Tag 1 Der neue Lehrer
Wie jeden Tag ging ich normal zur Schule und rauchte neben bei eine. Vor dem Schulgelände zog ich noch einmal an meiner Zigarette als mir diese aus der Hand genommen wurde. „So ein junger Mensch hat es eigentlich nicht nötig zu rauchen.“ „Und ein Fremder Mensch sollte einen jungen Mensch nicht einfach etwas aus der Hand nehmen.“ Böse wollte ich nicht sein, aber so etwas war meiner Meinung nach einfach nicht in Ordnung. „Wie ist dein Name?“ „Louis.“ „Gut ich werde deine Eltern anrufen.“ Er lief an mir vorbei, aber ich hielt ihn mit meinen nächsten Worten schnell auf. „Das brauchen Sie nicht.“ Er drehte sich wieder zu mir um und schaute mich verwirrt an. „Ich kenne Sie nicht.“ „Du brauchst mich auch nicht kennen damit ich deine Eltern anrufe.“ „Nein ich kenne meine Eltern nicht. Ich wohne im Waisenhaus und denen ist es egal solange ich nicht Träume.“ Er machte einen Schritt auf mich zu und schaute mich mitleidig an. „Das tut mir leid, aber warum darfst du nicht Träumen?“ „Das ist egal. Sie wollen nur ihren Job machen das verstehe ich. Also rufen Sie ruhig an.“ Er seufzt und schüttelt seinen Kopf. „Nein ich mahne dich ab. Ich denke das wird reichen damit du nicht noch einmal vor dem Schulgelände rauchst.“ „Danke.“ „Nichts zu danken.“ Er lief wieder los Richtung Schulgebäude und meine Zigarette war schon längst ausgetreten. Der Lehrer war wirklich unglaublich nett gewesen. Ich wusste nicht wofür ich das verdient hatte, aber ich nahm es einfach so hin. Der Schultag verlief sonst wie immer bis der Lehrer vom Vormittag im Klassenraum auftauchte. Ich hörte dem Lehrer nicht zu und schaute aus dem Fenster. Dadurch das ich ganz hinten saß, und am Fenster noch dazu, beachtete mich keiner. Es gab außerdem niemanden der mich gut leiden konnte, also war mir das auch egal. Lieber träumte ich vor mich hin und vergaß für einen kurzen Moment die Realität. Der Lehrer, wie auch immer er hieß ich hatte nicht zugehört, machte seinen Unterricht ganz normal weiter und schien mich nicht zu beachten, zu mindestens glaubte ich das. Als die Schulglocke endlich den erlösenden Klingelton von sich gab stand ich schnell auf packte meine Sachen zusammen und lief auf den schnellsten Weg nach draußen. „Louis bleibst du bitte hier.“ Die Stimme des Lehrers ließ mich stehen bleiben und ich drehte mich seufzend wieder um. Kai lachte vor mir. „Louis war das erste mal böse das wir das noch mal miterleben.“ Ich verschränkte nur meine arme vor meiner Brust. Als er nach einen kurzen Moment fertig war schaute er mich ernst und grinsend an. „Pass auf das er dich nicht gleich von hinten nimmt. Lou.“ Meinen Namen sprach er ernst aus und zog ihn unnötig in die Länge. Bevor er an mir vor bei ging grinste er mich nur an und verließ den Raum. Ich hörte noch wie die Tür zu ging und seufzte. Kai war ein verdammt anstrengender Mensch. „Keine Sorge diesen Kommentar hab ich überhört.“ Ich schaue zu dem Lehrer und lasse meine Arme vor der Brust. „Das macht es trotzdem nicht besser also, was wollen Sie von mir?“ Ich versuchte entspannt zu bleiben und schaute ihn standhaft an. „Du hast den ganzen Unterricht lang nicht zugehört.“ Ich zucke nur mit meinen Schulter. „Das weiß ich und?“ „Eure Klassenlehrerin ist Schwanger geworden und deswegen hab ich jetzt die Klasse hier übernommen. Deine Noten sind gut, aber jeder Lehrer sagt mir das gleiche. Du Träumst im Unterricht.“ „Ich sagte ihnen doch bereits das es mir verboten ist zu Träumen also tu ich es eben in der Schule. Ich schreibe gute Noten und alles was die Lehrer da vorn quatschen interessiert mich nicht.“ „Das es wichtig ist brauch ich dir wohl nicht sagen oder?“ „Nein brauchen Sie nicht.“ „Gut, aber falls etwas sein sollte dann sag mir ruhig Bescheid.“ „Das alle denken das ich mich an Sie ran mache? Ne lassen Sie mal ich komm schon allein klar. Ich bin schließlich schon groß.