohl er sie vor einigen Stunden noch im Arm halten durfte.

Noch bevor Gunnar seinen Gedanken zu Ende führen konnte, fielen ihm unweigerlich die vielen Besonderheiten auf, denen er über den Weg lief.

Ein Zweibeiner, der ihn eher an eine menschengroße Mücke erinnerte, schlendert gemütlich in einer Kommandantenuniform an ihm vorbei. Zwei lange Stile anstatt Augen ließen ihn größer wirken, als er tatsächlich war. Mit krustiger, beige-brauner Haut und glitzernden Augen wirkte er auf Gunnar nicht gerade autoritär.

Hinter ihm ein eher kleines Wesen, welches für ihn aussah wie ein kleiner, ein Meter großer, pinker Slime, putzte in Windeseile die äußeren Fenster des Fahrstuhls. Ein Einfaches war es für ihn, da er den Dreck mit seinem Schleim einzusaugen schien.

Eine Überraschung für Gunnar, auf der Erde gibt es zwar auch andere Kreaturen, aber fast nur in Großstädten und hauptsächlich in außerplanetaren Ministerien.

Gunnar und die anderen Rekruten stiegen in den Fahrstuhl, nicht ganz so schnell, wie sie gerne würden, denn die meisten von ihnen waren fasziniert von dem, was sie sahen.

Ein Gong ertönte. „Ebene C", sprach es von der Decke des Fahrstuhls. Die Tür öffnete sich und die Rekruten verließen den Fahrstuhl in einen ähnlichen Hangar, wie den, aus dem sie gerade gekommen waren.

Ein kleiner, weiterer Sprint durch drei große Hangars, welche alle miteinander verbunden waren und die Rekruten erreichten den Appellsaal. Fünfundfünfzig Rekruten konnte Gunnar zählen, die mit ihm den Appell erreichten. Umso mehr schockierten ihn hunderte Kreaturen aller Art, die in Rekrutenuniformen im Appellsaal standen. Einige davon sahen aus wie Menschen, viele davon hatten drei oder sogar mehr Augen, er konnte jemanden sehen, der eine braun gepanzerte Haut hatte und viele mit einer außergewöhnlichen Hautfarbe.

Kein Ton erklang, als die letzten fünfundfünfzig Rekruten ihren Platz erreichten.

Eine Stille durchzog den Saal. Ein auffälliges Podest stand in der Mitte des Saals. Gläsern, sieben Meter hoch. Eine kleine Treppe, am Rand der Säule, die durch ein goldenes Geländer geschmückt war.

Eine etwa 50-jährige Frau erklomm das Podest, hinter ihr, vier in dunklem Blau uniformierte Soldaten. Ihre Leibgarde, vermutete Gunnar. Silbernes Haar und ein fast faltenloses, markantes Gesicht machten sie unverwechselbar. Gunnar erkannte sofort die vier goldenen Sterne auf ihrer ebenfalls blauen Uniform an ihrem Arm, das musste die Generalin sein. Durch seinen Vater wusste er, der General war der höchste aller Ränge in den Streitkräften der vereinten Planeten, der nur zu begehrt war.

„Guten Morgen, Rekruten", ertönte es im ganzen Saal. Die Frau an der Spitze des Podestes fing mit ernster Miene an zu sprechen.

„Guten Morgen, Frau Generalin", antworteten die Rekruten, als hätten sie es monatelang einstudieren müssen, den perfekten Chor zu bilden.

„Mein Name ist Askar und ich begrüße alle neuen Rekruten und Rekrutinnen unserer Streitkräfte auf der IAS.

Heute ist ein besonderer Tag für uns alle." Gunnar konnte an ihrem eher beunruhigenden Blick deuten, dass sie den Rekruten oder dem Grund, warum diese hier waren, nicht positiv gegenüberstand.

„Zum ersten Mal rekrutieren wir von allen Planeten der UP eine Vielzahl von zukünftigen Soldaten, so hat es das seit fast sechzig Jahren nicht mehr gegeben.

Umso erfreuter bin ich, Sie alle hier begrüßen zu können. Ihr sollt auch den Anlass erfahren, aus dem ihr nun alle vor mir steht", ihr Blick wurde düsterer, kaum sprach sie ihren Satz zu Ende.

„Ein Krieg steht uns bevor. Einen, den wir nicht umgehen können und den wir viel zu lange aufgeschoben haben. Es ist unser größtes aller Ziele, den Frieden zu wahren und jeder Gefahr von Krieg mit enormer Missgunst zu begegnen. Es ist aber auch unsere Aufgabe, unsere Grenzen vor jeglicher Bedrohung zu schützen.

