Moonday

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Summary

Ich bin Derek, und wurde durch einen Schicksalsschlag mit 18 Jahren zum Alpha meines kleinen Rudels.In unseren Erzählungen wird betont, dass sich die Moonday Göttin niemals irrt, was den Gefährten oder die Gefährtin angeht. Ihre Wahl ist unumstößlich. Aber was ist, wenn es in meinem Fall eine Ausnahme gibt und ich dadurch in große Schwierigkeiten gerate? Habe ich meine Gefährtin gefunden, oder werde ich getäuscht? Was ist, wenn mein Wolf nicht meiner meinung Ist?

Status
Complete
Chapters
23
Rating
4.9 7 reviews
Age Rating
18+

Kapitel 1

DEREK

In drei Tagen werde ich der Alpha meines Rudels. Ich bin aufgeregt und zugleich unsicher, ob ich dem Titel „Alpha des Moonday-Rudels“ gerecht werden kann. Wir sind ein kleines Rudel und durch Streuner stark gefährdet.

Mein Vater wurde vor einer Woche von ihnen getötet. Als ich hinzukam und die drei übrigen Streuner erledigte, lag er bereits sterbend am Boden. Das Einzige, was noch über seine Lippen kam, war: „Sie muss...“ – dann starb er in meinen Armen. Ich brachte ihn sofort zu unserem Rudelarzt, doch er konnte nichts mehr für ihn tun. Das war – abgesehen vom Verschwinden meiner Mutter – das Schlimmste, was ich mir vorstellen konnte. Aber ich musste stark bleiben.

Mein Geburtsrecht trat mit dem Tod meines Vaters in Kraft. Doch ich muss noch drei Tage warten, denn erst mit achtzehn Jahren darf man ein Rudel offiziell übernehmen. Und genau in drei Tagen ist Moonday. Moonday ist der höchste Feiertag aller Rudel. An diesem Tag soll mir meine wahre Gefährtin offenbart werden. Nur einmal im Jahr, am Moonday, können uns Werwölfen unsere Gefährten erscheinen. Passiert das nicht, muss man ein weiteres Jahr warten. Manche warten ihr Leben lang vergeblich. Natürlich ist es in großen Rudeln wie dem Shadowfalls-Rudel mit ihren zehntausenden Mitgliedern einfacher. Mein Rudel zählt gerade einmal 1027 Mitglieder – und es werden weniger. Krankheit, Alter und diese verdammten Streunerangriffe dezimieren uns.

An dem Abend, als mein Vater getötet wurde, soll laut meinem Beta Mike ein Mädchen dabei gewesen sein. Ich selbst habe sie nicht gesehen, da ich vollkommen auf meinen Vater fokussiert war. Doch was mich am meisten interessiert, ist, was sie gesehen hat. Mein Vater hätte nicht von diesen gewöhnlichen Streunern besiegt werden dürfen – ein Alpha kann eigentlich nur von einem anderen Alpha getötet werden. Und diese Streuner waren bloße Gammas.

Jetzt sitze ich am Schreibtisch meines Vaters und lasse die Beerdigung auf mich wirken. Die ganze Zeit war ich mit den Vorbereitungen beschäftigt. Jetzt, da die Zeremonie vorüber ist, frage ich mich, was als Nächstes kommt. Mein Beta öffnet die Tür.

„Ich bin bereit, mit dir zu dem gefangenen Mädchen zu gehen“, sagt er ruhig. Er muss gespürt haben, dass ich mich davor gedrückt habe – aus Angst zu erfahren, ob ich mehr hätte tun können, um meinen Vater zu retten. Doch ich kann es nicht länger aufschieben.

Wir machen uns auf den Weg zu den Kerkern. Es sind keine dunklen Verliese, wie man sie aus Filmen kennt. Unsere Kerker sind eher wie normale Zimmer eingerichtet – mit Bett, Nachttisch und einem Tisch mit zwei Stühlen. Das Einzige, was an ein Gefängnis erinnert, sind die vergitterten Fenster. Als wir das Gebäude erreichen, höre ich eine der Wachen flüstern: „Sie sieht aus wie die Moonday-Göttin selbst, wirklich!“

Unbeeindruckt gehen wir weiter. Die Wachen blicken uns erschrocken an – sie wissen, dass ich einen Teil ihrer Unterhaltung mitgehört habe. Ich schenke ihnen keine Beachtung. Heute habe ich keinen Nerv für Freundlichkeiten, obwohl ich normalerweise respektvoll mit meinen Rudelmitgliedern umgehe. Mike bleibt am Anfang des Zellentrakts stehen, um mit der Wache am Schreibtisch zu sprechen. Ich gehe allein weiter. Ich will sie selbst befragen.

Als ich ihre Zelle erreiche, blicke ich durch das kleine Sichtfenster in der Tür. Zunächst sehe ich niemanden. Dann entdecke ich hinten in der Ecke ein kleines Bündel in verschmutzten Kleidern. Warum trägt sie nicht die frische Kleidung, die auf dem Bett liegt? Mike hatte mir über den Rudellink mitgeteilt, dass sie jedes Angebot abgelehnt hat.