“ Mit diesen Worten drehte ich dem Lehrer den Rücken zu und ging zur Tür. Ich öffnete sie wieder und verließ den Klassenraum. Kai wartete an der Wand gegenüber der Tür aus der ich gerade lief und ich musste mir ein Augenverdrehen verkneifen. Er grinste mich an und schien sonst was von mir zu denken. „Na hat’s Spaß gemacht?“ Ich stand noch an der Tür bewegte mich kein Stück weiter in seine Richtung. Jemand stellte sich neben mich und verwirrt darüber schaute ich zu diesem und stellte fest das es nur der Lehrer war. „Noch so ein Ding und wir gehen gemeinsam zum Direktor das wird dann, aber kein Kaffeekränzchen Kai.“ Ich schaute zu Kai dem das grinsen gänzlich verging und wie sich sein Gesichtsausdruck anspannte. „Ach komm Sie, das war doch nur Spaß.“ „Was du als Spaß verstehst können andere als ernst ansehen, also lass es.“ „Tz der ist doch sowieso Schwul dem stört es doch nicht.“ Er ging einfach so ohne das der Lehrer neben mir noch etwas sagen konnte. „Es tut mir leid Lou.“ Ich schaute zur Seite zu meinen Lehrer nach oben da er ein Stück größer war als ich mit meinen 1,68. „Für Sie Louis und nicht anders.“ Ich ließ den Lehrer stehen und lief den gang entlang. In mir brodelte es nicht, weil mein Lehrer jetzt wusste auf welches Geschlecht ich stehe sondern auf Kai wie er es wagen konnte dem nächsten zu erzählen das ich schwul bin. Ändern konnte ich nun nichts mehr, aber die Tatsache das er es wieder gemacht hatte machte mich einfach verdammt wütend. Die ganze Schule wusste dank ihm meine Vorliebe und das war auch der Grund warum ich keine Freunde hatte. Niemand wollte mit so einen befreundet sein also gab ich es auf mir welche zu suchen. Oft hatte ich darüber nachgedacht ihn zur Rede zu stellen wie auch jetzt, aber ich würde nur mehr abgekommen als nötig also ließ ich es. Ich verließ nun endlich das Schulgebäude und lief Gedankenversunken den weg zum Parkplatz. An einer Bank im Park hielt ich an, setzte meinen Rucksack ab und setzte mich. Ich legte meinen Kopf in den Nacken, schloss meine Augen und genoss die Sonnenstrahlen die auf mich herab schienen. Es war zwar angenehm warm, aber ich mochte den Winter lieber. Man konnte es sich zuhause gemütlich machen, etwas heißes Trinken und einen Film schauen mit dicken Decken eingemummelt. „Du hast mich nicht mehr rufen hören oder?“ Genervt öffnete ich meine Augen und schaute meinen Lehrer an der direkt vor mir steht. „Was wollen Sie den hier?“ „Mit dir reden und zwar noch mal in ruhe.“ „Also haben Sie mich verfolgt?“ „Nein ich bin dir hinter gelaufen und habe dich gerufen, aber du scheinst mich nicht gehört zu haben.“ „Tut mir leid das Sie mir schon hinter her rennen müssen.“ „Das macht nichts worüber ich eigentlich mit dir reden wollte ist das was mir eure alte Klassenlehrerin erzählt hat.“ Ohne zu fragen setzte er sich einfach neben mich hin. Ein bisschen war ich schon verwirrt, aber ich hatte auch etwas angst was nun kommt. Ich schluckte meinen Kloß im Hals runter und schaute ihn an. „Und was hat Sie Ihnen gesagt?“ Meine Stimme ist etwas zittrig auch wenn ich versuche es zu überspielen. „Sie hat gemerkt das es dir nicht gut geht und Sie wollte für dich da sein, aber du sollst Sie abgelehnt haben.“ „Ja das hab ich und ich weiß auch nicht warum ich mir von Fremden helfen lassen muss.“ „Das hat auch keiner gesagt, aber Sie stand dir immer zur Verfügung wenn du hättest reden wollen und ich stehe dir selbstverständlich auch zur Verfügung.“ „Das ist wirklich nett von ihnen, aber es wäre für Sie wirklich besser wenn Sie es einfach sein lassen.“ „Und warum?“ „Jeder in dieser Schule weiß das ich auf Männer stehe und falls Sie es nicht bemerkt haben, ich habe keine Freunde. Für mich ist das kein Problem, aber es gibt Leute auf der Schule wie Kai die es total ekelhaft finden und sich Scherze daraus machen mich reinzulegen oder sonstige Sachen. Sobald sich allerdings ein Lehrer, genau wie Sie, sich auf mich Fixieren sorgen Sie dafür das ein Gerücht durch die Schule geht und glauben Sie mir das wollen Sie nicht.“ „Und was soll dieses Gerücht sein?