Der Feind steht vor unseren Grenzen und wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, unsere gemeinsame Welt zu schützen, auch wenn all unser Blut fließen muss."

Eine Unruhe durchfuhr den Saal.

„Einen Krieg?", flüsterte es an jeder Ecke.

„Eure Kommandanten werden euch in jeder Hinsicht ausbilden lassen und euch auf alles, was auch kommen mag, vorbereiten. Ihr werdet eure Ausbildung morgen beginnen und alle politischen Entscheidungen unseres Senats und all unsere Operationen kennenlernen", mit erhobener Stimme zerschlug die Generalin die Unruhe, obwohl die Angst und die Furcht noch immer spürbar im Raum standen, versuchte sie ihre Rede fortzusetzen. Die folgenden Worte waren so, wie sie Gunnar erwartet hatte, das übliche: Benehmt euch, es ist eine große Ehre, ich freue mich, dass ihr hier seid. Nach ihrer Rede verließ sie das Podest. Die Kommandanten zogen ihre Rekruten zu sich und begleiteten sie in ihre Kabinen. Der Weg dorthin war kompliziert und kaum zu merken, da allein die Station, in der sie sich aufhielten, so groß war, dass es Monate dauern würde, bis sich alle zurechtfinden konnten.

Gunnar konnte das eben Gesagte noch nicht ganz verarbeiten, er macht sich Sorgen über alles, was noch kommen kann, aber die Zuversicht, einmal ein Kapitän wie sein Vater zu werden, lässt jede Furcht erblassen.

Planet Argh, bekannte Welt, am selben Tag:

Weißer Nebel zieht über die Wüste, kein Leben weit und breit, zwei Monde strahlen mit voller Kraft über die Steppe und lassen sie hell erstrahlen. Stille überzieht die Landschaft.

Ein Pferd galoppiert Richtung Mondschein, ein Schatten macht sich dahinter breit. Auf seinem Rücken ein Mann mit einem Bart, so weiß wie Schnee, ein dunkelblauer Hut und einen Umhang, der wegzufliegen droht, aber dennoch an goldenen Knöpfen befestigt ist, die durch den Mondschein leuchten wie Sterne.

In der rechten Hand einen Stab, dunkelbraun wie Eiche mit einem roten Kristall an der Spitze. Roter Rauch scheint aus dem Stein zu flüchten und hinterlässt eine lange, rötliche Spur.

„Kalundur!", schrie er in die helle Nacht. Doch keiner so nah, der ihn hören könnte.

Plötzlich ein roter Blitz, der aus dem sternenklaren Himmel in den Kristall einschlägt. Ein ohrenbetäubender Knall begleitet ihn und über mehrere Sekunden ist der Blitz zu sehen, bis er so schnell verschwindet, wie er erschienen ist. Ein Kreischen ist zu hören, nicht wie der Schrei eines Menschen, eher wie der Ruf eines sterbenden Tieres.

Ein erneutes Kreischen, nur dieses Mal aus einer anderen Richtung. Bevor dieses vorbei ist, ist das Kreischen aus acht Richtungen zu hören, welches immer lauter wird und näher zu kommen scheint.

Ein Schatten fliegt über die Steppe und weitere folgen.

Der mysteriöse Mann galoppiert in eine andere Richtung, als würde er vor den Schatten fliehen. Doch vergeblich. Diese nähern sich immer weiter, bis plötzlich der Stab des Mannes mit einer ungeheuren Geschwindigkeit wie von selbst Richtung eines der Monde fliegt.

Der rote Rauch folgt ihm und nach wenigen Sekunden ist nur noch das Leuchten des Kristalls zu sehen, bis er völlig im Schein des Mondes verschwindet.

Die Schatten erreichen nun den Mann, der von diesen wie verschlungen wird.

Ein Schrei der Furcht und des Kampfes entrinnt seiner Kehle, ein Schwert aus einer Scheide zieht er nun mit der linken Hand und schwingt es wild um sich.

Ein Schatten wie durch das Schwert durchtrennt flieht, während sich sieben weitere nähern.

Auch diese können durch das Schwert bezwungen werden.

Doch je mehr dieser Schatten durch das Schwert in zwei geteilt werden, desto mehr erreichen den Mann, welcher von diesen nun umhüllt und zu verschlungen wirkt.

Die Schatten rennen in alle Richtungen und übrig bleibt nun nur der dunkelblaue Hut. Keine Leiche, kein Umhang berührt den Sand. Nur ein Hut bleibt zurück.

Stille kehrt ein, zurück bleibt die friedliche und leblose Wüste.