Ich höre sie leise schluchzen, während ich die Tür öffne. Als sie mich bemerkt, kriecht sie noch tiefer in die Ecke. Hat sie die ganze Woche über solche Angst gehabt? Ich setze mich auf einen der Stühle und beginne ruhig zu sprechen.

„Ich bin Derek Daniels vom Moonday-Rudel. Kannst du mir sagen, wie du heißt?“, frage ich. Keine Reaktion. Das Einzige, was ich erkennen kann, sind ihre langen, blonden Haare, die selbst im fahlen Licht wie Sonnenstrahlen leuchten.

„Du musst keine Angst vor uns haben. Ich werde dir nichts tun, versprochen!“, versuche ich es erneut. „Ich weiß nicht, was dir passiert ist, aber hier wird dir nichts mehr geschehen. Ich muss dich nur leider hierbehalten, bis ich sicher bin, dass du keine Gefahr für mein Rudel darstellst. Wir haben auch Frauen und Kinder hier.“

Plötzlich hält sie inne. „Frauen und Kinder?“, fragt sie mit einer so lieblichen Stimme, dass mir der Atem stockt. Sie sieht mich noch immer nicht an. „Ja, wir haben sechzehn Welpen und viele Jungwölfe. Würdest du mir sagen, wie alt du bist?“ „Ich heiße Sarah und weiß nicht genau, wie alt ich bin. Ich glaube, ungefähr siebzehn. Ich habe bald Geburtstag ... glaube ich. Ist bald Moonday?“ „In drei Tagen. Ich habe an diesem Tag auch Geburtstag. Wann hast du?“

Sie sieht mich auf einmal an – ihre Augen leuchten in einem so wahnsinnigen Gold, dass ich fast in die Knie gehe. Diese Farbe ... unglaublich. „Du hast auch da Geburtstag?! Ich auch! Und wie alt wirst du?“, fragt sie aufgeregt und läuft rot an. Etwas in mir gerät in Bewegung. Ich habe dieses Gefühl noch nie gespürt – es gefällt mir, und doch verbiete ich mir jede Emotion. Falls ich meine Gefährtin noch finden sollte, würde das nur zu Problemen führen. Aber was für ein Zufall, dass sie am selben Tag Geburtstag hat.

„Ich werde ebenfalls achtzehn. Aber Sarah, ich muss etwas Wichtiges wissen.“ Sie nickt und setzt sich etwas entspannter hin. „Kannst du mir bitte sagen, was an dem Abend geschah, als mein Vater getötet wurde?“ Sie schüttelt den Kopf. „Du wirst mir eh nicht glauben. Aber bitte, tu mir nicht weh und hör mir erst zu.“ Ihre goldenen Augen sehen mich flehend an. Ich bekomme eine Gänsehaut – und langsam ahne ich, warum.

„Ich rannte vor acht oder neun Streunern weg und hatte kaum noch Kraft, als plötzlich ein riesiger schwarzer Wolf aus dem Wald auf die Lichtung sprang. Er riss im Sprung zwei Streuner weg, die mir am nächsten waren.“ Sie beginnt wieder zu zittern. „Er hat mir das Leben gerettet, obwohl er mich nicht kannte. Wer riskiert sein Leben für eine Fremde?“ „Mein Vater tat so etwas“, antworte ich traurig. Das Bild von ihm, blutüberströmt in meinen Armen, zerriss mir erneut das Herz. „Er muss ein guter Mann gewesen sein“, sagt sie sanft. „Er hat wahnsinnig gekämpft – bis ein anderer Wolf ihn hinterrücks überraschte. Ich sah nur noch, wie dieser ihm mit seinen Krallen den Bauch und die Brust aufriss. Und dabei ... sah dieser Wolf aus, als würde er grinsen.“

Ich erstarrte. „Er hatte Spaß daran. Es wirkte geplant. Denn kaum war dieser Wolf verschwunden, waren die Streuner sofort wieder auf mich fixiert.“ Sie atmet tief ein. „Dieser Wolf hatte keinen Streunergeruch. Er muss ein Alpha gewesen sein. Anders hätte er deinen Vater nicht töten können.“

Sie schluckt und beginnt wieder zu weinen. Ich verspüre das drängende Bedürfnis, sie in den Arm zu nehmen. „Ich sagte doch, du glaubst mir nicht. Aber ich bin noch nicht einmal bei dem Punkt, den du mir erst recht nicht glauben wirst.“ Ich bleibe stumm. „Der Wolf, der deinen Vater getötet hat, war ein brauner Wolf – nicht schwarz. Er hatte eine Auffälligkeit auf seinem Rücken – einen hellen Fleck oder eine Narbe.“

Das konnte nicht wahr sein. Sie musste sich irren. Ohne ein weiteres Wort stehe ich auf und gehe hinaus. Ich brauche Ruhe, um das zu verarbeiten. Warum bin ich nicht wütend geworden, als sie das Unmögliche behauptete? Warum hatte ich das Gefühl, dass sie mich niemals anlügen würde?

Verdammt. Ich greife nach meinem Whiskey, gehe in mein Schlafzimmer und stiege ins Bett. Es dauert nicht lange, bis ich in einen tiefen Schlaf falle ... und von roten und goldenen Augen träume.