“ Er war daran wirklich interessiert, aber lange würde er nicht in der Schule durchhalten. „Das Sie mit mir schlafen. Das Gerücht geht bis zum Direktor und dann werden Sie ganz schnell gefeuert so schnell können Sie gar nicht schauen. Wobei das heute wird Kai nicht gepasst haben und wenn sie Pech haben existiert das Gerücht morgen schon.“ „Gerücht hin oder her es scheint dir nicht gut zu gehen und das macht mir Sorgen.“ Ich seufzte, ließ meinen Kopf nach hinten fallen und sprach weiter. „Das sagen Sie alle so ist es nun mal. Das arme Waisenkind, so unglaublich sensibel das es nichts wegstecken kann.“ Ich schaute ihn wieder an. „Glauben Sie mir ich hab schon Sachen weggesteckt die ich hätte anzeigen müssen, also keine Sorge, mir geht es gut. Schönen Tag noch.“ Meinen Kopf drehte ich wieder weg, schloss meine Augen und hoffte das der Lehrer endlich ging, den langsam nervte er mich. Leider hörte ich nicht das er sich bewegte, sondern nur wie er seufzte. Die Vögel zwitscherten so ohne Probleme, flogen umher und waren einfach nur frei. „Louis?“ „Was?“ Seufzend drehte ich meinen Kopf zu dem Lehrer und öffnete meine Augen. „Du willst mich scheinbar nicht hier haben und mich weg scheuchen, aber lass dir sicher sein das ich mich nicht von einem Gerücht verscheuchen lassen werde. Wenn du etwas hörst was uns beide betrifft dann bitte ich dich mir Bescheid zu sagen. Ich werde dann dagegen vorgehen und dann werden wir weitersehen.“ „Wir? Wir gibt es nicht.“ Der hatte wirklich nerven. „Lou bitte hör auf dich gegen Hilfe zu wehren.“ „Noch einmal für Sie mein Name ist Louis und hören Sie doch einfach auf mir Hilfe anzubieten die ich nicht will.“ Ich verschränkte meine Arme vor meiner Brust und schaute ihn stur und selbstsicher an. „Na schön Louis dann werde ich jetzt gehen, aber sobald ich merke das es dir wieder einmal nicht gut geht, dann werde ich mich einmischen damit das klar ist.“ Seine Stimme war streng gewesen, aber das interessierte mich nicht. „Gut machen Sie das, schönen Tag noch.“ Diesmal war ich derjenige der aufstand, nahm meine Tasche noch und machte mich auf den weg in Richtung Waisenhaus. Im Waisenhaus angekommen ging ich ins Zimmer. Mein Zimmer teilte ich mir mit 3 anderen Jungs die kein Problem mit meiner Sexualität hatten. Einer von ihnen war selbst schwul und ab und zu schliefen wir neben einander im Bett. Wir hatten noch nie etwas außer zusammen gekuschelt mehr lief nie zwischen uns und wird auch nicht. Meine Tasche legte ich an meinen Schreibtisch ab und legte mich dann seufzend in mein Bett. Im nächsten Moment landete ein Körper auf mir. „Wie schön das du wieder da bist.“ Fynn war nur 2 Jahre jünger als ich, aber er war total lieb und wünschte sich genauso wie ich eine Familie. Fynn war seit dem 4 Lebensjahr hier und ich war schon seit dem ich ein Baby war, hier. „Sag mal du schreibst schon wieder an einem Buch?“ „Natürlich mein altes ist ja abhanden gekommen also schreibe ich ein neues. Sag mal hast du wieder in meinen Sachen rumgeschnüffelt?“ „Ja ich hab es, aber nur durch zufall gefunden und worum geht es nun?“ „Um mein Leben also ganz uninteressant für kleine Jungs. Hast du es gelesen?“ „Kleine Jungs? Ich bin 15 und nicht klein. Nein ich habe es nicht gelesen.“ „Für mich bist du klein, weil du jünger als ich bist.“ „Na großartig, aber das Buch musst du verstecken nicht das dich jemand noch erwischt.“ „Das werde ich.“ Wir kuschelten noch etwas bis es Abendbrot gab. Wir saßen nebeneinander und gingen nach dem Essen auch zusammen wieder ins Zimmer. „Du sag mal Lou?“ Fynn zog seine Frage etwas lang und versuchte sie unschuldig klingen zu lassen. „Fynn was willst du?“ „Bist du schon verliebt? Du hast mir gesagt das du es mir sagst.“ „Natürlich sag ich es dir, aber nein ich bin nicht verliebt.“ „Schade, vielleicht hätte er uns ja raus geholt.“ „Das glaub ich nicht Fynn und nun lass uns Bett fertig machen bevor wir noch ermahnt werden.“ Wir machten uns also Bett fertig und ich schrieb noch schnell alles ins Buch und packte es wieder gut weg. Fynn schlief wieder bei mir im Bett und wir kuschelten zusammen. Er schlief als erstes ein und ich etwas später.